Nicht meine Weise

“Dieses ‘Solidarisiert euch’, das ist nicht meine Vorgehensweise.” (Gerhard Polt, Anarchistiker)

Meine auch nicht.

Die sogenannten Profis

“Die sogenannten Profis sind auf einem nicht mehr expandierenden Markt unterwegs, und haben selbst auch keine Möglichkeit, das zu ändern, weil die Jugend längst woanders ist.” (Don Alphonso über deutsche Blogger)

Über das Schreiben

“Ich liebe das Recherchieren, aber ich hasse das Schreiben.” (Amrai Coen)

Ich auch.

Ratschlag eines leider zu früh Verstorbenen für Blogger

“Versucht, Genossen, wenigstens einmal über die Worte nachzudenken, aus denen ihr eure Phrasen flechtet!”

Weder Reife noch können

“Berliner Hundehalter haben im Allgemeinen weder die Reife noch das Können, Hunde zu halten. Der durchschnittliche Berliner Hundehalter hat keine Ahnung, was er da eigentlich mit seinem Tier tut und er hat auch kein Interesse, daran irgendetwas zu ändern.” (Kiezneurotiker)

Das musste mal gesagt werden, vor allem die zweite Hälfte des Satzes.

Feine Sahne Fischfilet

Stolz auf Deutschland? Stolz auf eine Nation? Stolz auf irgendein beschissenes Konstrukt? Wir kotzen gleich! Aussagen, die sich positiv auf eine Nation beziehen, sind immer negativ! (Worum es geht)

Well said, dude!

Medienjournalisten

An der Qualität ihrer Selbstkritik kann man den Zustand einer Branche gut ablesen. Gucke ich Medienjournalismus kritisch unter journalistischem, handwerklichem Gesichtspunkt an: Der Zustand kann gar nicht schlechter sein. Da gibt es eine Lust an der Selbstzerstörung, da gibt es Artikel nur im Konjunktiv: ‘Es könnte sein'; tausend Beispiele fallen mir ein. Im Journalismus habe ich den Eindruck: Wem gar nichts mehr einfällt, der macht Medienjournalismus.” (Tobias Korenke über die Krise des Medienjournalismus: “Lust an der Selbstzerstörung”)

Glaube, Liebe, Hoffnung

“Glaube, Liebe, Hoffnung sind die Feinde der nüchternen Fakten.” (Hal Faber)

Mehr beleidigen!

Don Alphonso: “Man sollte wieder mehr beleidigen. Jede Rücksichtsnahme führt nur dazu, dass die Leute sehen, wie sie mit ihrem Gewinsel durchkommen.”

Ich überleg mir was. Verehrer höherer Wesen? Der CCC? Veganer? Die Glaubensgemeinschaft “Freier Markt(TM)”? Die Volkswirtschaftler? Frau*_&%§$Innen?

Vorschläge der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser sind willkommen! Oder soll ich dieselben beleidigen?

BTW Vielen Dan, Don, für das Wort “rektalturnen”. Kannte ich noch nicht.

Täglich denke ich an Kuba

Dr. Seltsam in der Jungen Welt (via Ossiblock): “Täglich denke ich an Kuba, wo die Häuser dem Staat gehören und man ein Haus nach 40 Jahren als Mieter übereignet bekommt, weil man genug Interesse an der Erhaltung gezeigt hat.”

Shakespeare über 2015

“’Tis the times’ plague, when madmen lead the blind.” (William Shakespeare: König Lear IV, 1, 1605)

Vorsicht beim Internetten

“I am careful in how I use the Internet.” (Richard Stallman, Aktivist und Dichter)

“Das passiert einfach, indem man irgendwo draufklickt.” (Felix von Leitner, Geschäftsführer et al)

Löhne runter!

“Das Arbeitsvolumen blieb seit 2000 gleich, wurde durch Leih-und Teilzeitarbeit nur auf mehr Personen verteilt. So haben wir eine Abwärtsspirale der Löhne in Gang gesetzt – mit der Folge, dass immer mehr Löhne subventioniert werden müssen.” Hier handele es sich um eine Marktverzerrung sondergleichen. “Das stinkt nicht nur zum Himmel , sondern konkurriert auch die Arbeitsmärkte unserer Nachbarn in Europa in Grund und Boden.” (Sozialrichter Jürgen Borchert im Tagesspiegel)

Do not forget: It’s as feature, not a bug.

Und wir rufen den Deutschen zu:

Die Stuttgarter Zeitung (via Fefe) zitiert Günther Oettinger. “‘Übertreibt es nicht mit dem Datenschutz’, rief er den Deutschen zu. Wer Daten perfekt schütze, der könne sie nicht mehr nutzen.”

Das kann man mal so unkommentiert hier stehen lassen.

Das Internet noch heute abschalten

“Wenn die deutsche und europäische Politik es könnte, würde sie das Internet noch heute abschalten, durch einen sauber kontrollierten Datendienst ersetzen, bei dem jedes Byte vor dem Versand ein Formular in drei Durchschlägen ausfüllen muss, und die Uhr 25 Jahre zurückdrehen. Und das macht mir mehr Angst als die Gigabyte von Daten, die Google, Facebook, Amazon und Twitter über mich aufgehäuft haben.” (Herbert Braun auf Heise)

Die herrschende Lehre der neoklassischen Gleichgewichtsökonomie

“Die herrschende Lehre der neoklassischen Gleichgewichtsökonomie hat jegliche empirische Relevanz seit langem der logischen Stimmigkeit ihrer Modell geopfert. Soweit sie Wissenschaft ist, ist sie sozialwissenschaftlich uninteressant, und soweit sie sozialwissenschaftlich interessant wird, wie in ihren Axiomen und Annahmen, ist sie keine Wissenschaft, sondern ein Glaubenssystem, an dem höchstens seine sozialwissenschaftliche Uninformiertheit verblüffen kann.” (Michael R. Krätke, Lancaster University, Sociology)

Unter bärtigen offenen Kragenträgern

bart

“Im Grunde gibt es zwei Leute, die die heutige Männermode geprägt haben. Der eine ist Arafat mit seinem Bart – es muss ja jeder heute mit so einem Bart rumlaufen. Der andere ist Ben Gurion, der trug diesen offenen Kragen.” (Peter Scholl-Latour in einem sehr lesenswerten Interview)

Tweet of the day 79

Andreas Lindh: “30% of people who tried Tor went on to become terrorists.”

Der Mensch ist guat

“Der Mensch ist guat, nur die Leut a Gsindl.” (Johann Nestroy)

Innerhalb der Zensurgrenzen

“Wenn Kollegen sich brüsten, sie seien nie in ihrem Leben im Schreiben beschränkt worden, nie würde ihnen ein Gedanke gestrichen, so ist das nur ein Beweis dafür, daß sie sich von selbst innerhalb der Zensurgrenzen bewegen, ihre Denkweise nirgends über die Hürden der vorgeschriebenen Ideologie hinausstrebt.” (Egon Erwin Kisch)

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