{"id":1012,"date":"2008-10-25T13:45:58","date_gmt":"2008-10-25T11:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/10\/25\/smeet-und-andere-alles-was-zahlt\/"},"modified":"2008-10-25T14:25:12","modified_gmt":"2008-10-25T12:25:12","slug":"smeet-und-andere-alles-was-zahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/10\/25\/smeet-und-andere-alles-was-zahlt","title":{"rendered":"SMeet und andere &#8211; alles, was z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p align=left><a href=\"http:\/\/de.sMeet.com\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_1.jpg\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>Da kaum ein Journalist kontinuierlich etwas Substanzielles \u00fcber virtuelle Welten berichtet, bekomme ich mittlerweile zahlreiche (leider unverschl\u00fcsselte) E-Mails von Werbeagenturen und Unternehmen, die mich auf die jeweils Ihre aufmerksam machen. Mein Posting \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/09\/26\/exitreality-3d-browser\/\">ExitReality<\/a> lie\u00df eine Nachricht eintrudeln, die mir <a href=\"http:\/\/de.sMeet.com\/sMeet-web\/index.htm\">Smeet<\/a> zum Testen empfahl. Gern geschehen, ich m\u00f6chte Marktf\u00fchrer im Online-Journalismus \u00fcber 3D-Chats sein. Risiko und Nebenwirkung: Ich bin kritisch und lasse mich vom Ges\u00e4usel von Werbefuzzies nicht einlullen, sondern versuche hinter die virtuellen Kulissen zu schauen und den praktischen Nutzen abzuw\u00e4gen.<\/p>\n<p align=left>\n<p align=left><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_5gr.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_5kl.jpg\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" width=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left><em>Smeet<\/em> funktioniert ohne Download einer Software, sondern, wie ExitReality, direkt \u00fcber den Browser. Der Avatar l\u00e4uft dorthin, wo man mit der Maus klickt. Das ist einfach und niedlich, aber technisch nur ein wenig anspruchsvoller als <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Leisure_Suit_Larry\">Larry<\/a> auf einem Atari. Was tun, sprach der Avatar? Gemeinsam Musik h\u00f6ren, virtuell shoppen und Chatten in 3D. <em>Smeet<\/em> bietet als Schmankerl zus\u00e4tzlich Telefonieren an, eine Art 3D-Skype. Das kennen wir schon aus Second Life &#8211; Voice-Chat, leider nur f\u00fcr Windows. Das 3D-Chat-Forum wendet sich vor allem an Sch\u00fcler und Jugendliche, ist &#8222;jugendfrei&#8220;, also nach deutscher Sitte klostertauglich. Man wird unerbittlich geduzt wie in Second Life, nur dass dort der Altersdurchschnitt zwei Jahrzehnte h\u00f6her liegen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p align=left>Alles, was wirklich z\u00e4hlt, steht in den Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen und wird in dem einen Satz im obersten Screenshot perfekt zusammengefasst. Hony soit qui mal y pense. Je mehr du die Hosen runterl\u00e4sst, um so interessanter bist du als werberelevante Zielgruppe oder: Fr\u00fch \u00fcbt sich, wer ins Sch\u00e4uble-Zeitalter passen will. Ich bin also definitiv <em>nicht<\/em> die Zielgruppe von <em>Smeet<\/em>, zumal meine Browsereinstellungen mindestens die H\u00e4lfte der Features verboten haben.<\/p>\n<p align=left><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_1gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_1kl.jpg\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"160\" width=\"240\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_2gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_2kl.jpg\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"160\" width=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>\n<p align=left>Mich regen die d\u00e4mlichen Artikel in deutschen Medien \u00fcber 3D-Welten leider noch zu sehr auf. Vermutlich m\u00fcssen immer nur die Praktikanten ran, die das Handwerk des Journalismus f\u00fcr so relevant halten wie Klaus St\u00f6rtebeker das Handelsrecht. Nehmen wir <a href=\"http:\/\/www.computerzeitung.de\/articles\/virtuelle_bueros_duerfen_direkten_kontakt_nicht_verdraengen:\/2008044\/31708996_ha_CZ.html?thes=&#038;tp=\/themen\/middleware\/\">computerzeitung.de<\/a>: &#8222;Virtuelle B\u00fcros d\u00fcrfen direkten Kontakt nicht verdr\u00e4ngen&#8220;. Ja, lustiges Thema, daraus k\u00f6nnte man etwas machen. Sogar einen originellen Screenshot bekammt man zu sehen: Zwei grottenm\u00e4\u00dfig gestylte Avatare bei Sun, wo sich die Mitarbeiter virtuell austauschen. Aber was lehrt uns das? &#8222;Die Technik darf jedoch nicht \u00fcberhand nehmen oder gar die menschliche Kommunikation komplett ersetzen.&#8220; Wer h\u00e4tte das gedacht. W\u00e4re ja auch komisch, wenn in einem deutschsprachigen Bericht <em>keine<\/em> moraltheologische Warnung vor den p\u00f6hsen 3D-Welten und deren Gefahren auftauchte. Ich will keine unreflektierten Halleluja-Orgien wie w\u00e4hrend des Second-Life-Hypes im letzten Jahr, aber wenn schon berichten, dann bitte auch fragen, warum die Deutschen so etwa wie Sun oder SAP gar nicht tun und warum sie sich vor virtuellen Welten so f\u00fcrchten. Ich ahne es: In der m\u00e4nnlich gepr\u00e4gten Kultur deutscher Firmen, wo Herrschaftswissen und  &#8222;Dienstanweisungen&#8220; zentrale Machtfaktoren sind, ebneten Avatare die Hierarchien ein, wenn der Chef seine Sektet\u00e4rin darum bitten m\u00fcsste, seinen Avatar ordentlich anzuziehen, er denselben aber mit seiner Maus nicht \u00fcber die n\u00e4chstbeste virtuelle Treppe bewegt bek\u00e4me. <\/p>\n<p align=left><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_3gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_3kl.jpg\" height=\"160\" width=\"240\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\"\/><\/a><a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_4gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/pix\/2008\/10\/251008_4kl.jpg\" alt=\"sMeet\" border=\"0\" hspace=\"0\" vspace=\"0\" height=\"160\" width=\"240\" \/><\/a><\/p>\n<p align=left>Auch die <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/internet\/internet\/1199678.html\">Netzeitung<\/a> bekleckert sich nicht mit Ruhm (ja, Beitr\u00e4ge freier Mitarbeiter werden nicht mehr genommen &#8211; so sieht das auch aus.) &#8222;Avatar-M\u00f6rderin in Japan verhaftet&#8220;. Eine geile Schlagzeile. Es geht aber nicht um Second Life, sondern den einen primitiven Manga-Chat <a href=\"http:\/\/www.maplestory.com\/\">Maple Story<\/a>. Jemand hat den Account eines anderen gel\u00f6scht. Vermutlich kleben Nutzernamen und Passwort am Monitor. Die Story ist ohnehin nicht selbst recherchiert, sondern <a href=\"http:\/\/www.cnn.com\/2008\/TECH\/ptech\/10\/23\/avatar.murder.japan.ap\/index.html\">von CNN abgeschrieben<\/a>. CNN bebildert <em>Maple Story<\/em> mit einem Screenshot aus Second Life &#8211; als benutzte man bei einem Bericht \u00fcber das LKW-Aufkommen am <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamener_Kreuz\">Kamener Kreuz<\/a> ein Foto aus einem Bahnhof der Bundesbahn als Illustration. Man fasst es nicht &#8211; f\u00fcr wie geistig beschr\u00e4nkt halten die eigentlich die LeserInnen?<\/p>\n<p align=left>Die Moral von der Geschicht&#8216; kommt bei der Netzeitung wie der legend\u00e4re Monthy-Python-Satz: &#8222;Wir begr\u00fc\u00dfen sie in der Mitte des Films&#8220;: &#8222;Aber es gibt auch positive Meldungen aus der Welt der Online-Spiele.&#8220; Wer h\u00e4tte das wiederum gedacht &#8211; und das in einem deutschen Medium! (By the way: Second Life ist <em>kein<\/em> &#8222;Online-Spiel&#8220; &#8211; aber das kapieren die ohnehin nie.) Die Meldung: &#8222;In den letzten 12 Monaten ist unser Umsatz um 67 Prozent gestiegen&#8216;, sagte Kingdon der britischen Zeitung &#8218;Times'&#8220;. Ach ja. Schon wieder abgeschrieben, ohne <a href=\"http:\/\/technology.timesonline.co.uk\/tol\/news\/tech_and_web\/article4987240.ece\">die Quelle<\/a> zu verlinken. (Ja, eine abh\u00e4ngige Quelle, nicht mindestens zwei unabh\u00e4ngige, wie es w\u00e4re, wenn man seri\u00f6s recherchierte. Das Portrait Mark Kingdons in der Times ist \u00fcbrigens hervorragend und interessant geschrieben und besteht nicht nur aus Textbausteinen wie der Artikel der Netzeitung.) Der seichte Stumpfsinn l\u00e4sst sich noch steigern: &#8222;&#8218;Second Life&#8216; war in den letzten Monaten immer mehr in Vergessenheit geraten. Bei dem Spiel sind 15 Millionen User registriert, diese sind aber <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/burksblog\/2008\/10\/03\/unter-bots-die-fiesen-tricks-in-second-life\/\">l\u00e4ngst nicht alle<\/a> aktive Spieler.&#8220; In Vergessenheit geraten? Bei wem? Ist das ein Kriterium? Was will uns der Schreibk\u00fcnstler damit sagen? <\/p>\n<p align=left>&#8222;Beim <a href=\"http:\/\/www.burks.de\/recherchegruppe\/blog\/?p=339\">DJV<\/a> sind gut 30.000 Menschen Mitglied, diese sind aber l\u00e4ngst nicht alle aktive Journalisten.&#8220; Das w\u00e4re immerhin eine korrekte Tatsachenbehauptung. Am liebsten w\u00fcrde ich bei manchen Journalisten das tun, was man jetzt in <em>sMeet<\/em> virtuell kann (Kommafehler im Original): &#8222;Neben der Tanz- und Winkfunktion, kannst du jetzt auch mit Kissen auf Andere schmei\u00dfen! Probier\u2018s mal aus\u2026&#8220;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.burks.de\/burksblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1012 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1012')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1012').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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