Tweet of the day 82

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Fehler für Zwanzigjährige

„Was kann man einem Zwanzigjährigen schon sagen, wenn man 63 ist? Die Fehler, die ich gemacht habe, gibt’s schon gar nicht mehr.“ (Lemmy Kilmister, Motörhead)

Well said, dude!

Gremlizas Law, revisited

Die aktuelle konkret erinnerte mich daran, dass der hochverehrte Kollege Hermann L. Gremliza ein Gesetz aufgestellt hat: „Die Mehrheit stellen in jedem Kollektiv die Arschlöcher, welches kein Schimpfwort ist, sondern eine – wenn vielleicht auch nur meine – soziologische Kategorie.“

Ich muss dem beipflichten, vor allem wenn es um die Zwangskollektive „Nation“ oder gar „Volk“ geht. Man sollte aber auch Berufsverbände nicht vergessen.

Zu empfehlen und lesenswert ebendort: Thomas Ebermann über „Rechte Leute von links – Linke Politik im nationalen Interesse, der Kampf des Falschen gegen das Falsche und die Anfälligkeit deutscher Keynesianer für Querfronten.“ – „Der Keynesianer [Wagenknecht, Lafontaine, die Partei „Die Linke“ im allgemeinen und besonderen] wirft der Herrschaft vor, sie mache Fehler.“

Was ich darüber denke, sollte den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern bekannt sein.

No big deal

„Jumping a train in Calais was no big deal compared with the bombs in Syria“. (Ali Mustafa, syrischer Agraringenieur, jetzt Flüchtling Einwanderer und Steuerzahler in Großbritannien, laut Guardian)

Ihr Pappnasen!

„Ich bin ein großer Freund der Beleidigung.“ (Jan Fleischhauer)

Nicht um jeden Preis

Ulf Buermeyer auf Heise: „Das Durchsetzen von Urheberrechten – ebenso wie anderer Rechte – ‚um jeden Preis‘ ist unserer Rechtsordnung fremd. Urheberrechte sind zwar von der Eigentums-Garantie aus Art. 14 des Grundgesetzes geschützt. Sie gilt aber nun einmal nicht unbeschränkt, sondern nur, soweit sie in der Abwägung mit anderen Grundrechten den Vorrang genießt.“

Klare Formen

„Klarheit der Sprache ist die Frucht klaren Denkens; ein klarer Gedanke bedingt mit Notwendigkeit eine klare Form.“ (Wilhelm Liebknecht 1896)

Politische Argumentationen sind Onanie

„Argumente helfen nicht gegen Ressentiments. Argumente sind vor allem dazu da, den, der sie vorbringt, selber davon zu überzeugen, das richtige zu vertreten. Weiter ‚überzeugt’man mit Argumenten nur die, die schon vorher den vorgebrachten Argumenten anhingen. Politische Argumentationen sind grundsätzlich Selbstbefriedigungen. Was nicht unbedingt schlecht ist. Die eigenen Positionen, bedürfen durchaus einer ständig neuen Unterfütterung durch Tatbestände, Statistiken, neue Wahrnehmungen etc., damit man wenigstens selber fundiert glauben kann, was man anderen erzählt.“ (Klaus Theweleit in konkret 12/2015)

Was kommt eigentlich nach dem Kapitalismus?

Ich würde gern antworten, aber ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.

Menschen mit Fluchthintergrund

„Flüchtlinge. Die jetzt „Geflüchtete“ heißen. Und morgen „Menschen mit Fluchthintergrund“. Stilübungen. Sprachübungen, die niemandem weiterhelfen. Menschen aus dem Internet kämpfen ihre Scheingefechte, weil das so schön einfach ist. Tastaturkrieg. Gesinnungsonanie.“ (Kiezneurotiker)

Betroffenheitsgetue

betroffenheitsgetue

The Internet is the place

„Internet is the Place, where men are kids, women are men, and kids are undercover FBI agents.“ (Quelle)

Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut

„Oh Gott, eine üble Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut braut sich zusammen“. (Quelle: ak – analyse & kritik)

Wer einen guten Nachruf lesen will, konsumiere die Jungle World: „Der letzte würdige Gegner“.

9. November

9. November

Wer die Welt erklärt

„So zu tun, als ob hauptberufliche Journalisten die Einzigen seien, die die Welt erklären könnten: Das ist eine Haltung, die tatsächlich für den Journalismus insgesamt sehr gefährlich ist. Wenn man meint, man könnte so weitermachen wie vor 15 Jahren, schafft man sich im Zweifel eher selbst ab.“ (Alan Rusbridger vom „Guardian“ im Freitag)

Korrupter Journalismus

„Ich gebe mir keinerlei Mühe mehr, emotional beteiligt zu erscheinen. Der heutige Journalismus ist zu weiten Teilen sowieso korrupt, das ist jedenfalls meine Meinung. Manchmal gehe ich tagsüber einfach für zwei, drei Stunden in ein Café und lese Short Stories. Das hätte ich früher nie getan. Wenn ich in das Büro zurückkomme, lösche ich zum Spaß alle E-Mails, ungelesen. Wenn es wichtig ist, kommt sowieso eine zweite Mail. Abgesehen davon bemühe ich mich darum, freundlich zu sein. Ich habe nichts gegen andere Menschen, solange sie mich halbwegs in Ruhe lassen.“ (Harald Martenstein)

Well said. Ich kann dem nur beipflichten. Aber die, die er meint, merken es nicht. Cafés mag ich aber nicht so. lieber eine interessante Gegend oder etwas für die Bildung.

Die Anständigen sind immer eine Minderheit

„Wir haben wenig Grund zu der Annahme, dass wir den Europäern der 1930er und 1940er Jahre moralisch überlegen sind“, schreibt Snyder in seinem kontroversen Buch – denn im Ernstfall „würden sich nur wenige von uns anständig verhalten.“ (Timothy Snyder)

Mitte, rechts links

„Wenn man keinen fundamentalen Unterschied zwischen Mitte-rechts und Mitte-links mehr sieht, haben die Leute bald das Gefühl, dass es nicht wirklich Sinn hat, zur Wahl zu gehen, weil sie ohnehin nichts Neues bekommen. Da gibt es zwei mögliche Reaktionen: Entweder verlieren sie das Interesse an Politik, oder sie fühlen sich von Rechtspopulisten angezogen.“ (Chantal Mouffe, Politikwissenschaftlerin im „Standard“) Das meiste, was sie sagt, kann ich nur unterstreichen, auch über die Grenzen linkspopulistischer Bewegungen.

Our duty

„Why are deadly weapons being sold to those who plan to inflict untold suffering on individuals and society? Sadly, the answer, as we all know, is simply for money – money that is drenched in blood, often innocent blood. In the face of this shameful and culpable silence, it is our duty to confront the problem and to stop the arms trade.“ (Ein relativ bekannter Katholik, auf den aber niemand hören wird und schon gar nicht die so genannte „christliche“ CDU.)

Irgendetwas ist hier faul und alle Ventile offen

Hans-Dieter Rieveler in Telepolis: „Ich habe sogar das Gefühl, dass irgendetwas faul sein muss an dieser ‚Willkommenskultur‘.“

Lesenswerte Analyse! Er erwähnt auch Wolfgang Clements Kommentar für das Handelsblatt:
Angesichts der Zuwanderung sei es wichtig, „alle Ventile zu öffnen. (…) Und nicht durch weitere Regulierungen – etwa der Zeitarbeit oder der Werkverträge oder ein Entgeltgleichstellungsgesetz – den Arbeitsmarkt weiter zu bürokratisieren. Es sollte wieder gelten: Jeder legale Arbeitsplatz ist zumutbar und besser als die Arbeitslosigkeit. Man darf vermuten: Die Mehrheit derer, die jetzt zu uns kommen, werden dies auch so sehen. Und andere müssen es lernen.“
Wer den letzten Satz als Drohung liest, hat richtig gelesen.

Das hat Clement wortgleich schon 2003 gefordert. Dafür wird ihn natürlich der Wanderpokal „Lautsprecher des Kapitals“ verliehen. Clement ist kein Journalist, aber schreibt als solcher.

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