Excess of democracy

Die Zukunft des Kapitalismus in Europa erklärt uns das Finanzkapital in Gestalt von JP Morgan (“a leading financial services firm with global scale and reach. We offer our clients the most complete and innovative solutions”):

JP Morgan to eurozone periphery: “Get rid of your pinko, anti-fascist constitutions” (…) Last week, the European economic research team with JP Morgan, the global financial giant, put out a 16-page paper on the state of play of euro area adjustment. (euobserver.com via Fefe)

Da sind dann die gewohnten Forderungen zu lesen, die man von Lautsprechern und Lobbyisten des Kapitals seit 150 Jahren kennt: “reducing labour costs, making it easier to fire workers, privatisation, deregulation, liberalising ‘protected’ industries, etc.); and national political reform.” Bla bla bla.

Ich finde es aber äußerst spannend, dass einige Fraktionen der Kapitals schon offen dafür plädieren, auch die so genannte freiheitlich-demokratische Grundordnung Demokratie abzuschaffen. Einige Grundrechte sind mit den jüngsten Enthüllungen über die totale Überwachung ohnehin schon außer Kraft gesetzt, und das wird von unseren Herrschenden billigend in Kauf genommen. Es hört sich an, als lebten wir schon in einer Art Weimarer Republik 2.0:

…excess of democracy in some European countries that needs to be trimmed.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Und die Hugenbergs und Papen von heute werden wieder nicht zögern, die zu unterstützen, die gegen den Bolschewismus die “anti-fascist constitutions” sind.