{"id":28508,"date":"2015-11-01T15:33:29","date_gmt":"2015-11-01T14:33:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=28508"},"modified":"2015-11-24T18:08:06","modified_gmt":"2015-11-24T17:08:06","slug":"die-akte-bernd-lammel-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2015\/11\/01\/die-akte-bernd-lammel-teil-2","title":{"rendered":"Die Akte Bernd Lammel \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2015\/11\/011115_1.jpg\" alt=\"stasi-akten\" width=\"480\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/politik\/beitrag\/2015\/09\/stasi-verdacht-bernd-lammel-djv-vorsitz.html\">RBB<\/a> hatte berichtet: &#8222;Stasi-Verdacht gegen Chef des Berliner Journalistenverbandes. (&#8230;) Laut rbb-Informationen soll er in den 80er-Jahren als Informeller Mitarbeiter t\u00e4tig gewesen sein.&#8220; Andere Medien wie der <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/stasi-verdacht-beim-djv-vorsitzender-des-djv-landesverbandes-berlin-unter-stasi-verdacht\/12316228.html\">Tagesspiegel<\/a> zogen nach: &#8222;Bernd Lammel, Vorstandsmitglied und Chef des Berliner DJV-Landesverbandes, soll laut RBB-Informationen in den 80er-Jahren als Informeller Mitarbeiter t\u00e4tig gewesen sein. Vieles scheint an der Sache aber noch ungereimt.&#8220;<\/p>\n<p>In der Tat. Noch schlimmer: Wer sich mit den Akten zum Thema besch\u00e4ftigt, auch mit den mittlerweile verf\u00fcgbaren &#8222;Betroffenenakten&#8220; Lammels, wird den Verdacht nicht los, dass es sich bei dem RBB-Bericht der Autorin Gabi Probst nicht nur um eine journalistisch fragw\u00fcrdige Verdachtsberichterstattung handelt, sondern um einen gezielten Rufmord. Motive und Fakten werde jetzt und hier genannt werden.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach. War Bernd Lammel, freiberuflicher Fotograf und Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.djv-berlin.de\/\">Berliner DJV<\/a>, ein &#8222;<a href=\"http:\/\/www.bstu.bund.de\/DE\/BundesbeauftragterUndBehoerde\/Rechtsgrundlagen\/StUG\/stug_node.html\">Inoffizieller Mitarbeiter<\/a>&#8220; (IM) des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit der DDR? Sicher war er das, in den Augen der Stasi. Aber was ist ma\u00dfgebend: Das, was die Stasi dachte und in den Akten niederschrieb, oder kann man sich auch eine andere Perspektive vorstellen?<\/p>\n<p>Dummerweise bestimmt auch heute noch &#8211; aus der Sicht des Gesetzgebers &#8211; das MfS, wer und wie zu den Personen geh\u00f6rt, die in ihrem Dienst standen oder Ausk\u00fcnfte gaben. Christian Boo\u00df schreibt in <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3866763840\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3866763840&#038;linkCode=as2&#038;tag=burkhardschroder\">Die indiskrete Gesellschaft: Studien zum Denunziationskomplex und zu inoffiziellen Mitarbeitern<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3866763840\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>: Es habe auch Leute gegeben, die keine IMs waren, die aber gern und viel denunzierten. Es seien &#8222;weit mehr Personen in die repressive Kontrolle der Bev\u00f6lkerung eingebunden&#8220; gewesen als die Zahl der IM das suggeriere. Rund 189.000 Personen standen am Ende der DDR in den Diensten der Mielke-Beh\u00f6rde. Daneben habe es auch auch so genannte &#8222;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5030597\/\">Gute Menschen<\/a>&#8220; und allgemein &#8222;Auskunftspersonen&#8220; gegeben, die entweder von sich aus dem Ministerium berichtet oder von dessen Mitarbeitern kontaktiert wurde. Auch diese fallen unter die juristische Definition des &#8222;IM&#8220;. Da aber mindestens die H\u00e4lfte der DDR-B\u00fcrger in Akten erfasst waren, die dem MfS zur Information und Repression dienten, m\u00fcsste man konsequent &#8211; nach der Legaldefinition &#8211; auch genausoviele Leute als &#8222;inoffizielle Mitarbeiter&#8220; bezeichnen.<\/p>\n<p>Wenn man Taten, die zum Teil mehr als drei\u00dfig Jahre zur\u00fcckliegen, auch moralisch bewerten will, ist es nicht sinnvoll, sich nur mit den &#8222;inoffiziellen Mitarbeitern&#8220; zu besch\u00e4ftigen. Wissenschafter h\u00e4tten &#8222;mit guten Gr\u00fcnden daf\u00fcr geworben, den Stellenwert der IM nicht allzu hoch anzusetzen&#8220;, schreibt Boo\u00df. &#8222;Der wichtigste in diesem \u00dcberwachungssystem war nicht der IM, sondern Kollege und Nachbar Judas&#8220;. Es komme &#8222;jeweils im Einzelfall&#8220; darauf an, zu untersuchen, &#8222;ob eine bestimmte Grenze der Indiskretion \u00fcberschritten&#8220; worden sei.<\/p>\n<p>Im Fall Bernd Lammel kann man diese Frage ohnehin leicht beantworten: Es gibt keine Verpflichtungserkl\u00e4rung (die aber nicht in schriftlicher Form vorliegen musste), es gibt keine Akten, aus den man schlie\u00dfen k\u00f6nnte, dass er jemanden denunziert oder Informationen weitergegeben h\u00e4tte, die jemanden h\u00e4tten schaden k\u00f6nnen. Ganz im Gegenteil: Lammel, der von der Stasi als IM &#8222;Michael&#8220; gef\u00fchrt wurde, taucht nicht in den Akten seiner damaligen Bekannten und Freunde in der DDR auf, die mit dem DDR-System haderte, etwas dem Fotografen Harald H. oder dem Journalisten Olaf B.. Eine Mitarbeiterin des Ullstein-Bilderdienstes im damaligen Westteil Berlins war aus der DDR ausgereist und verschaffte Lammel Auftr\u00e4ge unter einer Legende, weil dieser die Bilder \u00fcber Mittelsleute in den Westen schmuggeln musste. Der Name taucht auch nirgendwo auf, obwohl das das MfS sicher brennend interessiert h\u00e4tte und dieses den &#8222;IM Michael&#8220; dar\u00fcber ausgefragt h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Kann es daran liegen, dass Akten zum&#8220; IM Michael&#8220; vorhanden sind, die wir noch nicht kennen? Immerhin hatte die Autorin des RBB-Beitrages diese schon seit 2010, also f\u00fcnf Jahre, und seitdem ist nichts dazugekommen. (Warum diese erst jetzt publiziert wurden, folgt in einem sp\u00e4teren Teil.) <\/p>\n<p>Einer der wenigen Wissenschaftler, die sich mit den Akten des Mielcke-Ministeriums ausf\u00fchrlich besch\u00e4ftigt haben und die nicht mit Schaum vor dem Mund formulieren, ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helmut_M%C3%BCller-Enbergs\">Helmut M\u00fcller-Enbergs<\/a>. Auf die Frage, um welche Akten es sich hier &#8211; beim IM &#8222;Michael&#8220; &#8211; handele, sagt er:<br \/>\n<i>Die Personal- und Arbeitsakte des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inoffizieller_Mitarbeiter\">IMS<\/a> &#8222;Michael&#8220; scheint bislang nicht aufgefunden worden zu sein. Das erscheint nach bisherigen Erfahrungen lediglich eine Frage der Zeit zu sein, da diese ausweislich der vorliegenden Unterlagen bis zuletzt gef\u00fchrt wurde; sich diese also voraussichtlich noch in den unsortierten Ablagen (teils S\u00e4cken) befinden wird. Dass es eine Personal- und Arbeitsakte gab, erschlie\u00dft sich aus dem Vorgangsheft des Vorgangsf\u00fchrern wie auch aus einer der beiden Karteikarten. Im \u00dcbrigen handelt es sich bei den bislang vorliegenden Unterlagen um eine Zusammenstellung von Materialien, die \u00fcberwiegend auch in der Akte des IMS &#8222;Michael&#8220; angelegt worden sein wierden, aber offenbar dar\u00fcber hinaus innerhalb des MfS zur Kenntnis gebracht worden sind&#8230;<\/i><\/p>\n<p>Das, was der RBB als &#8222;Stasi-Akten&#8220; pr\u00e4sentierte, sind also  &#8222;Streufunde&#8220;; das Wichtigste fehlt noch, wenn es denn existiert. Die &#8222;Betroffenenakte&#8220; Lammels lag M\u00fcller-Enbergs zum Zeitpunkt der Anfrage aber noch gar nicht vor. Aus diesen geht hervor, dass der sp\u00e4tere &#8211; aus der Sicht der Stasi &#8211; IM &#8222;Michael&#8220; schon seit den siebziger Jahren systematisch ausgesp\u00e4ht, dass seine gesamte private Post mitgelesen wurde. Man muss schon genauer hinsehen: IM ist eben nicht immer gleich IM. Die Akten, sagt M\u00fcller-Enbergs, &#8222;stellen im Regelfall allein die Sichtweise des F\u00fchrungsoffiziers dar&#8220;, Und nur die.<\/p>\n<p>Im Buch &#8222;Die indiskrete Gesellschaft&#8220; schreiben die Autoren, dass die Stasi selbst dann &#8222;das Erfassungsverh\u00e4ltnis als IM nicht umgehend&#8220; aufgeben habe, &#8222;wenn eine Kooperation bereits zur\u00fcckgewiesen worden war, in der Hoffnung, die Meinung des Verpflichteten noch \u00e4ndern zu k\u00f6nnen.&#8220; Es habe Personen gegeben, die &#8222;schon kurzzeitig als IM registriert (worden waren), aber dann die Zusammenarbeit abgelehnt haben. &#8222;Aus dem Quellenmaterial wird eine breite Palette von Verweigerungsvarianten ersichtlich, vom offensiven &#8218;Nein&#8216; bis zum lavierenden Entziehen und Ausweichen.&#8220;<\/p>\n<p>Konnte man &#8222;Inoffizieller Mitarbeiter&#8220; des Ministeriums sein, ohne davon zu wissen? <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gregor_Gysi#Vorw.C3.BCrfe_der_inoffiziellen_Mitarbeit_bei_der_Staatssicherheit\">Gregor Gysi<\/a> zum Beispiel bestreitet, &#8222;IM&#8220; gewesen zu sein, obwohl die damalige Bundesbeauftragte f\u00fcr die Stasiunterlagen, Marianne Birthler, das anders sah. &#8222;Kontakte zur SED-Geheimpolizei&#8220;, wie <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article122962063\/Ermittlungen-gegen-Gysi-stehen-vor-dem-Abschluss.html\">die Medien<\/a> das gern effektheischend formulieren, gelten in der \u00d6ffentlichkeit als anr\u00fcchig, Kontakte zu anderen Geheimdiensten oder gar ausl\u00e4ndischen Diensten interessieren merkw\u00fcrdigerweise nicht. Die <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/archiv\/ein-geheimdienst-experte-veroeffentlicht-erstmals-eine-1970-angelegte-liste-mit-namen-von-journalisten--die-kontakt-zum-bnd-gehabt-haben-sollen--da-war-wirklich-nix-,10810590,9468778.html\">Berliner Zeitung<\/a> thematisierte 1998 die &#8222;Liste mit &#8222;Pressesonderverbindungen&#8220; des BND aus dem Jahre 1970. &#8222;Der sozialdemokratische Kanzleramtsminister Horst Ehmke hatte damals den BND aufgefordert, eine \u00dcbersicht der Journalisten anzufertigen, die mit dem Dienst kooperieren. Ausgenommen bleiben sollten operativ eingesetzte Medienvertreter, also an Geheimdienstoperationen beteiligte Agenten. Seit die geheimnisvolle Liste im M\u00e4rz 1970 an Ehmke \u00fcbergeben wurde, hatte sie immer wieder mal f\u00fcr Aufregung und Spekulationen in der bundesdeutschen Presse gesorgt.&#8220; Mehrere Journalisten hatten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Journalisten-Skandal\">damals<\/a> den Geheimdienst <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20090326044655\/http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/archiv\/medien_politik\/bnd114.html\">kontaktiert<\/a>, wie der NDR berichtet, und angeboten, auch gegen Geld, Informationen \u00fcber Kollegen weiterzugeben. &#8222;Dies ergab sich aus dem Sachverst\u00e4ndigenbericht des Bundestagskontrollausschusses und wurde vom BND-Direktor Volker Foertsch am 12. Februar 2009 vor dem BND-Untersuchungsausschuss best\u00e4tigt. In den meisten Medien wurde dieser Sachverhalt nicht thematisiert.&#8220;<\/p>\n<p>Das Hanseatische Oberlandesgericht musste sich mit der &#8222;unzul\u00e4ssigen Verdachtsberichterstattung und unzureichenden Recherchen&#8220; im Falle Gysis besch\u00e4ftigen &#8211; und entschied zu dessen Gunsten. Dieses Thema wird im Fall des RBB und Lammels vermutlich wieder aktuell werden.<\/p>\n<p>Bernd Lammel wusste, dass er mit Mitarbeitern des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit in Kontakt stand. Er w\u00e4hlte aber eine Methode, damit umzugehen, die Christian Boo\u00df und Helmut M\u00fcller-Enbergs als das &#8222;wirksamste Mittel&#8220; ansehen, sich gegen den Mielke-Moloch zu Wehr zu setzen, auch wenn man sich ihm nicht immer entziehen konnte: die <a href=\"http:\/\/www.chronikderwende.de\/lexikon\/glossar\/glossar_jsp\/key=im.html\">Dekonspiration<\/a>. Er erz\u00e4hlte Dritten davon und arbeitete den denen sogar minuti\u00f6s aus, was er tun und sagen sollte, um seinen Beruf nicht zu gef\u00e4hrden und vor allem um sein Kind nicht zu verlieren. Lammel war seit 1984 alleinerziehender Vater. Er hatte bei der Nachrichtenagentur ADN gek\u00fcndigt und finanzielle Probleme, so dass er auch in seiner Freizeit &#8222;Schallplatten auflegen&#8220; musste. Wer Probleme hatte, war bei der Stasi &#8222;beliebt&#8220;, denn er war erpressbar.<\/p>\n<p>Das funktionierte aber bei Lammel nicht so, wie die Mielke-Leute sich das gew\u00fcnscht hatten. Ein Stasi-Mitarbeiter legte, wie man in den Akten gut sehen kann, einen &#8222;Vorlauf&#8220; an. 1987 er\u00f6ffnete ihm die NVA, man werde ihn zur Reserve heranziehen, nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flughafen_Rostock-Laage\">Rostock-Laage<\/a>. Man lie\u00df auch zynisch durchblicken, um seinen Sohn brauche er sich w\u00e4hrend der Zeit keine Sorgen machen, der w\u00e4re im <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/artikel-archiv\/sie-mussten-ihre-kindheit-im-groeten-ddr-heim-verbringen-jeder-kontakt-zu-mutter-und-vater-war-verboten-jetzt-suchen-sie-ihre-identitaet\">Kinderheim Makarenko<\/a> in Berlin-Gr\u00fcnau gut aufgehoben. Durch die Blume lautete die Botschaft: &#8222;Wir werden dich schon weichkochen&#8220;. DDR-B\u00fcrger bekamen kostenlose Rechtsberatung, aber dort entgegnete man Lammel, als der sich beschwerte: &#8222;Wollen sie die DDR verklagen?&#8220; <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2015\/11\/011115_2.jpg\" alt=\"stasi-akten\" width=\"480\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ministerium_f%C3%BCr_Kultur_%28DDR%29\">Ministerium f\u00fcr Kultur<\/a> der DRR, Abteilung Unterhaltungskunst&#8220;, gab es jemanden, der f\u00fcr Bernd Lammel zust\u00e4ndig war. (Wie kafkaesk es dort oft zuging, kann man in Stefan Heyms <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3442743206\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3442743206&#038;linkCode=as2&#038;tag=burkhardschroder\">Nachruf<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=burkhardschroder&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3442743206\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> nachlesen.) Lammel k\u00fcndigte dort an, wenn man die Einberufung nicht zur\u00fccknehme oder einen Kompromiss finde, werde er einen Ausreiseantrag stellen. Lammel galt nicht als &#8222;Oppositoneller&#8220;. In den Stasi-Akten liest man bedauernd, er sei &#8222;kein Genosse&#8220;, trete aber immerhin wie einer auf. Das Fazit: Lammel stellte keinen Ausreiseantrag, und akzeptierte im Gegenzug einen zweimonatigen &#8222;Tagesdienst&#8220; in der <a href= https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milit%C3%A4rpolitische_Hochschule_Wilhelm_Pieck\">politischen Hochschule der NVA<\/a> mit dem Themenschwerpunkt &#8222;Medien&#8220;.<\/p>\n<p>1987 besucht <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/36\/Kohl-Honecker-Staatsbesuch-1987\">Erich Honecker<\/a> Helmut Kohl. Die Medien sprechen von &#8222;Tauwetter&#8220; zwischen den beiden deutschen Staaten. Gegen viel Geld, das der damals schon fast bankrotten DDR zeitweilig wieder auf die F\u00fc\u00dfe hilft, bekommt der Westen kleinere Gegenleistungen, auch d\u00fcrfen mehr DDR-B\u00fcrger in den Westen reisen. Bernd Lammel beantragt genau das, aus beruflichen Gr\u00fcnden. Eine Reise wird genehmigt, sein Sohn bleibt als &#8222;Geisel&#8220; zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Er darf nur ganz kurz nach West-Berlin. Dort lernt er zwei Personen kennen, mit denen er lange Jahre befreundet sein wird und die f\u00fcr sein Leben wichtig werden &#8211; einen Polizeibeamten und den Journalisten Horst Vollrath, der fr\u00fcher Pressesprecher in der SPD war und 1987 f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesministerium_f%C3%BCr_innerdeutsche_Beziehungen\">Bundesministerium f\u00fcr innerdeutsche Beziehungen<\/a> arbeitete. Vollrath wird der berufliche Mentor Lammels im Westen und legt ihm sp\u00e4ter nahe, in den DJV Berlin einzutreten. Diesen neuen Freunden vertraut sich Lammel zuerst an, wie er von der Stasi bedr\u00e4ngt werde und wie er sich verhalten k\u00f6nne und solle. Die &#8222;Wessis&#8220; geben ihm den Rat: Zeige dich kooperativ. Erz\u00e4hle Belanglosigkeiten, gef\u00e4hrde weder dein Kind noch das Privileg zu reisen!<\/p>\n<p>Man kann aus den Akten nicht entnehmen, wann genau der IM &#8222;Michael&#8220; in den Augen der Stasi nicht mehr nur &#8222;Vorlauf&#8220; war. M\u00fcller-Enbergs schreibt dazu, auch wenn Lammel die Bezeichnung &#8222;IM&#8220; unbekannt gewesen sein: &#8222;Der Hinweis auf einen Vorlauf-IM ist getilgt worden, stattdessen IM bzw IMS in den Unterlagen ausgewiesen worden, also umregistiert zum IM.&#8220;<\/p>\n<p><i>In &#8222;Die Akte Lammel&#8220; Teil 3: Reisekader, Agenten und Stasi-Experten<\/i><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28508?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28508?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_28508 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_28508')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_28508').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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