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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6764
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 03.04.2003, 23:16 Antworten mit ZitatNach oben

Heute haben wir eine der undankbarsten Aufgeben zu erledigen, der sich ein Online-Journalist gegenbersehen kann. Dafr muss ich auch Sie, geneigte Lesern und wohlwollender Leser, mental vorbereiten. Das, was ich mir zu tun vorgenommen habe, knnte nur noch dadurch getoppt werden, dass ein missgelaunter Chefredakteur mir befehlen wrde, eine Rezension des Telefonbuchs von Clausthal-Zellerfeld zu verfassen. Wir wollen uns die schwierige Frage stellen, warum der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen ein Buch ber das Internet verschenkt. Wir werden uns nicht daran hindern lassen, fies und gemein zu sein.

Der Verfassungsschutzbericht, dieser des Jahres 2002, hat nur eine sinnvolle Aufgabe: er arbeitet Politikern Meinungen zu. Sonst htten sie keine. Die Textbausteine der VS-Lyrik mssen vor allem viele Ismen enthalten. Die deutsche Staatsdoktrin verlangt, Lechts- und Rinksextremismus, die man nicht velwechsern kann, zu suchen und zu finden. Zum Internet finden wir - wie angekndigt, so aufregend wie ein Telefonbuch - die knallharten und hart recherchierten Thesen: "Auf hohem Niveau bewegt sich die Zahl der Homepages deutscher Rechtsextremisten im Internet....Eine frh einsetzende Prvention ist daher dringend erforderlich." Man lsst sich verstrt in den Sessel zurckfallen. Nur die wunderschne Formulierung "grenzberschreitender Datenverkehr" entschdigt fr den Schrecken.

Zu gern wrde man erfahren, ob der VS den Oberzensur Bssow mit seinem Plan untersttzt, alles sittlich Gefhrdende oder das, was der in seiner unendlichen Weisheit dafr hlt, vor den Augen der Surfer zu verbergen. Und ob das "Prophylaxe" ist. Aber der behrdliche Zeitungsausschnittdienst, den manche mit einem "Geheimdienst" verwechseln, hlt eine aufregende These bereit: "Rechtsextremismus im Internet" sei eine neue Gefahr. Wie und warum, verrt er nicht. Stattdessen kommen unsere Lieblingsfeinde, die Mainzer Jugendschtzer zu Wort:

Zitat:
Die Vernetzung der Szene luft neben Linklisten vor allem ber Gstebcher. Das Jugendschutz.net, die bundesweite Zentralstelle fr den Jugendschutz in Mediendiensten, hat seit Februar 2000 einschlgige Websites gesichtet und systematisch ausgewertet. "Die Analyse von 800 Gstebuch-Eintrgen in einem Zeitraum von vier Wochen erbrachte ca. 600 Web-Adressen und etwa 800 Kontaktadressen." Gerade in diesen Foren werde die braune Gesinnung voll ausgelebt:
Super. 20 Arbeitstage acht Stunden und insgesamt 1400 Treffer. Man sieht den Schwei von den Stirnen tropfen. Jetzt wei ich endlich, woher die vielen Zugriffe auf meine Linksammlung burks.de/nazis.html kommen! Und warum die Jugendschtzer genausowenig etwas von der virtuellen Realitt mitkriegen wie die Schlapphte.

Wir wollen daher jetzt unsere eigene, ganz private Gesinnung hier in diesem kleinen Familienforum enthemmt ausleben. Der VS verschenkt ein total doofes, langweiliges Buch von Rainer Fromm und Barbara Kernbach: "Rechtsextremismus im Internet. Die neue Gefahr" (www.im.nrw.de/sch/97.htm). Zum Glck fr uns, weil sonst jemand von "Missgunst" sprechen knnte, hat die alte Tante ZEIT das Werk in die Pfanne gehauen alias total verrissen - in Gestalt Claus Leggewies (www.zeit.de/2001/04/Media/200104_p-internet.html). Genauso schwachsinnig wie das Buch ist auch die Rezension auf www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2001/02/internet.htm, die mit dem grauenhaften Satz schliesst: "...ein empfehlenswertes Buch, auch fr Menschen, die sich gegen Nazis engagieren wollen." Engagiiiieren. Gut meinen. Betroffen sein. Man schttelt sich.

Auch der Kollege Pfeiffer, da wir beim enthemmt ausleben und fies und gemein sein sind, bespricht in wohlgeformten Stzen ("htte man auch eine etwas schrfere Begrifflichkeit erwarten knnen" ([url]nibis.ni.schule.de/haus/dez4/gegenrechts/fromm.html[/url]) die neue Gefahr. Zwischen den Zeilen tropft ebenso eine brsige political correctness hervor, die verhindert, grottenschlechte Bcher mit irrigen Thesen nicht in Grund und Boden zu verdammen, weil sie es gut meinen. Was bei diesem Werk noch zu bezweifeln wre, da es, wie Leggewie anmerkt, einer gehrigen intellektuellen Anstrengung bedarf, den Betreiber dieser Website aus einem Literaturverzeichnis zum Thema "Rechtsextremismus" herauszueskamotieren. Wer wen nicht zitiert, sagt allemal mehr aus als ellenlange Literaturlisten von allem, was in der Branche kreucht und fleucht.

Des Rtsels Lsung. Der Verfassungsschutz wollte dem Kollegen Rainer Fromm etwas Gutes tun. Der recherchiert nmlich immer so: zuerst fragt er die bsen Nazis, ob sie wirklich bse sind und was sie demnchst Bses vorhaben. Und dann lsst er irgendeine Knalltte vom Verfassungsschutz besttigen, dass die Bsen wirklich bse sind. Immer dieselbe Leier. Mahnen und warnen. Und - der geneigte Leser und die wohlwollende Leserin mgen mir eine gewissen Hme unterstellen - kein Schwein braucht Bcher ber das Internet, geschweige denn Bcher ber "Rechtsextremismus im Internet". Wenn die Autoren noch in Gstebcher schmkern, ist die Realitt schon in nationalen Foren angekommen. Und weil Fromm immer so lieb und nett zum VS ist und die Skandalbehrde in Permanenz immer wieder fr serise Medien hoffhig macht, wird er belohnt. Kein Mensch kauft den Ladenhter. Da muss der Verfassungsschutz ein wenig Steuergelder verschwenden. Das ist immer noch unaufflliger, als den journalistischen Liebling der Behrde ganz direkt zu alimentieren.
04.04.2003
BurkS
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