{"id":18107,"date":"2013-04-09T15:22:15","date_gmt":"2013-04-09T14:22:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=18107"},"modified":"2013-04-09T15:31:07","modified_gmt":"2013-04-09T14:31:07","slug":"zersetzung-nach-plan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/04\/09\/zersetzung-nach-plan","title":{"rendered":"Zersetzung nach Plan"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/04\/juv_zitty.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/04\/juv_zitty.jpg\" alt=\"Zersetzung\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left><i>Aus aktuellem Anlass dokumentiere ich hier einen Artikel, den ich am 12.12.1990 im Berliner Stadtmagazin &#8218;zitty&#8216; \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9VrlV_73kfw\">Jens-Uwe Vogt<\/a> geschrieben habe. Vogt <a href=\"http:\/\/aka.blogsport.de\/ueber-uns\/fussball-nazis-und-der-bfc\/\">galt<\/a> schon zu <a href=\"http:\/\/www.antifa-nazis-ddr.de\/nazifotos.html\">DDR-Zeiten<\/a> als <a href=\"http:\/\/www.antifa-nazis-ddr.de\/nazis\/bildergallerie.html\">R\u00e4delsf\u00fchrer<\/a> der Hooligans des BFC Dynamo. Die Stadtmagazin &#8222;Prinz&#8220; hatte damals einen Artikel ver\u00f6ffentlicht, der suggerierte, Jens-Uwe Vogt sei Agent der Stasi gewesen. In Wahrheit hatte das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit selbst eine Kampagne initiiert, um Vogt in den Augen der Hooligans verd\u00e4chtig zu machen, ein Spitzel zu sein. Das Ziel der Stasi war laut deren Akten, die Hooligan-Szene Ost-Berlins zu &#8222;zersetzen&#8220;, indem der informelle Anf\u00fchrer gezielt diskreditiert wurde. Vogt ist kein sympathischer Zeitgenosse, und seine Aktionen auch nicht &#8222;gesellschaftsf\u00e4hig&#8220;, aber ein Spitzel war er nicht. <\/p>\n<p>So arbeiten Geheimdienste heute auch noch. Ich selbst &#8211; so <a href=\"http:\/\/pages.citebite.com\/r1v0o3w5b4smp\">suggerierten<\/a> mehrfach Mitglieder des Chaos Computer Clubs -, sei verbandelt mit dem Verfassungsschutz oder wem auch immer (die Tatsache, dass ich seit einem Jahrzehnt fordere, den Verfassungsschutz abzuschaffen,  ist vermutlich nur eine besonders geschickte Tarnung). Ein Vorstandmitglied der German Privacy Foundation soll (wieder einmal) <a href=\"https:\/\/paste.headstrong.de\/view\/69567c8c\">IM eines Dienstes <\/a> sein. Quellen und Belege sind nicht n\u00f6tig; ein Verdacht, den irgendjemand faktenfrei in den Raum wirft, reicht aus, um die Person in einem bestimmten Milieu zu <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/12\/10\/25c3-ccc-ladt-german-privacy-foundation-aus\">diskreditieren<\/a> &#8211; eine Methode, die perfekt funktioniert.<\/p>\n<p>Ausz\u00fcge (der komplette Artikel oben als pdf):<\/i><\/p>\n<p>Auch dieser Tage [1990] steht Vogt im Rampenlicht der \u00d6ffentlichkeit. Eine bunte Berliner Stadtillustrierte [&#8218;Prinz&#8216;] will erfahren haben, da\u00df der &#8222;F\u00fchrer der Hools&#8220; Agent f\u00fcr die Staatssicherheit gewesen sei. So beruft sich das Magazin auf die Aussagen eines ehemaligen Stast-Mitarbeiters, wonach Vogt &#8222;Lektionen in DDR-Rechtsprechung, Psychologie und Taktik&#8220; erhalten habe. &#8222;Bl\u00f6dsinn&#8220;, erkl\u00e4rte Vogt gegen\u00fcber <i>Zitty<\/i>, &#8222;Ich kann mir nicht erkl\u00e4ren, wieso so etwas geschrieben wird. (&#8230;) will Vogt seine Vergangenheit vertuschen? Hat er, wie das Magazin behauptet, seine F\u00fchrungsoffiziere ausgespielt, oder wurde er von der Stasi \u00fcber den Tisch gezogen, instrumentalisiert, um die Hooligan-Szene zu sersetzen? (&#8230;)<\/p>\n<p>Die Hauptabteilung XX konterte [<i>die Aktionen der Ost-Berliner Hooliganzs<\/i>] mit einen Plan f\u00fcr die &#8222;Einleitung differenzierter Vorbeugungs- und Zersetzungsma\u00dfnahmen&#8220; der Hooligan-Szene. Dieser Plan war so differenziert und raffiniert, da\u00df selbst heute noch die Folgen f\u00fcr einige Hools zu sp\u00fcren sind.<\/p>\n<p>Prominenter Mitarbeiter der OPK (&#8222;operativ-politishen Kontrolle&#8220;) war der &#8222;BFC-Kommandore [<i>Spitzname der Ost-Berliner Hooligans f\u00fcr einen bestimmten Hauptmann des Staatssicherheitsdienstes<\/i>]. Seine spitzel, im Stasi-Jargon IM (&#8222;informelle Mitarbeiter&#8220;) genannt: Drei Herren mit den Decknamen &#8222;B\u00e4r&#8220;, &#8222;Dirk Heinze&#8220; und &#8222;Jens Pollack&#8220;. Zielobjekt: Jens-Use Vogt. Deckname der Operation: &#8222;Vogel&#8220;.<\/p>\n<p>Erste Ma\u00dfnahme: Information. Die Informanten belegten, da\u00df Vogt Mitte der 80er Jahre zwar nicht von allen Hooligans als Anf\u00fchrer akzeptiert wurde. Er hatte aber &#8222;organisatorisch und stimmungsm\u00e4\u00dfig&#8220; in der Fan-Gruppe &#8222;die F\u00e4den in der Hand&#8220;. Er galt als &#8222;Anf\u00fchrer der Skinheads&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Vogt trat auch aktiv als Texter von Verspottungsliedern der Sicherheitsorgane in Erscheinung&#8220;, hei\u00dft es in einem Stasi-Protokoll vom 26. November 1987. Wenn er in einer Gastst\u00e4tte anwesend war, &#8222;kam es vor, da\u00df am Tisch leise Lieder mit rassistischem oder faschistischem Charakter gesungen wurden.&#8220;<\/p>\n<p>Zweiter Schritt: Der Hooligan-Chef und ausgew\u00e4hlte Anh\u00e4nger wurden unter Vorw\u00e4nden von Ermittlungsbeh\u00f6rden vorgeladen und verh\u00f6rt. &#8222;Irgendwo mu\u00dfte man immer Kompromisse eingehen&#8220;, erinnert sich Vogt heute \u00fcber sein Aussageverhalten bei der Polizei. (&#8230;)<\/p>\n<p>Seine vermeintliche Schlauheit n\u00fctze ihm nichts. Die Stasi war noch gewitzter. Seine Aussagen w\u00fcrden &#8222;\u00fcber inffizielle und offizielle Wege anderen Mitgliedern der Gruppierung zur Kenntnis gegeben, so da\u00df in der Gruppe eine starke Verunsicherung gegeneinander hervorgerufen wurde.&#8220; Vogt behauptet heute, da\u00df seine Aussagen teilweise verdreht lanciert wurde. Seinen Spitznamen hatte er weg: &#8222;Stasi-Vogt&#8220;. &#8222;Die Skins haben sich alle von mir distanziert&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Dritter Schritt: Bei einer Party von Hooligans und Skinheads im Dezember 1986 werden Fascho-Lieder gesungen und &#8222;Sieg Heil&#8220; gebr\u00fcllt. Die Polizei verhaftet ein Dutzend der Teilnehmer. Vogt und zwei weitere mitglieder der &#8222;Annalen&#8220; [<i> vermutlich sind die &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vandalen_%E2%80%93_Ariogermanische_Kampfgemeinschaft\">Vandalen<\/a>&#8220; gemeint &#8211; eine Ost-Berliner Rocker- und Nazi-Bande<\/i>] entkommen. Die Polizei l\u00e4dt Vogt zum Verh\u00f6r vor. Kommentar des Abschlu\u00dfberichts der &#8222;operativ-politischen Kontrolle&#8220;. &#8222;Um den Zersetzungsproze\u00df zu forcieren, wurde der Vogt im M\u00e4rz 1987 gezielt als Zeuge zum Gerichtsverfahren gegen die Teilnehmer des Vorkommnis 24. November geladen.&#8220; Im Beisein anderer Gruppenmitglieder weisen die Stast-Mitarbeiter auf seine &#8222;entscheidenden&#8220; Aussagen und sein &#8222;\u00e4ngstliches Verhalten&#8220; hin. Jede weitere &#8222;Zuf\u00fchrung oder Befragung&#8220; wird durch &#8222;offensives Auftreten verschiedener IM bekannt gemacht&#8220;.<\/p>\n<p>Ergebnis der Ma\u00dfnahmen: Es verbreitet sich unter den Hools und Skin &#8222;die Auffassung, da\u00df der Vogt machen k\u00f6nne, was er wolle, ohne da\u00df ihm etwas geschehen w\u00fcrde. Daraufhin distanzierten sich weitere entscheidende Personen von ihm.<\/p>\n<p>Vierter Schritt: Z\u00fcgige Ausreise. (&#8230;) Die Stasi hatte schon 1987 vorgemerkt, die \u00dcbersiedelung [<i>Vogts<\/i>] solle schnell realisiert werden, &#8222;um so seine zuk+nftige Wirksamkeit in Westberlin zu untergraben, denn bei den rowdyhaften Jugendlichen bestand &#8230; die Auffassung, da\u00df man nur f\u00fcr gewissen Gegenleistungen schnell ausreisen darf.&#8220; (&#8230;)<\/p>\n<p>&#8222;Als weitere Ma\u00dfnhame, um die Glaubw\u00fcrdigkeit des Vogt herabzusetzen, wurde die z\u00fcgige Realisierung seines Antrags auf \u00dcbersiedelung nach WB (WEst-Berlin, d. Red.) genutzt.&#8220; (&#8230;)<\/p>\n<p><i>Nachtrag, der mit dem obigen Artikel inhaltlich nichts zu tun hat, aber mit dem Anlass, ihn noch einmal zu ver\u00f6ffentlichen: Wenn mich jemand nach meiner privaten Verschw\u00f6rungstheorie fragt, antworte ich, dass irgendjemand <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/PrivacyBox-hat-ihr-Lebensende-erreicht-1836980.html\">Karsten N.<\/a> &#8222;gebrieft&#8220; hat, weil der am ehesten &#8222;paranoid&#8220; genug ist, um auf so etwas hereinzufallen. N. behauptete vor einigen Jahren (das wird ab und zu wieder hervorgekramt) vor seinem Austritt aus der GPF \u00fcber ein anderes Vorstandsmitglied (nicht, nicht \u00fcber mich): &#8222;der meiner Meinung nach im Verdacht steht, als informeller Mitarbeiter unter dem Decknamen &#8222;Sysiphos&#8220; f\u00fcr die &#8222;Dienste&#8220; zu arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>Vielleicht sollte Karsten, der sich beharrlich weigert, irgendwelche Fakten zu nennen, doch lieber seine eigenen &#8222;Quellen&#8220; \u00fcberpr\u00fcfen. Gegen meine Theorie spricht aber, dass die German Privacy Foundation mit ihren knapp 90 Mitgliedern einfach nicht wichtig genug ist, um Ziel einer Geheimdienst-Operation zu sein, um die GPF zu &#8222;zersetzen&#8220; oder zu diskreditieren.<\/i><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18107?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18107?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_18107 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_18107')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_18107').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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