{"id":1373,"date":"2008-12-03T17:30:40","date_gmt":"2008-12-03T15:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=1373"},"modified":"2008-12-03T17:38:13","modified_gmt":"2008-12-03T15:38:13","slug":"die-virtuelle-streife-alles-kappes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/12\/03\/die-virtuelle-streife-alles-kappes","title":{"rendered":"Die virtuelle Streife &#8211; alles Kappes"},"content":{"rendered":"<p align=left><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/12\/031208_1gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/12\/031208_1kl.jpg\" alt=\"virtueller Geschlechtsverkehr\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>Es gibt Leute, die halten die &#8222;S\u00fcddeutsche&#8220; f\u00fcr eine seri\u00f6se Zeitung. F\u00fcr manche Themen mag das auch stimmen. Beim Internet jedoch verbreitet man dort oft <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/computer\/969\/322837\/text\/\">groben Unfug<\/a>. <\/p>\n<p>&#8222;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/computer\/70\/449794\/text\/\">Die virtuelle Streife<\/a>&#8220; lautete am 01.12. die \u00dcberschrift f\u00fcr einen uns\u00e4glichen Artikel, der alle Regeln des Handwerks grob missachtet. Der Autor <a href=\"http:\/\/www.eichborn.de\/index.php?id=191&#038;tx_bieasy[autorSingle]=50859\">Stefan Mayr<\/a> hat sich vom Bayerischen Landeskriminalamt instrumentalisieren lassen, um nicht nur die Vorratsdatenspeicherung zu pushen, sondern auch, um indirekt Zensur und totale Kontrolle im Internet zu fordern. Ich habe selten einen schlechter recherchierten Artikel \u00fcber Second Life in einem gro\u00dfen deutschen Medium gelesen. (Ich habe eben den Kollegen Mayr deswegen estra in seinem Augsburger B\u00fcro angerufen und einige Dinge versucht zu kl\u00e4ren.)<\/p>\n<p>Man muss sich die einzelnen, zum Teil haneb\u00fcchenen Aussagen auf der Zunge zergehen lassen: &#8222;Da die Verbreitung pornographischer Schriften an Kinder und Jugendliche hierzulande verboten ist, w\u00fcrde Wolfgang Kaps (ein ehemaliger Koch, wie auf &#8222;<a href=\"http:\/\/www.wolfgang-kaps.net\/index.php?show=job\">Wolfgang&#8217;s [sic] privater Website<\/a>&#8220; zu lesen ist) gerne alle Sexangebote in Second Life unterbinden.&#8220; Und so was drucken die ohne ein kritisches Wort dazu einfach ab! Man muss dankbar sein, dass Kaps das offen sagt. Man kann sich lebhaft vorstellen, was gesch\u00e4he, lie\u00dfe man das LKA Bayern gew\u00e4hren &#8211; &#8222;sie&#8220; wollen ein Internet ohne Sex-Angebote. Super. Warum tut sich das LKA Bayern nicht mit den Taliban, den Nordkoreanern und den Saudis zusammen? Die wollen das auch.<\/p>\n<p>&#8222;In der virtuellen Welt als rechtsfreier Raum sto\u00dfen die Cyber-Cops im weltweiten Web regelm\u00e4\u00dfig an eng bemessene Grenzen. Nicht einmal gegen Kinderpornographie k\u00f6nnen sie effektiv vorgehen.&#8220; Das ist eine nicht nur d\u00e4mliche, sondern auch  dummdreiste L\u00fcge. Erstens ist Second Life kein &#8222;rechtsfreier Raum&#8220;. Zweitens: Das &#8222;weltweite Web&#8220; (\u00fcbersetzt: das weltweite weltweite Netz) ist <i>nicht<\/i> Second Life, sondern hat rein gar nichts damit zu tun. Hier wird munter alles durcheinandergemischt, um die Drohkulisse &#8222;Kinderpornografie&#8220; auch bei virtuellen Welten aufzubauen. In Second Life gibt es keine Kinderpornografie, auch wenn <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=233454\/nid=233454\/did=2125442\/10e0lcz\/index.html\">dieses M\u00e4rchen<\/a> in den deutschen Medien &#8211; wie gewohnt ohne eigene Recherche &#8211; breit wie Quark getreten wurde. Die Rechtslage in den USA, also auch f\u00fcr die kalifornische Forma Linden Lab, ist laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kinderpornografie#US-Recht\">Wikipedia<\/a> beim Lieblingsthema deutscher Medien ohnehin anders: &#8222;Explizit eingeschlossen sind retuschierte Bilder, die den Eindruck erwecken, Minderj\u00e4hrige darzustellen, nicht eingeschlossen sind dagegen offenbar Abbildungen, die keine reale oder keine mit einer realen Person identifizierbare Person zeigen.&#8220; Das ist in Deutschland anders. Aber zum Gl\u00fcck will die Welt nicht am deutschen Jugend&#8220;schutz&#8220;wesen genesen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Fahnder scheitern mitunter an der Gesetzeslage, denn bis heute gibt es zahlreiche Internet-Provider, die die Verbindungsdaten ihrer Kunden nicht oder nur kurz speichern.&#8220; Was hat das mit Second Life zu tun? Nichts. Aber der Satz ist waschechte Propaganda f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.vorratsdatenspeicherung.de\/\">Vorratsdatenspeicherung<\/a>, die Mayr \u00fcbernimmt, ohne den technischen Unsinn zu bemerken, den das LKA ihm untergejubelt hat. Auch die fl\u00e4chendeckende Speicherung aller digitalen Bewegungsdaten w\u00fcrde keine Informationen \u00fcber das Verhalten von Avataren liefern. Was soll das also hier? Meine diesbez\u00fcgliche Frage konnte Mayr auch nicht beantworten.<\/p>\n<p>&#8222;Wie im Fall eines T\u00e4ters aus Bremen, der in Second Life in einem virtuellen &#8222;Kinderzimmer&#8220; Pornographie mit Minderj\u00e4hrigen angeboten hatte. Der 40-J\u00e4hrige wurde im Februar zu einer sechsmonatigen Bew\u00e4hrungsstrafe verurteilt. Den entscheidenden Tipp hatte ein Journalist der ARD gegeben. Er hatte aus San Francisco f\u00fcr 300 Linden-Dollar (1,20 Euro) sechs Kinderporno-Fotos bestellt und vom T\u00e4ter per E-Mail erhalten.&#8220; Das war \u00fcbrigens, wie ich soeben erfahren habe, Report Mainz (in Mainz sitzen auch die Zensur-Freunde von <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/presse\/-\/id=1197424\/nid=1197424\/did=2146960\/1ehhkmz\/index.html\">jugendschutz.net<\/a> &#8211; fast direkt neben dem SWR, der den Bl\u00f6dsinn, den die Jugendschutzwarte von sich geben, in der Regel unkritisch \u00fcbernimmt). <\/p>\n<p>Ein deutscher Journalist fliegt also nach Kalifornien, um als Lockspitzel zu dienen &#8211; was nach deutschem Recht strafbar w\u00e4re &#8211; und l\u00e4sst sich &#8222;per E-Mail&#8220; eklige Fotos schicken. Was hat das jetzt mit Second Life zu tun? Dort waren die Fotos <i>nicht<\/i> zu sehen.- sonst h\u00e4tte der journalistische Hilfspolizist sie sich ja nicht schicken lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Artikel in der S\u00fcddeutschen ist also eine krude Mischung aus urbanen M\u00e4rchen, L\u00fcgen, Halbwahrheiten und Einfl\u00fcsterungen des LKA &#8211; eine unbezahlbare Lobbyarbeit f\u00fcr die &#8222;virtuelle Streife&#8220;, aber eine Schande f\u00fcr den deutschen Journalimus. Pfui!<\/p>\n<p><i>Der Screenshot ist \u00fcbrigens gestellt. Hinter dem weiblichen Avatar steckt in Wahrheit ein Mann. Und mein Avatar hat jetzt eine Kung-Fu-Animation mit einstellbarer &#8222;Damage&#8220;-Funktion &#8211; ich kann andere Avatare also jetzt richtig verpr\u00fcgeln, auch wenn sie zuf\u00e4llig Kaps hei\u00dfen sollten. <\/i><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1373?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1373?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1373 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1373')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1373').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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