Heiss und süss

pudding

Wenn ich schlechte Laune habe (zum Beispiel wegen der Weltläufte), esse ich so etwas: Heißer Vanillepudding mit Rumtopf (Kirschen und Pflaumen).

Will Religion ever disappear?

BBC Future: „Atheism is on the rise around the world, so does that mean spirituality will soon be a thing of the past? Rachel Nuwer discovers that the answer is far from simple.“ Lesenswert.

Das erinnert mich an Lichtenberg, der schon Ende des 18. Jahrhunderts weiter war als die meisten Menschen heute; „Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.“

By the way: Jeden Tag werde ich auf’s Neue daran erinnert, dass es sich kaum noch lohnt, deutsche Medien zu rezipieren aka konsumieren.

Her mit dem Gesetz!

Sollten linke Parteien nicht ein Gesetz erlassen, das Kommunen und Stadtverwaltungen verbietet, Strom, Wärme, Wasser, Grund und Boden an Privatunternehmen zu verkaufen?

Bathrooms That Should Only Exist In Hell

Distractify (nomen est omen): „26 Bathrooms That Should Only Exist In Hell“.

Muahahahaha.

Babylonien, revisited, 26.0:

Babylonien, revisited, 26.0: Baskisch.

Jetzt aber ein Problem, mit dem ich heute zu tun hatte. Ich unterhielt mich mit einem Afrikaner, der fließend Englisch sprach und der mir erzählte, er verstehe auch Hausa. Aber seine Muttersprache werde nur von wenigen Menschen gesprochen und hieße „Barnawi“. Er hat mir das sogar aufgeschrieben. Ich finde aber rein gar nichts dazu. Vielleicht ist es falsch geschrieben? Hat jemand eine Idee?

Massenarbeitslosigkeit, reloaded

automatisierung

Irgendein höheres Wesen hat in Zeit online einen marxistischen Artikel über die gegenwärtige Ökonomie hineingeschmuggelt, natürlich nicht in den Wirtschaftsteil, sondern in die Rubrik „Karriere“. „Die Digitalisierung zerstört mehr Arbeitsplätze, als sie neue schafft. Zugleich wird der Wettbewerb durch Null-Stunden-Verträge härter. Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit“.

Sehr interessant und lesenswert – und jedes Wort wahr. „Jeder vierte deutsche Erwerbstätige arbeitet mittlerweile im Niedriglohnbereich, das heißt er oder sie verdient weniger als 9,54 Euro brutto die Stunde. (…) In den Niedriglohnsektor fallen oft auch sogenannte zero-hour contracts, die insbesondere in Großbritannien auf dem Vormarsch sind. (…) Die Verträge legen eine Mindestbeschäftigungszeit von null Stunden fest, sprich, feste Arbeitszeiten oder garantierte Stundenzahlen gibt es nicht. Wenn das Unternehmen gerade keinen Bedarf hat, bleibt die Lohntüte leer.“

Es ist eine feine Ironie der Geschichte, dass wieder einmal Großbritannien die Vorhut ist, was die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft betrifft. Man sieht auch, dass die aktuellen Forderungen der Gewerkschaften und der „Linken“ („Teilzeitarbeit verbieten!“) nur Rückzugsgefechte sein können und garantiert mit Niederlagen enden werden.

Sogar ein Marx-Zitat (natürlich ohne Quellenangabe) liest man da mit erstaunt geweiteten Augen: „Die Kapitalakkumulation gerät zwangsläufig ins Stocken, wenn es keine Arbeiter mehr gibt, die Lohn erhalten und dann als Konsumenten das Kapital füttern, wie auch Marx betont: „Es liegt also in der Anwendung der Maschinerie zur Produktion von Mehrwert ein immanenter Widerspruch, indem sie die Arbeiterzahl verkleinert. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Überzähligmachung.“

Wohl wahr. „Laut einer Studie von Volkswirten der ING-Diba-Bank sind 59 Prozent aller Arbeitsplätze gefährdet; von den rund 31 Millionen sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigten hierzulande könnten 18 Millionen von Robotern und Software ersetzt werden.“

Haha. Der Kommunismus kommt also durch die Hintertür. Der Kapitalismus schafft sich selbst ab. Man muss nur noch die Machtfrage stellen.

Chess is gloriously rebellious

chess

Der Guardian hat einen ganz entzückenden Artikel über Schach mit ebensolchen Zitaten über das königliche Spiel:

The real attraction of chess is that the board is a simulacrum of life, where intense battles can be fought with no casualties, where the rules and objectives are clear, where neat geometric certainties replace messy realities. (…)

Raymond Chandler called the game: “The most elaborate waste of human intelligence outside of an advertising agency.” (…)

Perhaps this is what the mufti really fears: chess players are natural rebels who have rejected the workaday world and all its totems.

Das Foto zeigt eine Stellung aus der Partie zwischen Wilhelm Steinitz und dem Berliner Curt von Bardeleben, Hastings 1895. Schachfreunde wissen, was jetzt kommt.

Der ultimative Shakespeare-Film

macbeth

Alle Links gehen zu Amazon. Just saying.

Es gibt Filme, die möchte man immer wieder sehen, einmal im Jahr oder so. „Avatar“ gehört für mich dazu, obwohl ich auch das Spiel besitze und schon jede Szene auswenig kenne (von „Dialogen“ kann man bei „Avatar“ nicht reden, die sind auch unwichtig).

Ich habe in den letzten Jahren nur rund ein Dutzend Filme gekauft, und ich bin mir bewusst, dass mein Geschmack weder massen- oder mainstreamkompatibel ist noch den den hier mitlesenden Publikums treffen wird. Outland – Planet der Verdammten gehört zum Beispiel dazu, Der 13te Krieger und Der Adler der neunten Legion, natürlich The Hours (wenn man Frauen verstehen will, har har), Und dann der Regen. Verschämt mus sich auch zugeben, dass ich Der letzte Mohikaner besitze (nur wegen Madeleine Stove), Spartacus: Blood and Sand und 300.

Sehr selten ist aber, dass man einen Film vierzig Jahre lang ansehen kann und der immer noch so frisch und aktuell wie am ersten Tag ist. Seit 1971 wollte ich mir immer Macbeth von Roman Polanski aus dem Jahr 1971 kaufen – was ich jetzt getan habe. Es gab und gibt immer noch keine bessere Shakespeare-Verfilmung, auch wenn Kenneth Branagh das sicher anders sehen würde.

Wer traute sich heute noch, einen Film über das 17. Jahrhundert zu drehen, in dem die Schauspieler in Versen reden? Das wäre ja so, als redete Brad Pitt in Troja in Hexametern, oder als verfilmte man das „Nibelungenlied“ in Mittelhochdeutsch. „One of the most fascinating of Shakespearean adaptations“, schreibt die Kritik.

Roger Ebert: „Polanski has imposed this vision on the film so effectively that even the banquet looks like a gang of highwaymen ready to wolf down stolen sheep. Everyone in the film seems to be pushed by circumstances; there is small feeling that the characters are motivated by ideas. They seem so ignorant at times that you wonder if they understand the wonderful dialogue Shakespeare has written for them. It’s as if the play has been inhabited by Hell’s Angels who are quick studies. All of this, of course, makes Polanski’s ‚Macbeth‘ more interesting than if he had done your ordinary, respectable, awe-stricken tiptoe around Shakespeare. This is an original film by an original film artist, and not an ‚interpretation.'“

Gehört also zum Bildungskanon wie „Faust“, Homer oder „Parzival“ (das Original in Mittelhochdeutsch).

IT Admin Service Wheel

IT Admin Service Wheel

Ein ins Völkische taumelnder Antikapitalismus

Ivo Bozic in der Jungle World über die Partei „Die Linke“: „… immer wieder der Flirt mit dem Nationalismus und ein ins Völkische taumelnder Antikapitalismus.“
Umfragen belegen, was in den ND-Leserbiefen zutage tritt. Dem Politbarometer der „Forschungsgruppe Wahlen“ zufolge wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Wähler der „Linken“ eine Verschärfung der Asylgesetze. Und in einer Forsa-Umfrage für den Stern vom Dezember gaben 26 Prozent der Anhänger der „Linken an, sie würden an Protestmärschen gegen eine Islamisierung Deutschlands teilnehmen, wenn sie in der Nähe ihres Wohnorts stattfänden. Das ist unter den Parteipräferenzen die zweithöchste Zustimmung zu Pegida nach der AfD.

Tweet of the day 82

austria

Was macht eigentlich der CCC?

Fefe ist aus dem CCC ausgetreten. Vielleicht droht ihm ja jetzt ein ähnliches Schicksal wie mir. Nein, das ist kein Grund zur Häme. Leute, die anders als der gefühlte Mainstream in Gruppen | Vereinen | Parteien denken, haben es immer schwer.

Ganz oben in Halensee

bus

Nein, ich bin den Bus nicht gefahren, ich saß nur drin.

MEGA online

MEGA

Die MEGA ist jetzt online. Irgendwie. Leider kann ich weder mit Chromium noch mit Firefox unter Linux irgendetwas sehen. Die taz erwähnt das Problem auch nicht.

Im Wintergarten

rixdorf

Leichte Frage: Welcher Garten ist das?

Where the frost rules

Russia beyond the Headlines: „An Ural fairy tale or where the frost rules“. Wunderschöne Bilder.

Triumph des Willens oder: The Revenant is meaningless pain porn

Revenant

Carole Cadwalladr schreibt im Guardian gnadenlos gut über „The Revenant“: „The Revenant is meaningless pain porn.“ Lesenswert, amüsant, sophisticated und ein Leckerbessen für Liebhaber des englischen Feuilleton.
So the landscape is chilling and the violence is pointless and the whole thing is meaningless. A vacuous revenge tale that is simply pain as spectacle. (…) ask ourselves why pain and suffering and brutalising women and pointless, fetishistic violence – when it’s done by Hollywood – wins awards. Or why we’re so keen for it to look „real“. What neurotransmitters are we releasing?

Nach der Lektüre hatte ich mich eigentlich entschieden, den Film nicht anzusehen, aber meine Firma hat mir zu Weihnachten zwei Kino-Freikarten geschenkt, die ich noch verbrauchen muss. Porn ist sowieso ok, und ich habe schon öfter sinnlose Filme gesehen und mich trotzdem amüsiert.

Das Ministerium für Wahrheit informiert

Das Ministerium für Wahrheit informiert: „Zensur“ heisst jetzt ‚Hasskommentare löschen‘„.

Lost in Elektrik oder: Ihr wisst, was ich heute getan habe, reloaded

Steckdose

Endlich weiß ich, wo her verdammte Kurzschluss herkam, der meine halbe Küche seit zwei Tagen lahmgelegt hat. Die Steckdose bedarf offenbar einer Generalüberholung. Gut, dass es Sicherungen gibt, die herausspringen könne, sonst wäre vermutlich alles abgebrannt.

Sorry für das unpolitische Posting. Hab gerade keine Zeit für mehr.

Was macht eigentlich das chinesische Proletariat?

Jacobin über den Klassenkampf in China: „The Chinese state has dramatically escalated repression against workers organizations.“

Mal sehen, wann dort die nächste Revolution kommt. Zeit dafür wäre es.

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