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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 02.02.2004, 23:07 Antworten mit ZitatNach oben




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LATINOBLOG 22 - Kolumbien 3

Die Mutter aller Flsse

Von Burkhard Schrder

Fortsetzung von [Latinoblog 21 - Kolumbien 2]: Das Cucaracha-Massaker

Am Amazonas, im Sdosten Kolumbiens, Februar 1982.

Flughafen Bogot - er heisst El Dorado. Genau in die Richtung, in der vor 500 Jahren das geheimnisvolle Goldland vermutet wurde, werden wir fliegen. Gonzalo Jimnez de Quesada, der Eroberer des Muisca-Reiches in Kolumbien, hat sich 1569 von Bogot aufgemacht, zum Rio Guaviare, der sdlich der Sierra de la Macarena fast tausend Kilometer nach Osten fliesst, bis er in den Orinoco mndet.


Kolumbien

Die Faszination und der Mythos des Amazonas sind ungebrochen. Er ist nicht der lngste Fluss der Welt, der Mississippi-Missouri in den USA soll lnger sein, aber der Amazonas ist der wasserreichste. Noch 3000 Kilometern von seiner Mndung in den Atlantik entfernt knnen ihn Ozeandampfer befahren. Die indianischen Vlker nannten in Amacuna, das heisst: Wasserwolkenlrm, oder auch: "der die Boote zerstrt." Zwischen Kolumbien und Brasilien gibt es Streit darber, wie die Mutter alle Flsse heisst. Die Peruaner und Kolumbianer nennen ihn auf ihrem Staatsgebiet Amazonas; zwischen Manaus und Kolumbien heisst er fr die Brasilianer Rio Solimes.

Der Flug von der kolumbianischen Hauptstadt in den ussersten Sdostzipfel des Landes, ber das Departament Amazonas dauert etwas lnger als von Berlin nach Paris. Aus meinem Reisetagebuch: "Zum Schreien ist die Handgepck-Kontrolle am Flughafen. Der Metall-Detektor piepst ununterbrochen, weil alle Leute sich gleichzeitig hindurchquetschen, whrend ein Polizist verzweifelt an den Mnnern herumfummelt."
Leticia
Wir fliegen ber Cali und dann exakt nach Osten. Die Anden verstecken sich unter einer dicken Wolkendecke, die erst ber der Tiefebene und dem Urwald aufreisst. Zahlreiche kleine und groe Flsse mandern durch den sattgrnen Regenwald. Die Unruhe unter den Passagieren wchst, als wir uns dem Fluss der Flsse nhern. Der Faszination des riesigen, braunen, bis zum Horizont in groen Schleifen trge, breit und majesttisch sich windenden Stromes knnen sich nur wenige entziehen. Man sieht kaum Schiffe.
Amazonas
Ganz tief berfliegen wir verstreute Huser mitten im Urwald; dann taucht unvermutet der kleine Flughafen von Leticia auf. Brasilien liegt schon auf der anderen Seite des Flusses. Beim Ausstieg schlgt die Hitze wie eine zusammenbrechende Mauer ber uns zusammen. Auf dem Flugfeld steht eine alte Maschine mit vllig verbeulter Schnauze, nicht gerade zur Beruhigung der Fluggste. Wir marschieren in glhender Hitze eine halbe Stunde, bis wir eine billige Pension gefunden haben.

Am Eingang der Stadt steht ein Schild: 18.000 Einwohner, temperatura 32o. Viele kleine Lden mit allem, mit dem man handeln kann. Ein paar Schiffchen im Kleinformat. Manchmal sieht man "zivilisierte" Indianer - die Physiognomie ist hier schon im Durchschnitt anders als im Hochland, rundlicher, die Menschen sind in der Regel kleiner.

Die wenigen Auslnder treffen sich unvermeidlich abends in den Spelunken am Fluss. Ein Englnder erzhlt uns von einem berfall in Cali: zwei Polizisten htten auf ihn eingeschlagen - sie wollen 300 Dollar haben. Sie schleppten ihn in sein Hotel, weil niemand seine Schecks htte wechseln knnen, mit Wachtposten vor der Tr. Ein Freund lenkt den Mann mit einer Prostituierten ab, der Englnder kann seinen Konsul anrufen. Der wiederum ist mit dem Polizeichef befreundet. Es wird hin- und her telefoniert, alles ist informell - Sdamerika eben. Am nchsten Tag rckt ein Kommando der DAS an, des Departamentos Admistrativo de Seguridad - die "Drogenpolizei" und sorgt fr Ordnung. Mit denen ist normalerweise nicht gut Kirschen essen. Die DAS verhlt sich zur normalen Polizei Kolumbiens wie die GSG9 zu einem Verkehrspolizisten. Der Englnder ist jedenfalls freigekommen, ohne seine Barschaft zu verlieren. Und vermutlich hat der Konsul den Polizeichef dann beim Golf gewinnen lassen oder so hnlich.
Tabatinga
Irgendwann stsst ein vllig betrunkener deutschstmmiger Kolumbianer zu uns, der alle Getrnkerechnungen bezahlt. Am nchsten Morgen gibt es einen Flaggenaufzug mit schrger Militrmusik und einem "Gleichschritt", bei dem sich jeder Preusse schaudernd abwendet. Auf dem Fussballplatz kuft jemand mit einem DDR-T-Shirt herum, woher auch immer er das aufgetrieben hat. [Bild u. 3.v.l.] Ein Kolumbianer wird von seinen Landsleuten angemacht, weil er whrend der Nationalhymne sitzen bleibt.

Tabatinga ist der erste Ort in Brasilien. Die Grenzbeamten mchten gern 600 Dollar pro Person vorgezeigt bekommen, mittellose gringos drften nicht einreisen. Ich verstehe kein Wort von dem merkwrdigen Portugiesisch, was hier gesprochen wird. Wir haben 1600 Kilometer per Schiff auf dem Amazonas vor uns. Bis Manaus werden wir zehn Tage brauchen.



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