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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
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BeitragVerfasst am: 04.07.2004, 22:33 Antworten mit ZitatNach oben



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KARL MARX BER DIE ARBEITSZEIT

Warum die Deutschen wieder mehr arbeiten mssen

Von Burkhard Schrder

ProfitrateMssen sie das berhaupt? Das investigativste aller Nachrichtenmagazine beglckt uns mit einer Titelgeschichte, die eben das suggeriert. Kern dieser These ist eine urban legend: Wenn Arbeiter mehr arbeiten, gehe es allen besser. Das ist selbstredend glatt gelogen, reine Propaganda der Unternehmer und spricht allen wirtschaftlichen Theorien, die nicht reine Propaganda der Unternehmer sind, Hohn. Mit gleichem Recht knnte man behaupten: die Erde ist eine Scheibe, und wenn meine Oma vier Rder htte, wre sie ein Omnibus.

Um das zu beweisen, klappen wir die Mottenkiste auf und holen den verstaubten, aber noch immer ziemlich kampfeslustigen Karl Marx hervor. Seine Theorie ber den Arbeitslohn ist gar nicht falsch. Sogar die alte Tante Zeit zitiert: "Der Arbeitslohn, die sozialen Sicherheiten sind keine objektiven Gren, sondern es geht ein "historisches und moralisches Element" in sie ein, und das heit, in letzter Instanz: "das Krfteverhltnis der Kmpfenden".
Profitrate
Quod erat demonstrandum. Und nun wird es theoretisch respektive: es wird verbal kalt geduscht. Was hat eigentlich der Lohn mit dem Produkt zu tun, das ein Arbeiter herstellt? "Je grer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto grer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto grer sein Wert. So steht es im Marxschen Hauptwerk, im Kapital. brigens: der Wert ist nicht der Preis. Theoretisch knnten Streichhlzer zehn Euro kosten, wenn gerade keines auf dem Markt ist und alle so etwas dringend brauchen. Man kann das detailliert im Kapitel 18 "Der Zeitlohn" im "Kapital" nachlesen. Aber wer betreibt heute noch Marx-Exegese?

Viel krzer und prgnanter steht es im Marx-Forum: "Der Kapitalist wendet die Arbeitskraft einen ganzen Arbeitstag an und er bezahlt fr diese ganztgige Verwendung. Zahlt er also den vollen Gegenwert dessen, was ihn die Verwendung der Arbeitskraft einbringt? Wenn das so wre, dann wrde sich das fr ihn nicht lohnen. Der Arbeiter bekme das gesamte Wertprodukt.

Trotzdem wird der Arbeiter nicht vom Kapitalisten betrogen. Der Kapitalist bezahlt eben nicht fr das Arbeitsprodukt des Arbeiters, sondern nur fr den Lebensunterhalt des Arbeiters. ProfitrateDie Kosten fr den Lebensunterhalt des Arbeiters sind immer geringer als das Wertprodukt seiner Arbeit. Anders ausgedrckt: Die Lohnarbeiter schaffen (in aller Regel) ein greres Wertprodukt als sie fr ihren Lebensunterhalt bentigen. Dieser berschuss ber die notwendige Arbeitszeit fllt als Mehrwert an den Kapitalisten.

Diese Tatsache ist aber durch die Form der Lohnzahlung verdeckt. Die Lohnarbeiter bekommen "fr den ganzen Arbeitstag" Lohn. Daraus zieht sich leicht der falsche Schluss, dass alle Arbeit des Arbeiters bezahlte Arbeit sei.

Dieser falsche Schein wird noch verstrkt durch die Formen des Arbeitslohnes: dass der Lohn mit der Lnge der Arbeitszeit wechselt (Zeitlohn), und dass verschiedene Arbeiter fr unterschiedliche Arbeitsleistung unterschiedlichen Lohn bekommen (Akkord-, und Prmienlohn)."


Als unbedarfter Laie fragt man: Wie wirkt eine lngere Arbeitszeit auf den Profit? Ganz einfach: der wird mehr und grer. Hat das etwas mit dem Lohn zu tun? Nein. Die Mehrarbeitszeit wird natrlich entgolten. Natrlich? Noch nicht einmal das: die Arbeiter verzichten freiwillig auf den Lohn, den sie htten fr mehr geleistete Arbeit erhalten mssen. Wie soll man das verstehen? "Lnger arbeiten schafft Wohlstand", so die Theorie in der Titelgeschichte des Spiegel. Pointiert: je mehr Profite die Kapitalisten machen, um so besser wird die Welt.
Profitrate
Das hrte man schon einmal: im 18., 19. und 20. Jahrhundert, vom Frhkapitalismus ganz zu schweigen. Wahr und berzeugender wird es dadurch nicht. Man knnte stattdessen auf die doch abwegige Idee kommen, dass der Profit sich auch erhhen wrde, wenn die Unternehmen mehr Leute einstellen wrden? Dann wre die Welt der Unternehmer doch auch wieder in Ordnung?

Im Originalton Hans-Werner Sinn, Chef des Mnchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo laut Spiegel: "Der Effekt einer verlngerten Arbeitszeit wre betrchtlich. Wenn die Lhne dadurch im Durchschnitt nur um zehn Prozent unter ihrem heutigen Niveau lgen, so Sinn, 'dann knnten unter sonst gleichen Voraussetzungen in Deutschland ber vier Millionen wettbewerbsfhige Arbeitspltze entstehen.'"

Jetzt mssten Sie, liebe geneigten Leserinnen und wohlwollende Leser, sich mit dem tendenziellen Fall der Profitrate beschftigen und dazu den dritten Band des Kapital studieren. Dort steht, warum die Unternehmer immer fordern mssen, dass die Arbeiter weniger verdienen sollen - und das schon so lange, wie es den Kapitalismus als solchen gibt. Und schon immer gab es Medien, die die Propaganda des Kapitals unkritisch bernahmen. Aber, wie gesagt, eine Marx-Exegese wollen wir niemandem zumuten. So etwas wrde den medialen Mainstream zu sehr irritieren und kme in den Geruch des Linksextremismus - und das ja fast schon verboten. Also: Marx in die Mottenkiste, Kiste zu, und eine Staubwolke vernebelt unser aller Hirne.


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BURKS ONLINE 04.07.2004
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