{"id":33011,"date":"2017-11-04T19:08:46","date_gmt":"2017-11-04T18:08:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=33011"},"modified":"2017-11-04T23:50:35","modified_gmt":"2017-11-04T22:50:35","slug":"autorisierte-objektive-fake-news-jenny-stern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2017\/11\/04\/autorisierte-objektive-fake-news-jenny-stern","title":{"rendered":"Autorisierte objektive Fake-News, Jenny Stern!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2017\/11\/041117_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2017\/11\/041117_2kl.jpg\" alt=\"leere\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p><i>Foto: Die Einsamkeit des Dozenten, wenn er zehn Minuten zu fr\u00fch zur Vorlesung kommt&#8230;<\/i><\/p>\n<p>Gesch\u00e4tzte Kollegin Jenny Stern vom &#8222;Bayerischen Rundfunk&#8220;! Nat\u00fcrlich ist ein alter Mann froh, wenn die Ratschl\u00e4ge und Tipps journalistischer Art, die man meinte, im Allgemeinen und Besonderen jederzeit und all\u00fcberall geben zu m\u00fcssen, auch von den Nachgeborenen positiv angenommen werden. Der &#8222;Tagesschau&#8220;-Klon &#8222;Faktenfinder&#8220;  offeriert uns einen gar l\u00f6blichen <a href=\"http:\/\/faktenfinder.tagesschau.de\/hintergrund\/journalismus-kommentar-101.html\">Artikel<\/a> mit dem Titel &#8222;Wann darf ein Journalist seine Meinung sagen?&#8220; (Man jauchzt und frohlocket so ganz nebenbei, da es sogar bei einer so genannten &#8222;\u00f6ffentlich-rechtlichen&#8220; Anstalt ganz unerwartet m\u00f6glich scheint, ohne gendrifiziertes Schreiben auszukommen.) Au\u00dferdem lernen bzw. wiederholen wir alle gemeinsam, was an &#8222;journalistischen Darstellungsformen&#8220; so herumfleucht, als da w\u00e4ren die objektive und meinungsfreie Nachricht, die schon <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Was_ist_Wahrheit%3F\">Pontius Pilatus<\/a> sch\u00e4tzte, dazu &#8222;meinungs\u00e4u\u00dferende Darstellungsformen&#8220; wie der Kommentar oder die Glosse sowie Bastarde wie das Feature. Volui dicere: Genau das bringe ich meinen Studenten auch bei.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte gern auf das Angebot der &#8222;Tagesschau&#8220; verwiesen, wenn ich nicht etwas zu m\u00e4keln h\u00e4tte, so sehr, dass ich &#8211; mit Verlaub, gesch\u00e4tzte junge Kollegin! &#8211; das Geschwurbel beinahe als Beispiel daf\u00fcr pr\u00e4sentiert h\u00e4tte, wie man es gerade <i>nicht<\/i> machen soll. Deutsch des Grauens vom Feinsten! Es wimmelt vor Nomen (ung, ung, ung, ung &#8211; als h\u00e4tte <a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/category\/deutsch-des-grauens\/machs-besser-katja\">Katja Kipping<\/a> den Text verfasst) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Funktionsverb\">Funktionsverben<\/a>, die Journalisten, falls sie dem Volke dienen wollen (sorry, altes <a href=\"http:\/\/www.mao-projekt.de\/BRD\/ORG\/AO\/KSV_Dem_Volke_dienen.shtml\">KSV-Sprech<\/a>), tunlichst vermeiden.<\/p>\n<p>Ich bin versucht, den pathetisch dahinholpernden Satz &#8222;die strikte Trennung in informierende und meinungs\u00e4u\u00dfernde Darstellungsformen ist oberstes Gebot im Journalismus&#8220; zu erweitern: Verst\u00e4ndlich zu schreiben ist oberstes Gebot im Journalismus, noch vor der Regel, man solle Information und Kommentar strikt trennen. Wenn man nicht verstanden wird, n\u00fctzt der Rest rein gar nichts.<\/p>\n<p>Mal im Ernst, liebe Kollegin, wir glauben doch nicht, was wir da behaupten? Objektiv? Was soll denn das sein, mal abgesehen von mathematischen Formeln? Uwe Kr\u00fcger zum Beispiel behauptet in seinem Buch <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3869620706\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3869620706&#038;linkCode=as2&#038;tag=burkhardschroder&#038;linkId=e0f6dfcd14ef4832c3b8bdde23e89981\">Meinungsmacht &#8211; Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3869620706\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, dass die Mehrheit der Journaille die Sicht der herrschenden Klasse \u00fcbernehme. Ich gebe zu, dass bei der &#8222;Tagesschau&#8220; und beim Bayerischen Rundfunk sowieso der h\u00e4ssliche Begriff &#8222;herrschende Klasse&#8220; vermutlich verp\u00f6nt, wenn nicht gar verboten ist im Sinne der freiwilligen Selbstzensur, dennoch ist er wahr und gut und trifft die Realit\u00e4t wie ein Dartpfeil die Scheibe. <\/p>\n<p>Daher nannte man <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/geschichte\/deutsch\/kpd\/1918\/tag1am.htm\">in grauer Vorzeit<\/a> so etwas wie die &#8222;Tagesschau&#8220; und andere Meinstream-Medien &#8222;b\u00fcrgerliche Presse&#8220;. Ein sch\u00f6nes Wort, entlarvt es doch die statistisch, gar wissenschaftlich fundierte These, dass Journalisten fast nie aus der Arbeiterklasse stammen, sondern das Proletariat verachten, eben wie es die Linke auch tut (vgl. <a href=\"http:\/\/www.christian-baron.com\/index.html\">Christian Baron<\/a>: &#8222;<a rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3360013115\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3360013115&#038;linkCode=as2&#038;tag=burkhardschroder\">Proleten, P\u00f6bel, Parasiten: Warum die Linken die Arbeiter verachten<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3360013115\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>). Nicht nur das: Sie machen ihnen sprachpolizeiliche Benimmvorschriften, schelten die Arbeiter, weil sie nicht politisch korrekt w\u00e4hlten und wollen mit ihnen nichts zu tun haben. <\/p>\n<p>Nichts ist objektiv, und Journalisten zu allerletzt. Sie tun nur so. <\/p>\n<p>Nehmen wir &#8222;schlussendlich&#8220; (ein beliebtes Wort im Furz- und Bl\u00e4hdeutschen), Jenny Stern, den Abschnitt \u00fcber das Interview. &#8222;Das Gesagte wird dabei genau wiedergegeben und vor der Ver\u00f6ffentlichung h\u00e4ufig vom Interviewpartner &#8218;autorisiert&#8216;: Das ist, wieder mit Verlaub, gequirlte Kuhkacke und gelogen dazu. Der <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2012\/jul\/16\/us-campaigns-quote-approval-germany\">Guardian<\/a> macht sich deshalb \u00fcber deutsche Journalisten lustig und schickt noch H\u00e4me hinterher: Diese spielten das Spiel der Politiker mit. Mit Journalismus hat es also nichts zu tun, wenn man Interview &#8222;autorisieren&#8220; l\u00e4sst, eher mit Dummheit und Autorit\u00e4tsh\u00f6rigkeit. Das ist bei der &#8222;Tagesschau&#8220; und anderen Faktenfindern nicht bekannt? Und so etwas soll ich meinen Studentinnen (ich hatte in diesem Semester nur Frauen) empfehlen? Ein h\u00f6heres Wesen bewahre mich davor.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33011?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33011?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_33011 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_33011')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_33011').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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