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 Wer hat Angst vor den kackbraunen Kameraden? Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 19.09.2003, 00:44 Antworten mit ZitatNach oben

"Wer sich aus dem rechten Milieu zurckziehen will, braucht Mut: "Verrterschweine" werden von ehemaligen Kameraden brutal drangsaliert. Hilfe bieten Aussteigerprogramme." So beginnen meinungsstarke Geschichten zum Thema "Rechtsextremismus". Boshafte Menschen sagen: mit Journalismus hat das nichts zu tun. Journalismus hiesse: man hat recherchiert. Liebe wohlwollende Kolleginnen und geneigte Kollegen der Medienbranche: Recherche bedeutet nicht, Sprechblasen aneinanderzureihen, die eine vermeintlich moralisch hochwertige Parabel erzhlen wollen.

Um das zu verdeutlichen: Wer sich aus dem rechten Milieu zurckziehen will, braucht keinen Mut. Eine "brutale Drangsalierung", die angeblich Aussteiger trfe, ist ein alter Medienhoax - frher sagte man: eine Zeitungsente. "Aussteigerprogramme" bieten keine Hilfe, jedenfalls so lange nicht, bis es bewiesen wird. Ein Beweis ist nicht, wenn ein Polizeisprecher oder ein Verfassungsschtzer behauptet, das es so sei, wie sie behaupten. Wer nicht zu Beginn einer Reportage bereit ist, die Guten gnadenlos in die Pfanne zu hauen, wenn es denn angebracht ist, ist nicht objektiv. Und dem Habitus der Sddeutschen sieht man es in diesem Fall auf zehn Meter Entferung an: man mchte gern das Gute, Schne und Wahre frdern. Leider verwechselt man das irrig mit "Aussteigerprogrammen".

Die Sddeutsche, von der man in der Regel serise Recherche erwartet, kut eine der verbreitetsten urban legends ber die kackbraune Szene wider: Es gebe eine relevante Zahl von Neonazis, die von "von eigens geschulten Beratern" der Schlapphut-Behrde ideologisch htten beeinflusst werden knnen. Das ist selbstredend Unfug und noch nicht einmal gut erfunden. Und schdlich dazu: jeder Neonazi wird seinen kackbraunen Gesinnungsgenossen beim nchsten Kameradschaftsreffen glaubwrdig versichern knnen, dass jemand, der durch ein paar Gesprche, wenn sie denn berhaupt stattgefunden haben (ich bezweifele das), seine Weltanschauung nderte, ohnehin nicht ernst zu nehmen wre.

"33 dieser Mnner und Frauen haben sich nach Angaben des bayerischen Innenministeriums tatschlich von der Szene gelst. Zudem wurde ein Hinweistelefon (0180/2000786) geschaltet, bei dem sich Ausstiegswillige melden knnen. Die Hotline nutzten inzwischen etwa 150 Personen." Nach Angaben! Und wer soll das glauben? Dass der Verfassungsschutz lgt wie gedruckt, verstehen selbst Kinder. "Sich von der Szene" lsen - das bedeutet einen langwierigen, sich ber mehrere Jahre hinziehenden Prozess der inneren Umkehr, als dessen Ergebnis auch die Einsicht stehen muss, warum man berhaupt Rassist und Antisemit geworden ist.

Derartige faktenfreie Berichte halte ich fr politisch ausserordentlich gefhrlich. Sie gehen der Propaganda der militanten Neonazi-Szene auf den Leim, pflegen die alarmistische Attitude und lassen das Publikum ratlos zurck. Was lehrt uns das? Die tun was? Der kulturpessimistische Komparativ in Permanenz: Neonazis immer gefhrlicher?! Die Welt immer schlechter?! Die Bsen immer bser?!

Wes Geistes Kind der Kollege Heribart Prantl von der Sddeutschen ist, beweist das kommentierende leider: "Die gewaltttige rechte Szene hat gelernt - auch aus den Erkenntnissen des leider gescheiterten NPD-Verbots. Man hat erfahren, wie stark von V-Leuten durchsetzt die Szene war und daraus die Konsequenzen gezogen: Rckzug in autonome Gruppen, Abschottung, massive Militarisierung. Die braune Szene ist todgefhrlich." Meldendurchfhrenverbieten also. Und wieso leider? Das klingt wie eine verbale Lichterkette, der man sich anschliessen muss, weil der gruppendynamische Druck der Gesichtzeiger und gut Meinenden zu stark ist. Glcklicherweise ist das NPD-Verbot gescheitert! Es bietet die Chance, dass endlich weniger ber die bsen Nazis und die guten Aussteiger phantasiert, sondern ber ber den Rassismus und Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft diskutiert wird, der das kackbraune Milieu erst hervorbringt.

Abbildungen von Indymedia. Quizfrage: wie viele jugendiche Skinheads erkennen Sie?
19.09.2003
BurkS

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