{"id":17256,"date":"2013-01-22T15:21:40","date_gmt":"2013-01-22T14:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=17256"},"modified":"2013-01-22T17:26:58","modified_gmt":"2013-01-22T16:26:58","slug":"haufig-gestellte-fragen-uber-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/01\/22\/haufig-gestellte-fragen-uber-die-zukunft","title":{"rendered":"H\u00e4ufig gestellte Fragen \u00fcber die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/01\/220113_1.jpg\" alt=\"future\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/p>\n<p align=left><i>Frage: Welche Gesellschaft folgt nach dem Kapitalismus?<\/i><\/p>\n<p>Antwort: Es wird eine \u00d6konomie sein, die bestimmte Ressourcen und Produkte der Irrationalit\u00e4t des so genannten &#8222;freien&#8220; Marktes entzieht. Der Kapitalismus ist dadurch definiert, dass er alles, aber auch alles im Sinne des Wortes &#8222;vermarktet&#8220;, auch Immaterielles wie Ideen (das so genannte &#8222;geistige Eigentum&#8220;). Der Kapitalismus w\u00fcrde sogar die Atemluft und die Versorgung mit derselben am liebsten in eine GmbH umwandeln. Das ist ein immanentes wirtschaftliches Gesetz. Erst in heutiger Zeit hat sich der kapitalistische Markt weltweit als vorherrschende Form der \u00d6konomie durchgesetzt.<\/p>\n<p>Eine zuk\u00fcnftige Gesellschaft wird also bem\u00fcht sein m\u00fcssen, G\u00fcter, die alle brauchen, zu vergesellschaften; etwa Mietwohnungen, Grundnahrungsmittel, den \u00f6ffentlichen Transport, Energie, den Zugang zu Informationen, bestimmte Banken. Vorausgetzt ist ein bestimmtes Niveau der Produktion und des gesellschaftlichen Reichtums: Das ist aber jetzt schon existent. Niemand m\u00fcsste auf dieser Welt hungern oder am Existenzminimum leben, wenn die vorhandenen Mittel anders verteilt w\u00e4ren. <\/p>\n<p><i>Frage: Wie wird diese Gesellschaft hei\u00dfen?<\/i><\/p>\n<p>Antwort: Das l\u00e4sst sich nicht beantworten. Die Lehnsherren im Mittelalter nannten sich selbst nicht &#8222;Feudalherrn&#8220;; die Besitzer altr\u00f6mischer Latifundien &#8222;wussten&#8220; nicht, dass sie &#8211; im \u00f6konomischen Sinn und wissenschaftlich formuliert &#8211; in einer &#8222;Sklavenhaltergesellschaft&#8220; lebten. Es scheint so, dass sich Gesellschaftsformen erst im nachhinein ad\u00e4quat beschreiben lassen.<\/p>\n<p>Marx benutze den Begriff &#8222;Kommunismus&#8220; aus historischen Gr\u00fcnden: &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kommunismus\">Kommunismus<\/a> (vom lateinisch communis &#8218;gemeinsam&#8216;) bezeichnet politische Lehren und Bewegungen, die zuerst die G\u00fctergemeinschaft zum Ziel haben&#8230;&#8220; Die &#8222;kommunistische&#8220; Idee ist uralt und konterkariert urspr\u00fcnglich das Bestreben Einzelner innerhalb einer Gemeinschaft, sich unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig mehr anzueignen als andere. Heute bedeutet &#8222;kommunistisch&#8220; immer, etwas dem Markt zu entziehen und der Allgemeinheit unter rationalen Bedingungen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pariser_Kommune\">Pariser Kommune<\/a>, eine Vorform der R\u00e4terepublik, nannte sich nicht so, weil man vorher die Marxschen Schriften gelesen h\u00e4tte. &#8222;Kommun&#8220; hei\u00dft ja nur: &#8222;vergesellschaftet&#8220;. Niemand w\u00fcrde den heutigen Begriff &#8222;Kommune&#8220; f\u00fcr &#8222;Gemeinde&#8220; als &#8222;linksextremistisch&#8220; diffamieren, obwohl er denselben Wortstamm hat wie &#8222;Kommunismus&#8220;. <\/p>\n<p><i>Frage: Wann wird der Kapitalismus sich in eine rationale \u00d6konomie transformiert haben?<\/i><\/p>\n<p>Antwort: Wie man am Beispiel der <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/12\/24\/ciompi-und-andere\">Ciompi<\/a> sieht, gab es in Europa erste Ans\u00e4tze, Vorformen des kapitalistischen Marktes auch politisch zu repr\u00e4sentieren, schon im 14. Jahrhundert. Es hat aber noch ein halbes Jahrtausend gedauert, bis der Kapitalismus sich weltweit durchgesetzt hatte. Es k\u00f6nnte also noch mehrere hundert Jahre dauern, bis die ersten Gesellschaften funktionieren, deren \u00f6konomische Basis <i>nicht<\/i> der so genannte &#8222;freie&#8220; Markt ist. An den materiellen Voraussetzungen (den &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Produktivkraft\">Produktivkr\u00e4ften<\/a>&#8222;) liegt es nicht; die sind jetzt schon vorhanden. (Mit dem mittelalterlichen Lehnswesen aka Feudalismus h\u00e4tte man eben nicht die gesamte Menschheit \u00f6knonomisch versorgen k\u00f6nnen; der Kapitalismus war ein gewaltiger Fortschritt, weil er die Produktivkr\u00e4fte dynamisch entfesselte.)<\/p>\n<p>Viele &#8222;kommunistische&#8220; Wirtschaftsformen im Kleinformat fu\u00dften auf Relikten noch \u00e4lterer Gesellschaften, wie etwa die peruanische <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ayllu\">Ayllu<\/a>, die man am ehesten mit der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allmende\">Allmende<\/a> des Mittelalters vergleichen kann. Eine Genossenschaft ist aber heute immer auch eine Keimform der zuk\u00fcnftigen Gesellschaft, was die Teilhabe der Mitglieder angeht; eine Genossenschaft, die sich \u00f6konomisch auf dem kapitalistischen Markt dauerhaft behaupten will, ist aber ein Widerspruch in sich.<\/p>\n<p>Die Zahl der Menschen, die nichts mehr zu verkaufen haben als ihre Arbeitskraft, auch bekannt als &#8222;Proletarier&#8220; (also die &#8222;Arbeitgeber&#8220; im Sinne des Wortes), steigt weltweit &#8211; immer noch. Der Kapitalismus startet also erst jetzt richtig durch. Damit \u00f6ffnet sich auch die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr. <\/p>\n<p>Die so genannte &#8222;Eurokrise&#8220; ist bekanntlich eine ganz normale und regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrende kapitalistische \u00dcberproduktionskrise, die dazu dient, riesige Mengen unproduktiven Kapitals zu vernichten, das wegen des tenzenziellen Falls der Profitrate wertlos wurde. Das ist im \u00f6konmischen Sinn &#8222;vern\u00fcnftig&#8220;, ganz gleich, ob dabei Millionen von Menschen ins Elend gest\u00fcrzt werden. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grundlinien_der_Philosophie_des_Rechts\">Hegel<\/a> hat das philosophisch korrekt formuliert: &#8222;Was vern\u00fcnftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vern\u00fcnftig.&#8220;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17256?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17256?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_17256 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_17256')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_17256').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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