{"id":13342,"date":"2012-02-22T17:31:52","date_gmt":"2012-02-22T16:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/?p=13342"},"modified":"2012-02-22T17:32:05","modified_gmt":"2012-02-22T16:32:05","slug":"gauck-das-fremde-und-dieses-tiefe-unbehagen-alteingesessener-europaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2012\/02\/22\/gauck-das-fremde-und-dieses-tiefe-unbehagen-alteingesessener-europaer","title":{"rendered":"Gauck, das Fremde und dieses tiefe Unbehagen alteingesessener Europ\u00e4er"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.publikative.org\/2012\/02\/21\/voll-im-kontext-gauck-und-die-uberfremdung\/\">Publikative.org<\/a> hat den Volltext eines Interview mit Gauck (via <a href0\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b1baebdb\">Fefe<\/a>):<\/p>\n<p><i>Gauck: Also, das ist ein Problem der Wortwahl. Ich wei\u00df was er meint, und ich denke, dass er in dieser Beschreibung etwas, was irgendwann einmal sein wird, vorgezogen hat. Denn wir w\u00fcrden uns eigentlich nicht helfen, wenn wir Fremdheit und Distanziertheit \u00fcbersehen w\u00fcrden in der guten Absicht, ein einladendes Land zu sein. Diese gute Absicht ist ja lobenswert, aber wir haben doch ganz andere Traditionen, und die Menschen in Europa, das sehen wir all\u00fcberall, nicht nur in Deutschland, sind allergisch, wenn sie das Gef\u00fchl haben, dass was auf dem Boden der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung und auch auf dem religi\u00f6sen Boden Europas gewachsen ist, wenn das \u00fcberfremdet wird, um einen Begriff zu verwenden, der in Deutschland verp\u00f6nt ist, aber ich verwende ihn hier ganz bewusst, denn ich habe in, sagen wir, \u00e4lteren Zivilgesellschaften als Deutschland es ist, etwa in den st\u00e4dtischen Milieus von Rotterdam und Amsterdam oder Kopenhagen, wo wirklich die Menschen unverd\u00e4chtig sind, Rassisten zu sein, dieses tiefe Unbehagen alteingesessener Europ\u00e4er gegen\u00fcber dieser Form von, ja, pl\u00f6tzlicher Koexistenz, aber nicht mit einem System, mit dem wir jederzeit auf einer Wellenl\u00e4nge kommunizieren, sondern, darum macht sich das am Islam fest, da entsteht eine Debatte mit voraufgekl\u00e4rten Politikvertretern, das ist weniger politisch, aber es ist vor der Aufkl\u00e4rung, was in Teilen unserer Moscheen hier verbreitet wird, und auch der Ansatz des Islam ist nicht durch eine Reformation gegangen, wie in Europa, und auch nicht durch eine europ\u00e4ische Aufkl\u00e4rung, und deshalb jetzt einen Zustand zu beschreiben, als w\u00e4re dieser kulturelle Schritt innerhalb der muslimischen Welt schon vollzogen, das t\u00e4uscht uns \u00fcber diese Fremdheit, die nach wie vor existiert, hinweg.<br \/>\nUnd Fremdheit zu leugnen ist genauso gef\u00e4hrlich wie wenn man(&#8230;) Feindschaften leugnet&#8230;<\/i><\/p>\n<p>Jetzt muss ich mich selbst zitieren &#8211; aus &#8222;<a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/nazis-sind-pop\">Nazis sind Pop<\/a>&#8222;:<br \/>\n<i>Der &#8222;Fremde&#8220; ist immer ein fiktives Konstrukt, dem eine Definition im kollektiven Diskurs voraufgegangen sein muss. Auch &#8222;Inl\u00e4nder&#8220; k\u00f6nnen zu Fremden gemacht werden. Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen &#8211; &#8222;Ausl\u00e4nder&#8220; im Sinn des Wortes, etwa Isl\u00e4nder, Norweger, D\u00e4nen, werden in Deutschland weder angep\u00f6belt noch zusammengeschlagen. Das geschieht aber Afrodeutschen, die noch nie einen anderen Pass besessen haben als den deutschen, jedoch eine andere, etwas dunklere Hautfarbe besitzen als der durchschnittliche Deutsche. (&#8230;)<\/p>\n<p>&#8222;Fremd&#8220; heisst im amerikanischen Englisch &#8222;alien&#8220;, aber es k\u00e4me niemand auf die Idee, dieses Wort im Zusammenhang mit rassistischen Motiven zu benutzen. So etwas in nur in Deutschland m\u00f6glich. Afroamerikaner sind keine &#8222;Fremden&#8220; in den USA und nat\u00fcrlich auch nicht per se in Europa. (&#8230;)<\/p>\n<p>Die These, der Kontakt mit &#8222;Fremden&#8220; baue Vorurteile ab, ist ein popul\u00e4rer und penetrant vorgetragener Mythos, aber v\u00f6llig falsch. Er wird durch das Paradigma der Kulturkonflikttheorie gespeist, das vom Bild &#8222;verschiedener&#8220;, untereinander a priori &#8222;fremden&#8220; kulturellen Identit\u00e4ten ausgeht, die ihr Verh\u00e4ltnis untereinander aushandeln m\u00fcssten. Und wenn man wisse, so der Mythos, wer der andere sei, werde man ihn tolerieren.(&#8230;) <\/p>\n<p>&#8222;Der Fremde&#8220; ist, wie die Nation, ein politisches Konzept, das sich dem aktuellen Bedarf anpasst. B\u00fcrgerrechte und Assimilation bieten keinen Schutz gegen den eliminatorischen Rassismus, weil der seine Opfer mittels imagin\u00e4rer Konstrukte kennzeichnet&#8220;.<\/i><\/p>\n<p>Wenn der designierte Bundespr\u00e4sident so weitermacht, werde ich noch gezwungen sein, ihn als Salonfaschisten zu titulieren, was ein reaa gar nicht existierendes h\u00f6heres Wesen verh\u00fcten m\u00f6ge.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13342?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13342?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_13342 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_13342')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_13342').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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