Starke Ansichten oder: Was wirklich zählt

„Was will ich mit einer Million, wo ich doch weiß, was das Universum zusammenhält.“ (Grigori Jakowlewitsch Perelman, Mathematiker)

Perelman sei über den Niedergang ethischer Normen in der Gesellschaft und in der Mathematik so betrübt, dass er von dem ganzen Betrieb nichts mehr wissen wolle. »Ich glaube, er hält uns alle für viel zu konformistisch, deshalb geht er bewusst in die andere Richtung«, sagt Gromow. Perelman habe immer »sehr starke Ansichten darüber, was richtig und falsch ist« geäußert – »und er will von niemandem anderen abhängig sein«.“

Sich selbst gern reden hören

„Diesen Leuten muss man zuhören, anstatt sie zu beschimpfen. Sonst bleiben als Zuhörer nur die Rechten. Ein Teil der Linken hört sich allerdings lieber selbst reden.“ (Thomas Glavinic über Wähler rechtspopulistischer Parteien)

Faulheit und Feigheit oder: Es ist so bequem, unmündig zu sein

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant, 1784)

A man’s character

A man’s character is his fate. (Heraclitus, 535 BC – 475 BC)

Karmesin

„Vegan lebende Maler müssen auf die rote Farbe Karmin (Karmesin) verzichten. Diese Farbe wird aus Massentierhaltung von Schildläusen gewonnen, die dafür qualvoll getötet werden. Das geht so nicht.“ (Norbert Potthoff)

Love

liebe

Tweet of the day 82

austria

Fehler für Zwanzigjährige

„Was kann man einem Zwanzigjährigen schon sagen, wenn man 63 ist? Die Fehler, die ich gemacht habe, gibt’s schon gar nicht mehr.“ (Lemmy Kilmister, Motörhead)

Well said, dude!

Gremlizas Law, revisited

Die aktuelle konkret erinnerte mich daran, dass der hochverehrte Kollege Hermann L. Gremliza ein Gesetz aufgestellt hat: „Die Mehrheit stellen in jedem Kollektiv die Arschlöcher, welches kein Schimpfwort ist, sondern eine – wenn vielleicht auch nur meine – soziologische Kategorie.“

Ich muss dem beipflichten, vor allem wenn es um die Zwangskollektive „Nation“ oder gar „Volk“ geht. Man sollte aber auch Berufsverbände nicht vergessen.

Zu empfehlen und lesenswert ebendort: Thomas Ebermann über „Rechte Leute von links – Linke Politik im nationalen Interesse, der Kampf des Falschen gegen das Falsche und die Anfälligkeit deutscher Keynesianer für Querfronten.“ – „Der Keynesianer [Wagenknecht, Lafontaine, die Partei „Die Linke“ im allgemeinen und besonderen] wirft der Herrschaft vor, sie mache Fehler.“

Was ich darüber denke, sollte den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern bekannt sein.

No big deal

„Jumping a train in Calais was no big deal compared with the bombs in Syria“. (Ali Mustafa, syrischer Agraringenieur, jetzt Flüchtling Einwanderer und Steuerzahler in Großbritannien, laut Guardian)

Ihr Pappnasen!

„Ich bin ein großer Freund der Beleidigung.“ (Jan Fleischhauer)

Nicht um jeden Preis

Ulf Buermeyer auf Heise: „Das Durchsetzen von Urheberrechten – ebenso wie anderer Rechte – ‚um jeden Preis‘ ist unserer Rechtsordnung fremd. Urheberrechte sind zwar von der Eigentums-Garantie aus Art. 14 des Grundgesetzes geschützt. Sie gilt aber nun einmal nicht unbeschränkt, sondern nur, soweit sie in der Abwägung mit anderen Grundrechten den Vorrang genießt.“

Klare Formen

„Klarheit der Sprache ist die Frucht klaren Denkens; ein klarer Gedanke bedingt mit Notwendigkeit eine klare Form.“ (Wilhelm Liebknecht 1896)

Politische Argumentationen sind Onanie

„Argumente helfen nicht gegen Ressentiments. Argumente sind vor allem dazu da, den, der sie vorbringt, selber davon zu überzeugen, das richtige zu vertreten. Weiter ‚überzeugt’man mit Argumenten nur die, die schon vorher den vorgebrachten Argumenten anhingen. Politische Argumentationen sind grundsätzlich Selbstbefriedigungen. Was nicht unbedingt schlecht ist. Die eigenen Positionen, bedürfen durchaus einer ständig neuen Unterfütterung durch Tatbestände, Statistiken, neue Wahrnehmungen etc., damit man wenigstens selber fundiert glauben kann, was man anderen erzählt.“ (Klaus Theweleit in konkret 12/2015)

Was kommt eigentlich nach dem Kapitalismus?

Ich würde gern antworten, aber ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.

Menschen mit Fluchthintergrund

„Flüchtlinge. Die jetzt „Geflüchtete“ heißen. Und morgen „Menschen mit Fluchthintergrund“. Stilübungen. Sprachübungen, die niemandem weiterhelfen. Menschen aus dem Internet kämpfen ihre Scheingefechte, weil das so schön einfach ist. Tastaturkrieg. Gesinnungsonanie.“ (Kiezneurotiker)

Betroffenheitsgetue

betroffenheitsgetue

The Internet is the place

„Internet is the Place, where men are kids, women are men, and kids are undercover FBI agents.“ (Quelle)

Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut

„Oh Gott, eine üble Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut braut sich zusammen“. (Quelle: ak – analyse & kritik)

Wer einen guten Nachruf lesen will, konsumiere die Jungle World: „Der letzte würdige Gegner“.

9. November

9. November

Older entries