{"id":4048,"date":"2009-11-14T22:45:09","date_gmt":"2009-11-14T20:45:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=4048"},"modified":"2009-11-15T01:10:31","modified_gmt":"2009-11-14T23:10:31","slug":"link-economy-der-netzkommunisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2009\/11\/14\/link-economy-der-netzkommunisten","title":{"rendered":"Link-Economy der Netzkommunisten"},"content":{"rendered":"<p><object width=\"480\" height=\"401\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/ar6pCxwtUBk&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/ar6pCxwtUBk&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowfullscreen=\"true\" allowScriptAccess=\"always\" width=\"480\" height=\"401\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>&#8222;Content ohne Links ist wertlos&#8220;, war das Fazit, mit dem <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jeff_Jarvis\">Jeff Jarvis<\/a> den Holzmedien einen <a href=\"http:\/\/www.mywebwork.de\/fiene.tv\/archive\/2009\/10\/30\/fiene-medientage-munchen-2009-3-mit-jeff-jarvis\/\">Tritt in den Hintern verpasste<\/a>. &#8222;Holzmedien&#8220; &#8211; das sind fast ausnahmslos alle deutschen Medien, die nichts anderes tun, als gedrucktes Papier ohne Links &#8222;ins Netz&#8220; stellen oder selbstreferenziell nur auf sich selbst verlinken. Sie begreifen es einfach nicht. <\/p>\n<p>In meinem <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/07\/08\/project-xanadu-reloaded-2\">Telepolis-Artikel<\/a> &#8222;Project Xanadu, reloaded&#8220; habe ich beschrieben, wie es sein k\u00f6nnte, wie viele Blogger es praktizieren und wie ich es an Journalistenschulen und anderen Bildungseinrichtungen lehre: <\/p>\n<p>&#8222;Der nicht-lineare Hypertext verkn\u00fcpft verschiedene Informationen mit Hyperlinks, so dass ein logisches Netz entsteht, das tendenziell unendlich wird. F\u00fcr journalistische Texte ist das eine nie dagewesene Chance: Hypertext kann die Menge notweniger Informationen verk\u00fcrzen, indem lexikalisches Wissen auf eine Metaebene &#8211; &#8222;hinter&#8220; den eigentlichen Text &#8211; verschoben wird. Gleichzeitig vervielfacht sich die optionale Informationsmenge des Textes, da die Rezipienten auch die Metaebene und deren weitere Verkn\u00fcpfungen zu Kenntnis nehmen k\u00f6nnen. <a href=\"http:\/\/www.zhw.uni-hamburg.de\/zhw\/?page_id=148\">Rolf Schulmeister<\/a> behauptet in seinem <a href=\"http:\/\/www.oldenbourg-wissenschaftsverlag.de\/olb\/de\/1.c.1137861.de?hasjs=1211376005&amp;submittedByForm=1&amp;_lang=de\">Standardwerk<\/a> &#8222;Grundlagen hypermedialer Lernsysteme&#8220;, das menschliche Gehirn funktioniere \u00e4hnlich vernetzt wie ein Hypertext. In seinem Text &#8222;<a href=\"http:\/\/beat.doebe.li\/bibliothek\/t00394.html\">Verstrickt in Petri-Netzen<\/a> &#8211; Hypertext und Hypermedia&#8220; nennt er das die &#8222;kognitive Plausibilit\u00e4tshypothese&#8220;: &#8218;Es geht um die Frage, ob das Leseverhalten mit der Struktur des Textes korrespondiert und ob sich diese Korrespondenz kognitiv auswirkt&#8216;. Die assoziative Struktur eines Hypertextes entspr\u00e4che eher der Funktionsweise des menschlichen Denkens als lineare Texte.&#8220; <\/p>\n<p>Alles klar soweit &#8211; Puls und Atmung noch normal? Was ist das Fazit? Links, Links, Links, ein K\u00f6nigreich f\u00fcr Links! Wer setzt Links? Keines der Mainstream-Mselbstreferenzielles Systemedien. (Nein, <i>nicht<\/i> auf sich selbst &#8211; auf andere Websites! Medien sind kein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autopoiesis\">selbstreferenzielles System<\/a>.) Warum geben sich Spiegel Offline, Focus Offline und wer auch immer so ignorant, begriffsstutzig, arrogant oder schlicht faul oder dumm oder beides? Liegt es an der mangelnden Medienkompetenz der Autoren?<\/p>\n<p>Ich habe in den letzten zehn (!) Jahren allerlei Pseudo-Entschuldigungen geh\u00f6rt. &#8222;Unser CMS kann das nicht.&#8220; &#8211; &#8222;Dann wandern die Leser ab.&#8220; &#8211; &#8222;Die Leser brauchen keine Links.&#8220; &#8211; &#8222;Unsere Rechtsabteilung erlaubt das nicht.&#8220; Die Standard-Entschuldigung war jedoch &#8211; gar keine. Das Schweigen der doofen L\u00e4mmer sozusagen. <i>Keine<\/i> diese Ausreden war auch nur ann\u00e4hernd rational oder im Ansatz \u00fcberzeugend. By the way: Links kosten nichts. <\/p>\n<p>Was hindert <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/jochen.wegner?_fb_noscript=1\">Jochen Wegner<\/a>, immerhin Chef von Focus Online, daran, seine Untergebenen anzuweisen, Links zu setzen, etwa wie bei <a href=\"http:\/\/www.telepolis.de\/\">Telepolis<\/a>, um den Lesern einen Mehrwert zu bieten, ihnen die Quellen offenzulegen? Er m\u00fcsste wissen, was ein Link ist. Vielleicht bestimmt das Chefredakteurs-Sein das Bewusstsein: Man gibt es Kopf, der den Online-Journalismus denken kann, automatisch an der Garderobe ab. <\/p>\n<p>Von der taz oder auch der Jungle World, die sich wegen der nicht allzugro\u00dfen Auflage von den Mainstream-Medien absetzen m\u00fcssten, ganz zu schweigen. Warum setzt die <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2009\/46\/39749.html\">Jungle World<\/a> keine Links? Vermutlich aus einem \u00e4hnlichen Grund, warum die MitarbeiterInnen des Zentralorgans des unorthodoxen Linksextremismus seine E-Mails nicht (!) verschl\u00fcsselt &#8211; Dummheit, Ignoranz, Arroganz. Niemand interessiert sich daf\u00fcr. Zugunsten der Jungle World muss gesagt werden, dass bis jetzt niemand behauptet hat, auf der Website des Wochenzeitung k\u00f6nne man &#8222;Online-Journalismus&#8220; finden. <\/p>\n<p>Nehmen wir zugunsten der Kollegen an, es sei die Schuld der Chefredakteure oder der Verleger, die &#8222;Verweise&#8220; ins ber\u00fcchtigte Internet verb\u00f6ten. Nehmen wir den Springer-Chef <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mathias_D%C3%B6pfner\">Mathias D\u00f6pfner<\/a>. Das Autoren-Blog <a href=\"http:\/\/carta.info\/18142\/mathias-doefner-arianna-huffington-monaco-media\/\">Carta schreibt<\/a> unter dem Titel &#8222;Mathias und seine Meisterin Arianna&#8220;: &#8222;Auf einem Medienkongress in Monaco erzielte Arianna Huffington im Schlagabtausch mit Mathias D\u00f6pfner einen klaren Punktsieg. &#8218;Ubiqit\u00e4t ist die neue Exklusivit\u00e4t&#8216;, philosophierte sie \u00fcber die neue die Link-\u00d6konomie, w\u00e4hrend sich D\u00f6pfner \u00fcber \u201cWebkommunisten\u201d beschwerte. <\/p>\n<p>D\u00f6pfner im Originalton: &#8222;Die Theorie des freien Zugangs zu Informationen ist die absurdeste, die ich je geh\u00f6rt habe&#8220;. Man k\u00f6nnte D\u00f6pfer sogar mit dem Artikel 10 der <a href=\"http:\/\/www.ohchr.org\/EN\/UDHR\/Pages\/Language.aspx?LangID=ger\">Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte<\/a> der Vereinten Nationen kontern: &#8222;Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungs\u00e4u\u00dferung; dieses Recht schlie\u00dft die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuh\u00e4ngen sowie \u00fcber Medien jeder Art und ohne R\u00fccksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.&#8220; Es steht dort nichts dar\u00fcber, dass Informationen Geld kosten d\u00fcrfen oder gar m\u00fcssen! <\/p>\n<p>Die zentrale Stelle des Streitgespr\u00e4chs ist laut <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2009-11\/springer-huffington-doepfner?page=2\">Zeit Online<\/a>: &#8222;&#8218;Obwohl Sie unglaublich \u00fcberzeugend klingen, wird es sich zeigen, dass Sie unglaublich falsch liegen&#8216;, antwortete Huffington \u2013 deren Gesch\u00e4ftsmodell vor allem darauf basiert, solche freien Inhalte mit Meinung und Links anzureichern und ebenso kostenlos weiterzugeben. &#8218;Sie k\u00f6nnen nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen. Und den Fluss, in den Sie steigen m\u00f6chten, den gibt es nicht mehr.&#8216; Nutzer w\u00fcrden sich heute ihre Informationen anders suchen. Und dann erkl\u00e4rte sie ihm, wie das Modell funktionieren kann: &#8218;Ubiquit\u00e4t ist die neue Exklusivit\u00e4t.&#8216; Wer im Netz Geld mit Inhalten verdienen wolle, m\u00fcsse sie so weit wie m\u00f6glich \u00fcber das Netz verteilen. Die Zukunft liege in der &#8218;Link-Economy&#8216;, Promiskuit\u00e4t zahle sich aus. Jetzt zu versuchen, Konsumenten umzuerziehen, die gerade die neuen M\u00f6glichkeiten entdeckten, sei anma\u00dfend.&#8220; <\/p>\n<p>Es erstaunt sehr, dass Zeit Online sachlich berichtet, aber keinerlei Konsequenzen zieht: Wo sind zum Beispiel die Links zum Monaco Media Forum oder zur <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/\">Huffington Post<\/a> im Artikel? Das Blog Carta setzt sie, Zeit &#8222;Online&#8220; nicht, obwohl die Texte fast identisch sind. Sind die Redakteure von Zeit Offline zu bl\u00f6d, die Links zu finden oder denken sie, die Leser interessierte das nicht? Ich tippe auf eine Kombination von beidem. Oder, wie der Volksmund \u00fcber deutschen &#8222;Online&#8220;-Journalismus richtig formuliert: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. <\/p>\n<p>Auch der Medien-Mogul Rupert Murdoch wird scheitern. &#8222;Die Pl\u00e4ne des Medienmoguls Rupert Murdoch, seine Online-Nachrichtenseiten vor Google zu verstecken, werden konkreter&#8220;, schreibt <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/computer\/64\/494401\/text\/\">S\u00fcddeutsche<\/a> und setzt sogar Links! Geht doch, stellt man erfreut fest. &#8222;&#8218;Murdoch versteht, dass eine Revolte gegen die Gratiskultur mehr ben\u00f6tigt, als das Errichten eines Abo-Logins zwischen einem Google-Link und einer Geschichte&#8216;, schreibt Journalistik-Professor <a href=\"http:\/\/www.thedailybeast.com\/blogs-and-stories\/2009-11-09\/murdoch-to-google-search-this\/\">Douglas Rushkoff<\/a>.&#8220;<\/p>\n<p>Murdoch ist der Volkssturm der Holzmedien. Er sitzt damit mit Spiegel Offline in einem Boot: Die &#8222;Online&#8220;-Ausgabe des Nachrichten(!)magazins verlinkt ausschlie\u00dflich auf sich selbst und suggeriert damit den Rezipienten: Nur wir sind seri\u00f6s, und andere Informationen als die Unsrigen braucht ihr nicht. Der Inbegriff der Interaktivit\u00e4t ist dann ein Video, dass man von YouTube einbindet. Wo k\u00e4men wir denn sonst hin.<\/p>\n<p>Das nenne ich medialen Autismus. Diese Attitude nimmt die Leser nicht ernst, sie ist hilflos und l\u00e4cherlich. Zum Gl\u00fcck leben wir nicht mehr im Mittelalter, als die alleineligmachende (eben!) Kirche entschied, welche Informationen die Untertanen bekommen durften. <a href=\"http:\/\/wissen.spiegel.de\/wissen\/start\/home.html\">Spiegel Wissen<\/a> allein macht selig, Wikipedia nicht. Daran glauben die wirklich, auch <diejenigen Holzmedien, die nicht jammern, sondern a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/magazin-plus\/zehn-zornige-thesen-zur-zukunft-der-zeitung\/\">w\u00fctend gegen Blogger p\u00f6beln wie Bernd Ziesemer, der  Chefredakteur vom <a href=\"http:\/\/www.djv-bw.de\/123.0.html\">Handelsblatt<\/a>, der von einer besonderen &#8222;Kategorie von Dummschw\u00e4tzern&#8220; redet, die sich &#8222;leider unter den so genannten Medien-Bloggern&#8220; tummelten (ja, ich f\u00fchle mich angesprochen, du Klugschei\u00dfer!).<\/p>\n<p>Freie Informationen f\u00fcr freie B\u00fcrger &#8211; das ist die Devise des 21. Jahrhunderts. Und die passende <a href=\"http:\/\/www.piratenpartei.de\/\">Partei<\/a> f\u00fcr Netzkommunisten gibt es auch schon.&#8220; (Das war jetzt der Werbeblock!)<\/diejenigen><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4048?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4048?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4048 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4048')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4048').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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