Aktivismusunternehmer oder: Abweichende Meinungen werden nicht toleriert

Porat Yosef Yeshiva
Die Porat Yosef Yeshiva – eine theologische Schule für Talmudstudien -, fotografiert am 11.10.2023 in Jerusalem.

In der bürgerlichen Presse lese ich ein Zitat des ehemaligen Leiters der Oberhausener Kurzfilmtage, Lars Henrik Gass. „Fast 27 Jahre hat Lars Henrik Gass die Oberhausener Kurzfilmtage geleitet. Nach einem Solidaritätsaufruf mit Israel setzten Aktivisten einen Boykott in Gang.“

An uns sollte offenbar exemplarisch demonstriert werden, wie hoch der Preis für eine Sympathiekundgebung gegenüber Israel sein kann. Im Kern sind solche Kampagnen ein soziales System von Belohnung und Bestrafung. Wer dem kulturellen Code widerspricht – ich hatte mich ihm entgegengestellt –, wird abgestraft. Wer ihn reproduziert, wird belohnt durch Gruppenzugehörigkeit sowie Zugang zu Ressourcen. Das nenne ich Konformitätsdruck. Abweichende Meinungen werden nicht toleriert. (…)

ntisemitismus, also Ideologie, ist nicht durch Bildung resozialisierbar; das hat bei den alten Nazis schon nicht funktioniert. Denken Sie an den Antisemitismus an amerikanischen Eliteuniversitäten, die kaum an einem Mangel an Bildung leiden.

Ich würde gern mal die Namen der „Aktivisten“ kennen, die solche Boykottkampagnen inszenieren:

Es gibt, vor allem im Hochschulbereich, ein sehr kleines Feld von Aktivismusunternehmern, die diese Technik der Skandalisierung regelrecht professionalisiert haben. Dazu gehören die anonyme Absenderschaft und eine Prosa, die an diffuse zivilgesellschaftliche Vorstellungen von Humanität und Weltoffenheit appelliert, um einen möglichst großen Kreis von Leuten in kürzester Zeit mobilisieren zu können. Es handelt sich um antidemokratische Kräfte, die ihre partikularen Interessen durchsetzen wollen, indem sie Ressentiments bewirtschaften.