Intergration auf neuköllnisch
Tagesspiegel: “Buschkowsky kündigt Azubi”. – “Zur Kündigung hatte geführt, dass Damla C. verreist war, ohne sich eine Genehmigung geholt zu haben. Für ihr überstürztes Verschwinden gibt es aus Sicht der Klägerin einen guten Grund: Ihr Vater war in der Türkei gestorben, und die Beerdigung muss nach islamischem Glauben binnen 48 Stunden stattfinden. Da der Tod am Wochenende eintrat, nahm Damla C. am Sonntag einen Flieger und eilte nach Adana. Am Montag ließ sie sich zunächst über eine Bekannte beim Bezirksamt entschuldigen und meldete sich im Lauf des Tages persönlich ab. Einen bezahlbaren Rückflug habe sie wegen der Hauptsaison – es war September – erst eine Woche später gefunden.
‘Die Auszubildende wurde aufgrund dieses Vorfalls als nicht geeignet angesehen’, erklärt der Anwalt des Bezirksamts, Frank Lansnicker. (…) Jedesmal, wenn das Bezirksamt vor Gericht verliert, zieht es in die nächste Instanz.”
Ausverkauf in Rixdorf
Branik in der B-Lage
Heute morgen um halb eins in der B-Lage.
Sophisticated Rixdorf an Ingwer
Der Rixdorfer Weihnachtsmarkt liegt nurt 100 Meter von meiner Wohnung entfernt. Ich kann ihn also nicht entkommen und nutzte das Event für eine völkerkundliche Expedition. Der Markt besteht im wesenlichen darin, die Leute mit Glühwein abzufüllen (in gegenseitigem Einvernehmen), dazu mit Bratwürsten, Feuerfleisch (was auch immer ist ist, kommt hier nicht vom Ossi, sondern vom Thailänder), Zuckerwatte und Berliner Kümmel.
Es ist irgendwie gemütlich – wie es der kleinbürgerliche Deutsche mag. “In den fuffziger Jahren gab es in Schöneberg auf der Kolonnenstraße noch einen Kuhstall. Da konnteste deene Milch noch selbst abholen. Det war kurz nach dem Kriech.” Dieses Gespräch waberte in Fetzen an mir vorbei, und ich halte es für repräsentativ und authentisch. Ich habe mir übrigens handgemachte Marmelade gekauft. Kürbis mit Ingwer: Das klingt englisch und irgendwie sophisticated.
Der Himmel über Rixdorf
Genau hier habe ich das Foto des Richardplatzes in südöstlicher Richtung gemacht. Ich wohne nur rund 100 Meter entfernt. In der Mitte die Dorfschmiede.
Wahlziel in Neukölln nicht erreicht
Meine taktische Wahlempfehlung hat leider nichts gefruchtet, das Direktmandat in Neukölln ging jetzt leider an die CDU. Aber die Wähler der Piraten sind doch sehr klug, keine Erststimme…har har. Und die Piraten haben auf Anhieb doppelt so viele Stimmen wie die Nazis.
By the way: Die Grünen in Kreuzberg stehen kurz vor der absoluten Mehrheit. Ströbele hat noch mal zugelegt. Und die Piraten haben so viele Stimmen wie die FDP.
In Rixdorf war Geböller
Gestern war ich mit guten Freunden abends beim Inder, danach auf einer Dachterrasse hoch über Neukölln, um der Ballerei zuzusehen, und dann zum Versacken in der B-Lage. Dorthin gelangten wir nur geduckt und im Laufschritt wie bei einem Tieffliegerangriff. In der B-Lage war es gewohnt voll und im Rahmen der ästhetischen Möglichkeiten gemütlich. (”Hier ist es ja wie bei einer Abi-Feier”, sagte jemand aus unserer Gruppe nicht ganz zu Unrecht.) Sogar die Musik konnte man aushalten. Ich wünsche allen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009!
Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz
Freunde der B-Lage
www.freunde.der.b-lage.de – ein Link für alle NeuköllnerInnen!
Wanzlikpfad
Berlin-Rixdorf (Neukölln), der Wanzlikpfad nachts um halb eins….
Böhmisch-Rixdorf
Berlin-Rixdorf (Neukölln), Kirchgasse Ecke Wanzlikpfad.
Popráci – das 175. Rixdorfer Strohballenrollen
Neukoelln.tv hat einen Film über das Rixdorfer Strohballenrollen fertiggestellt. [Vgl. Burks' Blog, 14.09.2008]
Nachts um halb eins
Die Schudomastraße in Berlin-Neukölln nachts um halb eins, freihändig fotografiert (in Richtung Böhmischer Platz).
Garten der Prosa – 2. Versuch
Quartiersmanagement Richardplatz Süd: “Wie könnte die Grünfläche langfristig gepflegt werden? Wie kann die Wiese für Anwohner und Quartier wieder an Attraktivität gewinnen? Diese Fragen sollen nun auf der 2. Quartiersversammlung zum Thema “Interkultureller Garten” weiter diskutiert werden. Am Mittwoch, den 8.Oktober 2008, ab 18 Uhr, haben Sie im Mehrzweckraum der Adolf-Reichwein-Schule (Sonnenallee 188) Gelegenheit, eigene Ideen einzubringen und deren Umsetzung zu besprechen.” [Vgl. burks.de und Rixdorfer Stadtschreiber: "Willkommen in der Wirklichkeit"]
Kehrwoche | Rixdorfer Subbotnik
Heute haben einige Bürgerinnen und Bürger, darunter auch ich in Begleitung von Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch, die Streuobstwiese am Richarplatz von Müll gereinigt. Der Besitzer des größten Teil des Areals, eine Wohnungsbaugesellschaft, kümmert sich nicht darum. Zum Subbotnik war vom Quartiersmanagements Richardplatz Süd aufgerufen worden. Ein gutes halbes Dutzend Erwachsene und rund zehn Kinder waren dem Aufruf gefolgt. Ceterum censeo: Auf die Streuobstwiese gehört kein “Garten der Poesie“, sondern ein prosaischer Garten für alle, inklusive Tölchen. Von den direkten Anwohnern ließ sich kaum jemand blicken. Aber die zahlen über die Betriebskostenabrechnung ohnehin für die “Pflege” des Platzes. Kein Wunder, dass sie nicht freiwillig auch noch dafür arbeiten wollen. Die Kinder hatten zunächst Angst vor Tölchen, das ich frei laufen ließ. Aber das legte sich. Kinder sollten lernen, dass Hunde im Normalfall weder bellen noch beißen. Leider kann man nicht immer erkennen, ob die Hunde bekloppt und schlecht erzogen sind. Aber oft sieht man es sofort an den Besitzern.
Neukölln verkauft sich gut
Der Tagesspiegel: “Neukölln liegt im Trend. Nicht nur als der angesagte Ortsteil mit Abenteuerfeeling für urbane Glücksritter. Das Kreuzberg der 2000er Jahre zieht auch Schriftsteller, Komiker und Filmregisseure an, die das Leben im Kiez zum Thema ihrer Bühnenprogramme, Bücher und Kinofilme machen.” Wieso muss ich eigentlich immer Avantgarde und trendy sein? Das war keine Absicht. Ich schwöre es. Wir sind nur nach Neukölln gezogen, weil es billiger und ruhiger und die neue Wohung schöner war.
Popráci – Rixdorfer Strohballenrollen
Gestern fand hier auf dem Richardplatz das “Popraci“, laut “oral history” das “175. Rixdorfer Strohballenrollen”. Hier ein paar ausgewählte Fotos.
Die einheimische Bevölkerung war überrascht, aber auch erfreut: So etwas hatte wohl noch niemand gesehen. Ich hatte ein wenig dazu beigetragen, indem ich die Website gebaut habe. Zu mehr reichte meine Zeit nicht. Es kamen noch der Urlaub und meine fast überstandene Grippe hinzu.
Einige der Gruppen lieferten sich mit den rund 200 Kilogramm schweren Rollen ein spannendes Rennen um dem Platz, sogar mit “Fotofinish”. Wer gewonnen und die Preise bekommen hat, weiß ich gar nicht. Das wird vermutlich bald auf popraci.de verkündet werden.
Wir in Rixdorf



Willkommen in der Wirklichkeit
“Willkommen in der Wirklichkeit”, meint der Rixdorfer Stadtschreiber zu Recht ironisch und berichtet von einer Versammlung gestern, auf der ich auch war. Es ging um die Streuobstwiese am Richardplatz, die in keinem guten Zustand ist, aber auch von den Hundehaltern genutzt wird.
Es läuft so wie immer: Niemand hat Geld. Auch das Bezirksamt nicht. Dann kommen einige, die vom Verwalten Anderer leben, auf die Idee, irgendwas mit “Multikulti” zu machen. Beliebt ist auch die sinnfreie Zeichenkette “interkulturell”. Das gibt es genausowenig wie “zwischenkulturell”. Derartige hohle Phrasen werden gern von den LichterkettenträgerInnen benutzt, die unpolitisch den Einwanderern eine “Kultur” unterschieben, womit meistens Folklore gemeint ist. Sie kapieren nicht, dass “Kultur” von Immigranten immer schon das Resultat einer Anpassung mit der Realität im Einwanderungsland ist. [Wer mehr dazu lesen will: Kien Nghie Ha: "Ethnizität und Migration RELOADED - Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs".] Auch hier wurde den arabischen und türkischen Familien hier im Kiez paternalstisch ein Interesse an “Multikulti” und Gärtnerei untergeschoben, das real nicht existiert. Von denen war aber niemand da. Und auf meine Fragen, mit wem man aus der türkischen und arabischen Community geredet hätte, kam nur vages Gestammel.
Aber natürlich geht es immer auch ums Geld. Die Fördermittel für einen “interkulturellen Garten” auf der Streuobstweise nördlich des Richardplatzes sind schon bewillig worden, ohne dass sdie Anwohner vorher gefragt wurden. Die Frauen (Männer sind offenbar nicht beteiligt) haben sich jetzt ihren “multikulturellen Garten” in den Kopfgesetzt und schon vor vier Wochen den Verein “netzwerk Stadtraumkultur” (VR 27983) gegründet, der aber im Wesentlichen aus denselben Leuten gehört, die auch im Quartiersmanagement Richardplatz Süd arbeiten. Der Verein bekommt vermutlich das Geld usw… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zum Glück waren die Anwohner mehrheitlich gegen den Garten, der auch aus biologischer Sicht totaler Blödsinn ist. Eine Streuobstiwese eignet sich eben nicht zum Gartenbau; außderm würden die Bette vermutlich das Wurzelwerk beschädigen. Einige verließen aus Frust auch schon vorher die Versammlung.
Der Rixdorfer Stadtschreiber: “Man darf also gespannt sein, wie es mit dem ‘Fall Streuobstwiese’ weitergeht. Bis Ende diesen Monats wollen Struzyk und Rieckmann ein Konzept erstellen, ‘das von den Anwohnern mitgetragen wird’. Diese Ambitionen hatten sie auch schon beim Projekt KANU, das doch gewisse Parallelen aufweist, in 2007 mit 31.000 Euro gefördert und dann wieder eingestellt wurde.”
Jetzt sind wir schon zwei Blogs, die die Angelegenheit aufmerksam verfolgen. Das ist auch gut so. Nur mein Layout ist besser. Und ich habe einen Mitgliedsantrag in dem Verein “netzwerk Stadtraumkultur” gestellt. mal sehen, ob es da mit rechten Dingen zugeht.
Tölchenauslaufgebiet
Eine typische Szene aus Berlin-Neukölln (harhar):Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch läuft zielstrebig auf das kleine inoffizielle Hundeauslaufgebiet im Böhmischen Dorf zu.

















































