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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 07.04.2004, 22:42 Antworten mit ZitatNach oben



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WOZU GIBT ES EIGENTLICH OSTERN?

Warum der Hase zu Pessach Eier legt

Von Burkhard Schrder


64 Prozent der 128 Millionen US-Internetuser nutzen das Internet fr religise oder spirituelle Zwecke. Das berichtet froh und kritiklos der Heise-Newsticker. Da auch auf burks.de vorwiegend spirituelle Themen verhandelt werden, ist zum christlichen Osterfest gesetzt, wichtige Religionsfragen endgltig zu beantworten. Als da wren: warum die Christen Ostern von den Juden geklaut haben und warum Hasen zu Ostern ganz gegen ihre Gepflogenheit Eier legen.

Unsere armen Kinder werden in den Schulen mit dem frommen Mrchen traktiert, der christliche Feiertag Ostern sei im Gedenken an eine historisch umstrittene Person eingerichtet worden, die ermordet, aber dann von den Toten wieder auferstanden sei. Der humanistisch gebildete Mensch wendet ein, zu Jesus (lateinisch fr den jdischen Vornamen Josua), auch Christus (griechisch: "der Gesalbte") genannt, gebe es historische Quellen: Flavius Josephus zum Beispiel. Im Testimonium Flavianum"
werden ihm Wundertaten angedichtet, diese Passagen sind aber - so der wissenschaftliche Konsens - spter in das Original eingefgt worden. Historisch unumstritten ist die Passage: "Ananos hielt die Gelegenheit fr gnstig, da Festus gestorben und Albinus noch unterwegs (nach Juda) war. Er berief eine Gerichtssitzung (des Hohen Rates) ein und lie Jakobus, den Bruder Jesu, des sogenannten Gesalbten (Christus), und einige andere vorfhren. Die Anklage lautete auf Gesetzesbertretung. Er lie sie zur Steinigung abfhren."

Ein Jesus hat also gelebt. Nur weil Ostern ist, sei ausnahmsweise zustimmend ein Theologe zitiert, Rudolf Bultmann. Der erklrte lapidar, die Frage, ob Jesus eine historische Person sei, sei nicht nur unmglich zu beantworten, sondern auch berflssig: "...bin ich der Meinung, dass wir vom Leben und von der Persnlichkeit Jesu so gut wie nichts mehr wissen knnen, da die christlichen Quellen sich dafr nicht interessiert haben, ausserdem sehr fragmentarisch und von der Legende berwuchert sind, und da andere Quellen ber Jesus nicht existieren."[Unruhe in der Gemeinde, Zwischenrufe: "Sehr wahr! Hrt, hrt!"]

Doch wie kommt der eierlegende Hase ins Spiel? ber den sterlichen Meister Lampfe sind mindestens genau so viele Legenden im Umlauf wie ber den biblischen Josua alias Jesus. Christen interessieren sich in der Regel weder fr historische Tatsachen noch dafr, woher ihre Rituale stammen. Ostern ist identisch mit dem jdischen Pessach-Fest (auch: Pascha). Wir haken hingegen nach. "Bekanntlich sind schon in der hebrischen Bibel selbst zwei zunchst unabhngig von einander bestehende Festelemente verschmolzen worden: Die Schlachtung der Lmmer, Pessach, als Ritual von Kleintierzchtern und das dem Leben von Ackerbauern entstammende Fest der ungesuerten Brote, das Mazzot-Fest." [Zwischenrufe aus der Gemeinde: "Burks, was ist denn jetzt mit den Hasen und den Eiern?"]

Religise Feste sind immer mit einem Opfer verbunden: wer an hhere Wesen glaubt, verzichtet auf etwas, was ihm kostbar ist, "gibt" es den jeweiligen Gttern und hofft, dass die ihm dann wohlgesonnen sind. Das nennt man "primitive Magie", eine religise Verhaltensform, die auch Vegetarier und vor allem Veganer praktizieren - das magische Motiv ist bei Essensgewohnheiten aber in Vergessenheit geraten. [Zwischenrufe: "Buh!", "So ein Quatsch!" "Und die Eier?"]

Volkskundler haben mehrere Theorien, warum Hasen zu Ostern Eier legen: der Hase sei ursprnglich ein gebackenes, aber missratenes Osterlamm gewesen. Logischer klingt die These: "Seit dem vierten Jahrhundert galten die Wochen nach Aschermittwoch als vorsterliche Fastenzeit. Verzichtet werden sollte auf Fleisch, ursprnglich vielerorts auch auf Eier. Das fhrte, so Moser, regelmig zu einem erheblichen Eierberschuss. Darauf begrndet sich der Brauch, verzierte Eier in sterlichen Gottesdiensten zu weihen und diese "Ostereier" zum Beispiel an Patenkinder zu verschenken."

Womensnet behauptet, die Sache sei ohnehin heidnisch: die Symbole der "germanischen" Frhlingsgttin Ostara seien der Hase und das Ei. Das ist aber noch nicht einmal gut erfunden und so wahr wie das fromme Mrchen, der dunkelhutige Simon von Kyrene, der Jesus das Kreuz nachschleppte, sei ein Eierhndler gewesen.

Wiederum fr humanistisch Gebildete: es ist komplizierter. Religise Fragen sind immer astronomische Fragen - und nur das. Den "spirituellen" Unfug knnen wir uns schenken. Robert von Rabke-Graves, der leider von halbgebildeten Esoterikern immer wieder missbraucht wird, schreibt in "Die Weie Gttin" ber mnnliche Halbgtter und Religions-Heroen (zu denen auch der biblische Jesus gehrt) [Zwischenrufe aus der Gemeinde: "Burks, seit wann bist du Arianer?"]:

"Der Sohn inkarniert sich in den mnnlichen Dmonen der verschiedenen von ihr [der Schlangengttin, B.S] beherrschten Totem-Gesellschaften, die bei den ihr zu Ehren aufgefhrten erotischen Tnzen mitwirkten. Die Schlangen, die die Geister der Toten waren, sandten die Winde aus. Der Sohn, der auch den Namen Luzifer oder Phosphoros ["Lichtbringer") fhrte, weil er als Abendstern dem Lichte des Mondes vorauseilte, wurde alljhrlich wiedergeboren, wuchs mit dem Fortschreiten des Jahres heran, vernichtete die Schlange und gewann die Liebe der Gttin. Ihre Liebe vernichtete ihn, doch aus seiner Asche wurde eine neue Schlange geboren, die zu Ostern das glain - das rote Ei legte, das die Gttin verzehrte. So da der Sohn abermals als ihr Kind geboren wurde."

Das magische Ei zu Pessach alias Ostern ist also Teil eines klassischen astronomischen Jahreszeiten-Mythos. Ostern ist ein Fest der Tagundnachtgleiche. Pessach brigens auch, denn ein Auszug der "Kinder Israels" aus gypten, an dessen Gedenken das "Fest der ungesuerten Brote" gefeiert wird, hat historisch niemals stattgefunden.

[Unruhe in der Gemeinde, die Bnke leeren sich, Zwischenrufe: "Atheistenpack!" "Warum legt der Hase denn Eier?"] Wie bei spirituellen Fragen blich, liebe wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, sind letzte Antworten nicht mglich. Fr das, was noch unklar ist, empfehle ich dem medienkompetenten Publikum eine detaillierte Lektre der berhmt-berchtigen Links im Internet. Pax!


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