{"id":3991,"date":"2009-11-11T15:24:24","date_gmt":"2009-11-11T13:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=3991"},"modified":"2009-11-13T00:21:29","modified_gmt":"2009-11-12T22:21:29","slug":"jede-blamiert-sich-so-gut-wie-sie-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2009\/11\/11\/jede-blamiert-sich-so-gut-wie-sie-kann","title":{"rendered":"Jede blamiert sich so gut wie sie kann"},"content":{"rendered":"<p>Die taz ist mittlerweile Comedy-reif, wenn es um das Internet geht: &#8222;Twitter wird sich relativ schnell erledigt haben&#8220;, <a href=\"http:\/\/hausblog.taz.de\/2009\/10\/twitter-wird-sich-relativ-schnell-erledigt-haben\/\">behauptet<\/a> die taz-Chefredakteurin Ines Pohl in einem <a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/aktuelles\/naiv-bin-ich-nicht\/\">Interview<\/a> mit dem MediumMagazin.<\/p>\n<p>Annette Milz (<i>kein Wikipedia-Eintrag, offenbar irrelevant<\/i>), die Chefredakteurin des MediumMagazins, kommentiert erbost im taz-Blog: &#8222;Hallo, dass die &#8218;taz&#8216; ein Interesse daran hat, das mediummagazin-Interview zu dokumentieren, verstehe ich. Dass Ihr allerdings das komplette Interview ohne R\u00fccksprache und Genehmigung publiziert finde ich alles andere als lustig.&#8220; <\/p>\n<p>Wie reagiert die taz? Sebastian Heiser antwortet: &#8222;Danke f\u00fcr den Hinweis. Ich betreue dieses Blog und hatte das Interview abgetippt und online gestellt, ohne dies mit dem Medium Magazin oder mit Ines Pohl abgesprochen zu haben. Dies hatte ich bisher regelm\u00e4\u00dfig mit ihren Interviews so gemacht, weil es mir nach meiner Beobachtung \u00fcblich schien, dass Interviews von der interviewten Person auf ihrer Webseite online gestellt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Ach ja? Die taz klaut Interviews in anderen Medien und stellt sie bei sich auf die Website? Sehr h\u00fcbsch. Was sagt denn <a href=\"http:\/\/www.eisenberg-koenig.de\/\">Johnny Eisenberg<\/a> dazu? &#8222;Nach meiner Beobachtung&#8220; als &#8222;Recherche-&#8222;Methode auszugeben &#8211; kein sehr \u00fcberzeugendes Argument vor Gericht.<\/p>\n<p>Es geht weiter: &#8222;Kann man das nicht mal als Anschauungsbeispiel f\u00fcr angemessenes Verhalten an die Kollegin <a href=\"http:\/\/www.spreeblick.com\/2009\/10\/30\/stellungnahme-von-eva-schweitzer-zur-blog-abmahnung\/\">Eva Schweitzer<\/a> schicken?&#8220; kommentiert jemand, muss aber sogleich feststellen: &#8222;Leider ist der Link zum Medium Magazin falsch gesetzt, man landet auf einer taz-Seite.&#8220; <\/p>\n<p>Das scheint mittlerweile korrigiert worden zu sein. Wieviel Arbeitszeit ist jetzt draufgegangen, bis es der taz gelang, einen Link ins Internet zu setzen? Avanti dilettanti! &#8222;Es gibt bei der &#8218;taz&#8216; durch die gewachsenen Strukturen ganz viele Entscheidungsebenen, die sehr zeitaufwendig sind ,&#8220; sagt die neue Chefredakteurin im Interview (<i>das MediumMagazin benutzt die alte Rechtschreibung, vielleicht liegt das an den aufw\u00e4ndigen Entscheidungsebenen dort.<\/i>).<\/p>\n<p>Und nun zu Twitter. &#8222;Ich habe einen Account, aber ich twittere nicht,&#8220; gibt Pohl zu. Ja, rund <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Second_Life#cite_note-0\">13 Millionen Menschen<\/a> auf der Welt geben zu: &#8222;Ich habe einen Account bei Second Life, aber ich nutze ihn nicht.&#8220; So what?<\/p>\n<p>Aus &#8222;journalischer Sicht&#8220; sei Twitter &#8222;schlichtweg albern.&#8220; Das ist albern &#8211; und naiv. Twitter funktioniert wie SMS per Internet. Aus journalistischer Sicht sind SMs nat\u00fcrlich &#8222;schlichtweg albern&#8220; &#8211; oder eben auch nicht. Mit Twitter ist es wie mit Beton (um eine eing\u00e4ngige Werbephrasen zu wiederholen): Es kommt darauf an, was man draus macht. <\/p>\n<p>Die taz will offenbar um&#8217;s Verrecken ein Holzmedium bleiben und ihre Leserschaft weiterhin bei den Internet-Ausdruckern suchen. Nicht mein Problem, aber ich werde dann sicher noch im n\u00e4chsten Jahrzehnt einen Nachruf schreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><i>Upate: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/media\/pda\/2009\/nov\/11\/digital-media-1pound40-twitter-journalism-richard-sambrook\">The Guardian<\/a>: &#8222;Twitter is not an alternative to journalism. The role of the journalist changes from a gatekeeper of information to a gatewatcher. In case of an event or a catastrophe it might be his role to curate the live stream of Twitter and social media platforms. So he is still fact-checking.<br \/>\n&#8222;Newspapers are not good for news anymore,&#8220; said Hartley &#8211; and Mecklenburg agreed. &#8222;It is more about the editorial voice.&#8220;<br \/>\nHartley added: &#8222;You should be sceptical about Twitter, but you should be sceptical about your newspaper as well.&#8220;<\/i><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3991?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3991?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3991 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3991')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3991').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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