{"id":21151,"date":"2013-11-25T15:56:34","date_gmt":"2013-11-25T14:56:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=21151"},"modified":"2013-11-26T11:55:38","modified_gmt":"2013-11-26T10:55:38","slug":"quantitative-easing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/11\/25\/quantitative-easing","title":{"rendered":"Quantitative Easing"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/01\/010113_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/\/01\/010113_1kl.jpg\" alt=\"Geld\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>&#8222;\u00c4rgerlich&#8220; oder &#8222;nicht informativ&#8220; gilt f\u00fcr fast alle Artikel, die in deutschen Medien die \u00d6konomie im weiteren Sinn zum Thema haben. Aktuelle Beispiele: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article122214681\/Suedeuropa-verlangt-von-der-EZB-eine-neue-Bazooka.html\">Welt online<\/a>: &#8222;S\u00fcdeuropa verlangt von der EZB eine neue Bazooka&#8220;. Von diesem Artikel schreibt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/suedeuropa-fordert-staatsanleihenkaeufe-von-der-ezb-a-935415.html\">Spiegel online<\/a> ab: &#8222;Schuldenkrise: S\u00fcdeuropa fordert drastische Ma\u00dfnahmen der EZB&#8220;. Jedes Wort trieft vor Suggestion, nichts wird erkl\u00e4rt. Nat\u00fcrlich fehlt auch die abgedroschenste aller Phrasen nicht: &#8222;Konjunktur ankurbeln&#8220;. (Wie kurbeln die eigentlich und womit und was ist gemeint?)<\/p>\n<p>Schuldenkrise? Welche Schuldenkrise? Hatten wir nicht eine &#8222;Eurokrise&#8220;? Und war nicht die Immbobilienblase in den USA der Domino-Stein, der zuerst umkippte, bis einige Leute merkten, dass zahlreiche Banken sich verzockt hatten mit real nicht existierenden Werten? Ich frage mich ernsthaft, ob Journalisten, die einen derartigen Quark breittreten, \u00fcberhaupt noch nachdenken oder ob sie den Anspruch erheben, Fakten und Hintergr\u00fcnde zu erl\u00e4utern oder ob sie schlicht die Textbausteine der AgitProp-Abteilung des Kapitals und dessen Lobbyisten \u00fcbernehmen, um das Artikelhonorar leicht einzustreichen. Es kann doch nicht ernsthaft jemand meinen, es sei &#8222;Journalismus&#8220;, wenn man alle &#8222;\u00d6konomen&#8220;, die sich &#8222;Volkswirtschaftler&#8220; schimpfen, befragt, die nicht bei drei auf dem n\u00e4chsten Marktbaum sind?!<\/p>\n<p>Es lohnt sich, ins Detail zu gehen. Das Thema scheint hier offenbar um den Preis des Geldes zu sein, das Banken verleihen. Wieviel Geld da ist, hat nichts mit den realen Werten zu tun, die das Geld representieren sollte. Man merkt schon beim ersten fl\u00fcchtigen Hinsehen, dass es hier nicht um antropologische Konstanten oder Variablen wie das Wetter geht, sondern dass man eine Werttheorie haben m\u00fcsste, um bestimmte Dinge wissenschaftlich, also theoretisch <i>und<\/i> empirisch darstellen zu k\u00f6nnen. Florian Eder und Sebastian Jost hingegen tun so, als sei das alles v\u00f6llig wurscht: &#8222;Die Notenbank w\u00fcrde damit zus\u00e4tzliche Milliarden in den Wirtschaftskreislauf pumpen, was das Wachstum befl\u00fcgeln sollte. Tendenziell steigen damit auch die Preise.&#8220; Ach? So einfach ist das also. <\/p>\n<p>Und was genau war noch mal &#8222;Wachstum&#8220;? Der quantitive Aussto\u00df an Produkten? Der Anstieg der Profitrate des Kapitals? Die Schere zwischen Betriebskosten und Gewinn? Wann warum steigen Preise um wieviel und was hat das mit der Geldmenge zu tun? Es w\u00e4re doch nett, wenn uns verraten w\u00fcrde, auf welche der zahllosen &#8222;Schulen&#8220; der so genannten &#8222;Volkswirtschafts&#8220;lehre man sich hier beruft. Die widersprechen sich nicht nur untereinander, sondern erheben auch nicht den Anspruch, etwas mit Wissenschaft zu tun zu haben. Motto ist, wie gehabt und wie bei den Angeh\u00f6rigen der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) so \u00fcblich: &#8222;Wir haben zwar keine Ahnung, wovon wir reden, das aber volle Pulle.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Der konjunkturelle Effekt ist jedoch nur der erste Teil des Spiels.&#8220; Wenn man das Gefasel auf den Punkt bringt: Soll die Europ\u00e4ische Zentralbank mehr Staatsanleihen derjenigen L\u00e4nder kaufen, deren Produktion den Bach runtergeht und\/oder deren Banken sich selbst ruiniert haben? \u00dcber das System der <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/08\/03\/unter-schnellballsystemikern-und-couponschneidern\">Staatsanleihen<\/a> ist hier schon alles, was n\u00f6tig ist, geschrieben worden (&#8222;Unter Schnellballsystemikern und Couponschneidern&#8220;, 03.08.2012) Ich habe keine Lust, das zu wiederholen.<\/p>\n<p>Mein Lieblingssatz im Artikel von <i>Welt online ist dieser hier &#8211; und er ist auch bezeichnend f\u00fcr das intellektuelle Niveau unserer Klippschulen-Volkswirtschaftler, deren vernebelten Gehirne nur genauso neblige S\u00e4tze und sprachgeschluderte Phrasen erlauben: <\/i><i>Mit der Ank\u00fcndigung aus dem vergangenen Sommer, im Bedarfsfall und gegen Auflagen Staatsanleihen kriselnder L\u00e4nder auf dem Sekund\u00e4rmarkt aufzukaufen, brachte die Zentralbank Ruhe in die aufgeschreckten Finanzm\u00e4rkte.<\/i><\/p>\n<p>Die aufgeschreckten Finanzm\u00e4rkte. Wieso denke ich  jetzt an den Genossen <del>Wolf Schneider: Deutsch f\u00fcr Profis<\/del> Lenin: Wer wen? Wer tut eigentlich was? Das zu beschreiben, ist die wesentliche Aufgabe von Journalisten. Wie kann man &#8222;M\u00e4rkte&#8220; erschrecken? Und was will uns der K\u00fcnstler damit sagen?<\/p>\n<p>Ich gewann beim Lesen den Eindruck, den Autoren kommt es nur darauf an, ihr Pseudo-Insider-Wissen zur Schau zur stellen: <i>In den Krisenl\u00e4ndern schielt man jedoch noch weiter, auf eine Ma\u00dfnahme, die unter &#8222;quantitativer Lockerung&#8220; firmiert, im Fachjargon &#8222;<a href0\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quantitative_Lockerung\">quantitative easing<\/a>&#8220; oder QE genannt.<\/i><\/p>\n<p>Fachjargon? Das w\u00e4re so, als nennte man &#8222;Halleluja&#8220; und &#8222;Amen&#8220; den &#8222;Fachjargon&#8220; der Verehrer h\u00f6here Wesen, was &#8211; zugegeben! &#8211; nicht ganz fern liegt. Bei Wikipedia wird das noch einmal h\u00fcbsch verschwurbelt dargelegt:<br \/>\n<i>Quantitative Lockerung, auch monet\u00e4re Lockerung englisch quantitative easing, ist die Geldpolitik einer Zentralbank, die zum Einsatz kommt, wenn der Zinssatz der Zentralbank bereits auf null oder fast auf null gesetzt wurde und weiterhin eine expansive Geldpolitik angesagt ist. In diesem Fall kauft die Zentralbank Anleihen, private oder Staatsanleihen, um weiterhin die Wirtschaft und den jeweiligen Staat mit mehr Geld zu versorgen. Im Ergebnis nehmen die Aktiva der Zentralbanken zu.<\/i><\/p>\n<p>Haaaaaalt! Um was genau geht es? H\u00fctchenspieler, aufgemerkt: Finanzkapitalismus at its best! Die jeweilige Zentralbank kauft also Staatsanleihen \u00fcber den staatlich festgelegten Prozentsatz hinaus. Das bedeutet: Man tut so, als w\u00fcrde in der Zukunt produziert und als w\u00fcrden Werte geschaffen, f\u00fcr die es dann ein papiernes \u00c4quivalent (Geld) geben sollte. Jetzt fragt man sich: Und was ist, wenn nicht? Wenn die Wirtschaft, wie in S\u00fcdosteuropa, immer weniger produziert, die Anleihen also so wertlos sind wie die des zypriotischen Staates, in denen die Beamtenpensionen von Brandenburg <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38835\/1.html\">angelegt wurden<\/a>? Die Antwort lautet: Das wissen wir doch nicht! Und es ist uns auch egal! So sind sie, unsere Volkswirtschaftler &#8211; die \u00f6konomische Welt als Wille und Vorstellung. Und weiter geht&#8217;s:<\/p>\n<p><i>Ziel der quantitativen Lockerung ist es, die Reserven in der Bankbilanz zu erh\u00f6hen. Darunter wird auch Geldsch\u00f6pfung (bzw. Schaffung von Zentralbankgeld) verstanden. Die Geldmenge wird also erh\u00f6ht (Buchgeld), indem die Zentralbank Gutschrift bucht. Gemeinhin wird damit ein Ansteigen der Inflation sowie eine Gef\u00e4hrdung der Finanzmarktstabilit\u00e4t durch die Bildung von Spekulationsblasen auf Aktien-, Anleihe- und Rohstoffm\u00e4rkten vermutet.<\/i> [By the way: Etwas anderes als &#8222;Zentralbankgeld&#8220; gibt es gar nicht, der Rest ist nur Poker.]<\/p>\n<p>H\u00f6rt! H\u00f6rt! Ich buche mir etwas gut, was es gar nicht gibt, weil ich hoffe, dass es das doch irgendwann geben wird. Hurra! Damit w\u00e4ren ja alle Probleme gel\u00f6st, und &#8222;die M\u00e4rkte&#8220; k\u00f6nnen sich entspannt zur\u00fccklehnen.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21151?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21151?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_21151 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_21151')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_21151').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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