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burks
Webmaster
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 07.08.2003, 23:59 Antworten mit ZitatNach oben

The Chaos Communikation Camp Conference language is english. But I am not planning to write my weblog in an foreign language like Suaheli. You should lean entspannt back into the Sessel. Only some impressions. 25 Kilometer mit dem Fahrrad, Berlin-Kreuzberg nach Paulshof, bei glhender Hitze. Ausrstung: Laptop mit Debian, Banane, Apfel, Pfannkuchen, Mineralwasser, Luftpumpe, Block, Globetrotter-Allzweckriemen, um alles auf dem Vehikel festzuzurren. Dauert nur gut 90 Minuten, Sonnenbrune inklusive.

Fnf Kilometer vor Paulshof berholt ein riesiger Lastwagen aus Bielefeld, bremst kurz ab, hllt mich mit Staub ein. Was soll denn das jetzt? Ist das ein Gag und Teil irgendeines Events? Der Shuttle-Bus fr die Warmduscher fhrt ebenfalls an mir vorbei. Am Eingang des Camps ultrafreundliche Chaos Angels. Schnell wird klar, warum sich das sommerliche Treffen fr Nerds, Geeks und verwandte Seelen internationalisiert, aber von Deutschen ausgerichtet wird: Alles ist perfekt organisiert. Man msste, um das zu wrdigen, ein mexikanisches Hackertreffen veranstalten - nur so als Kontrastprogramm. Chemieklos steh'n in Reih' und Glied, ein Anblick, den man gerne sieht. In einer Bude verkaufen khle Frauen khle Getrnke zu Mitropa-Preisen. Ein Angel am Infostand, der mindestens 35 Jahre jnger ist als ich, leiht mir sein Netzwerkkabel. Ich bin drin im Hackcenter. Und nun?

Was machen die eigentlich alle? Vor das Hacken hat das Leben die soziale Kompetenz gesetzt. Die regionalen Gruppen sitzen regional zusammen. Wer am meisten kennt, hat gewonnen. Es ist irgendwie wie auf einem normalen deutschen Campingplatz. Kein unordentlicher Mll, keine bsen Worte, erfreulicherweise nur wenige Hunde. Nur haben alle irgendwo einen Rechner zu stehen, wie der Berliner zu sagen pflegt. Alles ist wie zuhause, nur mit einem Zelt drber. Klappsthle, Ksten mit Getrnken, was man vom Nrburgring kennt, wenn Schumi antritt. Allerdings weitgehend alkoholfrei. Man(n) ist zivilisiert, will sagen: man kultiviert die Verhaltensnormen der neuen Mittelschichten (neu, weil ohne Gartenzwerge). Die Rechner sind aber nicht aus Tofu.

In Soziologisch heisst das: die Vergesellschaftung eines sozial marginalisierten Milieus. Marginalisiert nicht, die Klassenfrage betreffend, sondern wegen der esoterischen Kenntnisse. Die Linux-Dichte entspricht ungefhr der Dichte der Pinguine in der Antarktis. Man(n) trgt passend zum Betriebssystem Wursthaare oder kurz, aber kaum fiese Scheitel. Vlkerkundlich interessant jedoch die Ikonografie: die Rebellion ist zur Pop- und Kitsch-Kultur degeneriert, was sich in den mehr oder sinnfreien Aufschriften der T-Shirts manifestiert. Der Hacker ist das Trffelschwein der Industrie, mit leicht ironischen Touch, die berwachungsgelste der Obrigkeit betreffend.

Olaf Arndt, ein Knstler, trgt vor: Technologies of Political Control - Current state of the art in police technology. Es geht um Waffen und andere Techniken, die ein Staat der naher Zukunft einsetzen wird, um die Untertanen zu beherrschen. Nicht-tdliche Waffen natrlich, man hlt sich an gewissen Regeln. Es ist zum Gruseln, und die Links passen zu diesem Gefhl. Doch was will uns der Knstler damit sagen? Will er uns aufhetzen gegen die Obrigkeit? Leider nicht.

Es ist nicht einfach, subversiv zu sein. Und ob diese politische Haltung berhaupt bei der Mehrheit des Publikums auf Wohlgefallen trifft, bleibt zumindest strittig. Wer die Sicherheitslcken zum Beispiel der Biometrie offenlegt, spornt die Firmen, die derartige Verfahren entwickeln, nur an, es besser zu machen. Hacker waren schon immer die besten Freunde der Netzwerk-Administratoren (wie es sich in schnstem Denglisch eingebrgert hat zu sagen): sie zeigten aus purem Spass an der Freud' die Sicherheitslcken der Systeme auf - und verbesserten die dadurch. Man bekommt ein ungutes Gefhl, wenn das auch fr Techniken der politischen Kontrolle glte....Demnchst mehr in diesem Sommertheater.

08.08.2003
BurkS

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