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 Gastkolumne Max Brym: Horst Mahler hat besorgte Freunde Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 19.05.2003, 23:03 Antworten mit ZitatNach oben

Die besorgten Freunde von Horst Mahler

Horst Mahler hat besorgte Freunde

Horst Mahler ist krzlich aus der NPD ausgetreten. Nachdem die nazistische NPD vom Bundesverfassungsgericht nicht verboten wurde, wandte ihr Horst Mahler den Rcken zu. Diese NPD war nach Mahlers berzeugung "zu parlamentarisch gestrickt". Mahler will jetzt offen die Grndung eines "vierten Reiches" anstreben. Dazu hat er bereits einen Verfassungsentwurf vorgelegt, indem er natrlich "die Juden unter Fremdengesetzgebung" stellen will. Besonders dringlich erscheint diesem Mahler eine offensive Leugnung der Schoa. In seinem hinlnglich bekannten Duktus schreibt Mahler auf seiner Homepage: "Das deutsche Reich lebt. Die judo-amerikanische Despotie wird zugrunde gehen."

Wer steht hinter Mahler?

Natrlich Holocaust Leugner wie Ernst Zndel und die bekannte Schar offener Nazis. Auf jene kann Mahler voll und ganz zhlen Aber es gibt auch klgere Nazis, die Mahler bedauern und hchstens mildes Verstndnis fr ihn haben. Aus der NPD und vom Kampfbund deutscher Sozialisten werfen ihm viele Freunde "taktische Ungeschicklichkeit" vor. Thomas Brehl, einst Stellvertreter des verstorbenen Nazis Michael Khnen, warnt in einem offenen Brief, Mahler davor, sich "nicht zu weit" aus dem Fenster zu lehnen. Brehl empfiehlt Mahler "taktisch geschickter" das System zu bekmpfen. Brehl denkt an eine Kampagne, die sozialdemagogischer ist, um damit die Strae zu erobern. Er bedauert Mahler, er warnt den Kameraden, durch zuviel "offenen Geschichtsrevisionismus" (Leugnung der Schoa) im Gefngnis zu landen. Nach Brehl "kann die deutsche Geschichte erst grndlich revidiert werden, wenn man selbst ein Machtfaktor ist." Dieser Kampfbund deutscher Sozialisten hat eine Querfrontstrategie, der KDS versucht die braune Soe mit "linken" Parolen unters Volk zu bringen. Dabei knpft der KDS wie andere Gruppen auch, an den weitverbreiteten Antiamerikanismus in Teilen der "Linken" an. Selbstverstndlich sind die KDS-Leute Antizionisten und belobigen Figuren wie Saddam oder Slobodan Milosevic. Der scheinbar linke Jargon in der Rechten ist nichts neues, nur ist dieses Jargon beim KDS ausgeprgter als bei anderen Nazigruppen und es wird eine Querfront (Leute von links nach rechts ziehen) angestrebt. Der KDS betreibt einen sogenannten "Rot-Braunen Kanal" und bietet auf seiner Homepage einen Link zum als links geltenden Querfrontorgan Kalaschnikow an.

Natrlich bedauert auch das ehem. KPD-Mitglied Michael Koth (gilt als KDS-Chef ), die sektiererische Entwicklung von Horst Mahler. Die nazistische Rechte lebt stark von Idologieproduzenten, die einst ein linkes Profil hatten. Langhans, Mahler, Maschke, Oberlercher und Olles sind die am hufigsten genannten Namen. Jetzt befrchten einige aus der Szene eine ihrer Galionsfiguren - nmlich Mahler - durch sein Sektierertum zu verlieren. Die Leugnung der Schoa wird von intelligenteren Rechten nicht in den Mittelpunkt der Propaganda gestellt, sondern der Kampf gegen Israel und Amerika.

Bernd Rabehl und Horst Mahler

Professor Bernd Rabehl ist Soziologe und hlt immer noch Vorlesungen an der FU-Berlin. In seiner Studienzeit war Rabehl Berliner SDS Aktivist und ein wichtiger Theoretiker der "Auerparlamentarischen Opposition". Er vertrat die sog. "nationale Fraktion" innerhalb des Studentenverbandes. 1999 referierte er bei den "Bogenhausener Gesprchen" der rechtsextremen Burschenschaft Danubia in Mnchen. Sein Vortragsmanuskript verteilte der Hochschullehrer unter anderem in seinem Seminar in Berlin. In seinem Seminar lie er auch das ehem. RAF Mitglied Horst Mahler auftreten.

Rabehls Verlautbarungen weisen seit Jahren typisch rechtsextreme Argumentationsmuster auf. So meint er, "Denk und Diskussionsverbote" diagnostizieren zu knnen und beklagt eine fehlende nationale Identitt der "umerzogenen" Deutschen. Dabei gibt sich Rabehl als "Linker" aus. Das ist im Rahmen der Bemhungen zu sehen, die politischen Standortdefinitionen von "links" und "rechts" aufzuheben. Die gewerkschaftsnahe Hans Bckler-Stiftung lie sich allerdings nicht tuschen. Anfang des Jahres 2000 trennte sich die Stiftung von dem Dozenten Professor Rabehl - aufgrund seiner rechtsextremen Gesinnung.

Visionr und Priester
Am 05.05.03 druckte das angeblich linke Internetorgan Kalaschnikow einen Artikel von Bernd Rabehl ber Horst Mahler ab. Den Titel Visionr und Priester gab Rabehl seiner Hommage auf Horst Mahler. Liebevoll skizziert Rabehl das Festhalten von Horst Mahler an seiner Familientradition. Rabehl beschreibt Mahler als Menschen, der als Oberschlesier gelernt habe, um die nationale Identitt zu ringen. Der Vater von Mahler war Zahnarzt und Parteignger der NSDAP. Rabehl rechnet es Mahler hoch an, sich nie, auch nicht in seiner ultralinken Phase, von seinem Elternhaus gelst zu haben. Dann schreibt er dem heutigen Mahler folgende politischen Verdienste zu: "Mahler spricht aus was die Herrschenden verschweigen", und "Mahlers Bedeutung liegt darin, die politischen Tabus dieser Republik offenzulegen." Was das fr Verdienste sein sollen, liet sich bei Rabehl so: "Die politischen Eliten gefallen sich darin, Elemente einer Vassallitt der deutschen Republik nur bedingt anzusprechen. Der Staat Israel wird als Vermchtnis der jdischen Stmme gefeiert, ohne diesen Staat als Okkupationsmacht zu betrachten." Rabehl ist hier mit Mahler einverstanden. Die Differenz besteht in dem Vorwurf an Mahler, sich zu eng an das Dritte Reich anzulehnen.

Rabehl ist bei Licht besehen nur fr eine raffiniertere Wortwahl und Taktik. Rabehl macht Mahler den Vorwurf, die "nationale Wiedergeburt" nicht in "einer europischen kontinentalen Perspektive zu betrachten." Nach Rabehl mssen sich die Vlker Europas gegen den Hegemon USA auflehnen. Der Nationalismus und Antisemitismus hat nach dem Schema von Rabehl, heute in einem europischen und antizionistischen Gewand aufzutreten. Zudem steht Rabehl dafr, die "Linke" zu umarmen um sie braun zu machen. Die Kritik an Mahler besteht darin, ihn des Sektierertums zu bezichtigen. Bedauert wird Mahler von Rabehl, weil er nicht auf der Hhe neurechter Ideologie und Politik ist.

Bedenkliches

Das Querfrontmagazin Kalaschnikow gibt solche Positionen auf seiner Hauptseite wieder. Immer noch schreiben fr dieses Organ nicht wenige, die der PDS und anderen linken Gruppierungen zuzurechnen sind. Entweder ignorieren die Genannten, die Tatsache, dass sie mit rechten Querfrontideologen wie Rabehl in einem Organ schreiben, oder sie wissen Bescheid. Auf jeden Fall wei der sich "links" gebende Redaktionsstab was er tut. Im Forum von Kalaschnikow wurde in einem Posting der Artikel von Professor Rabehl kritisiert. Daraufhin verteidigten der Redakteur Charly Kneffl (Ex-DKP Aktivist ) und Anton Holberg - ein so genannter Trotzkist - den Herrn Rabehl.

Max Brym/Burks (Links) - mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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