In Memoriam Julian Balthasar Marchlewski

Julian Balthasar MarchlewskiJulian Balthasar MarchlewskiJulian Balthasar Marchlewski

Am interessantesten sind immer die Denkmäler, über sie sich alle aufregen oder die niemand mehr haben will, weil sie den vermeintlichen Frieden stören. Die gefühlten (temporären) Sieger der Geschichte legen immer großen Wert darauf, dass alles Vergangene, was an aufrührerische Zeiten, an gesellschaftliche Utopien oder allgemein an das Volk erinnert, wenn es mal rebellierte, ausgetilgt werden.

Die Volksstimme schrieb 2011: Die DDR gibt es nicht mehr, aus der Polytechnischen Oberschule „Julian-Marchlewski“ wurde die Sekundarschule „Am Weinberg“ und die Straße, die dem polnischen Politiker und Mitbegründer des Spartakusbundes gewidmet war, heißt nun Birkenweg. Das Denkmal – eine Betonstele mit fünf Bronzereliefs, die den Namenszug Julian Marchlewski und vier Darstellungen von Internierungslagern zeigt, eines von Havelberg – steht verlassen auf der Rasenfläche im oberen Abschnitt des Birkenwegs.

Was muss man über Julian Marchlewski (17.5.1866-22.3.1925) wissen? „Von 1888 an gehörte er der sozialistischen Arbeiterbewegung an und gründete 1888/89 den Verband Polnischer Arbeiter (Związek Robotników Polskich, ZRP), 1893 war er mit Rosa Luxemburg und Leo Jogiches [was für ein Leben!] Gründer der Sozialdemokratie des Königreichs Polen (SDKP).“

Teilnehmer an der Revolution in Russland 1905. Kommunist, Mitgründer des Spartakusbundes, Mitglied der KPD, Vorsitzender der Internationalen Roten Hilfe. Vermutlich werden die Polen irgendwann sein Grab einebnen oder ihn ganz vergessen.

Man frage einen ex-beliebigen deutschen Journalisten nach ihm… Oder unsere Qualitätspolitiker wie Baerbock, Özdemir, Esken, Chebli…