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 Warum die Katholen Kannibalen sind Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 24.04.2003, 23:02 Antworten mit ZitatNach oben

What sells? ist zwar kein richtiges Englisch, hrt sich aber so an. Antwort: Sex, kackbraune Kameraden und auf die Kollegen eindreschen. Das sind die Highlights dieses kleinen Familienforums, wenn man den Zugriffszahlen glaubt. Und deshalb verhalten wir uns jetzt kontrr zum Mainstream. Ich darf schreiben was ich will, auch wenn sich alle gruselnd abwenden und die page impressions so nach unten sausen wie die Quecksilbersule in Nowosibirsk im Februar. Wir verhhnen also ausdrcklich die Werbefuzzis und die kmmerlichen Reste der New Economy - uns geht es am Ges vorbei, ob sich jemand fr Burks' Weblog interessiert. Liebe BildungsbrgerInnen, liebe Oberstudienrte, liebe Neger! Unser Thema heute: Die Lehre von der Transsubstantiation.

Die Frage, was dieses zungenbrecherische Wort bedeute, ist die nach zwei weiteren ungelsten Problemen: Warum sind die Katholen Kannibalen? Und warum will der Papst nicht zusammen mit den Evangelen essen und trinken? Es wre alles ganz einfach zu erklren, wenn die Theologen es nicht kompliziert machen wrden. Zu den Fakten. Papst Johannes Paul verbietet in der 14. Enzyklika Ecclesia de Eucharistia ein gemeinsames Abendmahl mit den Protestanten.1 Fr Laien: bei den Katholen heisst das nicht Abendmahl, sondern Eucharistie - der Unterschied ist ungefhr so gro wie zwischen zwlf Uhr und high noon.

"Das ist mein Leib, das ist mein Blut" spricht der Priester, wenn er Hostie und Kelch in die Hhe hlt. Nach katholischem Verstndnis vollzieht sich bei diesen "Wandlungsworten" ein Mysterium: Durch die Worte des Priesters verwandeln sich Hostie und Wein tatschlich in den Leib und das Blut Jesu Christi ("Transsubstantiation")." Im Klartext: die Johannes Paul-Anhnger verspeisen den Sohn des von ihnen verehrten hheren Wesens, die Luther-Groupies tun das nur symbolisch. So what?

Wir unterbrechen den Fluss der Rede und der Gedanken, die sich erst allmhlich verfertigen2, um die drngende Frage der wohlwollenden Leserin und des geneigten Lesers zu beantworten: Was will der Idiot mir jetzt damit sagen? Soll er doch sein Wort zum Sonntag schreiben, aber bitte nicht am Freitag! Gemach! Sie nehmen gerade an einem heimlichen Experiment teil, das die Revolution in der Pdagogik durch das Internet demonstriert: der Schler soll nicht Wissen gelehrt bekommen, sondern die Methode, sich selbst seine Fragen zu beanworten.

Falls Sie bei der nchsten Stehparty oder Vernissage das jeweils bevorzugte Geschlecht beeindrucken wollen, ben Sie bitte zuhause vor dem Spiegel das Wort Transsubstantiation solange, bis sie es ohne Spickzettel aussprechen knnen. Dann rufen Sie, anstatt mit Damen- oder Herrenwitzen zu langweilen, in den Raum: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Katholen und Evangelen? Falls ein Pfarrer im Raum ist, sollten Sie fr das sich jetzt anbahnende tiefentheologische Streitgesprch - und um den hoffentlich mundtot zu machen - den Satz vorrtig haben: "Aus dem Passahmahl wurde ein Mysterium, ein Fall von Thephagie - das Essen des Gottes ist ein synkretistisches Phnomen." Und wenn Ihnen das immer noch nicht reicht, studieren Sie ein paar dieser verdammten Links unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die ich ihnen im Schweie meines Angesichts zusammengesucht habe.3

Aber ganz unter uns: was soll der Quatsch eigentlich? Ich verrate es ihnen: die Juden sind schuld. Das haben die Christen nun davon, dass sie alles von denen abgeschrieben haben und jetzt nicht mehr wissen, was es bedeutet. Das gibt natrlich rger.4 "Die Mazza, das ungesuerte Brot aus Mehl und Wasser, das fr die Pessach-Feier gebacken wurde, war Vorbild der Hostie, des eucharistischen Brotes der Christen." Das Menu des Abendmahls besteht also, wenn man es richtig macht, aus Lammfleisch und ungesuertem Brot. Vegetarier oder gar Veganer knnen die hheren Wesen des Juden- und Christenums eigentlich nicht korrekt verehren.

Die theologische Streiterei - ob richtig Kannibalismus oder nur symbolisch - lsen wir hier nicht auf, das ist ein Thema fr die Sendung mit der Maus. Nur soviel als Hausaufgabe: Sie sollten die Akten des Trienter Konzils5 ab 1545 ausfhrlich im Original studieren, auch noch ein wenig die Lehre von der Substanz6, insbesondere ihre Ausprgungen in der Sptantike.

Und jetzt wenden wir uns wieder Themen zu, die die breite Masse interessieren: Sex, Drogen und Musik. Das, um das sich bei Stehpartys und Vernissagen alles dreht.

1) www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/15/0,1367,MAG-0-2042383,00.html
2) http://projekt.gutenberg.de/kleist/erzaehlg/gedanken.htm
3) www.heiligenlexikon.de/Glossar/Transsubstantiation.htm
www.culture.hu-berlin.de/HB/volltexte/pdf/Transsubstantiation.pdf
www.joerg-sieger.de/godi/themen/wandlung.htm#d
4) www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/ostara.html
5) http://www.kath.de/kurs/kg/11.htm
6) www.mauthner-gesellschaft.de/mauthner/tex/lang1a.html


25.04.2003
BurkS

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