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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
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BeitragVerfasst am: 13.06.2004, 17:12 Antworten mit ZitatNach oben




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Ein Wort zu Kaplan (Vorsicht! Kein Mainstream-Diskurs!)

Von Burkhard Schrder


KaplanMetin Kaplan alias "der Kalif von Kln" soll in Deutschland bleiben, also mitnichten abgeschoben oder ausgewiesen werden. Wer es wagt, so etwas zu fordern - und ich wage es - gehrt zur Zeit einer marginalisierten Randgruppe an. Der Diskurs wird vom "gesunden Volksempfinden" dominiert, dass sich verschmt als "gesundes Rechtsempfinden" ausgibt. Die meisten Medien spielen mit, weil es sich nicht ziemt, die Leserschaft zu vergrtzen. Die Deutschen haben den Kalifen, weil sie es verdienen.

Oder: Jedes Land hat die Einwanderer, die es sich selbst heranzchtet. Hier einschlgige Textbausteine, die einem aus den Leserbriefen an das investigativeste aller Nachrichtenmagazine entgegenquellen: "Aus einem fernen Land eingereist. Privilegien unseres Sozial- und Rechtsstaats ausgereizt. Schwerstkriminelle Auslnder abschieben. Der Staat wehrt sich nicht. Gesundes Rechtsempfinden. Hat hier nichts verloren. Nachtwchterstaat. Solche Typen nach Hause schicken. Wohlfahrtsstaat erleichtern."

Die FAZ titelt am 29.05.2004: "Der fhrt einen wirklich vor?. Das erinnert an "Florida-Rolf", der es sogar schon zu einem Eintrag in der Online-Enzyklopdie Wikipedia geschafft hat. Kaplan fhrt etwas ganz anderes vor: er beweist, dass das Einwanderungsland Deutschland gescheitert ist und dass der selbst ernannte Kalif ein Produkt dieses Scheiterns ist.

Die Fakten ber Metin Kaplan und seinen Vater Cemaleddin Kaplan:
"Nach dem Militrputsch von 1980 in der Trkei siedelte Cemaleddin Kaplan nach Deutschland ber, berwarf sich aber wegen seiner kompromisslosen Haltung mit den islamischen Organisationen hierzulande und grndete seinen eigenen Verband. Demokratie und politische Parteien waren ihm verhasst, allein ein islamischer Staat auf der Grundlage des Koran knne alle Moslems der Welt unter einem Banner vereinen, predigte Cemaleddin Kaplan. 1994 lie er sich von Anhngern zum "Emir der Glubigen und Kalifen der Muslime" ausrufen. Anspruch und Wirklichkeit klafften dabei weit auseinander." [...] Wegen Aufrufs zum Mord wurde Metin Kaplan zu einer vierjhrigen Haftstrafe verurteilt."

Im Vergleich zwei Fundstellen ber die Entwicklung, die sich in Details widersprechen:

"Der Verband der islamischen Vereine und Gemeinden (ICCB) wurde von Kaplan 1983 in Kln gegrndet. 1992 benannte Kaplan den ICCB in Islamischer Bundesstaat Anatolien (AFID) um, 1994 in Kalifatsstaat (Hilafet Devleti). Ende 1991 forderte Kaplan seine Anhnger zum Glaubenskrieg gegen die Trkei auf und rief 1992 die Exilregierung aus. 1994 lie er sich zum Kalifen ernennen." (Quelle)"1984 wurde der "Verband der islamischen Vereine und Gemeinden" (ICCB) - so die damalige offizielle Bezeichnung des Verbandes - im Vereinsregister eingetragen. 1992 rief Cemaleddin Kaplan den "Fderativen Islamstaat Anatolien" aus und seit seiner Ernennung zum "Kalifen" 1994 galt die Organisation als Trger des "Kalifatsstaates"." (Quelle)

Kaplans "Kalifatsstaat" ("Hilafet Devleti") wurde im Dezember 2001 als demokratie- und verfassungsfeindliche Organisation verboten. Bis zum Vereinsverbot hatte Kaplan bundesweit rund 1100 Anhnger um sich geschart, davon die Hlfte in NRW. Die Website von Kaplans Fernsehsender Hakk-TV gibt es immer noch.

Was lehrt uns das? Der Islam anatolischer Prgung, fr den die Familie Kaplan steht, ist ein Produkt des innertrkischen Konflikts zwischen den beiden Konzepten eines skularen Staates, den das Militr durch diverse brutale Putsche garantieren wollte, und dem islamistischen Versprechen, mehr Gerechtigkeit durch Religion und deren soziale Netze zu schaffen. Kaplan hat dieses Modell als "Heimat in der Fremde" nach Deutschland Kaplanimportieren wollen. Kaplan ist nicht den Weg von Milli Grus gegangen, deren ursprnglich fundamentalistische Ausrichtung allmhlich von der dritten Einwanderergeneration aufgeweicht "von innen" wird, sondern wollte eine eigene Sekte. Niemand wollte Kaplan, weder die Deutschen noch die Deutsch-Trken. In dieser Situation ist die Gefahr eines weltanschaulichen Tunnelblicks gro.

Warum ist Kaplan eigentlich Auslnder? Sein Vater wanderte schon vor 25 Jahren nach Deutschland ein! Und selbst die Enkel der damaligen Flchtiglinge vor dem Militrputsch haben immer noch keinen Pass, der ihnen die Rechte garantiert, die sie als Einwanderer htten. Das beweist, wie absurd die deutsche Politik war - und immer noch ist und dass Einwanderer hierzulande, im Gegensatz zu den meisten europischen Staaten, als Menschen zweiter Klasse gehalten werden. Kaplan lehnt die Demokratie ab wie jeder gewhnliche Sektierer, Neonazir und die anderne blichen Verdchtigen - aber die Demokratie wollte ihn auch nie. Das zeigt er ihr jetzt.

Wenn Kaplan Deutscher wre, wie sein glhender Verehrer und Anhnger Muntasir-billah, der frher Bernhard Falk hiess und selbstredend die deutsche Staatsbrgerschaft besitzt, msste man sich mit dem Problem auseinandersetzen, warum diese Leute so denken, wie sie denken. Man msste ein Konzept entwickeln, wie Einwanderer es attraktiv und vorteilhaft finden knnten, sich an die hier herrschenden Regeln zu halten. Und warum einige Immigranten unbelehrbar sind. Doch das wre eine politische Diskussion - und an der hat niemand ein Interesse. Die Reaktion ist dementsprechend.

Der Kalif wird uns ohnehin noch fr eine Weile erhalten bleiben. Eine bersicht ber die Rechtslage findet man zum Beispiel auf aufenthaltstitel.de:

"Ein Auslnder kann ausgewiesen werden, wenn sein Aufenthalt die ffentliche Sicherheit und Ordnung oder sonstige erhebliche Interessen der Bundesrepublik Deutschland beeintrchtigt ( 45 ff. Auslndergesetz).
Die Ausweisung ist der (rechtliche) Befehl, das Bundesgebiet zu verlassen. Durch die Ausweisung werden gegebenenfalls erteilte Aufenthaltsgenehmigungen unwirksam ( 44 I Nr. 1 AuslG). Ausgewiesenen Auslndern darf keine Aufenthaltsgenehmigung erteilt werden. Sie drfen nicht erneut in das Bundesgebeit einreisen ( 8 Abs. 2 AuslG). Auf Antrag kann diese sogenannte Sperrwirkung befristet werden.
Verfgen Auslnder ber besonderen Ausweisungsschutz ( 48 AuslG), drfen sie nur aus schwerwiegenden Grnden der ffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgewiesen werden. Freizgigkeitsberechtigte EU-Auslnder drfen nur unter Beachtung des 12 des AufenthG/EWG ausgewiesen werden.
In der Umgangssprache und in den Medien werden die Begriffe Ausweisung und Abschiebung gern synonym verwendet. Der Unterschied zur Abschiebung ist jedoch, dass es sich bei der Abschiebung um das Zwangsmittel handelt, mit der der KaplanAufenthalt beendet wird.
Der UNHCR definiert den Begriff der Ausweisung wie folgt: "Ausserlandesschaffung einer Person, die sich rechtmig im Hoheitsgebiet eines Staates aufhlt, durch die Regierungsbehrden dieses Staates. Laut Art. 32 GK darf ein Flchtling nur aus Grnden der ffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgewiesen werden. Die Verfahren, in denen der Ausweisungsbeschluss gefasst wird, mssen fair und gerecht sein und dem Flchtling sollte eine angemessene Frist gewhrt werden, um ihm die Mglichkeit zu geben, in einem anderen Land Aufnahme zu finden."(UNHCR, Handbuch fr Parlamentarier, 2/2001)
Die Definitionen der Ausweisung nach deutschem Recht mit der des UNHCR sind somit nicht notwendigerweise deckungsgleich."

Kaplan rein - schafft zwei, drei, viele Kaplans! Die Deutschen werden es nie lernen, dass sie mit Einwanderern zusammenleben mssen. Man muss es ihnen reinprgeln. Kaplan raus, aber nur dann, wenn alle anderen Rassisten und Antisemiten auch abgeschoben werden - am besten dorthin, wo die Preussen sich als Fremde und wie Auslnder fhlen und wo katholischer Fundamentalismus zur Leitkultur gehrt - nach Bayern.


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BURKS ONLINE 13.06.2004
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