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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 06.11.2003, 01:16 Antworten mit ZitatNach oben

Was ist eigentlich Pornografie?

Auf die Frage, was Pornografie sei, gibt es mehrere Antworten, je nachdem, ob man sie umgangssprachlich, juristisch oder moralisch sieht. Die Zeitschrift Jungle World schrieb am 23.12.98: "Der Strafbestand "Verbreitung pornographischer Schriften" ist bisher mit dem Paragraph 184 des Strafgesetzbuches unter "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" geregelt. Definiert wird Pornographie dort u.a. als Sammelbegriff fr Darstellungen, die "ausschlielich oder berwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes beim Betrachter abzielen, und dabei die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstandes eindeutig berschreiten".

Was aber "allgemeine gesellschaftliche Wertvorstellungen" sind, bleibt dem kontroversen Diskurs vorbehalten, jeweils neu und anders zu definieren. Und was zielt "berwiegend" darauf ab, einen sexuellen Reiz zu erzielen? Die "Jungle World schreibt weiter: "Diese unpraktikable, da vage und moralisierende Definition wird seit ihrer Einfhrung von RechtsexpertInnen heftig kritisiert. Als pornographisch gilt daher auerdem "eine grobe Darstellung des Sexuellen in drastischer Direktheit, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden oder die Geschlechtlichkeit in den Schmutz ziehenden oder lcherlich machenden Weise den Menschen zum bloen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde oder Bettigung jedweder Art degradiert."

Die ""Arbeitsgruppe NOporNO" hat eine usserst informative Materialsammlung online gestellt, die die Bandbreite der Diskussion widerspiegelt. Die EMMA behauptet zum Beispiel in ihrer Ausgabe vom Mai/Juni 1998 unter der berschrift "Was ist Pornografie": "[...] Pornographie ist die verharmlosende, verfhrerische oder verherrlichende, in jedem Fall aber deutlich erniedrigende sexuelle Darstellung in Text oder Bild von Kindern oder Frauen, bei denen die Sexualobjekte: Erniedrigung, Verletzung oder Schmerz zu genieen scheinen; vaginal, anal oder oral vergewaltigt werden; von Gegenstnden in Vagina, After oder Mund penetriert werden; geschlagen, gefesselt, mihandelt, verletzt, verstmmelt, gettet oder auf andere Weise Opfer von Zwang und Gewalt werden.". Das ist auf jeden Fall unter juristischen Gesichtspunkten falsch: pornografisch ist auch ein eregiertes mnnliches Glied im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen, wenn nicht davon die Rede sein kann, dass die Beteiligten irgendwie "erniedrigt" werden. Sex an sich ist selbstredend nicht "erniedrigend," genausowenig wie ein Blowjob.

Die (ehemalige) Frauensprecherin der PDS im Deutschen Bundestag, Christina Schenk, sagt zum Thema: "Auf jeden Fall werde ich mich dafr einsetzen, da die PDS keine Initiativen untersttzt, die gegen Pornographie im allgemeinen oder gegen sog. Gewaltpornographie im besonderen gerichtet sind. Man knnte hchstens berlegen, ob man den strafrechtlichen Schutz fr die Flle ausbaut, wo jemand gegen seinen/ihren Willen zur Teilnahme an der Herstellung von pornographischen Erzeugnissen gezwungen wird (Ntigung etc.). Kinderpornographie ist eh strafbar [...]."

Ein weiteres juristisches Beispiel: "Darber hinaus sind nach 4 Absatz 1 Ziffer 9 JMStV Darstellungen von Kindern oder Jugendlichen in unnatrlich geschlechtsbetonter Krperhaltung [sind] absolut unzulssig. Dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen. Mit Einfhrung dieser Vorschrift sollen Angebote erfasst werden, die zwar noch nicht die Schwelle der Pornografie (Kinderpornografie) erreichen, jedoch als erotisch einzustufen sind und somit als Einstieg fr entsprechende Angebote genutzt werden." "Jugendliche" sind Menschen bis zum Alter von 17 Jahren. Die Formulierung "unnatrlich" und "geschlechtsbetont" lsst einen recht weiten Ermessensspielraum. Ein strengglubiger Christ oder Muslim wird unter "unnatrlich" etwas anderes verstehen als jemand, der im Internet-Zeitalter sozialisiert wurde.

Auf burks.de bzw. spiggel.de gibt es natrlich im juristischen Sinn keine Pornografie. Bilder unbekleideter Damen - auch jngeren Alters - sind noch nicht einmal aus der Sicht usserst ngstlicher Jugendschutzwarte fragwrdig, ausser sie wren Mitglied bei Opus Dei, den Mormonen oder anderweitig marginalisierter Bedenkentrger. Die beiden Damen, die hier abgebildet werden, stammen von kommerziellen Websites wie etwa www.teenmegacash.com, auf denen versichert wird, die "Modelle" seien "ber 18 Jahre" alt - was ohnehin erkennbar ist. Bekanntlich werben die Anbieter dieser mehr oder minder knstlerisch wertvollen Bildchen gern mit dem Logo "teen" - auch wenn es sich um 30jhrige Frauen handelt - , und nicht mit dem Slogan "unbekleidete Seniorinnen". Und natrlich sind die Bilder erotischer Natur. Erotik findet bekanntlich im Kopf statt - und wenn dort nichts ist, ist auch sonst nichts.

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06.11.2003
BurkS

"Von der Rechtsprechung wird die sog. einfache Pornografie definiert als grobe Darstellung des Sexuellen in drastischer Direktheit, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden oder die Geschlechtlichkeit in den Schmutz ziehenden oder lcherlich machenden Weise den Menschen zum bloen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde oder Bettigung jedweder Art degradiert. Zu bercksichtigen sind dabei auch die vom Bundesgerichtshof (BGH) entwickelten Kriterien der aufdringlich vergrbernden, anreierischen, verzerrenden, unrealistischen Darstellung, die ohne Sinnzusammenhang mit anderen Lebensuerungen bleibt oder gedankliche Inhalte zum bloen Vorwand fr provozierende Sexualitt nimmt (BGHSt 23, 40, 44).

Der Begriff der sog. harten Pornografie ist in 184 Absatz 3 Strafgesetzbuch (StGB) bestimmt: zur harten Pornografie werden pornografische Schriften gezhlt, die Gewaltttigkeiten, den sexuellen Missbrauch von Kindern oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben.

Wissenschaftliche Werke gelten von vorneherein als nicht pornografisch. Dagegen ist eine Trennung von Pornografie und Kunst nicht mglich, so dass nach den Umstnden des Einzelfalls auch ein Kunstwerk als pornografisch eingestuft werden kann. Fr die Bewertung, ob es sich um eine pornografische Darstellung handelt, sind nicht die subjektiven Zielvorstellungen und Tendenzen des Verfassers mageblich. Vielmehr kommt es allein auf den objektiven Gehalt und die Art der Darstellung an.

Eventuell sind beigefgte Erluterungen und Andeutungen zu bercksichtigen, keinesfalls jedoch die Ziele und Vorstellungen des Herstellers. Auch bei Kinderpornografie (= pornografische Darstellung einer Person unter 14 Jahren, 184 Absatz 3) wird ein objektiver Mastab angesetzt, d.h. mageblich ist grundstzlich das tatschliche Alter des Darstellers."

Quelle: FSM - "Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter"

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