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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 03.05.2004, 21:59 Antworten mit ZitatNach oben



MEDIEN
Aktuell03. Mai 2004
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Dossier: Diskussion ber die provokanten Thesen eines DJV-Mitglieds aus Baden-Wrttemberg
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Teil IV. "Treu und frdernd" (10.02.2004, Thomas Schelberg)
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Teil VI. "Niedergang streng nach Vorschrift" (06.03.2004, Hans-Werner Conen)
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POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK

Lgenbereitschaft nimmt zu

Von Burkhard Schrder


Die Gewaltbereitschaft Jugendlicher nehme zu, sagte das kulturpessimistische ZDF soeben. Das hrten wir auch schon von Perikles, Sokrates und Cato dem lteren sowie dem Jngeren vor 2000 und mehr Jahren. Die heute Quelle ist jedoch die "Polizeiliche Kriminalstatistik". jugendliche StraftterGrund genug, sich Gedanken darber zu machen, ob die klassischen Medien nur noch ritualisierte Scheindiskurse fhren und sich von der Realitt, ber die es kritisch zu berichten gilt, verabschiedet haben. Das aber wre auch ein kulturpessimistischer Diskurs, der die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser dieses kleinen Familienforums mental berforderte.

Also zuerst die gute Nachricht: die Meldungen zu der ominsen Statistik sind, reiht man die berschriften auf, zum Totlachen. "Sicherheit in Deutschland hoch" (Klnische Rundschau). "Gewaltdelikte von Jugendlichen nehmen zu" (Netzeitung - der Genitiv wre ausserdem hbscher gewesen). jugendliche Straftter"Mehr Straftaten in Deutschland" (Financial Times Deutschland). "Kriminalitt steigt weiter" (RTLNews). Und so weiter. Geradezu sensationell jedoch die Backnanger Kreiszeitung, die das, was wirklich geschah, sogar im Titel unterbrachte: "Schily stellt Kriminalstatistik offiziell vor". Das ist wahr. Alles, was die anderen meldeten - jetzt die schlechte Nachricht -, ist grober Unfug.

Warum? Sind die Zahlen Schilys falsch? Nein, aber sie sagen rein garnichts aus. Das wei jeder. Sogar die "Bundeszentrale fr politische Bildung" hat sich einschlgig dazu geussert. Zum Beispiel: "Die jugendliche StraftterNichtbercksichtigung gerade der Verkehrsdelikte, soweit sie Straftaten darstellen wie zum Beispiel Trunkenheit im Straenverkehr und nicht "bloe" Ordnungswidrigkeiten wie zum Beispiel falsches Parken, fhrt wegen ihrer groen Zahl zu einer erheblichen statistischen Verzerrung."

Oder: "Ein Beispiel dafr, wie die Medien das Phnomen Kriminalitt nicht nur "reproduzieren", sondern auch "produzieren" knnen, ist die Meldung in einer groen Tageszeitung vom 30. Mai 1992: "2555 Morde in 1991". Tatschlich waren von den 2555 "Ermordeten" 1635 Menschen am Leben, das heit in 1635 Fllen blieb es bei einem versuchten Ttungsdelikt, so schlimm auch diese Tatversuche sind. Im juristischen Sinne lagen 891 Morde beziehungsweise Mordversuche vor, in 1692 Fllen wurden Ttungsdelikte unterhalb der Schwelle des Mordes begangen."
jugendliche Straftter
Und: "Die statistisch berdurchschnittliche Jugend- und Heranwachsendenkriminalitt wurde in einer Antwort der Bundesregierung im Dezember 1986 auf eine parlamentarische Anfrage wie folgt relativiert: "Die bloe Darstellung statistischer Ergebnisse vermittelt indes kein realistisches Bild ber die tatschliche Lage der Kriminalitt junger Menschen. Zu oft wird durch undifferenzierte Berichterstattung der falsche Eindruck hervorgerufen, unsere Jugend werde immer krimineller.""

Dazu kann man noch stundenlang Langweiliges schreiben. Die weitaus interessantere Frage ist jedoch, warum ich der Quatsch jedes Jahr, wenn der Innenminister mit Zahlen um sich wird, wieder in die Zeitung und andere Medien kommt. Ist es das Prinzip der zahlreichen Fliegen, die bekanntlich bei der Verrichtung ihrer Notdurft nicht irren, wenn sie das alle an demselben Ort tun? Einer fngt an: Jugend wird immer bser - das beweist die Statistik - und alle anderen mssen das auch melden?
jugendliche Straftter
Vielleicht sollte man dem Publikum zuerst das Prinzip der Hufigkeitszahl erklren, das dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Oder dass ein Anstieg der Statistik-Straftaten eine gute Nachricht sein kann, weil sich die Menschen mehr trauen, Straftaten anzuzeigen. Oder der Rckgang der Straftaten, weil das Gegenteil zutrifft - also die Kriminalitt in Wahrheit zunimmt. Und vielleicht sollte man auch anmerken, dass das Zahlwerk keinerlei Auskunft ber die bergriffe von Polizeibeamten gibt.

Man muss also eine sehr bekannte Redewendung erweitern. In Zukunft heisst es: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst geflscht hast - und glaube auch nicht der Presse, die ber Statistiken berichtet. Man muss ja nicht so weit gehen wie Martin Blumentritt, die die "Polizeiliche Kriminalstatistik" als "Quelle von Wahn" bezeichnet....

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BURKS ONLINE 03.05.2004
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