Washington Square

washington square

Man kann natürlich jammern, dass die alten Zeiten schöner, romantischer und überhaupt besser waren, wenn man sich den Verfall überall und in jeder Hinsicht anschaut. Ich bin aber kein Kulturpessimist, und es wird auch nicht alles schlimmer, sondern nur anders.

Ich war 1981 in New York im Hotel “Earle”, das heute Washington Square Hotel heißt und eben direkt an diesem Platz im berühmten Viertel Greenwich Village liegt. Das Foto habe ich von meinem Zimmer aus gemacht – mich faszinierten die Wasserspeicher, die man in Deutschland so auf Dächern von Städten nicht kennt. Ich habe ein bisschen mit Google Street View herumgespielt und sogar annähernd die Perspektive wiedergefunden. Die beiden weißen Häuser in der Mitte haben heute eine andere Farbe, sind aber noch da, was in New York nicht selbstverständlich ist. Vermutlich könnte ich mir das Hotel heute in dieser Lage gar nicht mehr leisten….

La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de Asís

santa fe

Das Foto habe ich 1979 in Santa Fe, New Mexico (USA), gemacht. Santa Fe ist die älteste Hauptstadt in den USA.

Wikipedia: “Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts haben die Stadtväter erkannt, wie wichtig die Bewahrung und Verschönerung des Stadtbilds für ihre Stadt ist. So wurde es zur Pflicht gemacht, dass jeder Neubau im traditionellen Pueblo-Baustil zu errichten ist (Adobe-Bauweise).”

Auf deutsch: “Die Stadtväter (und -mütter?) erkannten (der Perfekt ist hier nicht richtig – der Imperfekt ist angebracht) Mitte des 20. Jahrhunderts (“bereits” ist ein überflüssiges Füllwort), wie wichtig es ist, das Stadtbild zu bewahren und verschönern. Es ist seitdem Pflicht, jeden Neubau im traditionellen Pueblo-Baustil zu errichten (Adobe-Bauweise).”

Per Zufall habe ich via Google Maps sogar wiedergefunden, wo ich damals stand: auf der Al Alameidea Street mit Blick auf die Loretto Chapel (hinten links zu erkennen). Das Gebäude vorn ist das Inn and Spa at Loretto.

Fette Röhren

NASA

Das Foto zeigt mich 1979 im Space Center der NASA aka Lyndon B. Johnson Space Center in Houston, Texas, USA.

Do not cross

do not cross

Das Foto habe ich 1981 in Little Italy in New York gemacht.

One, Two, Four & Five W.T.C.

world Trade Center

Der Eingang eines Gebäudes in New York, das es heute – aus den bekannten Gründen – nicht mehr gibt. Das Foto habe ich 1981 gemacht.

Keine Einreise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Dem deutschen Schriftsteller Ilija Trojanow wurde ohne Begründung die Einreise in die USA verweigert. Trojanow hatte zuvor eine Protestpetition gegen die NSA-Überwachung unterzeichnet.

Ich will das erst gar nicht versuchen. Es gibt schönere Länder als die USA.

French Quarter, New Orleans

New OrleansNew OrleansNew OrleansNew OrleansNew Orleans

Das französische Viertel in New Orleans im Jahr 1979. Oben habe ich auf dem Jackson Square gestanden, mit Blick auf die Saint Louis Cathedral (fehlt im deutschen Wikipedia, vermutlich wegen Irrelevanz). Mitte: Ich stand offenbar genau vor der Kathedrale in der Chartres Street mit Blick auf die Ecke St. Ann Street, rechts ist noch der Eingang zum Jackson Square zu erkennen. Unten: Toulouse Ecke Chartres Street. Ich habe eine Weile gebraucht, um per Google Street View die Ecke wiederzufinden. Die Natchez gibt es offenbar immer noch da. Die Brücke unten ist wohl die Crescent City Connection.

Gelbrot in Texas

Santa Fe

Santa Fe in Texas, USA. Und ja, das bin ich auf dem Foto – im Jahre des Herrn 1979 und damals noch mit Kurzhaarfrisur.

New York by night

New Yurk by night

Das Foto habe ich 1979 vom Empire State Building aus gemacht. Im Hintergrund (im Süden) ist das World Trade Center zu sehen, links auf der anderen Seite des East River die Lichter von Brooklyn, rechts New Jersey.

Tweet of the day 59

“The whole ‘American Dream’ is pretty much a fairy tale.” – Linus Torvalds https://plus.google.com/+LinusTorvalds/posts/J1NCgKQi55X (via Poul-Henning Kamp)

Hey, Folks!

texas

“Hey, folks!” sagte der Fahrer des Überland-Busses anstatt “ladies and gentlemen”, als wir die Grenze zwischen Oklahoma und Texas überquerten (1981).

Dieses wunderbare Land USA

washingtonmemphisel pasowashington

Fotos: Washingon D.C. 1979; Memphis 1979, El Paso 1979 (die Grenzbrücke zu Mexiko), irgendwo in Oklahoma (1982)

Nein, ich jubele nicht über den Wahlausgang in den USA, obwohl ich den Mormonen Romney für eine ausgemachte Dumpfbacke halte. Es ist schon seltsam, wie das Feuilleton und die selbst ernannten “liberalen” Intellektuellen in Deutschland die USA so komplett missverstehen.

Es geht nicht, wie Jakob Augstein das denkt, um den Gegensatz zwischen einem “schwerreichen Investmentbanker” und einem “kultivierten Menschenrechtsanwalt”. Es erstaunt, dass jemand, der es nicht schafft, den Folterknast Guantanamo zu schließen oder ein Wort gegen die Todesstrafe zu verlieren, als “kultiviert” gelten soll.

Sowohl Obama als auch Romney sind Vertreter der herrschenden Klasse der USA – nur mit unterschiedlichen Interessen. Die Pole “links” (Solidarität, wir da unten) und “rechts” (jeder soll selbst sehen, wo er bleibt, die da oben) gelten in den USA nicht oder bedeuten etwas anderes. Wie erklärt man sich in Deutschland, dass mehr US-Amerikaner mit Hochschulabschluss Romney gewählt haben als Obama?

In den USA herrsche der “totale Kapitalismus”? Nein, das ist gar nicht wahr. Er herrscht dort nicht weniger als hier. Die US-Amerikaner sind es nur gewohnt, selbst anzupacken anstatt immer nach dem Staat zu rufen – wie hierzulande üblich. Unzählige private Initiativen helfen den Armen in den USA – mehr als in Deutschland in Relation zur Einwohnerzahl. Es wird eben per default nicht erwartet, dass “der Staat” sich um soziale Probleme und um eine kaputte Infrastruktur kümmert.

Was die Meinungsfreiheit angeht – das sind wir in Deutschland ein Entwicklungsland auf erbärmlichen Niveau. “Wenn wir von Deutschland aus dorthin blicken, von Europa aus, sehen wir eine fremde Kultur”, schreibt Augstein. Eben. Dort hält sich die Demokratie für stark genug, um ihre Gegner frei reden zu lassen. Hier setzt der Staat sein Meinungsmonopol mit der Justiz durch. US-Amerikaner würden nur verständnislos den Kopf schütteln und in Deutschland “eine fremde Kultur” diagnostizieren.

“Das politische System ist in der Hand des Kapitals und seiner Lobbyisten”, lesen wir in der Kolumne “Im Zweifel links” über die USA. Ach?! Und was genau ist in Deutschland anders?

Was ist das?

New York

Das große und superschwere Sonntag-Abend-Rätsel: Was sieht man hier auf dem Foto, das ich 1982 selbst gemacht habe? Und von wo aus habe ich es gemacht?

The American Dream reloaded

Barack Obama

Barack Obama wird neuer Präsident der USA. Und ich muss widerrufen: Ich habe mit meiner Prognose voll daneben gelegen.

[Ich kenne die USA – mit Ausnahme von New York – aber auch nur sehr flüchtig. Ich bin zwei Mal kreuz und quer durch das Land gereist, aber aus der Perspektive eines Reisebusses lernt man ein Land nicht wirklich kennen. Meine politische Prognosen waren daher Kaffeesatzleserei. Ich glaube auch nicht an das Gute im Menschen bzw. muss mich jetzt über ein Wunder wundern.]

Auf Obamas Website habe ich soeben eine Rede in Chacago nach dem Wahlsieg gehört. Der neue Präsident ist vermutlich auch der Intelligenteste, den die USA jemals hatten und ein wirklich charismatischer Redner, der einen mitreißen kann (das ist nicht immer gut). Zwei zentrale Sätze: “Zweifelt irgendjemand hier daran, dass in Amerika alles mglich ist?” Und: “The dream if our founders ist alive in our time.”

Das ist wohl die zentrale Botschaft. In den USA ist eine Dumpfbacke wie Schorsch Dabbelju möglich, der die Welt mit Krieg überzogen hat und mit seiner Anti-Terror-Hysterie. Aber auch so jemand wie Obama. Wer jetzt aber über einen “schwarzen” Präsidenten jubelt, bedient selbst eine rassistische Stereotype. In den mehrheitlich von “people of colour” bewohnten Bundesstaaten hat McCain gewonnen. Das sollte man nicht vergessen. Barack Obama wurde auch von liberalen Weißen gewählt, um ihr eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Deswegen ist er auch in Deutschland beliebt. Der Rassismus wird nicht abnehmen, aber die Rassisten werden vielleicht öfter einfach das Maul halten.

Im Tagesschau-Blog lesen wir: “…in einer Zeit, in der die Republikaner als Partei und auch mit ihrem Präsidenten weitgehend abgewirtschaftet haben, schafft es der Kandidat immerhin noch auf 47 Prozent der Stimmen. Und das hat viel damit zu tun, dass Obama zwar unglaublich verehrt wird, dass er Fans unter den Jungen, unter den Schwarzen und den besser Gebildeten hat, dass aber ein wesentlicher Teil der amerikanischen Gesellschaft ihn als zu liberal ablehnt. Immerhin 42 Prozent haben das in der Wahltagsbefragung gesagt. Und liberal ist in Amerika ein Schimpfwort.” Das zum Thema, ob Barack Obama ein “Linker” sei. Ist er nicht. Aber er ist weder ein konvertierter Alkoholiker noch ein bigotter Christ wie Schorsch Dabbelju. Das ist immerhin schon ein Fortschritt.

Der wesentliche Grund für Obamas Erfolg ist das Internet. Auch hier ist der neue US-Präsident wesentlicher moderner als alle deutschen Politiker zusammen. Leseswert der Artikel auf Technology Review online: “Das Geheimnis seines Erfolges”. Obama sagte selbst, die Stärke der USA beruhe nicht auf Waffen, sondern auf seinen Idealen Demokratie, “Opportunity” und Hoffnung. Mal sehen, wann Guantanamo geschlossen wird.

Und die Deutschen? Wie haben die meisten Medien die Lügen des Präsidenten Bush beim Einmarsch in den Irak und auch in Afghanistan nachgebetet! Was wäre, wenn sich die USA vom Hindukusch zurückziehen? Dann werden dieselben deutschen Politiker, die jetzt das Bundeswehr-Mandat für den Krieg verlängert haben, eine Kehrtwendung machen und brav hinter den US-Amerikanern hinterher- und hinaustrotteln.

Das ist ein guter Tag für die Welt – zumindest auf symbolischer Ebene.

Barack Obama