Bildersturm oder: Obsessed by Naked Nymphs

hylas and the nymphs

Von John William Waterhouse hörte ich jetzt zum ersten Mal. Seine Bilder gefallen mir, nachdem ich sie mir angesehen habe. So geht es offenbar nicht allen:

„In January 2018, curators at Manchester Art Gallery removed Waterhouse’s Hylas and the Nymphs from public display leaving an empty space to encourage debate as to how artistic depictions of women’s bodies should be displayed. Post-it notes were provided for visitors to air their views and postcards of the painting were removed from the gift shop. The galley’s actions prompted a backlash with accusations of censorship, puritanism, and political correctness. The painting was rehung after a week’s absence.“

Sehr aufschlussreich zum Thema finde ich einen Artikel im Telegraph: „Pre-Raphaelite art: the paintings that obsessed the Victorians“.

Den gebildeten Leserinnen und den in Kunstgeschichte bewanderten Lesern empfehle ich auch, sich mit der Lady of Shalott zu befassen: „…dürfe im Viktorianismus auch die Frau nur aus der abgeschotteten privaten Sphäre heraus das Weltgeschehen beobachten. Die unmittelbare Interaktion mit der Welt sei – für die dann: ‚gefallene‘ Frau – nur um den Preis möglich, dass sie wie der schöne Leichnam der ‚Lady von Shalott‘ selbst zu einem passiven Objekt des ästhetischen und sexuellen Begehrens werde.“

Das ist doch spannend. Doch wie soll man über Kunst diskutieren, wenn sie nicht gezeigt wird? Ich halte das Abhängen/Übermalen/Sprengen für primitive Magie; „Primitiv“ nicht abwertend, sondern im Sinne der ethnologischen Definition, wie etwa in Marcel Mauss‘ Soziologie und Anthropologie: Band 1: Theorie der Magie.

Man versucht, sich mit Abwehrhandlungen der Wirkung eines Objekts oder Bildes zu entledigen.

Francesco Furini hat das Thema auch gemalt, es hängt im Palazzo Pitti in Florenz. Die Italiener sind keine Protestanten, denen der Puritanismus und die Prüderie ab Werk weltanschaulich eingebaut worden sind. Dort werden sie nichts abhängen.

Der Name ist Heimat genug

Oliver Tolmein: „Horst wird #Heimat-Minister, es hätte nicht schöner kommen können!!! Wenn jetzt Andrea, statt gegen Klara weiter am Bundes-Leidernurwenig-Teilhabegesetz zu werkeln Heidi wird, kann #Außenminister Schulz (der Name ist Heimat genug) uns beruhigt verlassen“.

Zapotekisch

monte alban

Ich habe noch einen Kasten mit Dias gefunden, die ich vergessen hatte einzuscannen. Das ist wie Weihnachten – Fotos, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe. Bei manchen bin ich mir auch nicht mehr sicher, wo sie gemacht wurden – wie bei diesem. Ich stehe da in Mexiko vor einer Ruine, vermutlich ist das Monte Albán, die ehemalige religiöse Hauptstadt der Zapotheken bei Oaxaca. Oder es ist eine Ruinenstadt nicht weit von Mexico-Stadt.

Mehr Geld für Berufsflüchtlinge und Terrororganisationen

The Independent: „EU pledges €42.5m extra aid to Palestinians after Donald Trump cuts US contribution“.

Reginald Grünenberg auf Facebook: „Das ist jetzt aber doch total irre, oder?! Vor ein paar Wochen habe ich darüber noch Witze gemacht, aber jetzt stockt die EU ernsthaft ihre Apanagen an die sich „Palästinenser“ nennenden Berufsflüchtlinge und ihre Fürsten auf, um etwas durchzusetzen, was niemand im Nahen Osten ernsthaft will und was nie kommen wird: die absurde Zwei-Staaten-Lösung. Aus diesem Widerstand gegen Trumps Entscheidung, Israels Hauptstadt als solche anzuerkennen, wird eine erweiterte Edelsubventionierung der arabischen Schmarotzer- und Terrororganisationen in ihrem Kampf zur Vernichtung Israels.“

Schwankend

brücke

Eine eingestürzte Brücke in Guatemala (1979). Wir mussten mit unseren schweren Rucksäcken über die Behelfsbrücke laufen. Das kann man nur noch mit der chinesischen Variante (Facebook) toppen.

Charlottevielle, revisited

charlotteville

Hier noch ein bisher unveröffentlichtes Foto, ergänzend zu ‚Frischer Fisch aus Charlotteville‚ – der Blick aus dem Fenster des Zimmers, in dem wir damals eine Woche wohnten. Wenn ich mich recht erinnere, kostete das umgerechnet weniger als fünf Euro, und wir waren ohnehin die einzigen Touristen dort. (1982, Charlotteville an der Man-O-War-Bay auf Tobago, Republic of Trinidad and Tobago, Kleine Antillen)

Zu komplex

Greenbowlerhat: „Selbst Leute um die 30, 35 sind heute nicht mehr in der Lage, längere und vielleicht etwas komplexere Texte zu lesen und zu verstehen, darauf zu reflektieren.“

Trading economics the Chinese way

Michael Roberts schildert anschaulich, wie der chinesische (Staats?)-Kapitalismus funktioniert. „In my view, the Chinese economy remains at a structural crossroads. The state and state enterprises continue to dominate the economy in investment, employment and production. That means that foreign capital, domestic private capital and market forces do not hold sway, even though they have been increasing in weight and power over the last 30 years.

My view is controversial in Marxist circles. The vast majority of Marxist economists and ‘experts’ on Marx’s ‘theory of the state’ reckon that China is capitalist or ‘state capitalist’. But for me, the class nature of the Chinese state remains open.“

Vergänglich

grabstein

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Johann Wolfgang von Goethe, Faust 2, Chorus Mysticus

Verworren und zugenäht

chess

Schaut euch mal diese verflixte Stellung an. Ich hatte als Weißer in verlorener Position verzweifelt Ld6-e5 gezogen – und gewann ganz überraschend! Es folgten Dc6? 52.Dh8+ Kg6 53.Dg8+ Kh6 54.Dh8+ Th7 55.Df8+ Kg6 56.Df5+ mit unabwendbarem Matt.

Was hätte der Schwarze anstelle von 51… Dc6 spielen können, um 52. Dh8+ und den Rest zu verhindern? War natürlich Blitz, nicht viel Zeit zum Überlegen.

Echt gefährlich!

antideutsch

Ich bin immer ganz froh, dass meine politische Meinung in kein bekanntes Klischee oder Parteiorganisationsvereinsraster passt. Am ehesten gehöre ich natürlich zu den so genannten Antideutschen. Die werden von allen gehasst, was darauf hindeutet, dass sie irgendetwas politisch richtig machen.

Artikel wie jetzt in Rubikon bestätigen mich nur. „Die echte Gefahr – Die sogenannten Antideutschen bauen an einer ‚Querfront‘ mit der Neuen Rechten. Inhaltlich ist das selbstredend gequirlter Kehricht. Wenn einem nichts mehr einfällt, wirft man halt den Textbaustein „Querfront“ in den Raum.

St. George’s

talking

Blick auf St. George’s, die Hauptstadt Grenadas, (Kleine Antillen) während der Revolution 1982.

Ruhm den Befreiern

Befreiung

Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz.

Warum sie Nazis wurden

Hinweis von Panorama auf eine Untersuchung des amerikanischen Soziologen Theodore Fred Abel: „Nach einem Besuch in Deutschland kam dem US-Wissenschaftler Abel die Idee, einen Wettbewerb unter Nazis zu starten. (…) Der amerikanische Soziologe wollte nun ‚die beste persönliche Lebensgeschichte eines Anhängers der Hitler-Bewegung‘ prämieren. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass man schon vor 1933 Mitglied der NSDAP gewesen ist.“

Aus den wenigen Anhängern wurden immer mehr. Ihre „Freude war unbeschreiblich“, als Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. „Jetzt wussten wir, dass es mit der Macht der schwarzen und roten Bonzen vorbei war. Dass ein neues Deutschland geschaffen werden würde“. So schrieb es damals Fritz Hafkesbrink aus Oberhausen. Weitere wiederkehrende Motive der Biogramme sind ein angeschlagener Nationalstolz, die Wut auf die alten Parteien und die Angst vor sozialem Abstieg. Aber auch die Angst vor den Fremden im Land, „wo deutsche Frauen und Mädchen von schwarzen Bestien (…) ungestraft geschändet werden konnten“.

Wer Parallelen findet, darf sie behalten.

Caribbean Sunset [Update]

Port of spain

Das Foto habe ich 1982 gemacht auf einem Schiff von Port of Spain (Republic of Trinidad and Tobago) nach Scarborough/Tobago, nördlich von Filette.

[Update] Das große Foto wurde von einem Leser bearbeitet. Danke, Andreas! :-)

Das Sternchen-System

Meedia.de: „Das Sternchen-System: Thomas Fischers Zeit-kritische Anmerkungen zum Medien-‚Tribunal‘ gegen Dieter Wedel:

Eine Zeitungs-Redaktion hat nicht über Schuld und Unschuld eines Verdächtigen zu entscheiden. Sie sollte sich daher auch nicht so gebärden. „Unschuldsvermutung“ ist ein Begriff, der aus dem staatlichen Strafprozess stammt, diesem eigentümlich ist und dort etwas Wichtiges bedeutet und bewirkt. Mit dem Presserecht und der Kompetenz von Journalisten hat er allenfalls mittelbar zu tun. (…)

Für die Presse hat das nur mittelbar Bedeutung. Presseberichte können eine Person sozial schädigen, gar vernichten, sie in unverhältnismäßiger Weise für immer ausgrenzen und stigmatisieren. Deshalb ist die Presse verpflichtet, bei der Veröffentlichung von ehrverletzenden Beschuldigungen deutlich zu machen, dass es sich nicht um feststehende Tatsachen handelt. Man darf nicht öffentlich eine rechtlich definierte Schuld behaupten, die nicht auf legitime Weise bewiesen ist.

Ein Erdogan

erdogan

Moscheen
Moscheen und Bajonette
Bajonette
Bajonette und Gläubige
Moscheen und Bajonette und Gläubige
Ein Erdogan

Freiwild

Rollingstone.de: „Angriff auf Frei.Wild und Co.: Grüne wollen Live-Auftritte zensieren“.

Eberhard Seidel dazu: „Mir gefällt die Musik von Frei.Wild nicht. Ich mag ihre Art von Heimatverbundenheit nicht. Nicht ihre völkischen Anklänge und ihr Männlichkeitsgetue. Aber ich muss zur Kenntnis nehmen, dass sie eine klare Grenze zu Pegida, AfD & Co gezogen haben, zu Neonazis ohnehin. Und dass sie und ihr zahlreiches Publikum ganz einfach existieren. Wer den Aufritt dieser Band verbieten will, kann auch gleich alle Parteien links oder rechts der Grünen verbieten. Absurd. Und wenn Künstler vor ihrem Auftritt eine Neutralitäsverpflichtung unterschreiben müssen, wie jetzt in Bremen offensichtlich geplant, möchte man eigentlich diese Kunst nicht mehr. Liebe Grüne, könnt ihr eigentlich nicht einfach demonstrieren und protestieren, wenn euch etwas nicht passt, anstatt Mutti Staat anzurufen? Braucht es den Inquisitor wirklich für das störungsfreie, bequeme Leben?“

Die Grünen sind mittlerweile in manchen Fragen wesentlich reaktionärer als die CSU.

KI-Pornos

Wired: „KI-Pornos zeigen kommende Dystopien“. – „‚Fake News‘ waren gestern. ‚Fake Everything‘ ist die Gegenwart.‘

Ich weiß nicht, warum man hier „bedenklich“ schreiben muss. Ich finde es einfach nur interessant.

Ein

„Ein Prozent der Deutschen hat auf dem ersten Höhepunkt der #MeToo-Debatte im November gefunden, dass Sexismus ein wichtiges Thema sei“. (Jan Fleischhauer via Christian Baron)

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