{"id":38815,"date":"2019-12-20T16:33:28","date_gmt":"2019-12-20T15:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=38815"},"modified":"2019-12-20T19:47:43","modified_gmt":"2019-12-20T18:47:43","slug":"la-ceiba-revisited","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/12\/20\/la-ceiba-revisited","title":{"rendered":"La Ceiba, revisited"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/201219_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/12\/201219_1kl.jpg\" alt=\"la ceiba\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p>Passagiere an den Docks von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/La_Ceiba\">La Ceiba<\/a> an der Atlantikk\u00fcste von Honduras (1981, vgl. <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/08\/20\/die-kuste-der-garifuna\">die K\u00fcste der Garifuna<\/a>, 20.08.2012).<\/p>\n<p>Aus meinem Reisetagebuch, 25.11.1981:<br \/>\nWir lernen einen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Black_Caribs\">Cariben<\/a> kennen, mit dem wir ein nettes Gespr\u00e4ch f\u00fchren. Er erz\u00e4hlt von einem Freund, der in Afrika nach den Urspr\u00fcngen der Garifuna-Sprache gesucht hat, sie aber nicht fand. Am Hafen treffen wir einen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kollektiver-Wahnsinn-3437469.html\">Miskito-Pastor<\/a>, der uns erz\u00e4hlt, er sei schon in Berlin gewesen, im Hotel Hamburg.<\/p>\n<p>Abends reichlich Krach. Die Stadt ist interessant und quirlig, besonders das Hafenviertel, wo es viel Absteigen gibt, und die umliegenden Slums. Der Rest bedeutungslos.<\/p>\n<p>Mich \u00fcberraschen die reichlich ausgestatteten Superm\u00e4rkte und L\u00e4den mit US-amerikanischen und Produkten aus Mittelamerika. Wir kaufen Blechgeschirr und Kleinkram. Der Markt ist voller Gem\u00fcse, aber nicht ganz billig. (&#8230;)<\/p>\n<p>Unser &#8222;H\u00f6llenschiff&#8220;: Viel zu viel Passagiere, sie sitzen auf Brettern, die auf die seitw\u00e4rts an der Reling stehenden F\u00e4ssern gelegt wurden. Versuche mit der H\u00e4ngematte schlagen fehl, es schaukelt zu sehr. Ein kleiner nerviger Junge kotzt irgendwo hin, interessiert niemanden; der Rest der Passagiere kotzt sp\u00e4testens am fr\u00fchen Morgen. Bei mir kommt der Kaffee wieder raus.<\/p>\n<p>Die Besatzung: Der Kapit\u00e4n und die Mannschaft sind <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Miskito_people\">Miskito<\/a>, der &#8222;Stauer&#8220;, ist Garifuna, dumm, stark wie ein Ochse, aber gutm\u00fctig, schielt ein bisschen. Der Koch mit zerrissener Hose. Ein paar fette Frauen, die herumsauen und die jungen M\u00e4nner anmachen. Das Essen ist schlecht, t\u00e4glich Kochbananen, Reis, sonst nichts.<\/p>\n<p>Das Schlimmste ist die Schaukelei. Sie fahren ohne R\u00fccksicht auf Verluste seitw\u00e4rts der Wellen, der Steuermann muss keinen Magen mehr haben.<\/p>\n<p>Das Schiff ist voll mit Mehl, Zucker, Reis, Coca, die F\u00e4sser fast alle leer. (&#8230;)<\/p>\n<p>Am 20.08.2012 schrieb ich:<\/p>\n<p>\u00dcbrigens hatten wir uns nachts, da wir nicht auf den Decksplanken schliefen, sondern auf den \u00d6lf\u00e4ssern, die alles blockierten und die genau so hoch waren wie die h\u00f6lzerne Reling, mit Seilen angeschnallt, um nicht schlafend ins Meer zu fallen.<\/p>\n<p>Wer denkt, dass Palmen, t\u00fcrkisblaues Meer, Sonne und braungebrannte Menschen automatisch romantisch sind, der sollte sich mal \u00fcberlegen, wie man auf einem Schiffs-Plumpsklo sein Gesch\u00e4ft verrichtet, w\u00e4hrend die gesamte &#8222;Toilette&#8220; sich abwechselnd in beide Richtungen um rund 50 oder mehr Grad neigt &#8211; und zwar mit Caracho und das eine Woche lang ohne Pause.<\/p>\n<p>Seit dieser Reise habe ich eine Abneigung gegen Kokusnuss-Geschmack &#8211; die ersten vier Tage bekamen wir nur eine Art Fra\u00df vorgesetzt, zermatschten Reis mit ein Paar Bohnen &#8211; alles von der Schiffsbesatzung aus den Kisten geklaut, die sie bef\u00f6rdern sollten. Und wir lebten von den Kokusn\u00fcssen, die wir dabei hatten. Kokusnuss-Di\u00e4t ist aber scheusslich. Das \u00e4nderte sich erst, als ich einige der Mitreisenden beil\u00e4ufig fragte, wem das Schiff eigentlich geh\u00f6re. Da die guten Leute nicht wirklich einsch\u00e4tzen konnten, welchen Einfluss ein Ausl\u00e4nder haben konnte, sprach sich das schnell zum Kapit\u00e4n herum, der uns pl\u00f6tzlich eigenh\u00e4ndig eine akzeptable Mahlzeit servierte. Als ich ihm dann noch eine Karte der K\u00fcste von Honduras schenkte (offenbar fuhr er nur auf Sicht), nannte er mich &#8222;hermano&#8220; (&#8222;Bruder&#8220;) und behandelte mich wie den Pascha von Dingsda.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38815?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38815?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_38815 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_38815')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_38815').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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