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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 10.07.2004, 13:13 Antworten mit ZitatNach oben






LIFESTYLE
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INTERVIEW MIT SONJA GLATT

"Ich, eine Sexgttin?"

Von Burkhard Schrder



Sie ist nur auf den ersten Blick die blondeste Blondine im Kreuzberger Lokalfernsehen: SPIGGEL ONLINE sprach mit der TV-Moderatorin Sonja Glatt ("The Nights in Crossmountain are long", "The Grlitzer Park") ber ihr Image als Sexbombe, das emanzipierte Spiel mit Erotik und die inflationre Nacktheit im Fernsehen.
Model
SPIGGEL ONLINE: Frau Glatt, "In Kreuzberg, da ist alles erlaubt", behauptet der Volksmund. Ihr dralles Outfit im neuen Reality-Format "The Grlitzer Park" lsst da aber ganz andere Schlsse zu.

Sonja Glatt: Natrlich spiele ich mit dem Klischee, dass Kreuzberg eine sndenfreie Zone ist. Wir haben beim Outfit ganz bewusst berzogen und alles mglichst stark verkitscht. Jetzt komme ich als eine Art Berliner Barbie rber, und ich finde das ganz okay.

SPIGGEL ONLINE: Provokante Outfits sind auch bei "The Nights in Crossmountain are long" Ihr Markenzeichen und dienen nach eigener Aussage "dem hemmungslosen Einsatz weiblicher Waffen".

Glatt: Warum auch nicht? Um diese Outfits hat sich ein regelrechter Kult entwickelt. Vor allem junge Frauen sind sehr daran interessiert, welchen Fummel ich gerade trage. Nachdem das Zuschauer-Telefon whrend der Sendung mehrfach zusammengebrochen ist, haben wir im Internet sogar ein Styling-Forum eingerichtet.

SPIGGEL ONLINE: Reduzieren Sie sich nicht auf den Typ "blonde Sexbombe"?

Glatt: Das sehe ich nicht so. Es ist doch schade, dass Frauen, die sich sexy anziehen, gleich als minderbemittelt dastehen. Fr mich ist die Tatsache, dass ich mich so anziehen kann, ein Ausdruck westlicher Freiheit. Dafr bin ich jeden Tag aufs Neue dankbar. Wir Frauen knnen heute tun und lassen, was wir wollen und vgeln, mit wem wir wollen - das ist doch groartig!

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SPIGGEL ONLINE: Alice Schwarzer wrde das sicher anders sehen.

Glatt: Letztlich haben Emanzen wie Frau Schwarzer doch genau dafr lange gekmpft. Ich bin ein groer Fan von ihr. Meine Art von Feminismus ist einfach moderner entwickelt. Ich bin vllig unabhngig, verdiene mein eigenes Geld, solange ich nur unpolitische Statements von mir gebe. Finanzielle Unabhngigkeit bedeutet fr mich auch eine Art von Macht und Freiheit. Deshalb gehre ich aber nicht zu den Frauen, die sich gleich wehren, wenn ihnen ein Mann die Tr aufhlt oder den Allerwertesten ttschelt oder an den Busen grabscht.

SPIGGEL ONLINE: Sie kokettieren auf dem Bildschirm sehr mit dem Blondinen-Image - Selbstironie oder Rechtfertigung?

Glatt: Nein, ich bin zwar durchaus eine verstrkte Blondine, aber rechtfertigen muss ich nichts. Ironie ist sicher auch im Spiel, und da ich mich selbst nicht so wichtig nehme, kann ich auch ber mich selbst lachen. Hufig fragen mich die Leute, wie ich den Spagat schaffe zwischen dem Mdel, das bei "Frauen putzen selber" bis zu den Ellbogen im Bauschlamm steckt, und der hochgetrimmten Tussi bei "The Nights in Crossmountain are long".

SPIGGEL ONLINE: Ihre Antwort?

Glatt: Frauen waren schon immer gespaltene Persnlichkeiten.

SPIGGEL ONLINE: Von denen ist aber wenig zu sehen, wenn sich immer mehr Frauen zwecks Medienkarriere einfach nur ausziehen.

Glatt: Das ist legitim. Nacktheit ist doch etwas ganz Natrliches. Und dass wir heute die Freiheit genieen, uns so zu zeigen, wie Gott uns schuf, spricht fr eine liberale Gesellschaft. Gerade der weibliche Krper ist etwas so Schnes, und ich gestehe gerne, dass ich "Sapphicerotica"-Guckerin und damit ein Frauenfan bin.

SPIGGEL ONLINE: Schadet es den Frauen nicht, wenn sie ihre Nacktheit so offensiv einsetzen?

Glatt: Nein, was ich viel schlimmer finde, sind Formate wie Party Hardcore, wo sich Frauen gegen Geld mit mnnlichen Huren amsieren. Da ist mir dann jeder Softporno lieber. Natrlich gibt es eine gewisse Inflation der Nacktheit. Jedes Muschen, das ins "Big Sister"-Haus rennt, zieht sich erst mal aus. Wer so handelt, verkauft sich einfach zu billig. Trotzdem wrde ich diese Frauen nicht verteufeln, wie das die selbst ernannten Sittenwchter und Jugendschutzwarte machen, die heimlich in den Swingerclub rennen. Das finde ich extrem eklig.

SPIGGEL ONLINE: Der "Spieljunge" hat von Ihnen ein Nein kassiert, "Maxi" bekommt allerdings Bikini-Fotos. Ist das nicht ein Widerspruch?

Glatt: Ich will keine Rollkragen-Pullis tragen, werde mich also auch nicht verstecken. Weil mein eigenes Schamgefhl aber bei der Brustwarze anfngt und beim Schambein aufhrt, ziehe ich mich eben nicht fr ein Magazin aus. Ich finde ganz nackt auch gar nicht so sexy. Die Dosierung macht's - wie beim Kuchenbacken. Im Bikini aber zeige ich mich auch am Strand, warum dann nicht auch in einem Magazin - noch dazu, wo es meine eigene Kollektion ist?

SPIGGEL ONLINE: Wie eitel sind Sie eigentlich?

Glatt: Ich bin professionell eitel, das heit, dass ich erst einmal meine Fassade renovieren lasse, bevor ich mich ins Scheinwerferlicht stelle. Ich liebe das Aufhbschen und Tricksen sogar, weil man in solchen Momenten eine wunderbare Metamorphose durchmacht.

SPIGGEL ONLINE: Die aber vielen Frauen ein schlechtes Gefhl geben drfte, weil fr sie das Ideal der Sexgttin unerreichbar bleibt.

Glatt: Ich, eine Sexgttin? Wir wollen mal nicht bertreiben. Im brigen gebe ich genau deswegen ffentlich zu, dass ich falsche Wimpern, Haarteile, Kontaktlinsen, portable Tittchen und einen Bauch-Weg-Grtel benutze. Ich sage den Frauen: Was ihr dort seht, das ist nichts anderes als eine Illusion - getncht, geklebt, getackert und aufgemotzt.

SPIGGEL ONLINE: Diese Offenheit teilen die wenigsten Ihrer Kolleginnen.

Glatt: Das kann ich nicht verstehen. Ich bin auch bekennende Silikontrgerin, nur dass ich das Silikon nicht unter, sondern ber der Haut und im Kopf trage. Und wenn mit 45 mein Gesicht bis aufs Dekolletee hngt, dann wird eben auch geschnibbelt und gezurrt, dann lasse ich mich liften. Es ist doch lcherlich, wenn Promis, nach ihren Schnheitsrezepten gefragt, antworten: "Ich pflege mich gut, und ich ernhre mich makrobiotisch." Was fr ein unglaublicher Bldsinn! Vielleicht haben die aber einfach nur Angst, dass die Illusion ganz auf der Strecke bleiben knnte.
Model
SPIGGEL ONLINE: Eine Illusion, die Sie mit Ihrem Heimwerker-Format bewusst zerstren wollen?

Glatt: Ich brauche diese Abwechslung und habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich bin sehr stolz auf dieses Format, weil wir die Ersten waren, die eine solche Show gemacht haben. Ich war mir von Anfang an sicher: Das wird ein absoluter Knller. Ich habe meinen Chefs lange in den Ohren gelegen, aber auf das Blondchen wollte erst mal keiner hren. Dabei liegt doch auf der Hand, dass im Land der Bohrmaschinen und Kettensgen eine Heimwerker-Sendung ein Muss ist!

SPIGGEL ONLINE: Trumen Sie manchmal von einem anderen Format? Im Stil von "Sabine Christiansen" etwa, wo das uere der Frauen gar keine Rolle spielt?

Glatt: Oh Graus! Ich will nicht seris sein. Seris hrt sich an wie "linksextremistisch". Ich stehe fr Unterhaltung, und sicherlich habe ich den Einstieg ins Fernsehen, das nun einmal ein visuelles Medium ist, durch mein ueres geschafft. Meinen Erfolg erklrt das aber nicht, es gibt viel attraktivere Frauen als mich. Meine Strken sind meine Teamfhigkeit, meine naive und unpolitische Art und die Tatsache, dass ich ein fleiiges, emsiges und diszipliniertes Lieschen bin. Auf diese Weise habe ich mir langsam, aber sicher immer mehr Sendezeit ergattert. Wir arbeiten sechs Tage die Woche bei Wind und Wetter. Das soll mir erst mal einer nachmachen.

SPIGGEL ONLINE: Sie sehen toll aus, knnen Parkett verlegen, Decken streichen, Tischdeckchen besticken und Strmpfe stopfen. Kriegen die Mnner da nicht Angst?

Glatt: Nein, dazu besteht auch kein Grund. Ich glaube, dass ich eine sehr dumme und liebenswrdige Person bin. Und solange ein Mann nicht ber komplizierte Dinge wie Politik mit mir reden will, muss er auch keine Angst haben, dass ich beie.

Interview: Burks



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