Der Mond über Rixdorf

mond

Richardplatz, Rixdorf (aka Neukölln). Ich wohne in Sichtweite.

Neuer Stadtteil in Berlin

klein Rixxdorf

Rindviecher in kleinen Stücken

Rindergoulasch

Rindergoulasch im Café Malso malso am Böhmischen Platz in Rixdorf aka Berlin-Neukölln.

National befreite Zone Prenzlauer-Berg

Markus Lindemann schreibt auf Zeit online über „Neukölln“. Ich wohne ja auch in diesem Stadtteil, genauer: In Rixdorf, aber ich erkenne den Kiez nicht unbedingt wieder. Der Verwaltungsbezirk Neukölln umfasst so unterschiedliche „Dörfer“ und Mikrokosmen wie z. B. den Reuterkiez, das Rollberg-Viertel, Böhmisch-Rixdorf, Deutsch-Rixdorf (da wohne ich), Britz und Rudow, „Kreuzkölln“ – man muss schon genauer sagen, was man meint.

Ein Satz hat mir aber sehr gefallen: „In Vierteln wie Prenzlauer Berg sei eigentlich, wie ein Wohnungseigentümer mir während meiner Recherchen sagte, der rechtsradikale Traum der ’national befreiten Zone‘ wahr geworden. Rumänen, Türken, Araber müssten draußen bleiben.“

Irgendwo in Rixdorf

Rixdorf

Im Wintergarten

rixdorf

Leichte Frage: Welcher Garten ist das?

In Rixdorf ist Popráci

PopráciPopráci

Voll die Party bei Kaiserwetter gestern. Über das Rixdorfer Popràci hatte ich hier schon berichtet. Die geniale Trommler-Gruppe sind die HeartBeaters Berlin. Ich habe einen kleinen Ausschnitt der Performance auf Youtube hochgeladen.

Chili con Carne, reloaded

chili con carne

Café Mal so mal so (ohne Komma, weil Eigenname) in Rixdorf aka Neukölln. Geheimtipp, wie schon gesagt: Chili con carne.

Mansarddach

dach

An die Dackdecker unter den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser: Ist das ein Mansarddach? (Richardstrasse, Rixdorf)

Partizipidingsbums

Die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Neukölln hat beschlossen:
Das Bezirksamt wird gebeten, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass Informationen über Schule in leichter Sprache erstellt werden. Begründung: Das Thema „funktionale An-Alphabeten“ ist ein aktuelles Thema und in Deutschland leben etwa sieben Millionen funktionale An-Alphabeten, in Neukölln sind es 30.000, in ganz Berlin etwa 300.000. Informationen über Schule sind in leichter Sprache besser zu verstehen und wichtig für Menschen, die nicht gut lesen können oder nicht so gut Deutsch können, um ihre schulpflichtigen Kinder aktiv zu unterstützen und beim Erwerb von Informationen nicht auf Unterstützung durch Dritte abhängig zu sein. Partizipation wird so unterstützt.

Burks.de erstellt Informationen formuliert weiterhin in schwerer deutscher Sprache.

Shimano Kabushiki-gaisha oder: Think global

fahrrad

Jetzt fange ich auch schon an, wie Don Alphonso die Details meiner Fahrräder zu fotografieren. Wieso verkaufen mir hiesige Fahrradhändler Teile aus Japan? Kostet es weniger, die über den Ozean zu transportieren als die hier herstellen zu lassen?

„Insbesondere bei Schaltungsgruppen für Fahrräder hat Shimano eine überragende Marktstellung und ist Weltmarktführer in allen Preiskategorien.“ Wenn man das so liest, wird klar: Die sind einfach besser,

Ich musste bei meinem Fahrrad-Dealer hier in Rixdorf leider 120 Euronen hinlegen, für alles inklusive und noch ein paar Dinge mehr. Dafür bin ich jetzt wieder auf der (meistens rechten) Überholspur unterwegs (und natürlich ohne Helm).

Mal so mal so oder: Selfie mit Android

neukölln

Café Mal so mal so (ohne Komma, weil Eigenname) in Rixdorf aka Neukölln. Geheimtipp: Chili con carne. (Ja, es ist auch ein Selfie.)

Unter Proletarierern

neukölln

Was machen ich und eines meiner Fahrräder eigentlich da am frühen Morgen?

In Rixdorf ist Latina-Musike

gentrifizierunggentrifizierung

Neue Kneipe(n) am Karl-Marx-Platz in Rixdorf: Der geschulte Völkerkundler sieht sofort, dass das klassische Proletariat dort nicht hingehen wird. Für die Prenzlauer-Berg-Schickeria ist es wiederum zu pseudo-trashig. Ich werde mal testen, vor allem die Preise, und berichten.

Das Stumpfe Eck ist jetzt Rotbart

rotbart

Schweren Herzens möchte ich den dem Nachtleben zugeneigten Leserinnen und den eventuell in Rixdorf herumsumpfenden Lesern eine neue Kneipe empfehlen. Dort, wo früher meine Stammkneipe „Das Stumpfe Eck“ war, ist jetzt das „Rotbart“ (Vorsicht, Facebook-Link!) Das Lokal habe ich natürlich sofort getestet, zusammen mit Freunden, die auch das „Stumpfe Eck“ kannten.

Die gute Nachricht: Die neuen Leute haben sich wirklich Mühe gegeben. Das Etablissement hat Stil. Man fühlt sich wohl, was das Interieur angeht. Im Gegensatz zur alteingesessenen B-Lage und zum neuen Red Lion gibt es eine große Theke, an die man sich auch allein hinsetzen kann. Man muss also nicht zwangsweise als WG oder als Jugendgruppe kommen oder sich hardcoremäßig einfach zu einer solchen gesellen. Anders als in der B-Lage ist die Musik auch zu ertragen (bis jetzt kein Techno gehört). Zudem wird man nicht angestrengt mit Veganismus-Asketismus und anderem gefühlt politisch Korrektem belästigt. Großer Vorteil für mich, aber nicht für meine Freunde: Im „Rotbart“ darf nicht geraucht werden. Löblich! Ich habe also beim Nachhausegehen keine Kopfschmerzen.

Jetzt die „schlechten“ Nachrichten. Ich habe gleich investigativ recherchiert, um welche Gesellschaftsform es sich beim „Rotbart“ handele. Die älteste Szene-Kneipe im Kiez, das Café Linus, wird von einem Verein betrieben. Der Profit steht also im „Linus“ nicht unbedingt an erster Stelle; und dort verkehrt auch eher das sich links gerierende ältere Sozialarbeitermilieu. Das „Rotbart“ ist leider weder ein Kollektiv noch eine Genossenschaft, sondern wird ganz Kapitalismus-kompatibel von zwei Geschäftsführern gemanagt. [Update: Es ist eine GbR, also mit vollen Risiko – Respekt!] Im „Stumpfen Eck“ kostete ein großes Bier früher zwei Euro, im „Rotbart“ muss man noch 50 Cent drauflegen. Ein Gin Tonic schlägt mit sage und schreibe sechs Euro zu Buche. Gut, dass ich so etwas nicht trinke, sondern, wenn kein Bier, dann nur Whisky.

Das Publikum im „Stumpfen Eck“ war extrem heterogen: Arbeitslose, Berufsalkoholiker, und mehr oder weniger linke Arbeiter (die mit Nazi-Sprüchen bekamen im „Stumpfen Eck“ Hausverbot und wanderten in den „Kaktus“ am Hertzbergplatz ab), aber sonst querbeet durch alle Milieus bis hin zur Gender-Professorin. Die alteingesessenen Kiez-Bewohner werden sich das „Rotbart“ einfach nicht leisten können. Das nennt man vermutlich „natürliche Auslese über den Marktpreis“ oder so ähnlich. Vielleicht auch „Gentrifizierung“. Keiner gibt öffentlich zu, das zu wollen, aber alle machen mit und tun es einfach (den Autor eingeschlossen).

Natürlich interessiert sich das Publikum im „Rotbart“ nicht für die Geschichte des Kiezes oder für das, was das „Stumpfe Eck“ bedeutete. Es hatte sich eben über Fratzenbuch herumgesprochen. Wie sich die Jugend halt verabredet, mit einer Flasche in der Hand. Und Edward Snowden hat es übrigens nie gegeben.

Im „Rotbart“ trifft man jetzt jede Menge äußerst attraktive junge Damen (die den Begriff „Dame“ vermutlich nicht benutzen). Über die Männer kann ich nichts sagen – nur dass man(n) offenbar gern Kapuzen trägt, auch wenn man im Haus ist (fehlt nur noch eine Sonnenbrille), und dass Wollmützen auch dann angesagt sind, wenn man gar keine Wursthaare hat. Ich habe mit jüngeren Männern meine Probleme: Ich kann sie oft nicht ernst nehmen, auch wenn ich mir Mühe gebe.

Ich hatte jedenfalls, was mein Beuteschema bei Frauen angeht, mein ästhetisches Vergnügen beim Herumstarren und Beobachten aus rein völkerkundlicher Sicht. Auch das leckere Mädel neben mir, mit dem ich mich angeregt über den sozialen Aufstieg unterhielt und warum dieser nicht stattfinde (sie studierte passenderweise Erziehungswissenschaft), war eine Augenweide. Leider stand sie nicht auf Männer, und ihre Freudin guckte schon ganz indigniert nach mir, vor allen, als ich ihr meine beste Freundin empfahl, die extrem attraktiv sei und eine angenehme Person und zu meinem Missvergnügen auch nicht das männliche Geschlecht bevorzuge, ich daher aus altruistischen Gründen sie gern an eine passende Frau verkuppeln wolle, wenn es schon bei mir selbst nicht gelänge.

Es war übrigens proppevoll. Die Leute drängten sich nur so. Mal sehen, wie es an einem normalen Werktag um Mitternacht ist.

Da wir heute schon Lifestyle-Themen behandeln: Mein Endomondo ruft, es ist sonnig und kühl, also Laufwetter, und ich habe vier Kilo zu viel für mein Idealgewicht. Auf denn! Trainiert habe ich in diesem Jahr auch noch nicht…

Timeo Danaos et dona ferentes, Heinz!

Johannes Schneider dankt im Tagesspiegel dem (bald zurücktretenden) Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Seine Laudatio kann ich unterschreiben. Motto: Timeo Danaos et dona ferentes!

Miscellanouser Spaziergang

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Nach vier 12-Stunden-Nachtschichten in meinem anstrengenden Dritt|zweit|erstWie-auch-immer-Job fühlte ich mich beim Frühstück ein wenig platt. Aber es ist gut, die Realität immer wieder kennenzulernen, das einfache und auch weniger einfache Volk, das sich für viele Themen, die die abgehobene „Netzgemeinde“ permanent abhandelt, nicht wirklich interessiert, weil man andere und oft existenzielle Sorgen hat. Its the economy, stupid, as usual. Nothing else. Der Rest ist nur Feuilleton.

Freie Zeit ist ein Privileg, das man erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man sie oft nicht hat.

Ich arbeite rund 180 Stunden monatlich als Security und mindestens noch mal genausoviel in meinem anderen Beruf, auch und vor allem an den Wochenenden. Ein Monat hat rund 720 Stunden, 240 Stunden Schlaf plus 360 Stunden Arbeit, da bleiben durchschnittlich vier Stunden am Tag für Einkaufen, Essen, Nichtstun, meine Hobbies pflegen wie Bloggen, Kampfsport, Joggen (zur Zeit leider sporadisch), Second Life, lesen (was andere schreiben), Kultur, Freunde, Online-Schach, Weiterbildung (das fucking manual von Calibre zum Beispiel). Zum Glück bin ich Single, ich wüßte gar nicht, wie ich das managen sollte (obwohl ich aus Prinzip ohnehin keine „Beziehungsgespräche“ führe).

Auch ein Spaziergang bei denkbar bescheidenem (Regen, Wind, Kälte) Wetter über den Richardplatz kann angenehm sein. Man sieht hie und da Details, die zum Denken anregen.

Warum zum Teufel sollte ich übrigens in eine Buchhandlung gehen, die im Schaufenster „Gendermedizin“ und „Vegan to go“ anbietet? Da krieg ich ja spontan die Krätze. Dann doch lieber Amazon, obwohl ich natürlich weiß, dass dort ein heftiger Klassenkampf tobt, bei dem meine Sympathien eindeutig sind. (Sehr geehrte Gewerkschafts-FunktionärInn*%&§$en: Wer das Kapital auffordert, „fair“ zu sein, kann auch gleich „faire“ Löhne und Preise fordern oder „faire“ Folter oder sonst irgendeinen hanebüchenen Quatsch. Marx hätte euch ordentlich und zu Recht durchgeprügelt.)

Jetzt muss ich noch eine Steuererklärung machen, Wäsche waschen, mehrere Rechnungen schreiben, eine komplizierte Oberfläche für ein Objekt in Second Life herstellen, das ich jemandem einem Avatar versprochen hatte, das Abendessen kochen (verflixt, ich bin gefühlt gerade erst aufgestanden und es ist schon wieder dunkel), nachschauen, warum auf einem meiner Rechner ein PGP-Key nicht gefunden wird, mich mit dem Android-Dateisystem so vertraut machen, dass ich EDS praktikabel benutzen und endlich ein Tutorial für E-Mail-Verschlüsselung auf Android-Smartphones und Tablets schreiben kann. Ich höre jetzt besser auf zu bloggen, sonst komme ich zu nichts mehr…

Nieder mit dem Veganismus-Asketismus!

eingemachtes

Ich habe mich neulich bei Familie Lategahn in Unna-Mühlhausen mit dem Nötigsten eingedeckt, was es in Berlin nicht gibt und was ein Angehöriger der Glaubensgemeinschaft Veganismus-Asketismus das kulinarische Prekariat gar nicht essen will. Die Auswahl war aber schwer.

Warum gibt es hier in Rixdorf veganische Pizzerien, aber kein Restaurant, das Steckrübeneintopf, Wirsingeintopf mit und ohne Bratwurst, Schwarzwurzeln, Klopse im Kohlrabinest, Eisbein mit Sauerkraut, Bigos, Spitzkohl mit Bratwurst oder Hackbällchen anbietet? Das schmeckte doch garantiert besser als linksdrehender Bio-Tofu oder anderer Veganer-Fraß?

Herbst

Herbst

Sitzgelegenheit

Sitzgelegenheit

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