Auf lange Sicht

Havel
Will wer Wassersport wagen? Wieder warmes Wetter! Wohlgesonnene Winde wehen! Wohlan!

Ich hatte so viel Erschöpfendes zu tun, so dass ich das hier ungeduldig wartende Publikum sträflich vernachlässigen musste. Sogar mein Avatar ruhte.

Am Samstag nutzte ich die Klimapokalypse das Kaiserwetter aus dergestalt, dass ich nach Schwanenwerder und zurück nach Tiefwerder paddelte. Ich versuchte, nicht an die schlechteste deutsche Außenministerin seit Joachim von Ribbentrop zu denken, die sich mit Antisemiten und Israelhassern traf, um deren „politischen Argumente“ zu hören. Dabei war auch Emilia Roig („bestselling author“):

Doch Roigs Aktivismus geht über eine blosse Kritik am Vorgehen der israelischen Armee in Gaza weit hinaus. Auf Instagram setzte sie ein «Like» beim Beitrag einer antiisraelischen Gruppe, in der der terroristische Überfall der Hamas auf Israel als «Dekolonisierung» verherrlicht wird. Sie teilte ausserdem ein Video, in dem die krude Theorie verbreitet wird, Israel habe einem Waffenstillstand nur zugestimmt, um die Rabattaktionen am Black Friday nicht zu gefährden.

Da ist vermutlich auch Gendersprache nicht weit. Mehr will ich gar nicht wissen.

Havel

Ach ja, die Wahlen in Brandenburg. So viele Einwohner wie die kleine Großstadt Chongqing in China oder Belo Horizonte in Brasilien, also so irrelevant wie Thüringen. Immerhin haben die Wähler die Glottisschlag-, Tunten- und Transenverherrlichenden Parteien abgewählt die Sache insoweit interessant gestaltet, als alle außer der AfD auf lange Sicht nur verlieren können. Die Wagenknechte wären ziemlich bescheuert, wenn sie jetzt in eine Regierung einträten. Mitgehangen, mitgefangen.

Havel

„Also trotz der Niederlage, ein Sieg auf ganzer Linie, viel Optimismus hier bei den Grünen“. (ZDF-Reporter Carsten Behrendt aka deutsche Qualitätsmedienanstalten) Nicht aufregen. Ich nenne es „einen eindeutigen Kapitalismus-affinen kleinbürgerlichen Klassenstandpunkt haben.“

Havel

Apropos abschieben. Das Originalzitat des Bundeskanzlers, das die AfD gesanglich umgesetzt hat, lautet bekanntlich: „Wir müssen endlich in großem Stil abschieben.“ Jeder weiß, dass das heiße Luft und bloße Propaganda war, eine dumme dazu. Man muss die Gesetze ändern, wenn man das will, ohne die demokratischen Rechte gleich ganz abzuschaffen. Und sogar das Grundgesetz, weil bei manchen Westasiaten Damen und Herren Straftätern, die man im Sinn hat, die deutsche Staatsbürgerschaft vorliegt, die nicht aberkannt werden kann. Die Mehrheiten dafür sind nicht da.

Havel

Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) merkt an: Das am späten Sonntagabend veröffentlichte vorläufige Ergebnis der Landtagswahl in Brandenburg enthält ein interessantes Detail. Das Verhältnis zwischen den an der Urne und den per Briefwahl abgegebenen Stimmen ist bei den einzelnen Parteien höchst unterschiedlich. Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei der AfD. Diese erhielt laut den offiziellen Zahlen 34,8 Prozent der an der Urne abgegebenen Zweitstimmen, aber nur 17,5 unter den Briefwählern.

Das wurde natürlich schon auf Fratzenbuch kommentiert: Mit steigendem Wahlergebnis steigt aufgrund des niedrigen Briefwahleranteils der AfD auch die Differenz zwischen Urne und Brief.
Manchmal sollten Hobbymathematiker einfach mal die Klappe halten. Aber so ein Getöse wird halt mit Aufmerksamkeit belohnt.
Und (full ack dazu): Es gibt kein mathematisches oder statistisches Gesetz, wonach die Briefwahlneigung bei verschiedenen Wählergruppen nicht völlig unterschiedlich sein könnte.
Was nicht heißt, dass es keinen Wahlbetrug gäbe. Aber flächendeckend halte ich das für ausgeschlossen. Dafür müssten ALLE Beteiligten mitwirken UND die Klappe halten.

So was funktioniert nie auf Dauer und theoretisch ohnehin nur, wenn die Leute massenhaft per Brief wählten.

Havel

Apropos russische Propaganda: Kiews Truppen könnten in nächster Zeit die Kontrolle über die Städte Selidowo, Torezk (früherer Name: Dserschinsk) und Ugledar im vorübergehend besetzten Teil der Donezker Volksrepublik verlieren, meint Konstantin Maschowez, ukrainischer Militärexperte, Teilnehmer der Kiewer „Anti-Terror-Operation“ im Donbass und Oberst a. D. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet er ein solches Szenario als „sehr wahrscheinlich“ und schreibt:
„Ich würde unserer Zivilgesellschaft empfehlen, sich moralisch und psychologisch darauf vorzubereiten, dass sich die Streitkräfte der Ukraine aus Selidowo, Torezk und Ugledar zurückziehen.“

Stößenseebrücke
Auf der Stößenseebrücke saßen zahllose Vögel, die immer den gleichen Abstand zueinander hielten, wie von Hitchcock persönlich dressiert.

Was sonst noch geschah: Die üblichen Verdächtigen wollen zum gefühlt fantastilliardensten Mal Verschlüsselung verbieten. Sollen sie. Dann biete ich wieder Steganografie-Tutorials an.

Klein VenedigKlein Venedig