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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 06.12.2004, 00:01 Antworten mit ZitatNach oben





MEDIEN
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KLASSENKAMPF BEI RUNDFUNK BERLIN BRANDENBURG

So einfach, so brutal

Von Burkhard Schrder


RBB-WebsiteWenn es irgendwo knallt, fragt sich der Berufsrevolutionr: Wer sind die Guten, wer die Bsen? Wie ging es frher aus? Was lehrt uns das, damit die Enkel es besser ausfechten? Die Bsen sind in der Regel die, die die Macht haben und auf die Guten - die da unten - eindreschen.

Seit dem Neolithikum gehen die Bsen wie folgt vor: divide et impera - teile und herrsche. Die Anfhrer der Guten werden zunchst drangsaliert und isoliert. Und dann versucht man, an ihnen ein Exempel zu statuieren in der Hoffnung, die anderen Guten wrden dadurch eingeschchtert. Das Risiko fr die Bsen: die Anfhrer der Guten werden zu Mrtyrern gemacht, was diejenigen, die ihrem lblichen rebellischen Beispiel folgen, um so mehr zusammenschweit. Sind die Bsen schlau, dann bieten sie Kompromisse an, um die Guten auseinanderzukegeln. Das funktioniert oft, weil die Guten aus der Geschichte nicht lernen. Letztlich geht es dann nur noch um die ins Allgemeinphilosophische abgewandelte Leninsche Frage: Wer wen?

Das alles geschieht zur Zeit beim Sender Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB). Die Details kann man auf dem Forum der freien Mitarbeiter nachlesen. Die Netzeitung hat jetzt eine "Persnliche Erklrung" des RBB-Moderator Jan Lerchs dokumentiert, warum er gekndigt wurde und warum es im Sender offenbar "so einfach, so brutal" zugeht. Wie bei deutschen "Online"-Medien blich, verzichtet die Netzeitung auf jegliche Links, vermutlich aus Furcht, die geneigten Leserinnen und Leser knnten ins weltweite Internet abwandern. Leider bleibt auch die authentische Online-Quelle - eben das Forum der RBB-Protestler - auen vor. Diesem Missstand helfen wir hier ab.

Weitere Artikel:
Tagesspiegel, 06.12.2004: "RBB schasst Abendschau-Moderator Streit zwischen Fhrung und Mitarbeitern eskaliert."
Berliner Morgenpost, 06.12.2004: "RBB-Moderator mu gehen".

Rebellion


Persnliche Erklrung Jan Lerchs

Liebe KollegInnen,

bisher habe ich zu meiner eigenen Situation und dem Druck, der auf mich ausgebt wurde, wenig gesagt. Um eine Legendenbildung zu verhindern, mchte ich nun aber doch kurz den Weg zu meiner de-facto-Kndigung beschreiben.

Zwei Wochen vor der Grndung von rbbprotest im letzten Jahr hatte ich ein Mitarbeitergesprch bei der Chefredakteurin, Frau Lidschreiber. Sie drckte mir damals Ihre Wertschtzung aus, bezeichnete mich als "Mr. Sptabendschau" und sagte mir, in Zukunft sehe sie mich noch in etlichen weiteren Funktionen im neuen rbb-Programm. Es war so viel, das sie mir anbot, da mir nicht ganz klar war, wie ich das wrde leisten knnen.

Als ich sah, was die Geschftsleitung mit uns Freien insgesamt vorhatte, beteiligte ich mich an der Grndung von rbbprotest. Zwei Wochen danach grte mich Frau Lidschreiber nicht mehr im Fahrstuhl.

Weitere zwei Wochen spter, auf dem Hhepunkt der Auseinandersetzung, wurde ich erstmals zu ihr zitiert. Der eine oder andere drfte sich erinnern. Damals forderte sie mich auf, noch am selben Tag nicht mehr zu moderieren. Ich entgegnete, freiwillig wrde ich das nicht tun, dann mte sie mich schon hinauswerfen. Das tat sie an jenem Tag nicht.

Zur Erinnerung: Wir reden ber die Zeit, als wir gemeinsam fr unsere Rechte stritten. Unser Ziel war legitim, die Verhandlungen, die wir dann spter seit an seit mit den Gewerkschaften gefhrt haben, waren sachorientiert, und bei der kleinsten Chance auf einen Kompromi haben wir seinerzeit zugegriffen und von Einigung gesprochen. Ich habe mich sehr fr diese Einigung eingesetzt und bin dafr intern als zu kompromilerisch kritisiert worden.

Da sogar diese Einigung auf niedrigstmglichem Niveau von der Geschftsleitung ignoriert werden wrde, habe ich in der ARD, zu dieser Fehleinschtzung bekenne ich mich, nicht fr mglich gehalten. Auch eine so schwache Unternehmensfhrung, die im Jahre 2004 ernsthaft glaubt, wenn sie auch nur einen Zentimeter auf die Mitarbeiter zugeht, hinweggefegt zu werden, und darum niemals auch nur irgendein Zugestndnis macht, lag jenseits meiner Vorstellungskraft.

Seit jenem Treffen bei Lidschreiber wute ich also, wie ernst die tatschlich treibende Kraft, Frau Reim und ihre Direktoren, es meinen. Ich erfuhr, da es danach mehrere Sitzungen der erweiterten Geschftsleitung gab, in denen diskutiert wurde, mich sofort hinauszuwerfen. Sie entschieden sich aber, aus Sorge, die Stimmung im Haus knne eskalieren, fr eine andere Variante. Ein Casting fr die Sendung, die ich bereits moderierte, wurde anberaumt. Die Abendschau-Redaktion allerdings hintertrieb diesen Plan, die beiden mnnlichen Moderatoren galten als gesetzt, zum Casting wurden nur Frauen eingeladen. Als die oberen Etagen des Hauses dies mitbekamen, war es bereits zu spt. Ich hatte zwar etwa 40 Prozent weniger zu tun, war aber immer noch Moderator.

Der Plan, mich loszuwerden, blieb bestehen. Die Redaktion stand aber weiter hinter mir, auch mein Redaktionsleiter.

Aufgrund meiner Gefhrdung entschieden wir bei rbbpro, da ich aus dem Sprecherrat ausscheiden sollte, um stattdessen als Freienvertreter fr den Redakteursausschuss zu kandidieren. So geschah es, und ich habe seither mit den Kollegen im Redakteursausschu, u.a. in mehreren direkten Gesprchen mit der Geschftsleitung, meine Bemhungen um faire Regeln fr freie Mitarbeit im rbb fortgesetzt.

In den letzten Wochen verstrkten sich die Signale, da mit dem Auslaufen meines Rahmenvertrages zum Jahresende, ein weiterer Versuch unternommen werden sollte, mich aus dem Sender zu entfernen. Der Weg sollte der gleiche sein. Wieder ist gerade fr die bestehende Sendung "rbbaktuell" ein Casting angesetzt, diesmal fr Frauen und Mnner. Dabei sind die beiden moderierenden Mnner, Raiko Thal und ich, unumstritten, ja sogar Frau Lidschreiber konnte bei ihrem gestrigen Gesprch mit mir nicht umhin, mich wiederholt fr meine Moderationen zu loben!

Gleichzeitig teilte sie mir jedoch mit, da ich ab 1.1. im rbb nicht mehr moderieren drfe. Warum nun doch so pltzlich und konfrontativ? Vielleicht hat der Flyer von rbbpro als Katalysator gewirkt. Frau Lidschreiber rckte daraufhin rbbpro in die Nhe von Nazis und Frau Reim schrieb zwei Seiten ber rbbpro an den Rundfunkrat - es knnte sein, da da einige gerade die Nerven verlieren, aber dann macht man bekanntlich ja auch Fehler...

Sie trauen sich gleichwohl immer noch nicht, mich ganz rauszuwerfen, ich knne ja ab Januar als Autor fr die Abendschau weiterarbeiten, offerierte mir Frau Lidschreiber. Ich soll also andere Freie unter den Beitragsmachern verdrngen und am ohnehin schon ziemlich kleinen Abendschau-Kuchen mitnagen. Erstaunlicherweise soll diesmal Abendschau-Chef Laubenthal, laut Lidschreiber, dieses Vorgehen mittragen. Dabei hat er mich selbst noch in den Januar-Dienstplan schreiben lassen - gibt nun auch er dem Druck von oben nach?

Die Begrndung fr meine Bildschirm-Verbannung ist brigens interessant: Lidschreiber sagte nur, ich sei illoyal gewesen, htte gegenber Dritten schlecht ber den rbb geredet. Auf Nachfrage, was ich denn wem gegenber gesagt haben soll: Schweigen. Kein Wort!

Warum ich das alles schildere?
rbbProtest-Website
Nicht um mich zu beschweren. Ich wute vom ersten Tag an, was ich tat.
Ich hatte trotzdem immer Hoffnung auf einen Kompromi, der die tatschliche, unverzichtbare Rolle von uns Freien im rbb anerkennen wrde. Wer Freie so zahlreich, so langfristig, so umfangreich, so zentral einsetzt, kann sie nicht als im Kern rechtlos behandeln. Daran halte ich fest, dafr setze ich mich weiterhin ein.
Schon im ersten Gesprch mit Frau Reim, an dem ich teilgenommen habe, noch vor der rbbprotest-Grndung, haben wir, darunter die Bundesverhandlungsfhrer von DJV und verdi, mit Engelszungen auf Frau Reim eingeredet. Doch sie hat von Anfang an nicht auf Gesprche und Kompromi mit den Beschftigten - wie in jedem anderen Unternehmen - gesetzt, sondern auf blanke Autoritt.
Nicht irgendeine flapsige Bemerkung kostet uns Freiensprecher die materielle Existenz, es ist die Sache selbst, unsere Forderung nach Rechten, ja schon allein die Tatsache, eine Freienorganisation gegrndet zu haben, die im Keim erstickt werden mu - so hat es mir erst vor wenigen Tagen ein fhrender Kopf dieses Senders in schner Offenheit mitgeteilt.

So einfach, so brutal.

Was es fr den rbb - und besonders fr jegliche Interessenvertretung im rbb - bedeutet, wenn die Geschftsleitung bei Jrgen und mir durchkommt, mu ich niemandem erklren. Persnliche Solidaritt freut mich, politische und besonders Zivilcourage von jedem einzelnen von Euch freuen mich noch mehr - und die sind auch fr jeden von Euch selbst wichtiger. Die Tatsache, da die andere Seite ein Jahr gebraucht hat, um mich zu feuern, hat Grnde: Sie waren sich nicht sicher - wie Ihr reagieren werdet. In den nchsten Tagen werden sie es sehen.

Respekt und Rechte fr Freie!

Jan Lerch

P.S.: Meine Tochter, 9 Jahre, meinte: "Man, bist Du bescheuert, setzt Dich fr die Arbeit von anderen ein - und verlierst Deine eigene!" Tja, sie gehrt eben zu 'ner anderen Generation...


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