{"id":17333,"date":"2013-01-29T17:16:41","date_gmt":"2013-01-29T16:16:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=17333"},"modified":"2013-01-31T12:39:05","modified_gmt":"2013-01-31T11:39:05","slug":"unter-uns-steckenpferdreitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/01\/29\/unter-uns-steckenpferdreitern","title":{"rendered":"Unter uns Steckenpferdreitern"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis1kl.jpg\" alt=\"kasbah\" \"border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis2kl.jpg\" alt=\"kasbah\" \"border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis3gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis3kl.jpg\" alt=\"kasbah\" \"border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis4gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/gor\/arrakis4kl.jpg\" alt=\"kasbah\" \"border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>Ein Hobby oder Steckenpferd ist laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hobby\">Wikipedia<\/a> eine &#8222;T\u00e4tigkeit, die man freiwillig und regelm\u00e4\u00dfig betreibt und die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient. Ein Hobby ist kein Beruf und repr\u00e4sentiert f\u00fcr den Aus\u00fcbenden einen Teil seiner Identit\u00e4t. Der Begriff Hobby hat eine leichte N\u00e4he zum Begriff Spiel. Als Hobby wird eine T\u00e4tigkeit indes nur bezeichnet, wenn man f\u00fcr diese T\u00e4tigkeit eine im Vergleich zu anderen Freizeitgestaltungen besondere Vorliebe hat und sie regelm\u00e4\u00dfig aus\u00fcbt.&#8220;<\/p>\n<p>Andere Leute bauen Modelleisenbahnen, sammeln Bierdeckel oder teure Gem\u00e4lde oder geben ein Schweinegeld f\u00fcr Segeljachten oder Anglerausr\u00fcstung aus. Mein Hobby ist so gut wie kostenlos, und ich lerne sogar noch etwas dabei &#8211; flie\u00dfendes Englisch und wie man <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/01\/16\/warum-tu-ich-mir-das-an\">anspruchsvolle Software<\/a> bedient. Der Zeitaufwand ist aber vergleichbar.<\/p>\n<p>Nun zur Medientheorie. Mein Avatar in Second Life, der fast ausschlie\u00dflich im dortigen <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/category\/gor\">Gor<\/a> spielt, ist also ein &#8222;Teil meiner Identit\u00e4t&#8220;? Interessante Frage &#8211; richtig ist, dass ich nicht mit einem Avatar herumlaufen wr\u00fcde, der h\u00e4sslich ist. Meiner gleicht Bob Marley, weil das auch zu meinen virtuellen Dreadlocks passt und weil ich es lustig fand, als jemand mit dunkler virtueller Hautfarbe w\u00e4hrends des Hypes um Second Life 2007 von deutschen Avatar-Nazis angep\u00f6belt zu werden. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich damals zusammen mit einem Freund, der real Arzt ist und wie ich politisch in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autonomismus\">Autonomen-Szene<\/a> der 80-er Jahre aktiv war, mit virtuellen Motorr\u00e4dern Avatare \u00fcberfahren habe, die mich d\u00e4mlich und rassistisch angequatscht hatten. Leider sind die per default unverwundbar in Second Life.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Norman\">Gor<\/a> ist das politisch unkorrekteste Ambiente f\u00fcr ein Rollenspiel, was sich ein deutscher Jugendschutzwart in seiner dreckigen und bigotten Fantasie vorstellen kann. Es geht um Gewalt und Sex, Macht und <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gorean\">m\u00e4nnliche Dominanz<\/a> und selbst geschaffene &#8222;storylines&#8220;, die andere zum Mitmachen und Spielen animieren. Pixelsex finde ich virtuell eher langweilig &#8211; und mit <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BDSM\">BDSM<\/a> (offenbar ein zentrales Thema im Gor-Tyklus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Norman\">John Normans<\/a>) habe ich auch nichts am Hut. <\/p>\n<p>Ich bin 2008 auch eher zuf\u00e4llig in die Gor-Abteilung von Second Life geraten. Die wenigen Gor-Avatare, die ich gesehen hatte, sahen &#8211; besonders die weiblichen &#8211; unglaublich gut aus, die virtuellen Klamotten waren um Lichtjahre besser als die der normalen &#8222;Bewohner&#8220; in Second Life, und die M\u00e4nner waren alle bis an die Z\u00e4hne bewaffnet, aber auf dem technischen Niveau des Mittelalters. Ich muss zugeben, dass ich vor Neugier beinahe platzte, zumal man die Gor-<a href=\"http:\/\/wiki.secondlife.com\/wiki\/Sim\">Sims<\/a> (vituelle Gegenden) nicht einfach so betreten kann, wie es sonst in Second Life \u00fcblich ist. Ausserdem war fast alles in Englisch, was mein eingerostetes Schulenglisch herausforderte.<\/p>\n<p>Mein heutiger Charakter, den man sich im Rollenspiel ja &#8211; im Rahmen der jeweiligen Spielwelt &#8211; aussuchen kann, ist ein steinreicher arroganter Kaufmann und Besitzer mehrerer Banken, der mit M\u00fcnzen und Edelsteinen handelt und dessen lange Vergangenheit als Warlord ihn verfolgt, weil seine zahlreichen Gegner ihn hetzen und ihn umbringen wollen. (1000 &#8222;Gold Tarn&#8220; sind auf meinen virtuellen Kopf ausgesetzt, tot oder lebendig, das w\u00e4ren so viel wie 100 000 Dollar.) Deswegen bewege ich mich nur maskiert oder umgeben von schwer bewaffneten Elite-K\u00e4mpfern, S\u00f6ldnern und Bodyguards. Das kann virtuell auch ganz sch\u00f6n stressig sein. Es geht schon mehr als zwei Jahre so, seitdem ich als Kriegsherr einer kleinen Stadt die vereinigen Armeen von sechs anderen St\u00e4dten <a href=\"http:\/\/www.gorean-forums.com\/?p=733\">plattgemacht habe<\/a>. Das werden die mir nie verzeihen. (Manche Spieler nehmen so etwas richtig ernst, was bei meinen &#8222;Feinden&#8220; offenbar der Fall ist. Einige sind <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/12\/10\/25c3-ccc-ladt-german-privacy-foundation-aus\">so nachtragend wie der Chaos Computer Club<\/a>.)<\/p>\n<p>Avatare in Gor kann man abschie\u00dfen (ein Attachment macht sie verwundbar), und den Triumph g\u00f6nne ich meinen Feinden nicht. &#8222;Storylines&#8220;, also Geschichten, an denen sich mehrere oder gar viele Spieler beteiligen, k\u00f6nnen durchaus mehrere Jahre dauern, meistens jedoch nur Tage oder Wochen. Das macht Gor in Second Life intellektuell wesentlich anspruchsvoller als etwas Computerspiele &#8211; der Altersdurchschnitt und der Frauenanteil sind in Gor auch wesentlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>Oben (die Screenshots) handele ich (der mit der wei\u00dfen Tunika und der braunen Kapuze) auf der W\u00fcsten-Sim &#8222;<a href=\"http:\/\/slurl.com\/secondlife\/Key%20West%20Breezes\/200\/61\/3494\">Mizar<\/a> &#8211; Chronicles from the Kasbah&#8220; in Gor mit Edelsteinen. Meine Bodygards (die in den roten Tuniken) sind immer in meiner N\u00e4he. Das fette Tier, dem meine Waren auf den R\u00fccken geladen wurden, ist eine Riesenechse, die in Normans Trash-Romanen <a href=\"http:\/\/www.worldofgor.com\/reference.aspx?rpID=25\">Tharlarion<\/a> genannt wird. Ja, die Sklavinnen geh\u00f6ren auch mir. &#8222;Mizar&#8220; ist eine der wenigen italienischen Sims, und wie wir alle wissen, haben Italiener einen guten Geschmack &#8211; im Gegensatz etwa zu US-Amerikanern. Und so sieht die virtuelle Architektur dann auch jeweils aus. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel. Italiener hingegen sind sehr nicht so gut in der Kriegsf\u00fchrung, da sind eher die Deutschen gefragt. Har har. (Die wenigen deutschen Sims im goreanischen Second Life sind eher eine Art &#8222;Kinder-Gor&#8220; &#8211; denen sitzt offenbar allen die Angst vor dem Jugendschutzblockwart im Nacken).<\/p>\n<p>Mein Avatar ist also genau das Gegenteil meiner realen Person, wenn man von der Arroganz und der Sturheit mal absieht. Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser m\u00f6gen daraus schlie\u00dfen, was sie wollen.<\/p>\n<p>By the way: Ich brauche noch ein paar loyale Krieger. Kampferfahrung (insbesondere bei Ballerspielen) kein Hindernis, flie\u00dfendes Englisch auch nicht.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17333?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17333?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_17333 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_17333')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_17333').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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