Liebesgrüße aus Moskau

brief aus Moskau

Erhalten 1976

Colombia!

Bogota

Sweet memories… Bogotá, Kolumbien (1982)

Gare de Palaiseau

Gare de Palaiseau

Klassenreise 1970 nach Palaiseau, der Partnerstadt Unnas. Das Foto wurde am Gare de Palaiseau gemacht. Der vierte von links bin ich. (Hallo, Harald und Dirk!)

Auf hoher See

Helgoland

Auf der Rückseite des Fotos steht: „M.S, „Roland v. Bremen, Auf hoher See, 31. Mai 1978 Bremerhaven/Columbuskaje – Helgoland“. Auf dem Foto bin ich zu sehen… Ich bin damals nicht von Bremerhaven aus nach Helgoland gelangt, sondern von Büsum aus. Dort legt das Schiff an.

Mein Auto und ich

zermatt

Mein Auto und ich – Zermatt 1975

Batik-Hemd, Retro-Style

batik-hemd

Krame in alten Fotos. Das ist meine Geburtstagsparty 1985 oder 1986. Ich trage ein Batik-Hemd. Der Macher des Hemdes, der damals auch in der Fabriketage wohnte, hat später die Branche und auch den Kontinent gewechselt (hallo, Heiko!). Das rauchende Mädel im Sessel war meine Geliebte. Ein anderer Freund (links, mit der Sektflasche) trägt heute oft einen Hut.

Die segnenden Hände des Führers

scheibtisch

So sah mein Schreibtisch 1975 aus. Damals studierte ich an der FU Berlin Germanistik, Geschichte und Philosophie. Nein, dafür schäme ich mich nicht, auch wenn mich die „segnenden“ Hände des „Führers“ heute schaudern lassen. Das war damals so. Wenn man einer christlichen Sekte entstammt, muss man vielleicht als ersten Schritt, vernünftig zu werden, den Teufel mit Beelzebub austreiben. Danach ist man gegen diese Dinge immun – für immer.

Wundersame Geschichten von den Schildbürgern zu München

schildbürger

Die Stadtverwaltung von München wechselt von Linux zu Windows – ein Schildbürgerstreich, wie ihn die Schildbürger selbst nicht besser hätten ausdenken können. Eine Behörde ist eben nicht rational, sondern eine eigene Welt.

Ich aber frage euch mit Matthew D. Rose: „Wo kommt die Kohle her? Wo geht die Kohle hin?“ Damit ist alles gefragt.

Qualm für das Proletariat

raucher

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein militanter Nichtraucher bin. Aber:

„Soziologisch gesehen handelt es sich bei der Durchsetzung des Rauchverbots um die systematische Vertreibung der Unterschichten aus dem öffentlichen Raum. Denn Rauchen ist längst zu einem Erkennungszeichen der tatsächlich oder potenziell sozial Schwachen geworden – derer, die in dieser Gesellschaft nichts mehr werden wollen oder können. In den USA ist diese Entwicklung schon sehr viel weiter fortgeschritten als in Europa, doch wir holen tüchtig auf. Wer am Qualmen festhält, sich nicht zumindest bemüht, es aufzugeben oder es wenigstens nur schamhaft und mit schlechtem Gewissen betreibt, gilt als charakterlos und potenziell untauglich, einen konstruktiven Beitrag zur menschlichen Gemeinschaft zu leisten.

Die Unterschichten aber können und wollen nicht auf das Qualmen verzichten, denn es ist eines der kleinen Fluchten aus einer absoluten Gegenwart, die keinen Zweifel mehr daran aufkommen lassen will, dass sie die beste und einzig denkbare aller Gegenwarten ist. Rauchen, fettes Essen und übermäßiges Trinken aber sind solche kleine Alltagsfluchten aus dieser Diktatur des Unmittelbaren, der jederzeit Fitten und Verwendbaren, und deshalb werden diese unerwünschten Gewohnheiten von einer Allianz aus durchkommerzialisierten Aufstiegsmenschen und grünen Öko-Gesundheitsaposteln unbarmherzig verfolgt. (Beide Gruppen überschneiden sich dabei mittlerweile schon sehr weitgehend.)“ (Richard Herzinger)

Moral ohne Grenzen

Thomas Fischers Kolumne „Mister Spacey und wir“ (hinter einer virtuellen Schranke für die, die nicht wissen, wie man Javascript ausschaltet):
Die Moral kennt keine Grenzen mehr: Dem Regisseur Roman Polanski wird aus dem Kölner Frauenturm mitgeteilt, seine Ghetto- und KZ-Biografie schütze ihn keineswegs vor dem Zahltag eines 40 Jahre zurückliegenden möglichen sexuellen Missbrauchs. Da liegt, so muss man sagen, die Latte der Moral wirklich sehr hoch! Sie wurde aufgelegt von einer Journalistin, die kürzlich selbst wegen einiger Unregelmäßigkeiten in ihren Steuerunterlagen rechtskräftig verurteilt wurde. Es handelte sich, anders als bei den ihr besonders am Herzen liegenden Fällen, nicht um unbewiesene Verdachtsfälle, sondern um veritable Straftaten. (…) Der Tonfall der neuen Welle ist gegenüber der letzten noch schriller und vernichtungsgeneigter geworden.“

Journalistische Recherche, revisited

Ich habe die Linksammlung „Journalistische Recherche Werkzeuge I“ aktualisiert. Neu: Der Inhalt ist jetzt mit Sprungmarken. „Chat und Instant Messaging“ wurde erweitert. Ausserdem habe ich IRC – Internet Relay Chat (Howto) auf meinen eigenen Server kopiert.

Home and Garden, Furniture

sex-bett

Die Kernkompetenz von Second Life… Man sollte aber das hier berücksichtigen….

Rakach oder Maki?

maki

Aus der aktuellen Konkret: „In Palästina existierte Anfang der zwanziger Jahre nur die Jüdische Kommunistische Partei, die erst nach und nach arabische Mitglieder gewinnen konnte. Gleichwohl war die KP Palästinas aufgerufen. den arabischen ‚Freiheitskampf‘ zu fördern, auch wenn sich dessen Angriffe wiederholt gegen die jüdische Bevölkerung des britischen Mandatsgebiets richteten, (…) sogar nach den pogromartigen Ausschreitungen in Jerusalem, Hebron und Safed 1929 mit über 100 jüdischen Opfern blieb die Komintern bei ihrer antiimperialistischen Politik und forderte entsprechend von der KP Palästinas, sich zu ‚arabisieren‘.“

Trumps Erfolge und knirschende Zahnreihen

Die Jüdische Rundschau listet Trumps Erfolge auf. Alles wahr und richtig. Ich höre schon, wie mainstreamjournalistische deutsche Zahnreihen in Tischkanten beißen.

Surroundings News

meedia

Screenshot: meedia.de. Man kann eine Website auch so unprofessionell zusammenstückeln, dass nicht jedes Ausgabegerät sie korrekt anzeigt. Das nennt man „nicht barrierefrei“. Der Webdesignerpappnasenfaktor ist hier hoch.

Vorsicht! Ein schwarzer Schimmel sprengt auf uns ein! Werbefuzzys können kein verständliches Deutsch! Wie meinen? Wie, wenn nicht die? Der Kunde soll nicht verstehen, was die hinausposaunen?

These dazu: Die Werbebranche befleißigt sich eines denglischen Jargons, a) um sich arrogant vom gemeinen Volk abzugrenzen, b) um sich in der peer group wohlzufühlen – Gruppendynamik usw., c) weil die Leute, die meinen, so herumschwurbeln zu müssen, dumm und faul sind. Verständlich zu schreiben ist anstrengend und ein Handwerk, das man lernen muss. Die Kunst, sich mit einem Text in den Köpfen der Leser einzunisten, fällt nicht vom Baum: Man muss es üben, üben, üben, und man muss Regeln beachten.

1. Regel: Leser erwarten das handelnde Subjekt weit vorn im Satz. Ross und Reiter sollen sich also nicht im Gebüsch oder am Satzende verstecken. Leider lädt die komplizierte und archaische Grammatik des Deutschen dazu ein:
Wenn Nicolas Fromm, Geschäftsleiter Digital der Zeitungshäuser NOZ Medien und mh:n Medien, über Hamburg als Digitalstandort für Medienhäuser spricht, findet er klare Vorzüge: blabla

Nach 19 (!) Wörtern tut Herr Fromm etwas – er spricht. Wer hätte das gedacht? Warum hüllte er sich vorher in Schweigen – um seinen zahllosen Titeln zuzusehen, die Branding, ick hör dir trapsen endlos lange vorbeihoppeln? (Was ist ein „Geschäftsführer digital“ – gibt es ihn nur in Pixelform?) Dann – wir bersten vor Spannung – findet er im nächsten Wort Vorzüge. Stimmt aber gar nicht, weil er sie – wetten, dass? – gar nicht gesucht hat. Der Autor Gregory Lipinski hat nur das erstbeste schwache Verb gegriffen, das nicht schnell genug auf dem Baum war.

Entweder: Fromm zieht Hamburg gegenüber anderen Städten vor. Danach wollen wir wissen, warum.
„Hamburg verfügt über eine große Startup-Szene. Die Elbmetrolople ist für uns ideal, geeignete Digitalexperten zu finden“, sagt der Geschäftsmann.

Wie albern ist das denn? Er sagt es. Aber das wissen wir doch schon, weil der Autor ihn zitierte! Wer sucht, der findet, und dann sagt er es. Wenn schon der bescheuerte Verlegenheitstitel „Geschäftsmann“, dann sollte der ganz vorn stehen; das enthebt uns der lästigen Pflicht, die im ersten Satz unterzubringen und die Leser damit auf die Folter zu spannen.

Also: Der Geschäftsmann Nicolas Fromm zieht Hamburg gegenüber anderen Städten vor: Dort gebe es eine große Startup-Szene, und man finde leicht geeignete Digitalexperten (was auch immer das sei). Fromm ist… (blabla). Die Leser zucken natürlich beim Konditional, den die indirekte Rede erfordert, zusammen. Daher ist ein Zitat besser.
Der Geschäftsmann Nicolas Fromm zieht Hamburg gegenüber anderen Städten vor: Hamburg hat („verfügt“ ist Geschwurbel) eine große Startup-Szene. Die Elbmetropole ist für uns ideal, geeignete Digitalexperten zu finden.“ Ich mäkele noch an „Elbmetropole“ herum – eine völlig abgedroschene Metapher: Berlin: Spreemetropole. Kairo: Nilmetropole. Moskau: Moskwa-Metropole. Holzwickede: Emscher-Metropole (SCNR).

Die Äußerung kommt nicht von ungefähr.
Tut mir leid, Wörter mit ung sind fast ausnahmslos verboten. Außerdem tut die Äußerung nichts; sie kommt nicht, auch nicht aus dem Ungefähren.

Dass die NOZ-Gechäftsführung mit Axel Gleie und Joachim Lieber gerade die Hansestadt ausgewählt hat, ist auch geographisch bedingt.
Ich zeige mit verquollenen Augen auf Regel Eins: Wer tut was? Ach so: niemand? Dass müssen wir jetzt investigativ recherchieren. Wir haben eine Geschäftsführungungungung und zwei Mal einen Menschen. Die Menschen, die einen Titel haben (vermutlich: Geschäfsführer), suchten etwas aus. Warum versteckt der Autor das in einem Nebensatz? Falsch.

Regel 2: Das zentrale Verb gehört in einen Hauptsatz. Unwichtiges gehört in Nebensätze.

„Wir hoffen, dass die Mitarbeiter Anfang nächsten Jahres das Büro beziehen und wir schon im ersten Quartal operativ tätig sind“, betont Fromm.
Hoffen. Beziehen. Tätig sein. Das vergleichen wir jetzt mit Friedrich Schiller: Glühn, krachen, stürzen, klirren, jammern, irren, wimmern rennet, rettet, flüchtet. Starke, alte, kurze Verben treiben einen Satz voran wie mit einer Peitsche. Das fesselt die Leser. Oder Heinrich von Kleist, wahrlich ein dynamisches Meisterstück: Reihte man nur die Verben aneinander, verstünde man, was geschehen ist.

Das reicht jetzt. Ach ja, der Titel: Was sind „ambient news“? Ein Synonym für „ambient“ ist „surrounding“. Das verstehe ich aber immer noch nicht.

Russian Revolution

russian revolution

Jacobin hat eine Artikelserie zum Thema „100 Jahre russische Oktoberrevolution“. Kann man lesen. Ist jedenfalls interessanter als alles, was in deutschen Mainstream-Medien zum Thema erscheint.

Wenn unbequeme Bücher verschwinden

Eine Zensur findet nicht statt. Ich muss einen Autor verlinken, dessen politische Meinung ich nicht kenne, nicht kennen will und vermutlich auch nicht teile (wenn ich über sein Buch lese: alles Bullshit!). Auch seine Sprache ist grauenhaft. Trotzdem muss ich es tun. Die medienkompetenten Leserinnen und wissenden Leser können mich notfalls erleuchten.

Wer die Meinungsfreiheit erst dann verteidigt, wenn die eigene Meinung unter Feuer kommt, der wird sie wahrscheinlich verlieren. Die Manipulation der Bestsellerliste, wie vom Spiegel im Sommer diesen Jahres vorgeführt, oder die Manipulation eines Regals in einer Buchhandlung, das die Bestsellerliste abbilden soll, sind Schritte auf dem Weg zur Zensur und teilen mit dieser die illiberale Geisteshaltung. Wenn Linke diese Schritte erst dann kritisieren, wenn linke Bücher solchen „Säuberungen“ zum Opfer fallen, begeben sie sich meiner Ansicht nach auf einen gefährlichen Weg. Darauf wollte ich mit meinem Artikel hinweisen. Weder bin ich ein Anhänger der AfD, noch ein Freund des Buches von Thorsten Schulte oder ihm selbst. Offenbar sind die Polarisierung der Meinungen und der Feindbildaufbau inzwischen allerdings soweit fortgeschritten, dass solche Differenzierungen nicht mehr möglich sind. Das bedaure ich – und ich bedaure es besonders für die NachDenkSeiten. Wo intellektuelle Redlichkeit unter dem „Sturm“ von zehn oder zwanzig kritischen Leserkommentaren die Segel streicht, werden zukünftige Debatten schwer werden.

Unter Blockwartinnen verdächtig aus dem Rahmen fallen

Welt | N24: „Bloß nicht Falsches sagen – an Hochschulen in Deutschland regiert ein Geist, der kaum noch Widerspruch zulässt. Wer aus dem Rahmen fällt, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Ich bin heilfroh, dass ich mit den staatlichen Hochschulen in Deutschland nichts zu tun habe. So viele Rahmen gäbe es gar nicht, aus dene ich ständig fiele. Das alles erinnert mich doch sehr an die McCarthy-Ära in den USA. Damals ging es auch darum, das Böse zu finden und es zu vernichten. Was „das Böse“ ist, entscheidet der jeweilige öffentliche Mainstream. Natürlich erklärt sich diese Atmosphäre, die man nicht mehr intellektuell nennen kann, aus dem Klassenstandpunkt der heutigen Studenten – nur noch panische und wildgewordenen Kleinbürger aus der so genannten Mittelschicht.

Im Frühtau zur U-Bahn wir ziehn, vallera

U-Bahn

Wo ziehn wir im Frühtau?

Zur Hölle mit ihnen!

Ich zitiere den Schockwellenreiter zustimmend: „Wer im Kapitalismus reich ist, darf den Karren an die Wand fahren und tausende von Mitarbeiter ins Unglück stürzen. Das ist legal, dafür wird er mit Millionen belohnt. Wer dagegen arm ist und als 84-jährige Rentnerin aus Hunger für unter 80 Euro Lebensmittel klaut, der muß für drei Monate in den Knast. Das nennt man Klassenjustiz, Baby!“

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