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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 23.09.2004, 22:21 Antworten mit ZitatNach oben





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Neonazis: ein Klischee jagt das nchste

Von Burkhard Schrder


Der ffentliche Diskurs zum Thema Neonazis ist wie Beton. Es kommt drauf an, was man draus macht. Also ist der verbale Presslufthammer angesagt. Der regierungsamtliche und Pseudo-Kampf "gegen Rechts" wurde hiesigerseits schon einschlgig kommentiert. Werfen wir einen kurzen Blick in die befreundete Presse und deren thematisch verwandten Textbausteine.

Volkspdagogisch wertvoll fasst das investigativste aller Nachrichtenmagazine heute alle denkbaren und mglichen Klischees in einem Absatz zusammen: "Vier Jahre ist es her, dass Bundeskanzler Gerhard Schrder zum "Aufstand der Anstndigen" gegen rechte Gewalt und Auslnderhass aufrief. Kurz darauf startete die Regierung das Aktionsprogramm mit dem sperrigen Namen "Jugend fr Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Seither wurden ber 3500 Projekte gefrdert, die Jugendliche vor dem Absturz ins rechte Lager bewahren sollen."

In der Jungle World behauptete ich vor einem Jahr: "Einen 'Aufstand der Anstndigen' kann es somit gar nicht geben, denn ein Aufstand ist immer unanstndig. In den Augen der Herrschenden jedenfalls. Und seit wann macht die Mehrheit einen Aufstand? Und gegen wen? Ein 'Aufstand der Anstndigen' ist so sinnig, als forderten die Scientologen die Kassenzulassung." Wir haben es also mit deutscher Leitkultur zu tun: hierzulande rufen die Herrschenden zum "Aufstand" auf - und mitnichten die Unterdrckten. Dementsprechend ist das Ergebnis: die "Revolutionre" kaufen selbst dann noch eine Bahnsteigkarte, wenn der Zug schon abgefahren ist. Und wogegen wird aufgestanden? Gegen "rechte Gewalt und Auslnderhass". Was soll denn das, bitteschn, sein? Hren wir da eine Diskrimierung Afrodeutscher heraus, die bekanntlich keine "Auslnder" sind? Wer den "Auslnderdiskurs" fhrt, hat nichts begriffen. Aber das sagte ich schon mehrfach.

Auch der Titel des oben zitierten Programms dokumentiert auf's Schnste den dummdreisten Mainstream, der gedankenlos daherfaselt, was vorgeblich das Problem sei: Jugend fr und gegen irgendwas. Rassismus und Antisemitismus sind also ein Jugendproblem. Wer htte das gedacht! Jeder Soziologe, der einigermaen bei Trost ist, wird ins Stammbuch schreiben: Es gibt keinen signifikanten Unterschied, die politische Einstellung betreffend, zwischen "Jugendlichen" und Erwachsenen. Also wieder verkehrt.

Fremdenfeinlichkeit: auch das grenzt an groben Unfug. "Den Fremden" gibt es nicht, "fremd" wird man im gesellschaftlichen Diskurs gemacht. Und das englische Wort fr fremd, "alien", beweist, dass die gut gemeinte Absicht der Deutschen, das Bse zu bekmpfen, so weit vom Thema entfernt ist wie das Raumschiff Enterprise vom Orionnebel kurz nach dem Urknall. Die kackbraunen Kameraden, das verrate ich den wohlwollenden Surferinnen und geneigten Surfern, erklren nmlich ganz andere Leute zu "Fremden" als ich zum Beispiel. Ich wrde am liebsten alle Neonazis in die Antarktis ausweisen, und die wiederum alle Leute wie mich. Gegen welche "Fremdenfeinlichkeit" soll es also gehen?

Jetzt zum Thema Bergsteigen. Jugendliche (sic!) sollen "vor dem Absturz ins rechte Lager bewahrt werden." Durch Brot, Arbeit und Spiele womglich. Arbeit macht im Protestantismus Rassismus-frei. Die CDU wrde gern das Gegenteil frdern: Jugendliche sollen vor dem Absturz ins linke Lager bewahrt werden. Das kann man variieren: Senioren sollen nicht vor dem politischen Absturz, wohin auch immer, geschtzt werden, bei denen sind offenbar Hopfen und Malz verloren. Wir lesen aber erfreut: "sollen": ob die Projekte das tun, wei niemand. Wie auch: es gibt bei Weltanschauungen keine Empirie des Vorher und Nachher.

Oder man begibt sich auf Klippschulen-Niveau: Ein jugendlicher Antisemit bekommt etwas Ordentliches zu werkeln, eine blonde Freundin, einen lieben Sozialarbeiter, und darf ein mal pro Woche in Begleitung mit lieben afrikanischen Mitbrgern zusammen trommeln. Und ein orthodoxer Rabbiner erklrt, dass auch die Juden ganz sympathisch sind und dass die Verehrung hherer Wesen quasi unvermeidlich sei. Was soll da noch schief gehen?

Auch die TAZ muss heute dran glauben. Es geht um einen Aufmarsch der NPD in Berlin-Wedding. Wer die ganze Wahrheit verschweigt, lgt auch. "Aber ein Aufmarsch im Wedding hat fr die Neonazis einen hnlich hhen Symbolwert [wie Kreuzberg, B.S.], schlielich ist der Wedding mit einem Anteil von 32,3 Prozent Berlins auslnderreichste Stadtteil." Konsens: Dort gibt es viel zu viele Auslnder. Das kam nmlich so: Deutschland diskrimiert seine Einwanderer und verweigert ihnen die Brgerrechte. Immigranten werden im juristischen Ghetto gehalten. Selbst in der dritten Generation sind sie immer noch keine Deutschen. Und der "Kampf gegen Rechts" sieht dann so aus: sehr geehrte Neonazis, bitte seid nett zu den Menschen, die vom deutschen Auslnderrecht schikaniert und diskriminiert werden. Das nennt man wohl einen logischen Widerspruch, bei dem jedes Computerprogramm eine allgemeine Schutzverletzung produzieren wrde.

Heute nur Wiederholungen, die man auch im Fernsehen gerne sieht: Neonazis sind ein Symptom, nicht die Ursache. Neonazis sind der militrische Arm des deutschen Auslnderrechts - aber eine Art Freicorps, ohne regierungsamtlichen Auftrag.

Vorschlag: wann kann man eine Kmpferin und einen Kmpfer "gegen Rechts" ernst nehmen? Wenn diese fnf Minuten ber ihre Ziele reden knnen, ohne die Textbausteine "Auslnder(feindlichkeit)", "Jugend", "Frust", "Hartz IV", "Sozialabbau", "Protest" oder "Fremdenfeindlichkeit" zu gebrauchen. Das wre ein Anfang. Aber ob sie dann berhaupt noch etwas zu sagen haben?

Die Abbildungen zeigen diverse Aufstnde Anstndiger.


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BURKS ONLINE 23.09.2004
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