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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 05.05.2006, 18:30 Antworten mit ZitatNach oben

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DOKUMENTATION: GEWERKSCHAFT VERSUS BERUFSVERBAND
Freiheit gegen Machtgebilde
StadlVon * * *

Gewerkschaft contra Berufsverband - das ist die Grundmelodie der immer neuen Richtungskmpfe im zerstrittenen Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Nach gescheiterten Streiks und ohne neue Termine abgebrochenen Tarifverhandlungen ist klar, da der DJV ein zahnloser Tiger ist, der von den Arbeitgebern nicht mehr ernst genommen wird. Der Machtverfall ist dramatisch.

Umso verzweifelter klammern sich in fetten Pfrnden verwhnte Funktionre, die sonst nichts knnen, an die hohlen Tarif- und Klassenkampf-Rituale des vorigen Jahrhunderts. Die von den Reformern geforderte Entideologisierung und Neuausrichtung hin zum "ADAC fr Journalisten" wre das Ende der Verbands-Nomenklatura, weil nicht mehr linke Phrasen und emprte Resolutionen, sondern mebare Leistung angesagt wre.

Nichts ist den Gewerkschafts-Apparatschiks so fremd wie der heraufziehende harte Wettbewerb im Markt der Dienstleistungen, zu denen auch die Interessenvertretung gehrt. Mit jeder Faser hngen sie an Monopolen und Kartellen, die sie ber Jahrzehnte zu einer Art Herrenklasse mit Macht, Privilegien und Geld haben werden lassen.

In der wachsenden Sorge, berflssig zu werden, greift die Funktionrskaste zu dem bewhrten Mittel der Desinformation. Der von den Reformkrften vor allen mit Blick auf die Mehrheit der freien Journalisten geforderte Abschied von der Gewerkschaftsseligkeit wird als eine Art Sakrileg dargestellt - einmal Gewerkschaft, immer Gewerkschaft. Der Wandel komme der Auflsung gleich.

Dazu gehrt die Behauptung, der DJV sei schon immer Gewerkschaft gewesen. So schreibt der verbandseigene Chef-Ideologe und Linksauen Karl Geibel ber die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: "Mir fallen dabei Kolleginnen und Kollegen ein, die nicht nur in ihrem Beruf, sondern auch in der damals einzigen Journalistengewerkschaft engagiert wirkten. Ich denke an den Mitbegrnder Dr. Helmut Cron, 1945 Berater der amerikanischen Lizenzbehrde in Stuttgart, spter Bundesvorsitzender des DJV."

Das ist eine besonders dreiste Geschichtsklitterung. Weder war der DJV bei seiner Grndung eine Gewerkschaft - sondern ganz dezidiert eine Standesvertretung - noch war Helmut Cron ein Befrworter der Idee einer Gewerkschaft fr Journalisten - ganz im Gegenteil.

Denn Cron war es, der als erster Bundesvorsitzender die berfhrung des DJV in den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) trotz dessen hartnckiger Anwerbeversuche konsequent verhinderte. Schon den Gedanken, da Journalisten berhaupt gewerkschaftlich organisiert sein sollten, lehnte er nachdrcklich ab. Cron schrieb in der "Deutschen Zeitung" vom 29. November 1952: "Da Streikder Wunsch, mit den Gewerkschaften zusammenzugehen, berhaupt aufkommen konnte, lt sich aus den miserablen Existenzverhltnissen vieler Journalisten erklren." Die Botschaft: Gewerkschaften mit ihrem Solidarittsdiktat und Journalisten mit ihrem Freiheitsbedrfnis passen nicht zusammen.

Cron weiter:
"Da es Mglichkeiten geben soll, mit Hilfe der Gewerkschaften die Existenzverhltnisse zu verbessern, aber gleichzeitig die Gefahr der geistigen Entmndigung zu verhindern, scheint uns ausgeschlossen zu sein." DJV-Geibels Schwadronieren vom "engagierten Wirken" Crons in der "einzigen Journalistengewerkschaft" ist barer Unsinn - und plumpe Unwahrheit. Denn Cron schrieb in der "Deutschen Zeitung": "Darum sollten die Journalisten den Gewerkschaften fern bleiben. Sie knnen dort fr ihren Beruf eine materielle Verbesserung ihrer Existenz nur erkaufen mit einem Verzicht auf die geistigen Voraussetzungen ihrer Zeit. Ein Beruf, der in unserer brokratisierten Welt die persnliche Freiheit der eigenen berzeugung gegen alle Machtgebilde zu verteidigen hat, mte den Boden verlieren, wenn er sich just einem dieser Machtgebilde verschreiben wrde."

Erst in den spten siebziger und frhen achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unterwarfen ideologiebefeuerte "Achtundsechziger" den DJV und modelten ihn zur linken Kampftruppe um. Seither gibt es kaum noch prominente Journalisten im Journalistenverband, dafr aber ganz viele, die den beruflichen Erfolg aus irgendeinem Grund nicht geschafft haben. Der Niedergang durch Proletarisierung begann - erst schleichend, inzwischen rasant.

Die Gegenberstellung von "geistiger Entmndigung" in funktionrskommandierten Kollektiven der Gewerkschaften und Journalisten, die nicht als austauschbare Flieband-Kulis, sondern nur mit individueller Eigenart beruflichen Erfolg haben knnen, ist heute so aktuell wie zu Crons Zeiten.

Deshalb ist die seit den legendren "12 Thesen" vom Juli 2003 immer strker werdende Reformbewegung gegen Funktionrsbevormundung eine Art StreikEmanzipation: Nicht die DJV-Mitglieder sind Befehlsempfnger des Verbands, sondern der Verband hat den Mitgliedern im Einzelfall zu dienen. Leistung und Gegenleistung. Sonst nichts.

Wren die DJV-Oberen von heute so klug wie es der DJV-Grndervater Helmut Cron damals war, mte man weitaus weniger Sorgen haben. Gewerkschaft sein zu wollen, war ein Fehler. Es ist keine Schande, einen Fehler zuzugeben - und umzukehren. Aber es ist Dummheit, auf dem falschen Weg weiterzugehen.

Dieser Kommentar stammt aus einem anonymen Rundbrief per E-Mail, der innerhalb des DJV zirkuliert: "Der Stadl - streng geheime Nachrichten fr Funktionre und solche, die es lieber nicht werden wollen", Ausgabe Mai 2006. Hinweis: Artikel anderer Autoren entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Betreibers dieser Website.
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BURKS ONLINE 05.05.2006
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