{"id":17170,"date":"2013-01-10T18:46:38","date_gmt":"2013-01-10T17:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=17170"},"modified":"2013-01-11T01:11:39","modified_gmt":"2013-01-11T00:11:39","slug":"unter-zockern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2013\/01\/10\/unter-zockern","title":{"rendered":"Unter Zockern"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2013\/01\/100113_1.jpg\" alt=\"zocker\" border=\"1\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" \/><\/p>\n<p align=left><sup>&#8222;Auswischen wird Allah den Wucher. und vermehren wird er die Almosen, (&#8230;) O ihr, die ihr glaubt, f\u00fcrchtet Allah und lasset den Rest des Wuchers fahren, so ihr Gl\u00e4ubige seid.&#8220; (Der Koran, Sure 2, Vers 276ff.)<\/sup><\/p>\n<p align=left>Wir z\u00e4umen den Gaul immer noch von hinten auf: Obwohl wir das Geld noch gar nicht eingef\u00fchrt haben (vgl. den Tag &#8222;Marx revisited&#8220;), sind wir heute schon bei der London Interbank Offered Rate, also known as <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/London_Interbank_Offered_Rate\">LIBOR<\/a> (&#8222;rate&#8220; ist ein Femininum &#8211; so wie URL ein Maskulinum ist). <\/p>\n<p>Wir bewegen uns also in den luftigen Gefilden des Geldmarktes, der keine Werte schafft. Wenn <i>Geld<\/i> ein stoffliches Mittel ist, um den <i>Tauschwert<\/i> zu realisieren, sollte klar sein, dass es sich hier um ein Ding handelt, das an sich wertlos ist, sondern nur dazu dient, ein <i>Verh\u00e4ltnis<\/i> gesellschaftlicher Arbeit auszudr\u00fccken, also das abstrakte Gemeinsame mehrere produzierter Dinge. Wenn Geld aus Gold gemacht wird, besitzt es nat\u00fcrlich auch einen Gebrauchwert, aber der hat nichts mit dem Tauschwert des Geldes zu tun.<\/p>\n<p>Eine Staatsbank, die das Recht hat, Geld in Umlauf zu bringen, kann anderen Banken Geld leihen und die k\u00f6nnen es weiterverleihen. Auch wenn die Aktion tausend Mal stattfindet &#8211; das Geld wird nicht mehr. Der Zins ist ja nur ein spekulativer Aufschlag, der die Banken am Leben h\u00e4lt, weil sie hoffen, dass irgendjemand Geld investiert, um Gebrauchswerte zu schaffen. Nur die vermehren den Wert, der durch Geld repr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<p>Einen mehr oder minder entwickelten Finanzmarkt hat es gegeben, seitdem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zinsverbot\">Geld verliehen<\/a> wurde. Alle monotheistishen Religionen sahen aber den Zins zun\u00e4chst als etwas B\u00f6ses an. Aber wer wird schon der Wirtschaft auf Dauer widersprechen wollen, vor allem, wen man selbst davon profitiert!?<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auf folgende Idee kommen: Jeden Morgen nach dem Fr\u00fchst\u00fccksm\u00fcsli berechnen wir den durchschnittlichen Zinssatz, den eine Menge X einiger ausgew\u00e4hlter Banken festlegt, um Geld zu verleihen. Damit h\u00e4tten wir einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Referenzzinssatz\">Referenzzinssatz<\/a>. Wir legten diesen Zins zum Beispiel auf drei Monate fest. Da jede Bank tun kann was sie will, vermuten wir nun, dass dieser Referenzzinssatz drei Monate &#8222;h\u00e4lt&#8220;. Das muss aber nicht so sein. <\/p>\n<p>Wenn wir nun ganz abgezocket w\u00e4ren und uns Roulett zu langweilig w\u00e4re, k\u00f6nnten wir zus\u00e4tzlich auf die Idee kommen darauf zu wetten, wie hoch der reale durchschnittliche Zinssatz der Menge X der von uns ausgew\u00e4hlten Banken in den n\u00e4chsten Monaten sein wird. Wir w\u00fcrden anderen Mitspielern sogar Wettscheine verkaufen. Ein <a href=\"http:\/\/www.wallstreetjournal.de\/article\/SB10001424127887324081704578232690145109384.html\">Artikel<\/a> der deutschen Ausgabe des <i>Wall Street Journal<\/i> \u00fcber &#8222;das Milliardenspiel der Deutschen Bank mit dem Libor&#8220; erkl\u00e4rt, wie das gemacht wird.<\/p>\n<p><i>Die Dokumente zeigen, wie H\u00e4ndler in London und New York erfolgreich darauf gewettet haben, dass die Kosten der Geldaufnahme von Euro, US-Dollar und Britischem Pfund wegen der zunehmenden Spannung im globalen Finanzsystem \u00fcber drei oder sechs Monate schneller steigen als die Einmonatszinss\u00e4tze.<\/i><\/p>\n<p>Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser werden jetzt zweifelnd nachfragen: Was aber, wenn die beteiligten Banken die Zinss\u00e4tze, zu denen sie Geld verleihen und aus dessen Durchschnitt der Referenzzinssatz besteht, das, um was es geht, einfach frei Schnauze festlegen, wenn diese Banken also auf etwas wetten, was sie selbst festlegen? Das w\u00e4re ja so, als wettete Burks mit seinen LeserInnen, wieviele Blogbeitr\u00e4ge er in der n\u00e4chsten Woche schreiben wird. Sind es genau so viele, wie Burks meint, dass es sein werden, haben diejenigen Leser, die etwas anderes wetten, verloren. Alle werden jetzt entsetzt aufschreien und rufen: Aber wir sind doch nicht bescheuert?<\/p>\n<p>Hm, ja, nun, niemand hat die Macht, dem Markt des Geldes vern\u00fcnftige Regeln aufzuzwingen. Wie sollte das funktionieren? Markt ist Markt und der soll <del>freiheitlich-demokratisch<\/del> frei sein, rufen die Angeh\u00f6rigen der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) im Chor.<\/p>\n<p><i>Die Deutsche Bank selbst gibt sich gelassen: Die Handelsstrategie unterliege den Risikobeschr\u00e4nkungen des Hauses und sei zudem in der Branche weit verbreitet.<\/i><\/p>\n<p>Quod erat demonstrandum. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Alle machen es so. So isser eben, der freie Finanzmarkt im Kapitalismus. \u00dcbereinstimmungen mit verbotenem Gl\u00fccksspiel und organisierter Kriminalit\u00e4t sein purer Zufall.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17170?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17170?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_17170 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_17170')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_17170').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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