{"id":393,"date":"2008-03-26T11:47:19","date_gmt":"2008-03-26T10:47:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/03\/26\/die-zehn-grosten-irrtumer-der-freien\/"},"modified":"2008-03-26T11:47:19","modified_gmt":"2008-03-26T10:47:19","slug":"die-zehn-grosten-irrtumer-der-freien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/03\/26\/die-zehn-grosten-irrtumer-der-freien","title":{"rendered":"Die zehn gr\u00f6\u00dften Irrt\u00fcmer der Freien"},"content":{"rendered":"<p><em>Quelle: &#8222;Frei sein&#8220; &#8211; Treffen zur Sicherung der Qualit\u00e4t freiberuflicher journalistischer Arbeit, Akademie f\u00fcr Publizistik, Hamburg<br \/>\n23. Februar 2008, Protokoll (Auszug)<\/p>\n<p>Die Ressortleiterin eines gro\u00dfen Magazins im Gespr\u00e4ch:<\/em><\/p>\n<p><em>1. Bei der Zusammenarbeit gibt es so viele Probleme, dass sie selbst dar\u00fcber jetzt eine Stunde referieren k\u00f6nnte.<\/em><br \/>\nEs gibt sie nicht, vieles l\u00e4uft sehr gut.<\/p>\n<p><em>2. Die meisten Redakteure sitzen warm und gut bezahlt an ihrem Tisch, die Probleme der Freien liegen ihnen nicht am Herzen.<\/em><br \/>\nSie sieht das nicht so. Aber die Situation in den Redaktionen hat sich in den letzten Jahren sehr ver\u00e4ndert. Besonders f\u00fcr teilzeitarbeitende M\u00fctter. Auch andere Redakteure sind sensibel f\u00fcr die Lage der Freien und au\u00dferdem genervt, wenn sie den finanziellen Druck an Freie weitergeben m\u00fcssen<\/p>\n<p><em>3. Es gibt keinen Spielraum bei Honoraren.<\/em><br \/>\nIn anderen Redaktionen m\u00f6glicherweise anders, aber bei ihrem Magazin haben die Ressorts mehr oder weniger freie Hand. In ihrem Ressort: Auftragsvolumen reduziert, weniger Geschichten an Freie vergegeben, nur dann, wenn die Geschichte bald im Heft sein wird. Die Honorare sind gleich gut geblieben. Bislang ist, wenn sie das Budget \u00fcberzogen hat, nie etwas passiert. Der Chefredakteur ist vielmehr interessiert an guten Geschichten, klar, dass die was kosten.<\/p>\n<p><em>4. Es ist zwecklos, \u00fcber Honorare zu verhandeln.<\/em><br \/>\nBei Vergabe von Auftr\u00e4gen wird bei ihr meistens nicht \u00fcber Honorar gesprochen. Grund: Es werde eh gut bezahlt. Viele langj\u00e4hrige Mitarbeiter wissen das. Problematisch aus ihrer Sicht: Keiner redet gern \u00fcber Honorare. W\u00fcnschenswert w\u00e4re, dass es Usus wird, vorher \u00fcbers Honorar zu reden. Sie ist es trotzdem nicht gew\u00f6hnt. Wenn es jemand anspricht, zuckt sie erst mal und empfindet das als nassforsch. M\u00f6glicherweise bleibt die Geschichte auch hinter ihren Erwartungen zur\u00fcck. Vor Jahren verlangte der Verlag einen Kostenvoranschlag f\u00fcr jede Geschichte. Dazu war jeder Redakteur in der Lage, also muss es machbar sein, mit dem Autoren\/der Autorin \u00fcber die H\u00f6he des Honorars zu sprechen.<\/p>\n<p><em>5.1. Wer einen Redakteur mit hohen Honorarforderungen vergr\u00e4tzt, ist raus.<\/em><br \/>\nRedakteure sind nur vergr\u00e4tzt, wenn eine Geschichte schlecht und schlampig recherchiert ist.<\/p>\n<p><em>5.2. Nach einer verpatzten Geschichte ist man raus.<\/em><br \/>\nEs gibt bei ihr nur einen einzigen Freien, der immer super Geschichten abliefert, alle anderen liefern mal tolle, mal mittelm\u00e4\u00dfige und mal schlechte ab. Rufen auch nach mittelm\u00e4\u00dfiger wieder an. Da gibt es gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis. Volles Honorar als Ausfallhonorar, wenn es am Thema lag, ansonsten weniger. <\/p>\n<p><em>6. &#8222;Es ist ja nur f\u00fcr das Magazin xy&#8220;<\/em><br \/>\nIhr Lieblingsirrtum. Wenn ihr etwas gef\u00e4llt von Autoren in der ZEIT oder SZ und sie jemanden anrufen, dann passiert es schon mal, dass Autoren dann f\u00fcr diese Auftr\u00e4ge nicht so viel Aufwand betreiben. Ihr Anspruch unterscheidet sich nicht von dem SZ-Magazins, der Unterschied ist, dass sie besser zahlt.<\/p>\n<p><em>7. Es hat keinen Zweck, Themen anzubieten, von zehn Themen kriege ich nur eines unter.<\/em><br \/>\nDas stimmt, viele Themen wiederholen sich. Es hilft aber, wenn man das Heft liest und kennt. Beharrlichkeit ist sinnvoll.<\/p>\n<p><em>8. Redakteure sind \u00fcberlastet und wollen mit einer Geschichte wenig Arbeit haben.<\/em><br \/>\nJa, in Produktionszeiten. Aber bei Auftragsvergabe und w\u00e4hrend die Geschichte entsteht, freut sich jeder Redakteur auf die Zusammenarbeit. Viele Freie suchen den Kontakt nicht, w\u00e4hrend die Geschichte entsteht, das ist ein Fehler. Geschichte ver\u00e4ndert sich w\u00e4hrend der Recherche, dar\u00fcber sollte man reden.<\/p>\n<p><em>9. Jeder Redakteur will etwas anderes.<\/em><br \/>\nDas stimmt. Bei manchen Anforderungen sind sich aber alle einig, z.B.: vorher \u00fcberlegen, ob Thema zum Heft und zum Ressort passt. Terminabsprachen einhalten (L\u00e4ngen einhalten). Rechnung nicht gleichzeitig mit dem Text abgeben.<\/p>\n<p><em>10. Freie d\u00fcrfen nicht aufmucken.<\/em><br \/>\nDoch, d\u00fcrfen sie. Sie haben einen Anspruch auf ausf\u00fchrliches Briefing. Auf Unterst\u00fctzung und Feedback, w\u00e4hrend die Geschichte in Arbeit ist. Auf freundliche Absage, wenn das Thema nicht gew\u00fcnscht wird. Auf schnelle Anweisung des Honorars (oft unklar: wann gilt eine Geschichte als abgenommen? Jetzt: wenn Geschichte von Ressortleitern abgenommen ist.)<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_393 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_393')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_393').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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