Die Beste aller Staatsformen im Kapitalismus

Telepolis: „Greg Palast über Stimmenraub bei Wahlen in den USA, den Einfluss von Parteien auf Behörden und die Demokratisierung des Wahlsystems“.

Über die blutige Zukunft

„Wer die Welt, in der solches immer häufiger und schrecklicher geschieht, nicht anders einrichten will oder nur nach dem Muster der vorangegangenen Anschläge, mit den bekannten Resultaten, mit immer mehr Terror, immer mehr Kriegen, immer mehr Toten, neunundneunzig Prozent davon nicht in Pariser Cafés oder amerikanischen Bars, sondern im Irak, in Syrien, auf dem Grund des Mittelmeers, mit immer mehr staatlicher Gewalt, mehr Polizei, mehr Militär, mehr Bomben, Waffen, Überwachung, privaten Milizen – prima Geschäftsideen allesamt – , mit der Verelendung von zwei Dritteln der südlichen Untermenschheit und eines Dritteln der nördlichen, der hat eine rosige, eine blutig rote Zukunft vor sich.“
Hermann L. Gremliza zum Terroranschlag von Orlando (und denen, die da folgen werden), konkret 7 / 2016.

Umzingelt von Religioten

Der Schockwellenreiter: „Gestern – ausgerechnet zum Jahrestag der Französischen Revolution – lud die Fraktion DIE LINKE in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel »Kopftuchverbot abschaffen! Gemeinsam für Vielfalt und Gleichberechtigung« ein. Ja, bin ich den nur noch von Religioten umzingelt? Hat die Neuköllner Linke nichts Besseres zu tun? Sie könnte zum Beispiel mal Marx lesen. Soll vor Dummheit und religiösem Wahn schützen.“

Marx und die „Linke“, das ist leider fast immer ein Oxymoron.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. (Karl Marx)

Den Staat soll die Religion nichts angehen, die Religionsgemeinschaften dürfen mit der Staatsmacht nicht verbunden sein. Jedem muss es vollkommen freistehen, sich zu jeder beliebigen Religion zu bekennen oder gar keine Religion anzuerkennen, d.h. Atheist zu sein, was ja auch jeder Sozialist in der Regel ist. Alle rechtlichen Unterschiede zwischen den Staatsbürgern je nach ihrem religiösen Bekenntnis sind absolut unzulässig. Selbst die Erwähnung der Konfession der Staatsbürger in amtlichen Dokumenten muss unbedingt ausgemerzt werden. Es darf keine Zuwendungen an eine Staatskirche, keine Zuwendungen von Staatsmitteln an kirchliche und religiöse Gemeinschaften geben, die völlig freie, von der Staatsmacht unabhängige Vereinigungen gleichgesinnter Bürger werden müssen. (W.I. Lenin, Sozialismus und Religion, 1905)

Ferrocarriles Ecuatorianos

san lorenzosan lorenzosan lorenzosan lorenzo

Wir waren mit Schmugglern vom kolumbianischen Tumaco nach San Lorenzo (San Lorenzo (Youtube)) in Ecuador gereist. (Vgl. Am Rio Mira, Januar 2015). Damals war San Lorenzo ein verschlafenes und schwülwarmes Tropennest. Viel wird sich seitdem nicht geändert haben.

Von dort sollte es mit der berühmten Eisenbahn nach Ibarra hoch in die Anden gehen. Der Bahnhof (3. Foto) war nicht sehr vielversprechend, er existierte gar nicht, nur die Gleise. Immerhin. Ein Zug fuhr auch nicht, aber endlich setzte sich ein Güterzug in Bewegung, alle Passagiere auf den Wagendächern. Der Schaffner hüpfte wie bei einem Stunt von Waggon zu Waggon, um zu kassieren.

Wenn einem auf einer eingleisigen Strecke ein Zug entgegenkommt, ist das immer unpraktisch. Hier war das offenbar mehr oder weniger geplant. Irgendwann begegnete uns ein Schienenbus, und alle stiegen um. Der Schienenbus fuhr zurück, und der Güterzug hinterher. So einfach kann es sein.

Unter Pharma-Groupies

Correctiv und Spiegel online haben eine Datenbank erstellt über Ärzte, die Geld von Pharmakonzernen angenommen haben (Suche per Postleitzahl).

Im Kleingedruckten liest man: „Die Informationen auf dieser Seite stammen von den 54 Mitgliedsfirmen der ‚Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V.‘, die diese Angaben auf ihren jeweiligen Webseiten veröffentlicht haben.“ Und: „Die Daten haben Rechercheure von „Correctiv“ und SPIEGEL ONLINE aus mehreren Dutzend Listen zusammengetragen, die von den Pharmaunternehmen einzeln veröffentlicht wurden – darunter viele nicht computerlesbare PDF-Dateien mit unvollständigen Angaben.“

Hm. Mein Urologe ist auch dabei…

Legal, illegal, Wahl

Lorenz Maroldt, der Chefredakteur des „Tagesspiegel“, zerlegt den Berliner Innensenator Frank Henkel, natürlich CDU. Ich habe kommentiert: „Danke für diesen Kommentar. Wenn es nicht Berlin wäre, erwartete man, dass er zurückträte. Es ist aber Berlin. Lummer lässt grüßen.“

The Ultimate Berlin Street Food

currywurst

Der BBC ist folgendes zur Berliner Currywurst aufgefallen: „80% of Germans consider this food a central part of their diet.“

Guten Appetit!

Sonnenschutz

sonnenschutz

Quito, Ecuador, 1979

Dschungel

Dschungel

Echter, unverfälschter, fast undurchdringlicher Dschungel. Man kann den knietief matschigen schmalen Pfad gerade noch erkennen. (Ecuador 1979)

Ich habe mal geprüft, wo das gewesen sein könnte. Nördlich von Misuahalli am Rio Napo, drei Stunden Fußmarsch flussaufwärts. Ich war damals allein und nur neugierig, wohin der Pfad führte (mehr Bilder). Diese Foto hatte ich schon vor fünf Jahren hier gepostet, ich mag es immer noch.

Auf halbem Weg ist heute eine Lodge, die ausgerechnet „El Jardin Aleman“ heißt. Damals war da nur Urwald.

Rattenfänger oder: Bitte mehr Hasskommentare! [Update]

hasskommentare

Immer, wenn alle Medien sich freiwillig gleichschalten einer Meinung sind, ist in Deutschland Vorsicht angebracht. Solche Fälle kann man leicht erkennen; sie werden oft dekoriert mit den sinnfreien Sprechblasen „Flagge zeigen“, „Gesicht zeigen“ sowie „durchgreifen“ (oft mit den Komparativen von „hart“ oder „entschlossen„).

Die Tagesschau heute: „Symbolik, die man braucht – Hasskommentare im Netz werden häufiger und härter. Jetzt griffen Bund und Länder durch – mit einer bundesweiten Razzia.“ Spiegel online spricht von volkserzieherischen Maßnahmen wie wieland bei den Übungen Turnvater Jahns.

Wozu haben wir eigentlich die deutschen Märchen? Wenn alle das Gleiche sagen, lesen wir entweder den „Rattenfänger von Hameln“ oder „Des Kaisers neue Kleider„. Wie wir aber schon wissen, lernt niemand aus der Vergangenheit und auch nicht aus Parabeln oder moraltheologischen Allerweltsweisheiten.

Alle sind gegen „Hasskommentare“ im Internet? Komisch, dass es früher diesen Begriff gar nicht gab. „Hass“ ist ein Gefühl. In Deutschland geht es immer darum, Themen zunächst zu entpolitisieren und dann in Emotionen zu verwandeln, für die dann Pfarrer und Erzieher und das Privatfernsehen zuständig sind. So war es schon immer – auch beim so genannten „Rechtsextremismus“.

Es gibt keinen „Hass“ an sich. Es gibt juristisch relevante Formen, die Leute zu verhetzen – eine deutsche Besonderheit -; näheres regelt das gesunde Volksempfinden der Gerichte.

Man muss es klar und deutlich sagen: Alle Deutsche sind für Zensur, wenn es um eklige oder idiotische Meinungen geht. (Ich übrigens nicht, ich bin aber nicht der Mainstream.) Ich bin dann mal sofort weg, wenn das diskutiert wird. Der gefühlte common sense ist nichts für mich.

Warum soll ein US-amerikanisches Unternehmen Dinge zum Beispiel löschen, die dort gar nicht strafbar sind? Am deutschen Gefühlswesen soll die Welt genesen? Ihr spinnt doch! Warum könnt ihr den Scheiß nicht einfach aushalten, was ihr müsstet, wenn ihr in den USA lebtet? Die Leute, die was von „Gaskammern wieder öffnen“ faseln oder ähnlichen Schwachsinn, sind doch irre. Das nehme ich nicht ernst, und ich rufe schon gar nicht die Staatsmacht. Wer gegen „Hasskommentare“ ist und selbst entscheiden möchte, was „Hass“ ist, muss automatisch auch Erdogan gegen Böhmermann recht geben.

Ich mag Hasskommentare, zum Beispiel: Ich hasse Antisemiten, korrupte Palästinenser-Führer und ihrer Groupies, besonders hierzulande, Rassisten, Gendersprech, Dummköpfe, Esoteriker und Verehrer höherer Wesen, die mir Vorschriften machen wollen, Veganer und viele(s) andere mehr. Darf ich das nicht? Soll ich weniger Gefühl zeigen? Mich (eventuell mit Komparativ) beherrschen?

Ach, da sind wir dann wieder bei der protestantischen Ethik und dem Prozess der Zivilisation. Usw..

[Update] Wer aus dem gefühlten common sense ausschert, wird bestraft.

Left-wing people are middle-class people

Wortharguingfor.com:
Nowadays left-wing people are middle-class people. Working class people are a big disappointment to left-wing people.
Left wing people now think that working class people are:
a) Simple and easily led
b) Un-enlightened and susceptible to short-term pleasures
c) Terribly sad and struggling, unable to cope on their own
d) All of the above

Wie wahr. Middle-class people like to speak Gendersprech too.

Union-Busting

Correctiv.ruhr: „Mobbing leicht gemacht – Der harte Kampf von Betriebsräten gegen streitlustige Firmen.“

Union-Busting an konkreten Beispielen. Klassenkampf. Muss man wissen.

Muskatnuss

Muskatnuss

Fotografiert in Grenada (Kleine Antillen) während der leider fast vergessenen Revolution 1982.

Have Fun With Nothing!

Cuauhtémoc

Irgendwo an der Bahnstrecke von Chihuahua nach Los Mochis im Norden Mexikos (1982).

#Geschäftsmodell #scheisse #kaputt

adblocker

Fefe beschreibt, wie Medien mit Werbung online wirken: „Niemand hat die gezwungen, aus ihren einem Banner zwei zu machen, dann drei, dann vier, dann Interstitionals, dann Aufsplitten der Artikel über mehr Seiten, damit mehr Werbung reingedrückt werden kann, dann Skyscraper, dann Multimedia-Werbung, selbst anlaufende Flash-Scheiße, dann diese sich selber einblendende Flex-Scheiße, dann diese JS-Fake-Popups, nachdem wir die normalen Popups alle weggeblockt haben. An keiner einzigen dieser Stelle kann sich jemand rausreden, dass nicht völlig klar war, dass man sich über die expliziten Wünsche der Benutzer hinwegsetzt und sich das eigene Geschäftsmodell kaputtmacht, indem man den Wert der Werbung verwässert.“

Jetzt winseln sie peinlich herum. „Damit wir die Inhalte auf unserer Seite auch weiterhin in gewohnter Qualität zur Verfügung stellen und unser Angebot stetig weiter verbessern können, bitten wir die Userinnen und User, ihren Adblocker auf stern.de zu deaktivieren.“

Bruahahahahaha. Selten so gelacht. Ich soll Javascript einschalten? Was raucht ihr da bein Stern online und auch anderswo (vgl. Screenshot)?

Mission to Mariana

Smithsonian.com: „Mission to Mariana Trench Records Dozens of Crazy Deep Sea Creatures.“

Wow. Holy crap!

Laufstyle

schuhe

Lange habe ich gesucht. Das Problem: Schwarze, stabile Lauf- oder Arbeitsschuhe in einer Übergröße. Ich muss sie mittlerweile immer vorher anprobieren. Bei Amazon kosten sie nur rund 6o Euro, waren aber für eine längere Zeit nicht in meiner Größe verfügbar. Wo der Unterschied zwischen 47 und 47 1/3 ist und was der Zusatz „EU“ bei der Schuhgröße konkret bedeutet, wusste ich auch nicht.

Irgendwann reichte es mir, und ich ging direkt zu Adidas in die Tauentzienstrasse (nein, ich werde für die Werbung nicht bezahlt). Dort kosten sie knapp 130 Euronen. Auch bei Adidas mussten sie meine gewünschten Schuhe erst bestellen; heute habe ich sie abgeholt. Ich werde sie bei der Arbeit tragen, vielleicht auch beim Laufen.

Allgemeines Fazit: Die männlichen Verkäufer sehen in ihren Fußballhemdchen zwar doof aus, sind aber extrem kompetent. Ich wurde perfekt beraten. Die tragen ein Tablet mit sich herum und suchen zusätzlich noch online, wenn es Fragen gibt, die sie nicht spontan beantworten können. Die Schule passen wie angegossen, sind bequem und geben den Füßen trotzdem einen stabilen Halt.

Die weiblichen Verkäufer an der Kasse jedoch blödelten und gackerten herum. Ich musste erst auf mich aufmerksam machen. Und für die war ihr Verhalten vermutlich normal. Das habe ich in Kauf genommen. Immerhin hatten sie kein Smartphone in der Hand. Man kann nicht alles haben.

schuhe

Sich fügen heißt lügen!

„War einmal ein Revoluzzer
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit. Und er schrie: ‚Ich revolüzze!‘
Und die Revolüzzermütze
schob er auf das linke Ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.“
(Erich Mühsam)

Typeset in the Future

bladerunner

Dave Addey schreibt einen grandiosen Artikel über „Blade Runner“ and „Typeset in the Future“.
After studying Alien in intimate detail, it’s time to look at the typography and design of Ridley Scott’s other classic sci-fi movie, Blade Runner. Based on Philip K. Dick’s novel Do Androids Dream of Electric Sheep?, Blade Runner cements Scott’s reputation for beautiful, gritty, tech noir science fiction.

Arbeit macht frei

arbeitsscheu

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