{"id":169,"date":"2008-01-24T15:55:57","date_gmt":"2008-01-24T14:55:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/01\/24\/bayerntrojaner-zum-abhoren-von-internet-telefonie\/"},"modified":"2008-01-24T22:54:54","modified_gmt":"2008-01-24T21:54:54","slug":"bayerntrojaner-zum-abhoren-von-internet-telefonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/01\/24\/bayerntrojaner-zum-abhoren-von-internet-telefonie","title":{"rendered":"&#8222;Bayerntrojaner&#8220; zum Abh\u00f6ren von Internet-Telefonie?"},"content":{"rendered":"<p>Den <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/102375\">Heise-Artikel<\/a>: &#8222;Ein &#8222;Bayerntrojaner&#8220; zum Abh\u00f6ren von Internet-Telefonie?&#8220; schauen wir uns jetzt unter der Lupe an, die nach Fakten sucht, nicht aber nach Vermutungen und Mutma\u00dfungen. Ein Schreiben des bayerischen Justizministeriums ist der <a href=\"http:\/\/www.piratenpartei.de\/node\/381\">Piratenpartei<\/a> zugespielt worden, behauptet diese. (Bevor man das nicht im Original gesehen hat, kann es auch ein Wahlkampfgag sein.) Das Schreiben enthalte &#8222;Indizien eines erfolgten Einsatzes von Trojanern zum Abh\u00f6ren von Skypetelefonaten und technische Details der eingesetzten Software.&#8220; Merkmale der Software:<\/p>\n<blockquote><p>* Installation durch die Polizei vor Ort oder per E-Mail<br \/>\n* spurenlose M\u00f6glichkeit, die Software zu aktualisieren, erweitern und zu entfernen<br \/>\n* Versenden der Daten an und \u00fcber einen Rechner au\u00dferhalb des deutschen Hoheitsgebietes<br \/>\n* Zugriff auf interne Merkmale des Skypeclients<br \/>\n* Zugriff auf SSL-verschl\u00fcsselte Websites<\/p><\/blockquote>\n<p>Sicher ist, dass dieses Schreiben Unfug enth\u00e4lt, deshalb nicht ernst genommen werden kann und sich auf dem Niveau der Wahn- und Wunschvorstellungen der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/01\/18\/fragen-und-antworten-zum-thema-online-durchsuchungen\/\">Fragen und Antworten<\/a> zur Online-Durchsuchung&#8220; des <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\/cln_012\/nn_122688\/Internet\/Content\/Themen\/FragenUndAntworten\/Online__Durchsuchungen.html\">Bundesinnenministeriums<\/a> bewegt. Es gibt keine Rechtsgrundlage daf\u00fcr, beh\u00f6rdliche Spionageprogramme &#8222;vor Ort&#8220; zu installieren. Wie man &#8222;per Mail&#8220; etwas implementieren will &#8211; das ist reine Verschw\u00f6rungstheorie. Man k\u00f6nnte das klipp und klar so sagen. Aber Stefan Krempl, der Autor des Heise-Artikels, beliebt es wie gewohnt, geheimnisvoll zu raunen. <\/p>\n<p>Da n\u00fctzt auch der Verweis auf zwei andere Artikel nichts: &#8222;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/79172\">Kommissar Trojaner<\/a>&#8220; (08.10.2007) behauptet den &#8222;Einsatz von Spionagesoftware, mit deren Hilfe sich die Gespr\u00e4che auf den PCs der Kommunikationspartner abh\u00f6ren lassen sollen.&#8220; Bewiesen ist das nicht. Dem steht entgegen, dass <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/internet\/868950.html\">Skype<\/a>, um das unter anderem geht, nicht so einfach abgeh\u00f6rt werden kann. Christiane Schulzki-Haddouti hat &#8211; ebenfalls bei <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/66653\">Heise<\/a> &#8211; schon am 25.11.2005 geschrieben: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ob das Abh\u00f6ren aber auch bei Voice-over-IP-Diensten wie Skype m\u00f6glich sein wird, ist zu bezweifeln. Skype verschl\u00fcsselt die Gespr\u00e4che komplett von Endpunt zu Endpunkt einer Kommunikationsverbindung. Vor einen Monat ventilierte Skype ein Gutachten des IT-Sicherheitsexperten Thomas A. Berson, der Partner der International Association for Cryptologic Research ist. Demnach benutzt Skype kryptographische Methoden, um die Nutzer zu authentifizieren und den Gespr\u00e4chsinhalt, der \u00fcber das P2P-Netzwerk \u00fcbermittelt wird, zu sch\u00fctzen. Berson stellte fest: &#8218;Das kryptografische System, das f\u00fcr diese Zwecke aufgesetzt wurde, wurde gut entworfen und korrekt implementiert.'&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer hat denn nun Recht?<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/99285\">zweite Artikel<\/a> (20.11.2007) &#8211; &#8222;Bundesregierung legt Einsatz von Trojanern beim VoIP-Abh\u00f6ren nahe&#8220;-, den Krempl selbst verfasst hat und auf den er jetzt verweist, wiederk\u00e4ut nur die Thesen der Bundesregierung und <a href=\"http:\/\/dip.bundestag.de\/btd\/16\/068\/1606885.pdf\">Sch\u00e4ubles<\/a>, ein &#8222;Bundestrojaner&#8220; sei technisch umsetzbar. &#8222;Bei der so genannten Quellen-Telekommunikations\u00fcberwachung (TK\u00dc) von Voice over IP (VoIP) und der heimlichen Online-Durchsuchung sei die &#8222;Technik der Vorgehensweise \u00e4hnlich.&#8220; Da noch gar kein &#8222;Bundestrojaner&#8220; existiert, ist das frei erfunden. Man kann auch sagen: glatt gelogen. Erst am Ende des aktuellen Artikels wird erw\u00e4hnt, dass mitnichten ein &#8222;Trojaner&#8220; zum Abh\u00f6ren der Internet-Telefonie benutzt wird. &#8222;&#8218;Das w\u00fcrde technisch keinen Sinn machen&#8216;, behauptete ein Sprecher der Beh\u00f6rde damals.&#8220; Quod erat demonstrandum. Also sollte man auch nicht von einem &#8222;Bayerntrojaner&#8220; faseln.<\/p>\n<p>Ich habe eher den Eindruck, dass hier irgendetwas gezielt lanciert worden ist &#8211; mit einer berechenbaren Wirkung. <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;M\u00f6glicherweise sei ein solcher von der bayerischen Landesregierung bereits unter der Hand anberaumt worden, mutma\u00dft <a href=\"http:\/\/wiki.piratenpartei.de\/Benutzer:Jh\">Huwald<\/a>. Andernfalls sei davon auszugehen, dass die Entwicklungsfirma den Trojaner auch an andere Sicherheitsbeh\u00f6rden ver\u00e4u\u00dfere. Dies h\u00e4tte Huwald zufolge aber &#8218;katastrophale Folgen f\u00fcr die Sicherheit der Polizei, der \u00dcberwachten und der Beweise, die vermeintlich sicher gestellt werden&#8216;.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p> Das ist doch Bl\u00f6dsinn. Die Software will ich erst sehen. Die Anwort auf die Frage des Titel ist also: &#8222;Nein&#8220;.<\/p>\n<p><em>Nachtrag: vgl. <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b9667553\">Kommentar<\/a> von Felix Leitner<\/em><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/169?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/169?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_169 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_169')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_169').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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