{"id":36944,"date":"2019-05-08T00:41:02","date_gmt":"2019-05-07T22:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=36944"},"modified":"2026-01-19T21:31:58","modified_gmt":"2026-01-19T20:31:58","slug":"helidos-ubar-hringa-do-sie-to-dero-hiltiu-ritun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/08\/helidos-ubar-hringa-do-sie-to-dero-hiltiu-ritun","title":{"rendered":"Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_2kl.jpg\" alt=\"Kamm Heinrichs I.\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup>So genannter Kamm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_I._(Ostfrankenreich)\">Heinrichs I.<\/a>. Der Kamm ist aus Elfenbein und stammt aus Syrien oder \u00c4gypten, 7.-8. Jahrhundert. Die Fl\u00e4che ist mit geschnitzen Weinlaubranken \u00fcberzogen. Die Goldmontierung und der Steinschuck wurden erst <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Domschatzkammer_Quedlinburg\">viel sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt<\/a>, da sie die Ranken zum Teil bedecken. Der Beschlag ist teilweise besch\u00e4digt. Es fehlen einige Edelsteine, wie auch die Pferdek\u00f6pfe &#8211; sie wurden vermutlich abgeschnitten oder -gefeilt. Urspr\u00fcnglich war der Kamm insgesamt rechteckig. Die stilisierten Z\u00fcgel, &#8222;Rhombus und Rahmen der runden Fassung sind aus drei miteinander zu Streifen verl\u00f6teten Perlst\u00e4ben gebildet. (&#8230;) Perlst\u00e4be aus Gold sind vornehmlich im M\u00fcnzschmuck des 9. Jahrhunderts in Nordwestdeutschland bekannt.&#8220; (<a href=\"http:\/\/opac.regesta-imperii.de\/lang_de\/anzeige.php?pk=878657\">Peter Berghaus<\/a>: &#8222;Der M\u00fcnzschmuck von G\u00e4rsn\u00e4s, Ksp. Herrestad (Sk\u00e5ne), 1965, zit. n. Dietrich K\u00f6tzsche (Hrsg.): <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B004FMQJ8G\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B004FMQJ8G&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=c954af07ac1016e54c7c3b937038e1ea\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Quedlinburger Schatz wieder vereint. [Katalog zur Ausstellung im Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin &#8211; Preussischer Kulturbesitz]<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B004FMQJ8G\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>], 1993 [das mit Abstand beste Buch zum Quedlinburger Domschatz!]. Der Kamm wird 1544 in einem Verzeichnis des Quedlinburger Domschatzes erw\u00e4hnt: <i>Keisser Heinrichs Kamme mit stein und golt beschlagen<\/i>. <\/sup><\/p>\n<p>Der Kamm ist also ein Konglomerat aus verschiedenen Arbeiten und Zeiten. Vielleicht geh\u00f6rte er zur Mitgift der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theophanu_(HRR)\">Theophanu<\/a>. Es gibt aber \u00e4hnliche K\u00e4mme aus derselben Zeit wie den <a href=\"http:\/\/www.museum-schnuetgen.de\/Wege-durch-die-Sammlung?kat=20\">Kamm des Hl Heribert<\/a> aus Metz im Museum Schn\u00fctgen in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Wie kriegen wir also den Feudalismus in den Griff? These: Wer begreift, was eine Reliquie ist (vergesst den oberfl\u00e4chlichen Unsinn auf Wikipedia), ist auf dem richtigen Weg.<\/p>\n<p>Wir haben hier eine <i>orale<\/i> Gesellschaft vor uns mit der Sippe &#8222;als mentaler Realit\u00e4t&#8220; (<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3549074662\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3549074662&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=8473d3cf8a04bd0181cc92f8856b5b9c\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes Fried<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3549074662\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" -=\"\"\/>) &#8222;Orale Gesellschaften theoretisieren nicht, sie inszenieren. Das Ritual ersetzt, ja ist geradezu ihre soziale Theorie.&#8220; Objekte sind dingliche bzw. verdinglichte Zeichen der sozialen Hierarchien und der Rituale.<\/p>\n<p>&#8222;Nicht seelische Regungen oder psychische Prozesse sollten jeweils sichtbar gemacht werden, sondern objektivierende Formen sozialer Ordnung und Interaktionen. (&#8230;) Prestige und Status waren im Auftreten sichbar zu machen; nur ritualisiert lie\u00dfen sie sich wahrnehmen, Herrschaftszeichen, Gaben, Kleider, Geb\u00e4rden machten Leute.&#8220; (Vgl. Marcel Mauss: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/351828343X\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=351828343X&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=2ede5f63e8323e8fdf54a9544423ec1d\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Gabe: Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=351828343X\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_3kl.jpg\" alt=\"Samuhel Evangeliar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup>Samuhel-Evangliar, Quedlinburg (um ca. 1230). Eichenholzkern mit getriebenem Silber und vergoldet, dazu Perlen, Korallen und <a href=\"http:\/\/www.steine-und-minerale.de\/artikel.php?topic=5&amp;ID=408\">Glassfluss<\/a>. Der R\u00fcckendeckel ist aus rot gef\u00e4rbetem Schafsleder. Neun Emails sind \u00e4lter als der Kasten und stammen aus Byzanz. Einige <a href=\"http:\/\/www.rdklabor.de\/wiki\/Email#B._Techniken\">Senkschmelzen<\/a> \u00e4hneln denen des <a href=\"https:\/\/www.bildindex.de\/document\/obj05140201\">Patriarchenkelchs von San Marco<\/a> in Venedig. Teile des Beschlags und einige Edelsteine fehlen. &#8222;Von 180 Fassungen sind 43 leer&#8220;. (D. K\u00f6tzsche) Das Evangeliar wurde 1991 neu gebunden und restauriert.<\/sup><\/p>\n<p>Orale Gesellschaften wie die des Feudalismus beschreiben etwas, sie analysieren nicht. &#8222;&#8230;die Welt selbst erscheint f\u00fcr primitive Denken als eine unendliche Kette von \u00c4hnlichem und Gleichartigem. Raum und Zeit werden nicht exakt gemessen. (&#8230;) Verwandtschaft pr\u00e4sentiert, so zeigen ethnologische Vergleichsstudien, in illiteraten Gesellschaften die Kategorie sozialer Ordnung und Wahrnehmung schlechthin.&#8220;<\/p>\n<p>Wieso muss ich jetzt an Araber-Clans in Neuk\u00f6lln denken?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_4kl.jpg\" alt=\"Otto-Adelheid-Evangeliar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup><a href=\"http:\/\/diglib.hab.de\/mss\/ed000057\/start.htm\">Otto-Adelheid-Evangeliar<\/a>, Konstantinopel, 2. H\u00e4lfte 10. Jahrhundert, Goldschmiedearbeiten Quedlinburg 1220-1230. Geschnitztes Elfenbein mit Gold, Schmuck \u00e4hnlich wie beim Samuhel-Evangeliar, leicht besch\u00e4digt. &#8222;Von 96 Fassungen heute 44 leer&#8220;. (D. Koetzsche) In der Mitte ein byzantinisches Elfenbeinrelief mit der Christi Geburt, Taufe, Kreuzigung und Kreuzabnahme, die durch griechische Buchstaben wiedergegeben werden. &#8222;Die vier L\u00f6cher im Rahmen, heute als Nagell\u00f6cher genutzt, lassen darauf schlie\u00dfen, da\u00df das Relief die Mitteltafel eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triptychon\">Tryptychons<\/a> war; sie haben h\u00f6chstwahrscheinlich zur Befestiung von Leisten gedient, in die die Seitenfl\u00fcgel geh\u00e4ngt waren. Auf ihnen k\u00f6nnten sich weitere Szenen befunden haben. (&#8230;) Aufgrund ikonographischer Details wurde das Relief zuletzt in das 3. Viertel des 10. Jahrhunderts datiert und seine Herkunft mit Kaiserin Theophanu direkt in Beziehung gebracht.&#8220; (D. Koetzsche) Der Rahmen stammt aus dem 13. Jahrhundert, vermutlich wurde er in Halberstadt oder Quedlinburg angefertigt.<\/sup><\/p>\n<p>Das erinnert mich auch an die Zeit, als wir als marxistische Altgermanisten in schwei\u00dftreibenden Seminaren das <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/pdf\/nibelungenlied.pdf\">Nibelungenlied<\/a> auseinandernahmen. &#8222;Die Sch\u00f6nheit einer Frau besteht in der feudalen Vorstellung sowohl aus dem &#8218;Adel&#8216; des K\u00f6rpers als auch aus der standesgem\u00e4\u00dfen \u00e4u\u00dferen Ausstattung mit Elementen des repr\u00e4sentativen Reichtums&#8220;. Mindestens die H\u00e4lfte der Verse des feudalen Epos besteht aus Schilderungen der Kleidung, die aber nicht individuell ist &#8211; wie auch nicht die &#8222;charakterlichen&#8220; Eigenschaften -, sondern bei allen gleich. Das muss man doch ernst nehmen?!<\/p>\n<p>Hierzu ein bisschen geistreiches Geschwurbel gef\u00e4llig? Da nehmen wir am besten <a href=\"https:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/phanomenologie-des-geistes-1656\/22\">Hegel<\/a>: &#8222;Ph\u00e4nomenologie des Geistes&#8220;:<br \/>\n<i>Ebenso bezieht sich der Herr mittelbar durch den Knecht auf das Ding; der Knecht bezieht sich, als Selbstbewu\u00dftsein \u00fcberhaupt, auf das Ding auch negativ und hebt es auf; aber es ist zugleich selbstst\u00e4ndig f\u00fcr ihn, und er kann darum durch sein Negieren nicht bis zur Vernichtung mit ihm fertig werden, oder er bearbeitet es nur. Dem Herrn dagegen wird durch diese Vermittlung die unmittelbare Beziehung als die reine Negation desselben, oder der Genu\u00df; was der Begierde nicht gelang, gelingt ihm, damit fertig zu werden, und im Genusse sich zu befriedigen. Der Begierde gelang dies nicht wegen der Selbstst\u00e4ndigkeit des Dinges; der Herr aber, der den Knecht zwischen es und sich eingeschoben, schlie\u00dft sich dadurch nur mit der Unselbstst\u00e4ndigkeit des Dinges zusammen, und genie\u00dft es rein; die Seite der Selbstst\u00e4ndigkeit aber \u00fcberl\u00e4\u00dft er dem Knechte, der es bearbeitet.<\/i><\/p>\n<p>Damals schrieb ich: Hegel definiert hier pr\u00e4zise die feudale Identit\u00e4t, den Zusammenhang zwischen Existenzform und Gedankenform. Sowohl der Bauer (der Knecht) als auch der Herr (der Feudaladlige) beziehen sich zur Natur negativ, \u00fcber ihre Begierde, die zur Vernichtung dr\u00e4ngt. Der Unterschied ist aber, da\u00df der Feudalherr die Bearbeitung der Natur dem Bauern \u00fcberl\u00e4sst und sich nur mittelbar, d.h. nur vermittelt \u00fcber seine Herrenexistenz auf sie bezieht, die Natur nicht bearbeitet, sondern nur konsumiert.<\/p>\n<p>Daher sind Gewalt und Konsum nur zwei Seiten einer Medaille, der feudalherrlichenn Aneignung der Natur. Die Natur erscheint ferner in der Form des Konsums als nat\u00fcrliche Voraussetzung der Existenz, genauso wie der Bauer nat\u00fcrliche Bedingung seiner Herrenexistenz ist&#8230;<\/p>\n<p>Alles klar? Puls und Atmung und so?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_5kl.jpg\" alt=\"Katharinenreliquiar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup>Katharinenreliquiar, Niedersachsen 1230-1240, aus einem Eichenholzkern, Silberblech und Kupfer, vergoldet, leicht besch\u00e4digt. Um Sancta Katarina vergulte kestgen erw\u00e4hnt. Der genaue Zweck ist nicht bekannt. Die Bilder zeigen Motive aus dem Alten Testament und die Apostel. &#8222;Stilistisch folgen die Figuren dem sogenannten Zackenstil, der im 13. Jahrhundert als charakteristischer Stil vor allem in der Buchmalerei auftritt. Er zeichnet sich durch bewegte Figuren aus, deren detailreiche Gew\u00e4nder zerkl\u00fcftete Faltensysteme mit j\u00e4hen Umbr\u00fcchen bilden.&#8220; (Thomas Labusiak u. Jaos Stekovics: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3899233476\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899233476&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=8672c8ed841a6715d95a8794db68e7a4\" rel=\"noopener noreferrer\">Kostbarer als Gold: Der Domschatz in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3899233476\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>, 2016.  <\/sup><\/p>\n<p>Wir haben mit dem Feudalismus gerade erst angefangen. Um welche Zeit geht es? Zur Zeit der Merowinger und der Karolinger haben wir noch einen relativ starken und \u00f6konomisch unabh\u00e4ngigen K\u00f6nig. &#8222;Die Kosten des Aufstiegs der Karolinger trug, wie stets, das einfache Volk&#8220;, schreibt Fried ganz nebenbei &#8211; f\u00fcr einen b\u00fcrgerlichen Historiker eine erstaunliche These.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_6gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_6kl.jpg\" alt=\"Reliquienkasten Heinrich I.\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_I._(Ostfrankenreich)\">Reliquienkasten Heinrich I.<\/a>, Oberitalien, 10. Jahrhundert (Elfenbeinreliefs), 2. H\u00e4lfte 11. Jahrhundert (Walrosszahnreliefs), Quedlinburg, 1230-1240 (Goldschmiedearbeiten). Der Kern des Kastens ist auch Buchenholz, Silver vergoldet, Schmuck und Edelsteine \u00e4hnlich wie beim Samuhel-Evangeliar. Die Figuren sind stark abgenutzt, Details fehlen, auch vom Schmuck. Von 121 Fassungen heute 36 leerund zumeist besch\u00e4digt (&#8230;), es fehlen die Perlenschnur um die Mandorla und Teile der Perlenschn\u00fcre an der Frontseite; Schlo\u00df aus Eisen sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt, zahlreiche Eisenn\u00e4gel, besonders im Deckel&#8230;&#8220; (D. Koetzsche) Auch hier wurden \u00e4ltere St\u00fccke wiederverwendet und neu arrangiert.<\/sup><\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde aber die feudale Grundherrschaft (auch bekannt als &#8222;Lehnswesen&#8220;) mit nackter Gewalt ausgebaut. Zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert gab es eine kleine landwirtschaftliche Revolution, u.a. wurde der asymmetrisch wendende Pflug erfunden, die Viehhaltung verbesserte sich, Wasserm\u00fchlen wurden gebaut (kann man alles nur arch\u00e4ologisch beweisen) usw.. Der Feudaladel emanzipiert sich \u00f6konomisch und damit auch milit\u00e4risch vom K\u00f6nig. Permanentes Hauen und Stechen ohne Gef\u00fchlsduselei war die Regel und nicht die Ausnahme.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_7gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2019\/05\/070519_7kl.jpg\" alt=\"Strau\u00dfenei-Reliquiar\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p><sup>Das Strau\u00dfenei-Reliquiar, Norddeutschland, 15. Jahrhundert, stamm aus dem Schatz des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4monstratenser\">Pr\u00e4monstratenser<\/a>klosters <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Wiperti_(Quedlinburg)\">St. Wiperti<\/a>. <a href=\"https:\/\/pano.erlebnisland.de\/player\/?pano_dir=halberstadt\/dom&amp;startscene=scene_domschatz&amp;iframe=true&amp;width=90%&amp;height=90%\">\u00c4hnliche Eier<\/a> sind im <a href=\"https:\/\/www.die-domschaetze.de\/de\/dom-und-domschatz-halberstadt\/domschatz.html\">Domschatz von Halberstadt<\/a>. Das Material von Fu\u00df und Knauf ist billiger Kupfer, &#8222;das eine feine Bearbeitung nicht erlaubte. An sich war den Goldschmieden wegen der Betrugsgefahr das Verarbeiten von vergoldetem Kupfer verboten, doch erlaubten die Z\u00fcnfte Ausnahmen bei Ger\u00e4ten f\u00fcr den Gottesdienst. (nach Johann M. Fritz: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3406090907\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3406090907&amp;linkCode=as2&amp;tag=burkhardschroder&amp;linkId=a12876f58782d672318e7a1ac014bda3\" rel=\"noopener noreferrer\">Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3406090907\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\"\/>, 1982, hier in D. Koetzsche) Das Strau\u00dfenei galt als Symbol f\u00fcr Geburt und Auferstehung Christi; hier sind keine Reliquien im Inneren erhalten.<\/sup><\/p>\n<p>Heute bin ich zu m\u00fcde, um mehr zu schreiben. Aber die Puzzleteile setze sich allm\u00e4hlich zusammen&#8230;<\/p>\n<p>Reminder: <span xmlns:dct=\"http:\/\/purl.org\/dc\/terms\/\" href=\"http:\/\/purl.org\/dc\/dcmitype\/StillImage\" rel=\"dct:type\">Photos<\/span> are licensed under a <a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/3.0\/de\/\">Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Germany License<\/a>.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><sup>Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:<br \/>\n&#8211; Reaktion\u00e4re Schichttorte (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2015\/01\/31\/reaktionaere-schichttorte \">31.01.2015<\/a>) &#8211; \u00fcber die scheinbare Natur und die Klasse<br \/>\n&#8211; Feudal oder nicht feudal? tl;dr, (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/05\/feudal-oder-nicht-feudal-tldr\">05.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber den Begriff Feudalismus (Fotos: Quedlinburg)<br \/>\n&#8211; Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/08\/helidos-ubar-hringa-do-sie-to-dero-hiltiu-ritun\">08.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften  (Quedlinburger Domschatz I)<br \/>\n&#8211; Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/09\/tria-eburnea-scrinia-com-reiquis-sanctorum\">09.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntnistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)<br \/>\n&#8211; Die w\u00e2ren steine tiure l\u00e2gen dr\u00fbf tunkel unde lieht (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/10\/die-waren-steine-tiure-lagen-druf-tunkel-unde-lieht\">10.05.2019<\/a>) &#8211; \u00fcber die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)<br \/>\n&#8211; Authentische Heinrichsfeiern (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/05\/13\/authentische-heinrichsfeiern\">13.05.2019)<\/a> &#8211; \u00fcber die nationalsozialistische M\u00e4rchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)<br \/>\n&#8211; Der Zwang zum Hauen und Stechen oder: Seigneural Privileges (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/06\/15\/der-zwang-zum-hauen-und-stechen-oder-seigneural-privileges\">15.06.2019<\/a>)<br \/>\n&#8211; Yasuke, Daimos und Samurai [I] (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2019\/07\/24\/yasuke-daimos-und-samurai-i\">24.07.2019<\/a>)<br \/>\n&#8211; Yasuke, Daimos und Samurai [II] (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/05\/03\/yasuke-daimos-und-samurai-ii\">03.05.2020<\/a>)<br \/>\n&#8211; Agrarisch und revolution\u00e4r (I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/02\/21\/agrarisch-und-revolutionaer-i\">21.02.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Trierer Apokalypse und der blassrose Satan (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/03\/17\/trierer-apokalypse-und-der-blassrosa-satan\">17.03.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Energie, Masse und Kraft (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/04\/04\/energie-masse-und-kraft\">04.04.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Agrarisch und revolution\u00e4r II <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/05\/15\/agrarisch-und-revolutionaer-ii\">15.05.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Gladius cum quo fuerunt decollati patroni nostri (Essener Domschatz I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/10\/28\/gladius-cum-quo-fuerunt-decollati-patroni-nostri-essener-domschatz-i\">28.10.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Magische koloniebildende Nesseltiere mit kappadokischem Arm und Hand (Essener Domschatz II) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/11\/14\/magische-koloniebildende-nesseltiere-mit-kappadokischem-arm-und-hand-essener-domschatz-ii\">14.11.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Ida, Otto, Mathilde und Theophanu, kreuzweise (Essener Domschatz III) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/11\/27\/ida-otto-mathilde-und-theophanu-kreuzweise\">27.11.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Hypapante, Pelikane und Siebenschl\u00e4fer (Essener Domschatz IV) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/12\/17\/hypapante-pelikane-und-siebenschlaefer-essener-domschatz-iv\">17.12.2021<\/a>)<br \/>\n&#8211; Pantokrator in der Mandorla, Frauen, die ihm huldigen und die Villikation (Essener Domschatz V) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2021\/12\/23\/pantokrator-in-der-mandorla-frauen-die-ihm-huldigen-und-die-villikation-essener-domschatz-v\">23.12.21<\/a>)<br \/>\n&#8211; Jenseits des Oxus (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/01\/09\/jenseits-des-oxus\">09.01.2022)<\/a><br \/>\n&#8211; Blut, N\u00e4gel und gek\u00fcsste Tafeln, schmuckschlie\u00dfend (Essener Domschatz VI) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/04\/18\/blut-naegel-und-gekuesste-tafeln-schmuckschliessend-essener-domschatz-vi-2\">18.04.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Missing Link oder: Franziska und kleine K\u00f6nige (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/05\/28\/missing-link-oder-franziska-und-kleine-koenige\">28.05.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Die Riesen von Gobero (Die Kinder des Prometheus Teil I) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/07\/18\/die-riesen-von-gobero-die-kinder-des-prometheus-teil-i\">18.07.2022)<\/a><br \/>\n&#8211; Die Liebhaber von Sumpa, Ackerg\u00e4ule und Verh\u00fcttung (Die Kinder des Prometheus Teil II) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2022\/07\/25\/die-liebhaber-von-sumpa-ackergaeule-und-verhuettung-die-kinder-des-prometheus-teil-ii\">25.07.2022<\/a>)<br \/>\n&#8211; Mongolen, Ming und Moguln (Die Kinder des Prometheus Teil III) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/03\/09\/mongolen-ming-und-moguln-die-kinder-des-prometheus-teil-iii\">09.03.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Abstrahierte \u00f6konomische Universale, revisited (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/05\/08\/abstrahierte-oekonomische-universale-revisited\">08.05.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Unter Drahtziehern (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2025\/06\/29\/unter-drahtziehern\">29.06.2025<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/02\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-i\">02.01.2026<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika I, Addendum (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/16\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-1-addendum\">16.01.2026<\/a>)<br \/>\n&#8211; Sklavenhaltergesellschaften in Afrika II (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2026\/01\/18\/sklavenhaltergesellschaften-in-afrika-ii\">18.01.2026<\/a>)<br \/>\n<\/sup><\/p>\n<p><sup>Zum Thema Sklavenhaltergesellschaft:<br \/>\nDoppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil I]) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/11\/05\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-1\">05.11.2020<\/a>)<\/sup><br \/>\n<sup>Doppeldenk oder: Die politische Macht kommt aus den Legionen [Teil II]) (<a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2020\/12\/27\/doppeldenk-oder-die-politische-macht-kommt-aus-den-legionen-teil-2\">27.12.2020<\/a>)<\/sup><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36944?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36944?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_36944 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_36944')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_36944').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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