Ciudad de México oder wie?

mexiko stadt

Mexiko Stadt, 1979

Liebe Kollegen von Spiegel online: Die Hauptstadt von Mexiko heisst entweder Mexiko-Stadt (deutsch) oder Ciudad de México (spanisch, auch México Ciudad), sie heißt aber in einem deutschen Artikel keinesfalls „Mexiko-City“. Das ist Denglisch und gleich doppelt falsch. Wenn schon anglifiziert, dann auch „Mexico-City“. Aber warum sollte man hierzulande die Hauptstadt eines vorwiegend Spanisch sprechenden Landes auf Englisch schreiben?

In Wellen oder: Was wahr ist

„Rechte Politiker schüren die Angst vor Migration und schlagen vor, die Leute mit Zäunen und Waffen fernzuhalten. Linke Politiker schüren die Angst meist auch und versprechen weniger Migration durch Entwicklungshilfe. Beide haben kein Interesse zu erzählen, was wahr ist: Es gibt keine Zweifel an der afrikanischen Wanderungswelle in den kommenden Jahrzehnten.“ (Michael A. Clemens, Ökonom und Migrationsforscher aus den USA in Spiegel online)

Er hat mit jedem Wort recht. Aber es wird niemanden interessieren. Ein sehr interessantes Interview. Dazu fällt mir eine japanische Redensart ein, die irgendwo bei Janwillem van de Wetering zitiert wird: „Was man nicht verhindern kann, kann man auch gleich begrüßen.“

Gewählte Anfängerfehler

Heise: „Bundestagswahl: Eingesetzte Wahl-Software hat eklatante Sicherheitslücken“.

„So können Wahlergebnisse etwa auf dem Weg vom Wahllokal zum Kreiswahlleiter abgefangen oder manipuliert werden. Lokale Zugangsdaten sind zum Teil überhaupt nicht, zum Teil durch selbstentwickelte Verschlüsselung geschützt. In einem Fall werden die Passwörter lediglich als dezimal repräsentierte Hex-Werte gespeichert. Ein geheimer Schlüssel kommt nicht zum Einsatz.
Außerdem sind die Zugangsdaten für die Server, die zum Upload der Daten dienen, leicht zu erraten oder sogar öffentlich im Netz verfügbar.“

Warum wundert mich das jetzt nicht?

Antideutsche Filmempfehlungen

Kennt jemand antideutsche Filme? Sagt jetzt ja nicht: „grundsätzlich alles, wo Deutsche sterben„. Dann gibt es einen Skandal im Wasserglas, und ihr dürft bei der „Linken“ nicht mehr politisch tätig werden.

„‚Dieser Post war eine seltene Dummheit und Geschmacklosigkeit’“, sagt Bundessprecher Hendrik Thalheim“. Nein, war er nicht. Er war lustig. Ich lese da mit. Und ihr seid ein humorloses schmallippiges Pack.

Noch ein Grund mehr, warum ich die „Linke“ nicht wählen werden.

Esst mehr Fleisch

pando

„Ich habe mich doch nicht in Jahrmillionen der Evolution an die Spitze der Nahrungskette gekämpft, um mir dann eine Salatplatte zu bestellen.“ (Ein Leserbrief im „Spiegel“)

Im bolivianischen Pando-Dschungel (1984) habe ich von armen Kautschuk-Sammlern gebratenene Affen als Abendessen vorgesetzt bekommen. Das Tier hing am vorher am Haken in dieser „Küche“. Und natürlich habe ich zugelangt; die Gastgeber wären beleidigt gewesen, hätte ich es nicht getan. Damals war die völlig abgelegene und fast unerforschte Gegend nördlich des Rio Madre de Dios noch kein Nationalpark („Reserva Nacional Manupiri-Heath“). Wenn ich das Stichwort „Dschungelcamp“ höre, muss ich immer nur lachen.

Reprint vom 31.01.2011.

Nazi light oder: Tarifpartnerschaft 1.0

„Auf der anderen Seite bildete sich der Lohnarbeiterstand. Werkstätten, Werkzeuge, Rohmaterial, fertige Ware – nichts davon gehörte dem Lohnarbeiter. Keine Aussicht hatte er, je selbständig zu werden. Er besaß nichts als seine Arbeitskraft. Voll Erbitterung sprachen daher die Arbeiter vom Lohnsklaventum. Auch in Deutschland ahnten damals nur wenige etwas von der Wahrheit, daß Arbeit Dienst am Volk ist, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer als „Arbeiter“ für die ganze Volksgemeinschaft zusammengehören und sich in einer „Front“ zusammenschließen müssen. Es sollten noch viele Jahre des Kampfes und der Verhetzung kommen, ehe dieser Wahrheit durch die nationalsozialistische Volksbewegung Bahn gebrochen wurde.“
(Aus: Volk und Führer. Deutsche Geschichte für Schulen. 5 Klasse. Nun wieder Volk, Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt/Main 1943)

Wusstet ihr schon, dass ich jeden, der „Tarifpartnerschaft“ sagt oder „Arbeitergeber“ und „Arbeitnehmer“, als „Nazi light“ beschimpfe?

Predictive Policing

Heise fällt auf die Propaganda „palästinensischer Aktivisten“ herein: „Predictive Policing: „Falsches“ Facebook-Posting führt in Israel oft zu Haft“. Man konnte auf die Idee kommen, journalistische Standards einzufordern: Mindestens zwei unabhängige Quellen für jede These?! Wer bezahlt die „Aktivisten“ vom Arab Center for Social Media Advancement? Usw.

Zum Glück gibt es Kommentare.

Virtual Tavern Hoppers

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Musician and dancers from the Musician of Gor Tavern Hoppers performed in Ianda! (Ja, die Taverne habe ich auch gebaut und Fresken aus Pompeji verwendet.)

Parteiisch

Die Partie, die Partei, die hat immer recht.

Under the Rainbow

rainbowrainbow

Wilmersdorf. Einfach so und ganz unpolitisch.

Die Revolution entlässt ihre Kinder und Enkel

Die Revolution entlässt ihre Kinder

Das Buch von Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder hätte ich schon in den 70-er Jahren lesen sollen. Aber damals hätte ich es eben aus genau den Gründen nicht getan, die Leonhard beschreibt.

Die schlechte Nachricht zuerst: Schlecht geschrieben, zu viele Details, zu lang, kaum theoretischer Tiefgang, für die nachgeborene Generation zu langweilig, zu viele Namen, die niemand mehr kennt. Ohne marxistische Grundkenntnisse nicht verständlich.

Die gute Nachricht: „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ ist immer noch genau so aktuell wie der unsterbliche Sketch über die Volksfront von Judäa. Ich habe es mit äußerster Spannung gelesen, was aber nicht repräsentativ ist, da nur die ältere Generation, die in den 70-er Jahren Marx et al ausführlich studiert hat, mit den Ereignissen etwas anfangen kann.

Warum gibt es eigentlich immer noch keine theoretische Diskussion in der Linken darüber, wie „Stalinismus“ eigentlich entstanden ist und warum? Leonhard beweist anhand seines eigenen Lebens, dass der Moment, in dem Stalin an die Macht kam, eine Konterrevolution war. Alle Kader der ersten Bolschewiki wurden umgebracht. Nur Stalin und die Krupskaja überlebten. Noch schlimmer: Warum hat sich niemand gewehrt?

Wenn man die Leute detailliert beschrieben bekommt, die – aus dem Moskauer Exil kommend – einen Sozialismus in der DDR aufbauen sollten, dann weiß man sofort: Das konnte nur schief gehen. Schlechter konnten die Voraussetzungen nicht sein.

ich wusste gar nicht, dass Leonhard später im Westen eine kommunistische Partei gegründet hat, die sich an Jugoslawien orientierte. „Hier versammelten sich die erfahrenen, aber geschlagenen Kämpfer aus der zweiten Reihe der Arbeiterbewegung, die sich eine ehrliche, politisch-moralisch intakte und kämpferische Klassenpartei wünschten.“ Ist mir sofort sympathisch. Das würde heute aber genauso scheitern wie damals.

Aber urteilt selbst.

Völker ohne Raum

mlpd

Sehr geehrte … äh … Genossen von der Judäischen Befreiungsfront MLPD! Ich würde gern „so genannt“ schreiben, denn „marxistisch“ seit ihr nicht. Marx war bekanntlich auch kein Marxist.

„Freiheit für Kurdistan“ ist auch keine linke Parole, sondern schlicht völkischer Scheiß und ähnlich reaktionär wie die Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Kurden (wer auch immer das sei) sollen also einen eigenen Staat haben – wie die Mazedonier, Serben, Kroaten, Albaner usw.? Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Der Proletarier hat kein Vaterland. Es wundert mich aber nicht, dass ihr das Kommunistische Manifest, aus dem der Satz stammt, gar nicht kennt.

„Freiheit für Palästina“? Was war das noch mal gleich? Das britische Mandatsgebiet? Alle Juden ins Meer? Für den Sieg im Volkskrieg unter dem ruhmreichen Banner der terroristischen Hamas und deren korrupten Führer?

Wisst ihr was, MLPD? Ihr seid ein antisemitischer kackbrauner Misthaufen. Hans Grimm würde euch lieben. Schade um das schöne Geld, was euch naive Genossen gespendet haben.

Reminder for German Journalists

kartoffelcurry

Kartoffelcurry

kartoffelcurry

Menschen, die Essen fotografieren, sind gelangweilt oder doof. Oder so. Ich war heute in der Kantine des Urban-Krankenhauses und angenehm überrascht, wie lecker das Kartoffelcurry schmeckte. Das war ein plausibler Grund zu fotografieren. Ich glaube, das werde ich auch mal nachkochen.

Wo war ich hier?

Friedhof

Die Ungleichheit der Körper=Hälften

Morgenpost

Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 13. Woche vom 29.3. bis 4.4.1931“.

Es ist dem Menschen nicht möglich, mit verbundenen Augen gradeaus zu gehen. Der Mann, der von a nach b gehen soll, weicht unfehlbar seitlich nach der einen oder der anderen Richtung ab.

Der Mensch ist zwar in seinen Grundzügen zweiseitig symmetrisch gebaut. In gewissen Einzelheiten aber ist die Gleicheit der Körper-Hälften durchbrochen. (…) Im Nebel, in Wüsten und über Schneefelder bewegt man sich aus diesem Grunde leicht im Kreise. und es gibt Fälle, in denen Ruderer bei Nacht das Ufer ohne Kompaß nicht erreichten, Verirrte nicht aus tiefen Wäldern fanden und Wüsten-Wanderer zwei-, ja drei- und viermal zum Ausgangs-Punkt zurückkamen, weil sie sich im Kreise bewegten. Nichts in der Natur ist sinnlos. Auch dieses „Kreisen“ nicht. Infolge der automatischen Kreis=-ewegung verirren sich Tiere selten weit von ihrem Heimatort, auch in Steppen, Wüsten und Urwäldern nicht. Die Asymmetrie ihres Körperbaus bringt sih nach „Planlosen“ Streifereen wider zum Ausgang-Punkt zurück. Die Asymmetrie des Körperbaus ist die naturwissenschaftliche Grundlage der „Heimat“.

Eine kühne These, der ich nicht ganz folgen kann. Interessant übrigens, dass man 1931 Symmetrie schon mit zwei m schrieb.

Wenn Wahlen etwas ändern würden

Leseempfehlung: Mathias Broeckers über „Wenn Wahlen etwas ändern würden…“

Kein Einbruch, sondern Gründung

banker

Vermutlich ist bekannt, dass ich als Avatar Dinge tue, die ich als Homo sapiens lassen würde. In Second Life (Gor) bin ich seit einigen Jahren Banker, eingedenk des Brechtschen Satzes aus der Dreigroschenoper: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Davor war ich Warlord, und das recht erfolgreich.

Nein, den Schreiber (links) habe ich (rechts) nicht übers Ohr gehauen. Er kam freiwillig in mein Hauptquartier, und ich habe ihm virtuelles Geld gegeben für einen Dienst, den er mir erwiesen hat.

Galanterie

„Der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts (die Häßlichen eingeschlossen).“ (Karl Marx an Ludwig Kugelmann, 12. Dezember 1868)

Unter Notfallexorzisten

exorzist

Rettungssanitäterhumor….

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