Revolution als Naturpänomen

revolution

„Eine Revolution ist ein reines Naturphänomen, das mehr nach physikalischen Gesetzen geleitet wird, als nach den Regeln, die in ordinären Zeiten die Entwicklung der Gesellschaft bestimmen. Oder vielmehr, diese Regeln nehmen in der Revolution einen viel physikalischeren Charakter an, die materielle Gewalt der Notwendigkeit tritt heftiger hervor. Und sowie man als der Repräsentant einer Partei auftritt, wird man in diesen Strudel der unaufhaltsamen Naturnotwendigkeit hereingerissen. Bloß dadurch, daß man sich independent hält, indem man der Sache nach revolutionärer ist als die andern, kann man wenigstens eine Zeitlang seine Selbständigkeit gegenüber diesem Strudel behalten, schließlich wird man freilich auch hineingerissen.“
Friedrich Engels an Karl Marx, 13. Februar 1851)

Manche Seminararbeiten Dinge bewahrt man gern auf, vor allem auch dann, wenn sie auf einer Reiseschreibmaschine geschrieben wurden. Damals waren wir Studenten noch fleißig. [Oppa-erzählt-wieder-aussem-Kriech-Modus off]

Das so genannte Kopftuchverbot

Die Partei „Die Linke“ scheint den säkularen Staat nicht mehr verteidigen zu wollen. Dann ist meine Wählerstimme wieder zu haben.

Lehrer dürfen im Unterricht auch kein Marx-T-Shirt tragen. Und das Kopftuch ist ein weltanschauliches Symbol. Als traditionelles Kleidungsstück war es in den siebziger Jahren aus den Städten in islamisch geprägten Ländern praktisch verschwunden. Heute trägt dort fast jede Frau Kopftuch. Diese Entwicklung geht auf das Konto der Islamisten. Sie haben die kopftuchlosen Frauen attackiert und eine Verbindung des Kopftuches zur Religion behauptet, die damals kaum empfunden wurde. Sie haben das Kopftuch zu ihrem Erkennungsmerkmal erkoren und durch seine ­Verbreitung in den achtziger Jahren ihre kulturelle Hegemonie erkämpft.

FYI: Exegi Momumentum, final

Spüle

Fertig. Kosten: 0,00 Euro. Erdbebensicher bis 6.0 Richterskala. Ich musste die Schublade neu bauen und vergrößern.

The Lost Continent

Wissenschaftler haben Reste von Gondwana entdeckt.

Trump in den Fängen des Weltjudentums

Ulrich W. Sahm über die Presseagentur dpa: „Weiter geht es bei dpa im Stil des Machwerks des zaristischen Geheimdienstes, den Protokollen der Weisen von Zion: ‚Trump, von einflussreichen jüdischen Parteispendern mit auf den Thron gehoben, hat eine Totalumkehr in der Nahost-Politik versprochen.‘ Dieser Satz und die nachfolgende Aufzählung einflussreicher jüdischer Millionäre verstärkt den Eindruck einer Weltverschwörung des Finanzjudentums, das mit ihrem Reichtum die amerikanische Politik lenkt. (…)

Nachdem die ursprüngliche Version des „missverständlichen“ Korrespondentenberichts bei Focus, den Stuttgarter Nachrichten, HNA, der Märkischen Oderzeitung und vielen anderen am frühen Morgen veröffentlicht worden war, verteilte die dpa tatsächlich am späten Nachmittag eine überarbeitete Neufassung. Netanjahu ist nun nicht mehr ‚politischer Unruheherd im Nahen Osten‘.“

Manchmal lernt man aus den „Korrekturen“ von Texten mehr als vom Original. „Aber wir haben bereits mit den Autoren gesprochen und den Text, der so nie hätte gesendet werden dürfen, mit ihnen sehr, sehr kritisch ausgewertet.“ Schon klar.

Unterwegs an der Front [Update]

Zeit online über die Sonnenallee: „Gibt es No-go-Areas in deutschen Städten? Für manche Menschen schon. Unterwegs mit einem Rabbiner in Berlin.“

Zur Begrüßung deutet Teichtal eine kleine Verbeugung an – er darf Frauen nicht die Hand geben.

Interessant. Hatten wir schon mal, aber irgendwie anders.

[Update] Eine lesenswerte Erwiderung auf Zeit online: „An der Front nichts Neues“.
Im deutschen Diskurs wird der Jude häufig als schwacher, bedrohter Mensch wahrgenommen, der vom potenten, gefährlichen Moslem bedroht und vom starken, zivilisierten Deutschen beschützt werden muss. So kann der Deutsche beweisen, dass er gewiss nicht antisemitisch ist, dass er die Lektion gelernt hat. Über jüdisches Leben, über religiöse und kulturelle Merkmale des Judentums wird weniger berichtet – vielleicht weil eine Mehrheit so etwas auch nicht lesen möchte. Berichte, in denen ein Jude eine proaktive Rolle einnimmt, eine emanzipierte Haltung zeigt, eine selbstbewusste Meinung vertritt, passen nicht ins Bild.

Exegi monumentum aere perennius, revisited

SpüleSpüleSpüle

Das Ganze ist ein ziemlicher Pfusch, hat jedoch nichts gekostet. Das vor rund neun Jahren gekaufte Original war aber noch viel pfuscher. Die Spüle ist aus Holzmüll zusammengebaut, wackelt nicht mehr, und die Schublade funktioniert auch wieder. Farbe soll noch dran, eine Tür muss noch passend geprügelt werden, und eine kleine Zwischenleiste fehlt noch. Den Anbau samt zweiter Schublade spare ich mir für später auf. Ich wolle aber um 9 Uhr abends an einem Samstag meine Nachbarn nicht mehr mit dem Geräusch der Kreissäge traktieren.

Daher heute keine Politik und keine Kommentare zu den Weltläuften.

Die Welt als Wille und Vorstellung

Eine Umfrage zeigt (via Fefe), was die Europäer über die Einwanderung von Muslimen denken.

Das, was in den Medien zu lesen ist und das, was die Mehrheit denkt, ist offenbar nicht kompatibel. Ich traue Umfragen nicht über den Weg, aber ich höre etwas Ähnliches jeden Tag live.

Hidden Volumes

Ich hoffe, dass die wohlwollenden Leserinnén und geneigten Leser, die planen, in die USA einzureisen und Computer mitzunehmen, sich mit hidden volumes auskennen?

Ritter der Kokosnuss

Kokosnuss

Das bin ich 1979 hier auf Caye Caulker in Belize.

„Die Insel ist ca. 8 Kilometer lang und 2 Kilometer breit und liegt etwa 35 Kilometer nordöstlich von Belize City im Karibischen Meer.“ Caye Caulker war damals noch ein fast touristenfreies spottbilliges Fischernest mit einem riesigen Korallenriff ein paar Kilometer vor dem Strand, an dem man wunderbar schnorcheln konnte. Eine Fährverbindung nach Belize City gab es auch nicht; man musste sich in den wenigen Hafenkneipen von Belize City durchfragen, wer ein Boot mit Außenborder zu vermieten hatte.

Nur im englischen und spanischen Wikipedia findet sich etwas über die interessante Geschichte:
Caye Caulker is thought to have been inhabited for hundreds of years, however the recent population levels didn’t start until the Caste War of Yucatan in 1847, when many mestizos of mixed Maya and Spanish descent fled the massacres taking place across the Yucatán.

Der so genannte „Kastenkrieg“ war ein (gescheiterter) Unabhängigkeitskrieg der Maya-Bevölkerung auf der Halbinsel Yucatán (zu der die ehemalige englische Kolonie Belize geografisch gehört). „Teile von Ost-Yucatán blieben jedoch unter Kontrolle der Maya, die noch bis 1901 einen Guerillakrieg führten. (…) Politisches und religiöses Zentrum der Maya wurde Chan Santa Cruz, wo die Maya-Kämpfer, die Cruzoob, den religiösen Ritus des Sprechenden Kreuzes praktizierten.“

Boykottiert Ungarn!

In Ungarn ist eine offen rechtsradikale und antisemitische Regierung an der Macht, die sogar die Erinnerung an Juden auslöschen will. Boykottiert dieses Land!

Exegi monumentum aere perennius

Schublade

Eine erdbebensichere Schublade für eine Spüle bracht man nicht wirklich, aber man kann nie wissen. Griff muss noch dran, und Farbe auch. Aber sie passt.

Unter Schraubenmessies

Schrauben

Der Vorteil, benutzte oder überzählige Schrauben nicht wegzuwerfen, liegt – neben der Sparsamkeit – darin, falls unvorhergesehene Baumaßnahmen anstehen, dass man keine kaufen, sondern die gewünschte nur suchen und finden muss.

Doomed to Fail

Sehr interessanter Artikel im Boston Globe über die Strategien verschiedener Fraktionen des Kapitals und deren Verhältnis zu China.
Neoconservatives took the lesson to be that the United States was unrivaled in power and could impose its will on any country it deemed hostile to US interests. The United States pursued two tracks of this strategy. The first was to push NATO eastward toward the Russian borders, by incorporating the Eastern European and Baltic countries into the US-led military alliance, and then aiming to incorporate Ukraine and Georgia as well. The second was to overthrow, or try to overthrow, several hostile governments in the Middle East, including Afghanistan, Iraq, Libya, and Syria in short order. (…)

Even worse, an American effort to weaken China is doomed to fail. (…)

China, by contrast, has a larger economy, is four times more populous, and is America’s creditor, not its debtor. China has strong and growing trade, investment, and diplomatic relations with other countries all over the world that would likely be strengthened, not weakened, by US belligerence. It’s also important to remember that China’s proud history as a unified nation is 10 times longer than America’s, around 2,250 years compared with around 225 years.

Tracking, revisited

Lutz Donnerhacke: „DE-CIX wirft Techniker raus“ (via Fefe)
Der DE-CIX ist ein Internet-Knoten in Frankfurt am Main und gemessen am Datendurchsatz der größte der Welt. Er wird von der DE-CIX Management GmbH betrieben. So sagt Wikipedia. Das riecht nach Technik, nach brummenden Routern, nach harten Kerlen, die sich schwitzend die Pakete zu werfen. Die Betreibergesellschaft sieht das aber ganz anders.

Die verschicken ihre Newsletter über einen US-Dienstleister, und der verschickt Tracking-Kram gleich mit. Und wenn man das unterbindet, wird man rausgeworfen… haha.
Diese Mailreader führen also keine Scripte aus, sie laden keine Bilder nach – damit sind diese Leser für die Marketingabteilung unsichtbar.

Quod erat demonstrandum.

More popular than you think

Politico: „Donald Trump might be more popular than you think. Once again, there’s evidence suggesting traditional polls aren’t accurately measuring support for the president and his policies.“

Gesiezt

Es gibt noch höfliche Randalierer. Ein Mann, auf dem ich lag/saß und dessen Arm im Hebel gut verwahrt war: „Ich zeig Sie an, Sie Opfer!“

Schweineschnitzel, gut bürgerlich

Schweineschnitzel

Schweineschnitzel, gut bürgerlich, à la Su Nuraghe in Rixdorf – sardische und italienische Küche, seit 35 Jahren.

Timeo Danaos

kugelschreiber

Werbegeschenke, die man bekommt, wenn man im Krankenhaus arbeitet…

Vielleicht ist es ja der Plan

Ich habe in den letzen Tagen oft mit Leuten über Trump geredet. Nein, niemand von denen hatte mit Medien zu tun. Einfache Leute, wenn man so will: Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Polizisten, Putzfrauen- und Männer, Angestellte und Facharbeiter. Alle sprachen positiv über Trump in dem Sinn: „Er ist bescheuert, aber ich finde es klasse, dass er tut, was er angekündigt hat.“

Ich vermute ganz stark, dass sich die mediale Blase, in der die meisten Journalisten leben, nicht aufgelöst und dass ihre kleinbürgerliche Scheinwelt, die auch für ihre Clinton-Manie verantwortlich ist, mit der Realität nichts zu tun hat. Das wird noch spannend werden.

Vielleicht war es der Plan zu versuchen, die Wahlversprechen Trumps einzulösen in dem Wissen, dass es juristisch fragwürdig ist, nur um den eigenen Wählern das zu zeigen, was die schon „wussten“: Das „Establishment“ ist gegen uns.

Ich erkläre mir den Schaum vor dem Mund der Trump-Gegner (die Reihen fest geschlossen und jetzt alle zusammen: Boah, ist der eklig und doof) so, dass die Mittelschicht (aka Kleinbourgeoisie) live hört und fühlt, wie ihre Lebenslüge den Bach runter geht: Gutes Benehmen, sich an die Regeln zu halten sowie „Erziehung und Bildung“ (das „richtige“ Sprechen) sichern eben nicht den sozialen Status im Kapitalismus, geschweige denn den sozialen Aufstieg. Das wusste die herrschende Klasse, zu der Trump gehört, immer schon, und das Proletariat auch.

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