{"id":16369,"date":"2012-10-20T12:22:16","date_gmt":"2012-10-20T11:22:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=16369"},"modified":"2022-10-23T14:01:33","modified_gmt":"2022-10-23T12:01:33","slug":"the-place-for-independent-rugged-indiana-jones-types","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/10\/20\/the-place-for-independent-rugged-indiana-jones-types","title":{"rendered":"The place for independent, rugged, Indiana Jones types"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_1kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_2gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_2kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_3gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_3kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_4gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_4kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_5kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_6gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_6kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_7gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_7kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"360\" width=\"240\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_8gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/latino_america\/guyana\/gt82_8kl.jpg\" alt=\"Georgetown\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\"\/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><sup>Die Fotos habe ich 1982 in Georgetown, Guyana, gemacht.<\/sup><\/p>\n<p align=\"left\">Wenn man etwas \u00fcber Guyana erz\u00e4hlen will, greifen die Gespr\u00e4chspartner zur n\u00e4chsten Landkarte. Mittelamerika? Nein, S\u00fcd, dort wo die Franzosen ihre Raketen starten? Auch falsch, das ist Franz\u00f6sisch-Guyana und Teil Frankreichs. Und Surinam ist das ehemalige holl\u00e4ndische Guyana. Wer das vormals britische Guyana kennt, erinnert sich vielleicht an den Massenselbstmord von Jonestown. Nur zum Mitschreiben: Guyana ist das einzige englischsprachige Land S\u00fcdamerikas. Die Kaieteur-Wasserf\u00e4lle sind um ein Dreifaches gr\u00f6sser als die Niagara-F\u00e4lle. Und auch sonst ist Guyana ein Geheimtipp. Ich bin zwei Mal dort gewesen, beim ersten Mal, 1979, ohne Kamera, weil ich in Brasilien mit derselben in einen Fluss &#8211; den Rio Branco gefallen war&#8230;<\/p>\n<p>Nach Guyana reist man nur \u00fcber zwei Wege: direkt mit dem Flugzeug nach Georgetown oder \u00fcber den Nordosten Brasiliens. Ich bin von Manaus am Amazonas nach Boa Vista im brasilianischen Bundestaat Roraima gefahren, die Stadt, in der Papillon nach seiner Flucht von der Teufelsinsel Zuflucht suchte. Damals, 1979 und 1982, war der Ort ein verschlafenes Nest: Der Goldrausch in Roraima hatte noch nicht begonnen.<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/grafik\/weblog\/guy3_map.jpg\" alt=\"Guyana\" border=\"0\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"240\" align=\"right\"\/><br \/>\nEin vergilbtes kleines Schild der Guyana Airways Corporation h\u00e4ngt hinter mir an meinem B\u00fccherregal: Baggage Tag steht darauf. Ich kann mich noch erinnern, dass ich ziemlich viele Guyana Dollar f\u00fcr das \u00dcbergewicht meine Rucksackes zahlen musste. Kleine, unwichtige Ereignisse, die Gef\u00fchle ausl\u00f6sen, Erinnerungen, den Wunsch, dorthin zu reisen und nachzusehen, was sich seitdem ge\u00e4ndert hat. Die Fluggesellschaft gibt es nicht mehr, alle Fl\u00fcge wurden eingestellt. Heute fliegt <a href=\"http:\/\/transguyana.net\/\">Trans Guyana Airways<\/a> die kleine Orte abseits der K\u00fcste an.<\/p>\n<p>Von Lethem in der Rupununi-Savanne flogen wir nach <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Georgetown,_Guyana\">Georgetown<\/a>, der Hauptstadt Georgetowns. Das Wahrzeichen Georgetowns ist der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Stabroek_Market\">Stabroek Market<\/a> (Bild oben), dessen sch\u00f6ner Turm das Stadtzentrum \u00fcberragt. \u00dcber den historischen Stabroek Market heisst es auf der <a href=\"http:\/\/www.nationaltrust.gov.gy\/new\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=82&amp;Itemid=162\">Website des National Trust<\/a> &#8211; so etwas wie der Denkmalschutz von Guyana:<br \/>\n<i>This ward of the city of Georgetown has an oblong form being one fourth of a mile broad and one mile long. It was established by the French in 1782 on the Company&#8217;s reserve and was named by the Dutch after Nicholas Gleevinck; Lord of Stabroek, the then President of the Dutch West India Company  in 1784.<br \/>\n<\/i><br \/>\nDie Stadt hie\u00df fr\u00fcher Stabroek und wurde erst 1812 umbenannt. Wer eine exotische Mischung aus franz\u00f6sischer, holl\u00e4ndischer und englischer Architektur des 19. Jahrhunderts sehen will, ist in Georgetown gerade richtig.<\/p>\n<p>1982 quartierte ich mich im <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/93xekkj\">Rima<\/a> im Stadtteil Cummingsburg ein, in genau demselben Guest House, in dem ich schon 1979 eine Woche verbracht hatte &#8211; ein altes zweist\u00f6ckiges Haus (2. Foto von oben, linkes Haus) im colonial style; es gab englisches Fr\u00fchst\u00fcck und strenge Ermahnungen des grauhaarigen schwarzen Besitzers, der um seine G\u00e4ste besorgt war, keine Fremden mitzubringen und in der Stadt extrem vorsichtig zu sein. Falls jemand der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser jemals nach Guyana kommt: das Rima Guest House ist erste Wahl und unter Hardcore-Globetrottern als Treffpunkt in Georgetown beliebt.<\/p>\n<p>Aus dem Fenster blickte ich direkt auf die Botschaft von Trinidad und Tobago (3. Bild links). Imposant war die <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/St._George%27s_Cathedral,_Georgetown\">St. George&#8217;s Cathedral<\/a>, eines der h\u00f6chsten, wenn nicht das h\u00f6chste Holzhaus der Welt (5. Foto). Ein sehenswertes und filigranes Geb\u00e4ude ist die City Hall (4. Bild rechts) &#8211; ein Muss f\u00fcr jeden Reisenden in Georgetown.<\/p>\n<p>Leider ist die Sektendichte in Georgetown ungef\u00e4hr so wie in den USA. In manchen Stadtvierteln ist jedes dritte Haus irgendein religi\u00f6ser Versammlungsort. Am kleinen Hafen schrie mir ein Schild entgegen: Be a muslim now!<\/p>\n<p>1979 schlenderte ich mit meinem damaligen Reisepartner dort entlang, wir sahen Hafenarbeitern zu, die Schiffe entluden. Zwei Wei\u00dfe erblickten uns und riefen uns zu: &#8222;May we help you?&#8220; Sie hielten uns wohl f\u00fcr Amerikaner und lachten sich dar\u00fcber kaputt. Wir verstanden aber ihr S\u00e4chsisch &#8211; es waren Ingenieure aus der DDR. Als wir in Deutsch antworteten, waren sie v\u00f6llig verbl\u00fcfft, wollten aber nicht mit uns reden. Guyana kooperierte damals mit sozialistischen Staaten. Bei meiner zweiten Reise 1982 konnte ich im Zoo Georgetowns eine Ausstellung \u00fcber &#8222;30 Jahre DDR&#8220; bewundern. Daf\u00fcr h\u00e4tte ich nicht nach S\u00fcdamerika reisen m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n<p>Direkt vor der <a href=\"http:\/\/georgetown.usembassy.gov\/\">US-Botschaft<\/a> (Bild unten) musste ich mich mit einem Stra\u00dfenr\u00e4uber pr\u00fcgeln. Ich hielt eine Flasche Rum in der Hand, die ich gerade gekauft hatte, als jemand mir von hinten einen Arm den Hals legte und mit dem anderen versuchte, in meine linke Hosentasche zu greifen, wo ich eine kleine Kamera hatte. Ich h\u00e4tte ihm mit der Flasche auf den Kopf schlagen k\u00f6nnen, aber irgendwie versp\u00fcrte ich keine Angst, sondern warf sie auf den Rasen &#8211; schon mit dem Gedanken, es sei schade um den sch\u00f6nen Rum. Wir rangen ein wenig herum, waren wohl beide gleich stark. Als ich versuchte, dem R\u00e4uber in das Gem\u00e4cht zu greifen, liess er von mir ab und rannte davon. Der einzige Versuch eines \u00dcberfalls, den ich w\u00e4hrend meine Reisen in S\u00fcdamerika &#8211; insgesamt mehr als zwei Jahre &#8211; erlebt habe.<\/p>\n<p>In einem <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/9z2988v\">Buch \u00fcber die Geschichte Guyanas<\/a> heisst es:<br \/>\n<i>Dutch and British colonization made an indelible mark on Guyana, leaving behind a now dilapidated colonial capital, a volatile mix of peoples and a curious political geography. The country&#8217;s natural attractions, however, are impressive, unspoiled and on a scale that dwarfs human endeavor. Guyana has immense falls, vast tropical rainforest and savanna teeming with wildlife. If the government doesn&#8217;t destroy the environment in a bid to pay off its huge foreign debt, Guyana could be the eco-tourism destination of the future. Right now, it&#8217;s the place for independent, rugged, Indiana Jones types who don&#8217;t mind visiting a country that everybody else thinks is in Africa.<\/i><\/p>\n<p>Ich habe hier noch einen fast verblassenen <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/forum\/phpBB2\/viewtopic.php?p=8857\">Fotoband von Robert J. Fernandes<\/a>, einem Fotografen aus Georgetown, \u00fcber den Google nur einen Link findet. Visions of the Interior heisst das schmale Buch mit einem Einband aus Pappe: zwei Dutzend Fotos der Wasserf\u00e4lle im Innern Guyanas &#8211; Fotos von \u00fcberw\u00e4ltigender Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p>Guyana ist etwas f\u00fcr echte Globetrotter: Ich sp\u00fcre die Riemen des Rucksacks auf meinen Schultern knirschen, h\u00f6re das sanfte Pl\u00e4tschern, wenn der Aussenborder mit halber Kraft das Boot einen schmalen Flussarm aufw\u00e4rts treibt, h\u00f6re die durchdrehenden Reifen eines Jeeps, der in einem Wasserloch feststeckt, die Propeller eines kleinen Flugzeugs, das in sanftem Bogen \u00fcber die Savanne fliegt, die Abendsonne im Hintergrund, sehe die Termitenh\u00fcgel der Rupununi und die blauen Berge der Guyana Highlands.<\/p>\n<p>Wenn es sich irgendwie machen l\u00e4sst, werde ich nach Guyana zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16369?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16369?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_16369 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_16369')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_16369').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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