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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 02.03.2003, 13:22 Antworten mit ZitatNach oben

Hab Mut zu kmpfen, hab Mut zu siegen! (Mao Zedong 1964)

berraschung! Demnchst gibt es die 476ste Website "gegen rechts". Nachdem http://www.netzgegenrechts.de/ sang- und klanglos scheiterte, weil die ursprnglichen Geldgeber sich jetzt um was Wichtigeres kmmern mssen, kommt jetzt der ultimative Hammer gegen rechts: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/ Der STERN bt sich wieder im affirmativen Journalismus und tut was - was natrlich heisst, dass STERN-Journalisten ber die von der Illustrierten gesponserten Projekte - wie "Exit" - nicht berichten drften, da einigermaen objektiver Journalismus, wenn noch Restbestnde der Berufsethik vorhanden wren, kritische Distanz voraussetzte. Wie Hanns-Joachim Friedrichs es definierte:

Zitat:
"Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in ffentliche Betroffenheit versinken."

Der STERN sieht das anders. Zusammen mit der Antonio-Amadeo-Stiftung appelliert man an die ffentlichkeit, die richtigen Gefhle - in diesem Fall: Mut zu haben.
BTW Was soll man von einer Stiftung "gegen rechts" halten, deren Website Behinderte diskriminiert?
Zitat:
Amadeu Antonio Stiftung
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Wir wollen nicht kleinlich sein und unser Scherflein zur allgemeinen Gefhlsduselei gegen rechts, was auch immer das sei, beitragen. Deshalb als Vorschau hier mein Beitrag, der freundlicherweise von der Stiftung erfragt wurde, im Kampf fr die richtigen Gefhle - nach dem Motto: habe Mut zum mutig sein!
Zitat:
Der Begriff "Rechtsextremismus" ist nicht geeignet, das Problem hinreichend zu beschreiben. Der "Extremismus"-Diskurs fut auf der Totalitarismus-Doktrin, die den politischen Mainstream der alten Bundesrepublik dominierte. Pointiert formuliert: "Rot gleich braun", politisch umgesetzt im so genannten "Radikalenerlass". Dieser These liegt eine falsche und affirmative Interpretation der deutschen Geschichte zugrunde: Die Weimarer Republik sei zwischen den politischen "Extremen" zerrieben worden. Der (Rechts-)Extremismus-Diskurs, das Konzept der so genannten "wehrhaften Demokratie" und die dazu passende Skandalbehrde Verfassungsschutz dient dazu, die politische Mitte und die Eliten von ihrer Verantwortung fr Rassismus und Antisemitismus freizusprechen.
Wichtigste Ursache fr rassistisch motivierte Gewalt ist der politische Konsens, die Nation Deutschland vlkisch zu verstehen. "Wir schpfen unsere Identitt nicht aus dem Bekenntnis zu einer Idee, sondern aus der Zugehrigkeit zu einem bestimmten Volk." (Wolfgang Schuble). Deutschland ist das einzige Land Europas, das Einwanderer faktisch und im ffentlichen Diskurs als Menschen zweiter Klasse behandelt: Migranten sind "Auslnder", also Nicht-Deutsche. Die Nation definiert sich ber eine fiktive "Identitt", ber eine vermeintliche "Leitkultur", die als politisches Projekt sowohl die innere Kolonisierung als auch die Selbstethnisierung der Migranten frdert. Deutschland hat sich vom internationalen Diskurs zum Thema "Rassismus" begrifflich abgekoppelt. Forschungen aus dem angelschischen Sprachraum zum Thema Ethnizitt und Migration - die begriffliche Folie, vor der politische Strategien gegen Rassismus denkbar sind, werden in Deutschland ignoriert und nicht rezeptiert. Solange das so bleibt, wird es keine "gegen rechts"-Strategie geben, die auch nur ansatzweise irgendeinen Erfolg verspricht.
Die Dominanz des Unwortes "Auslnderfeindlichkeit" in den Medien dokumentiert den zentrale Topos des rassistischen Diskurses. Der Begriff suggeriert zum einen, das rassistische Diskrimierungen sind nicht gegen Afrodeutsche richten oder . noch schlimmer - dass diese keine Deutschen seien, und zum anderen leugnet er zentrale Klammer rechter Ideologien, den Antisemitismus. Ursache rassistischer Vorurteile sind daher auch affirmative "Multikulti"-Diskurse im Schulunterricht, die Vorurteile nicht abbauen, sondern in der Regel verstrken. Dieser Diskurs verschweigt, dass "Kultur" oder "Ethnizitit" immer fiktive politische Projekte sind, die gesellschaftliche Machtverhltnisse thematisieren.
Der deutsche Sonderweg "Rechtsextremismus"-Diskurs ist Teil der protestantisch geprgten Alltagskultur, die das politsche Problem Rassismus mit dem Appell an das nationale Kollektiv bekmpfen will, bestimmte Gefhle (Mut, Zivilcourage) zu haben. Der gut gemeinte "gegen rechts"-Diskurs beschrnkt sich auf die Ikonografie der "richtigen" Symbole ("Gesicht zeigen", "Flagge zeigen") und bleibt letztlich wirkungslos.

02.03.2003
BurkS
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