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 [Roter Stern ber China 4] Die Helden von Tatu 4 Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 07.12.2003, 00:04 Antworten mit ZitatNach oben

Fortsetzung von [Roter Stern ber China ] - "Die Helden von Tatu" (Teil 1, Teil 2, Teil 3, aus dem Buch von Edgar Snow ber den mehr als einjhrigen Langen Marsch von 86000 Menschen whrend des Brgerkriegs quer durch China.

[Roter Stern ber China 4] - Die Helden von Tatu 4

Die "Brcke, die Liu gebaut hat", war schon vor Jahrhunderten errichtet worden, und zwar in der gleichen Art wie alle Brcken ber tiefe Flsse im westlichen China. Sechzehn schwere Eisenketten waren mit einer Spannweite von 100 Yards oder mehr ber den Fluss gespannt, ihre Enden waren auf beiden Seiten in den Mauern unter den steinernen Brckenkpfen eingebettet. Dicke, an den Ketten festgebundene Bretter bildeten den Brckenboden; aber bei ihrer Ankunft stellten die Roten fest, dass die Hlfte dieses hlzernen Belags entfernt worden war und vor ihnen bis zur Mitte des Flusses nur noch die nackten eisernen Ketten pendelten. Am nrdlichen Brckenkopf erwartete sie ein feindliches Maschinengewehrnest, und dahinter hielt ein Regiment Weisser Truppen seine Stellungen. Die Brcke htte natrlich zerstrt werden knnen; aber die Szechuanesen waren sentimental genug mit ihren paar Brcken; es war nicht leicht, sie wieder aufzubauen, und sie waren kostspielig. Von Liu Ting Chiao sagte man, dass "der Reichtum von achtzehn provinzen zusammenkam, ums sie zu bauen." Und wer htte gedacht, dass die Roten wahnsinnig genug sein wrden, den Fluss an den nackten Ketten zu berqueren?

Aber genau das taten sie. Keine Zeit war zu verlieren. die Brcke musste genommen werden, bevor die Verstrkungen des Feindes kamen. Wieder rief man nach Freiwillligen. Einer nach dem anderen traten die Roten Soldaten vor, um ihr Leben zu riskieren; von denen, die sich anboten, wurden dreissig ausgewhlt. Handgranaten und Mauser wurden ihnen auf den Rcken gebunden, und bald darauf schwangen sie sich ber den kochenden Fluss, setzten Hand vor Hand und klammerten sich an die Eisenketten. Rote Maschinengewehre gaben knatterndes Feuer auf feindliche Feldschanzen und deckten die Brckenkpfe mit Kugeln ein. Der Feind antwortete mit eigenem Maschinengewehrfeuer, und Scharfschtzen schossen nach den Roten, die noch ber dem Wasser hangelten und sich langsam auf sie zuarbeiteten. Der erste Krieger wurde getroffen und strzte in den Strom, ein zweiter fiel, dann ein dritter. Aber als sie sich der Mitte nherten, schtzte der dort noch vorhandene Brckenboden diese Todesmutigen etwas; die meisten feindlichen Kugeln verfehlten ihr Ziel und trafen die Abhnge des gegenberliegenden Ufers.

Die Szechuanesen hatten wahrscheinlich nie zuvor derartige Kmpfer gesehen. Mnner, fr die das Soldatentum nicht nur eine Reisschssel war, und Jugendliche, die um des Sieges willen zum Selbstmord bereit waren. Waren das menschliche Wesen oder Verrckte oder Gtter? Beeintrchtigte das die Kampfmoral ihrer Gegner? Zielten sie extra weniger genau, um nicht zu tten? Beteten manche heimlich darum, dass diese Mnner nei ihrem Versuch erfolgreich sein mchten?

Schliesslich kroch ein Roter ber den Brckenkopf ans Ufer herauf, zndete eine Handgranate und warf sie mit vollkommender Zielsicherheit in eine Feldschanze des Feindes. Nationalistische Offiziere ordneten an, die restlichen Planken abzureissen. Es war schon zu spt. Weitere Rote krochen in Sicht. Der Feind warf Paraffin auf die Planken und setzte sie in Brand. Inzwischen bewegten sich etwa zwanzig Rote auf Hnden und Knien vorwrts und warfen Granate nach Granate in das Maschinengewehrnest des Feindes.

Pltzlich begannen am Sdufer ihre Kameraden voller Freunde zu rufen: "Lang lebe die Rote Armee! Lang lebe die Revolution! Lang leben die Helden von Tatu Ho!" Der Feind zog sich kopflos zurck. Der Angreifer aber rannten so schnell sie konnten ber die restlichen Planken der Brcke und ber die zngelnden Flammen, sprangen in die Feldschanze des Feindes und wendeten die verlassenen Maschinengewehre gegen das Ufer. Mehr Rote kamen jetzt ber die Ketten und halfen das Feuer zu lschen und die abgerissenen Bretter neu zu befestigen.

Und bald danach kam die Rote Division, die bei An Jen Ch'ang bergesetzt hat, in Sicht und erffnete einen Flankenangriff auf die restlichen Feindstellungen, so dass nach kurzer Zeit die Weien Truppen in voller Flucht begriffen waren - das heisst, entweder flohen sie, oder sie gingen mit den Roten: etwa hundert szechuanesische Soldaten warfen ihre Gewehre fort oder schlossen sich ihren Verfolgern an. In ein oder zwei Stunden marschierte die ganze Armee singend und voller Freude ber den Tatu-Fluss nach Szechuan. Hoch ber ihren Kpfen brummten rgerlich und hilflos die Flugzeuge Chiang Kai-sheks, und die Roten brllten ihnen jubelnden Herausforderungen zu. Fr ihre aussergewhnliche Tapferkeit wurden die Helden von An Jen Ch'ang und Liu Ting Chiao mit dem Goldenen Stern, der hchsten Auszeichnung der Roten Armee in China, belohnt.

Fortsetzung folgt.

Das Bild links unten zeigt SoldatInnen der Roten Armee whrend des Langen Marsches.

Long March Foundation
The Heroes of Tatu


07.12.2003
BurkS

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