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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 20.02.2005, 19:14 Antworten mit ZitatNach oben




Nikolaus Federmann:
Indianische Historia
Hagenau 155720. Februar 2005
BURKS' FORUM
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INDIANISCHE HISTORIA

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(4) - Von Lanzarote nach La Gomera (Nikolaus Federmann)
(5) - "So viel als von den Indios noch am Leben sind" (Nikolaus Federmann)
(6) - "Mit Gte oder Gewalt" (Nikolaus Federmann)
(7) - "Ankunft in der Stadt Coro" (Nikolaus Federmann)
(8) - "Die Nation Xidehara" (Nikolaus Federmann)
(9) - "Die Nation Ayamanes" (Nikolaus Federmann)
(10) - "Von den verfhrerischen und teufelischen Ceremonien" (Nikolaus Federmann)
(11) - "Die Zwerge im Gebirg" (Nikolaus Federmann)
(12) - "Viel im Scharmtzel erschlagen (Nikolaus Federmann)
(13) - "Die Nation Cayones (Nikolaus Federmann)
(14) - "Die Nation Xaguas (Nikolaus Federmann)
(15) - "Die Nation Caquetios" (Nikolaus Federmann)
(16) - "Zigeunern und Krpplen gleich" (Nikolaus Federmann)
(17) - "Die Nation Cuybas" (Nikolaus Federmann)
(18) - "Der Zorn der Rosse" (Nikolaus Federmann)
(19) - "Gott wrkt wider die Unglubigen" (Nikolaus Federmann)
(20) - "Die Nation Cuyones" (Nikolaus Federmann)
(21) - "Die Nation Guaycaries" (Nikolaus Federmann)
(22) - "Erstachen ihrer ob fnfhundert" (Nikolaus Federmann)
(23) - "Die Weiber zu dienen ausgeteilt" (Nikolaus Federmann)
(24) - "Ein wstes Scharmtzel (Nikolaus Federmann)
(25) - "Lie ich zwen Indios zerhacken (Nikolaus Federmann)
(26) - "Widerkunft gen Hispaniam und Augspurg" (Nikolaus Federmann)
(27) - Epilog (Burkhard Schrder)
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DIE EROBERUNG VENEZUELAS

Indianische Historia (15) - Die Nation Caquetios

Von Nikolaus Federmann

Schauplatz

Diese Nation, volkreich und sehr streitbar, auch reich an Gold, hat aus eigner Macht alle anstossenden Nationen, aus der Ebene in das rauhe Gebirg zu wohnen gezwungen, damit sie allein das schnest, ebenst und fruchtbarst Ort besssen und bewohnten. Diese haben bei Ankunft der Christen (so ihre Freundschaft begehrten) sich ganz gutwillig, ohnbezwungen (allein aus Wunder, dies unbekannt Volk, die Christen, zu sehen) mit Verehrung einer grossen Summa Golds erzeiget. (1)

Als wir nun, wie gesagt, in dem letzten Pueblo der Nation Xaguas uns erhuben und uns den Caquetios, die das eben Land bewohnen und die uns von den Xaguas als ein gross und sehr streitbar Volk angezeigt waren, auf eine Meil naheten und ihre Flecken schon erreicht hatten, welche in einer sehr schnen Ebne (wie zuvor auch angezeigt) an einem grossen Wasserfluss (1) gelegen sind und von denen wir etwa zwanzig sehen konnten: also taten wir uns daselbst nieder und beratschlagten uns, wie die Sachen anzugreifen wren.

Denn wir sahen, dass der Pueblos oder Flecken viel waren, daraus uns eine grosse Summa Indios Naturales (wenn sie sich unserer Freundschaft wiedersetzen wollten) Abbruch tun und uns Sorge fr einen unnachteiligen Widerstand schaffen konnten. Denn wir die Strke, Freche und Geschicklichkeit dieser Nation Caquetios von denen, so bei Coro wohnten, erfahren hatten und gut Wissen trugen, samt dem, dass es uns (wie ich zuvor habe angezeigt) von den Xaguas auch angezeigt war.

Es sind auch all andere Nationen vorgesagt von ihnen in dem Gebirge zu wohnen gezwungen worden, darmit sie allein die Ebne und das fruchtbarst Land besitzen und herrschen. Denn diese Caquetios an keinem Orte das gebirge, sondern wie um Coro, so auch an diesen Orten) nur das beste, fruchtbarste und ebenste Land bewohnen und auch eine andere Nation in der Ebene nicht dulden.

Nun unsere Notdurft aufs sicherst genug und wohl erwgend, kamen wir zum Beschluss, diese nit wie andere zu berfallen (2); denn deren zu viel waren und wenig im Ernst htten zu gewinnen. Beschlossen daher einige Indios Caquetios von denen, so mit uns aus Coro ausgereist, waren, samt etlichen der Xaguas, die aus den letzten Pueblos derselbigen Nation mit den Caquetios (deren Lande und Flecken wir jetzt anreisten) am Salz friedlich zu contractrieren und handlen, an die Einwohner derselbigen Flecken und Pueblos (welche Provinz oder Gegend Variquecemeto [heute: Barquisimeto] heisst) mit etlichen Schenkungen an die Caciques oder Herren zu schicken und durch sie ihnen unsere Ankunft und die Ursache unseres Frreisens zu berichten, darneben ihnen derhalben sagen zu lassen: so sie unser Freund zu sein Willens wren, so sollten sie uns entgegenziehen und mit mir Frieden besttigen. Und wiewohl wir diese Nation so eilends oder mit Gte zu Frieden zu bringen nicht hofften, so sahen wir doch solchs gesagter Gestalt anzureichten und ihr Gemt, ehe wir unseren Vorteil bergaben, zu erfahren fr das gewisseste an.

Blieben also in guter Wacht und Wehr diesen Tag und dieselbige Nacht an gesagtem Ort ungefhr ein Meil von den Pueblos oder Flecken. Denn es war, als wir die Indios aussendeten, eben spat; derhalben sie den Abend mit Antwort nicht wiederkamen. So hatten wir uns auch in unserm Vorteil getan, da wir uns der Ross (welche unsere meiste Wehr sind und vor denendie Indios meiste Furcht tragen und durch die ihnen grosser Abbruch geschieht) konnten behelfen. (3)

Am Morgen frh kamen aber die vorher Ausgesandten mit etlichen der Indios Caquetios, deren nicht ber vierzig waren, brachten etlich Wildpret und andere Speis; sagten mir, wie in ihren Pueblos oder Flecken ihre Caciques oder Herren unser warteten, wollten uns auch gern fr Freunde halten und htten an unserer Ankunft eine Freude und Gefallen.

Also sendete ich diese wieder heim, sagend, ich wollte ihnen zur Stund nachfolgen. Und wiewohl sie uns zu erwarten und uns den Weg zu zeigen oder mitzugehn sich erboten, schlug ich's ihnen doch mit Glimpf (etwa: mit Fug und Recht] ab, darmit ich in ihrem Abwesen die Gesandten ber das, was mir von dieser Caquetios Anschlgen und ihrem Erzeigen zu wissen not war, befragte. Alsdann dieses geschah.

Konnte auch nichts anderes erfahren, denn dass wir uns von ihnen keines Betrugs oder Unfreundschaft htten zu besorgen. Denn der Caquetio oder Dolmetsch, so ich (wie oben angezeigt) mit mir aus Coro gefhrt und zu diesen Caquetios gesandt hatte, nach seinen Angaben unser gutes Tractament (Behandlung] und Wolhalten hoch rhmte, das wir allen Nationen, die sich uns als Freunde ergben, zeigten, und dass wir solches mit Werken und Gaben bewiesen und getan htten. Auch htten wir unsere Macht und Strke gegen die, so uns widerstanden, erzeiget. Hieraus htten diese, unsre Freunde zu sein und was uns not, zu geben bewilliget.
Konquistadoren
Darum ich ihm Schenkung tat und ihn freiliess, denn er bis zu der Zeit einem Christen, ihm zu dienen, von mir geschenkt war. (4) Ich kundte aber wohl erkennen, nachdem er die Grsse der Flecken und Viele des Volks mir angezeiget, dass es neben dem, dass sie obgesagts Indios und Dolmetschens Rede zum Teil beweget haben mag haben, nicht wenig deshalb geschah, dass sie uns als ein Volk, darvon sie nie gehrt, sahen, und auch vielleicht darum, dass sie wegen ihrer Viele und Strke uns, wenn wir gewaltsam mit ihnen handlen wollten, besonderen Widerstand zu tun verhofften. Und so zu urteilen gab mir Ursache, das sie sich, uns entgegenzuziehen (wie die andren Nationen, wie vor gehrt ist, getan haben) nicht wollten demtigen, damit es ihnen nicht, wenn sie unserm Geheiss oder Befehl nachkmen, gleichsam als ob sie aus Furcht gehorsamten, als schndlich angerechnet wrde.

Nun als ich aber den ersten Pueblo oder Flecken dieser Provinz Variquecemeto erreichte, fand ich darinnen grosse Summa der Indios, deren ob viertausend waren, sehr wohl proportioniert und stark Volk, von denen ich sehr wohl empfanget ward. Und die Sach zu krzen, blieb ich in diesen Pueblos oder Flecken, so an diesem Wassser liegen (deren 23 waren und je einer eine halbe und aufs meist eine Meile von den anderen liegt), bei 14 Tagen, die Flecken zu besichtigen und die Einwohner zu Freunden zu machen, auch die rter des Landes, durch die wir auf unserm frgenommenen Weg zu reisen htten, zu erfahren.

In allem bewiesen sie uns gute Freundschaft und haben uns in den Pueblos oder Flecken dieser Provinz Variquecimeto Schenkungen gegeben, aber als ungentigte und willkrliche Verehrung ob drei Tausend Pesos Golds, welches bei 5000 Gulden Rheinisch macht (5); denn es ein reich und ein mit vielem Golde tractierend oder gewerbig Volk ist, von denen man's auch retractiert und erkauft.

Und so man ihnen Gegenschenkungen von Eisen, als Hacken oder xte, Messer und dergleichen, das ihnen sehr not ist, machte, so wre viel Gold und grosser Reichtum von ihnen zu bekommen, wie denn wohl zu gedenken ist. Dieweil gaben sie uns soviel Prsent und Schenkungen aus gutem Willen und solchen allein, um ihre Herrlichkeit darmit zu beweisen und nicht, wie in andern Flecken und vor frgereisten Nationen, aus Furcht, denn sie (wie zuvor auch angezeigt) auf ihre Viele bauten. Denn ich glaube, aus diesen 23 Flecken knnten sich in einem halben Tag bei dreissig Tausend Indios Kriegsvolk, die darzu dienen und gebt sind, versammeln.

[Fortsetzung folgt]

Abbildungen:
Die Karte stammt aus dem Jahr 1840. Quelle: David Rumsey Map Collection: "Mapa politico de Venezuela, antes 1810, 1840" von Augustin Codazzi (1793-1859).
Unten: Konquistadoren und indianische Frauen, Biblioteca comunale di Prato Alessandro Lazzerini.

Anmerkungen
(1) Barquisimeto, der damalige Hauptort der Caquetios, liegt am Zusammenfluss von Rio Turbio und Rio Clara. Barquisimeto wurde 1552 von den Spaniern als Nueva Segovia de Bura "gegrndet". Der Begriff "Caquetio" bezieht sich historisch und ethnologisch korrekt nur auf die Indios rund um den Maracaibo-See. Federmann nennt auch die Bewohner des Gebiets um Barquisimeto so.
(2) Federmann gibt hier unumwunden zu, dass die militrische Option - die Indios zu berfallen - normalerweise die erste Wahl fr die Konquistadoren war.
(3) Pferde waren in Amerika im 16. Jahrhundert unbekannt.
(4) Die gefangenen Indios wurden an die Konquistadoren "verschenkt", also versklavt.
(5) 1526 war die Jahresmiete fr ein Haus in der Augsburger Fuggerei ein Rheinischer Gulden, ungefhr 0,90 Euro. Um 1469 wurde eine ganze Abtei samt der dazugehrigen Drfer fr 1100 Rheinische Gulden verkauft.


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