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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 15.07.2003, 01:10 Antworten mit ZitatNach oben

Kopftuch. Frauen. Islam. Jetzt zappt schon die Hlfte der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser weg. Nicht, weil das ein langweiliges Thema wre. Ein hheres Wesen bewahre: an einem Fetzen Tuch kann man das Wesen der deutschen Nation diskutieren - pars pro toto fr die sozialen Aufsteiger mit dem mittelgroen Latinum. Man zappt weg, weil man meint, dass alles gesagt sei. Als wenn man dem CDU-Drogenbeauftragten die Worte Haschisch. Gehirnschden. Einstiegsdroge hinwerfen wrde. Man wei im voraus, wie das Echo dann echot.

Die Kopftuchdiskussion beweist eins: das Thema wird garantiert verfehlt. In Deutschland gibt es sofort ein Kuddelmuddel: Reden wir ber Religon in der Schule? ber Integration der Einwanderer? Frauen im Islam? Schuluniformen? Hier also einige Anmerkungen fr Kaltduscher. Die Website Enfal Islampage fasst, liberal und tolerant bis unter den Schador, Pro und Kontra zusammen. Ein Kopftuch hat nichts mit dem Islam zu tun. Auch in Versionen des Christentums gibt es Kopftuchtrgerinnen. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.1 Sage jedenfalls die Bibel, merken die Muselmanen zu Recht hmisch an.

Und ganz nebenbei eine kleine Nachhilfestunde in Emanzipation fr die hier zahlreich mitlesenden ChristInnen: "Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schndet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wre sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Weil es aber fr die Frau eine Schande ist, da sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie das Haupt bedecken." Die Quizfrage, auch nur ganz nebenbei und nur fr die Info-Elite dieses Forums, die die Boolsche Algebra und andere Folterinstrumente der Recherche beherrscht: Wer steckt hinter enfal.de?2

Wer sich seine Meinung zum Thema Kopftuch erst noch bilden will, nehme das interne Hauen und Stechen der Humanistischen Union zur Kenntnis: H: "Solange es Halskreuze und Ordenstrachten geben darf, mu es auch Kopftcher geben drfen." Hott: der Pressesprecher begrsst das Verbot, im Unterricht ein Kopftuch, will sagen: religise Symbole zu tragen. Dieser Diskurs interessiert uns hier aber nicht. In einem Land wie Deutschland, das trotz der miserablen Pisa-Ergebnisse die kostbare Zeit der Schler verschwendet und im staatlichen Unterricht fromme Mrchen und die Verehrung hherer Wesen lehrt, kann man nicht rational ber Religion diskutieren. Man msste zunchst die Franzsische Revolution nachholen und vielleicht in schweren Fllen religisen Wahns die Guillotine aufstellen, insbesondere fr diejenigen, die einen interreligisen Dialog fordern. Gemeinsam reden, um den Aberglauben zu frdern. Igitt.

Was bedeutet das Kopftuch? Es zeigt, wie ein Land je nach Tradition mit Immigranten umgeht und wie seine Zukunft aussehen wird. Das Kopftuch ist eine Reaktion. Im laizistischen Frankreich ist eine arme stdtische Jugend muslimischer Herkunft herangewachsen. Back to the roots hob ihr Selbstwertgefhl. "Der Erfolg der islamistischen Ideologie...war auch Folge der enttuschten Hoffnungen der achziger Jahre", schreibt Gilles Kepel im Schwarzbuch des Dschihad. Die Bewegung SOS-Racisme habe alle Jugendlichen, gleich welcher Herkunft, im Kampf gegen den Rassismus zu vereinen gesucht, sei aber politisch erfolglos gewesen. "Das hinterlie bei vielen ein Gefhl der Bitterkeit und der Skepsis gegenber hnlichen Anstzen, die ihre Bindung an franzsische Kulturwerte in den Mittelpunkt stellten und den Bezug zum Islam in den Hintergrund drngten." Die Immigranten waren erwachsen geworden: Sie kannten die Regeln des Spiels und forderten ihre Rechte ein.

Warum das Kopftuch berhaupt ein Symbol des Islamismus wurde, erklrt Kepel mit einer interessanten These: "Sobald Muslime Staatsbrger europischer Staaten wurden, konnten diese Lnder nicht mehr der Kategorie dar al-'ahd oder dem Land des Vertragsfriedens zugeordnet werden. In der islamischen Lehre bezeichnet dieser Begriff jenen Teil des dar al-kufr (Land der Unglubigen, im Gegensatz zum dar al-Islam), in dem die Glubigen in Frieden leben." Im Land des Vertragsfriedens kann kein Muslim die Scharia, das islamische Recht, fordern, "denn der Souvern ist ein kafir, ein Unglubiger". Islamistische Organisationen erklrten Europa ab 1988 zum dar al-islam.

In Deutschland, England und den Niederlanden, so Kepel, sei diese doktrinre Vernderung nicht zu spren. "In Deutschland, wo die Gesetzgebung einem Trken die Einbrgerung sehr schwer machte, selbst wenn er im Land geboren und zur Schule gegangen war, diente der community-Gedanke dazu, die Verweigerung der Integration als Staatsbrger durch das Zubilligen nationaler Eigenart zu kompensieren. Die Angehrigen dieser Bevlkerungsgruppe wurden um so mehr dazu verleitet, sich abzuschotten, die eigene Sprache zu sprechen, in trkischen Lden einzukaufen, in ffentlichen Parks zu picknicken und Kopftuch zu tragen, als sie geringe Aussichten hatten, Deutsche zu werden. Und indem sie auf diese Weise ihr Anderssein noch sinnflliger machten, bestrkten sie die Befrworter des "Blutrechts" in ihrer restriktiven Definition von Heimat."

Alles klar soweit? Frau trgt Kopftuch, weil sie anders sei will, aber nur, weil die anderen sie nicht wollten. Liebe Multikulti-Fans, interkulturellen und interreligisen Dialogiker: ihr habt berhaupt nichts kapiert. Und vom Islam schon garnicht. Es gilt, was ich auch unseren "Rechtsextremismus"-Gesichtzeigern rate: von auslndischen Bchern und Diskursen lernen, heisst siegen lernen. Wenn ihr nicht anfangt, die englische und franzsische Diskussion ber Ethnizitt und Migration (Hallo Kien!)) zur Brust zu nehmen, sollte man euch den Schador vor die Augen und euch auf den besagten franzsischen und laizistischen Holzklotz binden - den mit dem scharfen Messer ganz oben.

1) 1. Korinther, 11, v. 8
2) Die IGMG. Vgl. Eberhard Seidel: "Nie habe er eine Distanzierung der IGMG zur Fatwa gegen Salman Rushdie gesehen, wohl aber Flugbltter gelesen, in denen der IGMG zugehrige Gruppierungen den Vlkermord an den Armeniern in der Trkei verleugneten. Es gebe einen ausgeprgten Antisemitismus unter Milli-Grs-Anhngern. Diesen knne man aber schwer beikommen, da die IGMG ihre Mitgliederstruktur nicht offenlege. cncs Vorgnger habe ihm vor Jahren eine Auflistung versprochen. "Darauf warte ich bis heute", so Seidel. " Oder auch das Interview: "Wir liefern die moralische Basis."


15.07.2003
BurkS

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