Der Sumpf ist tief
Interessanter und ausnahmsweise einigermaßen gut recherchierter Artikel in der Berliner Zeitung über das Sicherheitsgewerbe in Berlin: „Geschäft mit der Flüchtlingskrise: Der Sumpf im Security-Gewerbe ist tief“.
Es ist relativ leicht, eine Security-Firma zu gründen. Schon vor Jahren haben arabische Clans begriffen, dass hier viel zu holen ist. Sie schicken entweder Strohmänner mit sauberer Weste vor oder Familienmitglieder, die keinen Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis haben.
Ein Insider erklärt die Betrugsmaschen: „Seriöse kommen nicht dagegen an“. Wenn aber zu hundert Prozent der Preis entscheidet und die Qualität eine untergeordnete Rolle spielt, wie wird man der billigste Anbieter? Indem man bei der Bewerbung zum Beispiel einen unrealistisch niedrigen Preis pro Mann und Stunde angibt. „Wenn jemand einen Stundensatz unter 21,50 Euro vorlegt, dann kann das nicht funktionieren“, sagt ein Insider aus der Branche, der ungenannt bleiben will. Man habe Zusatzkosten für jeden Angestellten. Etwa Sozialabgaben wie Renten- und Arbeitslosenversicherung und Krankenkasse bis hin zum Einkleiden, Schulungen, den Beitrag zur Berufsgenossenschaft. Eine auskömmliche Kalkulation beginne bei 24 Euro.
Folglich heuern viele Firmen mehrere Subunternehmer an, sagt der Security-Mann: „Wenn Sie laut Vertrag am Tag 150 Personen stellen sollen, aber davon haben Sie nur 20 oder 30, die durch Nach-Nach-Nach-Unternehmer nicht regulär beschäftigt sind – was meinen Sie, was Sie da am Tag verdienen?“ (…)
Nur schwer kommen die Behörden bei den Gewerbekontrollen hinterher. Nach Angaben einer Polizeisprecherin kontrollierte das LKA im vergangenen Jahr an 85 Flüchtlingsunterkünften, inklusive dem Ankunftszentrum Tegel, insgesamt 514 Mitarbeiter von 204 Sicherheitsunternehmen. Die Fahnder stellten 300 Verstöße fest. Bei 127 der Überprüften lag keine Zuverlässigkeit vor. Sie hätten keine Bewachungstätigkeit ausüben dürfen. Andere hatten nicht mal eine Unterrichtung. Und ein Wachmann war noch keine achtzehn.
