#metoo

scharia

Mein Beitrag zur #metoo-Diskussion.

Nix auf Vorrat

Ich zitiere mal den Schockwellenreiter: „Klatsche für die GroKo: Gericht stoppt Vorratsdatenspeicherung“. Quod erat demonstrandum. Aber sie werden es wieder und wieder versuchen.

Gehacktes

Wenn ich in Mainstream-Medien lesen, dass wieder etwas „gehackt“ wurde, weiß ich, dass sich in 95 Prozent der Fälle jetzt der Bullshit-Faktor um ein Vielfaches erhöht. „Twitter-Accounts wurden gehackt“ oder so ähnlich. Fast so realistisch wie eine Online-Durchsuchung, ohne dass das „Opfer“ das vorher willentlich oder aus Dummheit gestattet hat.

Wer wissen will, wie man das macht, braucht nur auf diversen Websites nachlesen, was das Spionage Analyse-Tool „The Counter“ alles tun darf, mit dem sich jetzt jemand Zugang zu den Passwörtern der „Opfer“ verschafft hat. Da bleibt kein Auge trocken. Wer sich so eine App installiert, verdient kein Mitleid, sondern sollte zur Strafe ein Jahr lang nur mit Lynx surfen dürfen.

Keep cool and safe

pgp

Nur Heise berichtet nüchtern und sachlich über die neuesten Enthüllungen von Wikileaks. Jürgen Kuri, der schon beim Thema „Online-Durchsuchungen“ als einer der wenigen Journalisten einen kühlen Kopf bewahrt hatte, bringt es auf den Punkt: „Da trommelt ja Wikileaks ganz schön für Zeugs, das eigentlich wenig Substanz für neue Erkenntnisse hat. Und die CIA spioniert aus Botschaften und Konsulaten heraus? Welche Sensation! Dass nun manche gleich wieder übertreiben müssen und die Verschlüsselung etwa für Signal als geknackt berichten, obwohl es in den Dokumenten nur darum geht, über Sicherheitslücken Smartphones zu kapern, macht das Ganze auch nicht wirklich besser.“

Nein, Signal ist weiterhin sicher. Und vieles andere auch. Das Problem sitzt immer vor einem Monitor und hat zwei Ohren.

Man muss es deutlich sagen: Zeit online lügt. Die CIA kann nicht jedes Telefon „hacken.“ Die FAZ lügt: der amerikanische Geheimdienst CIA Menschen kann nicht Telefone „offenbar nach Belieben ausspähen“ („Offenbar“? Soll das Journalismus sein?)

Zur weiteren Lektüre empfehle ich Monika Ermert (Heise) und Bruce Schneier.

PS: Wie viele Menschen, die „was mit Medien“ machen, schicken mir verschlüsselte E-Mails?

Dumm, dümmer, grün

„Auch die Grünen benutzten eine stark veraltete Softwareversion, die zahlreiche Angriffsflächen bietet, reagierten aber auf die BSI-Warnung nicht. Gegenüber dem SPIEGEL verwies die Partei nun darauf, man plane, die Installation bald abzuschalten; man habe dort “insbesondere‘ Wahlkampfmaterialien gelagert. Die Plattform werde „bei einem externen Dienstleister betrieben, der auch für die Sicherheit verantwortlich“ sei. ‚Insofern war von unserer Seite keine Reaktion notwendig.'“

Faxnummern selektieren

Spiegel online: „…überwachte der BND ab 1999 mindestens 50 Telefon- und Faxnummern oder E-Mail-Adressen von Journalisten oder Redaktionen auf der ganzen Welt mit eigenen sogenannten Selektoren.“

Ach.

Tracking, revisited

Lutz Donnerhacke: „DE-CIX wirft Techniker raus“ (via Fefe)
Der DE-CIX ist ein Internet-Knoten in Frankfurt am Main und gemessen am Datendurchsatz der größte der Welt. Er wird von der DE-CIX Management GmbH betrieben. So sagt Wikipedia. Das riecht nach Technik, nach brummenden Routern, nach harten Kerlen, die sich schwitzend die Pakete zu werfen. Die Betreibergesellschaft sieht das aber ganz anders.

Die verschicken ihre Newsletter über einen US-Dienstleister, und der verschickt Tracking-Kram gleich mit. Und wenn man das unterbindet, wird man rausgeworfen… haha.
Diese Mailreader führen also keine Scripte aus, sie laden keine Bilder nach – damit sind diese Leser für die Marketingabteilung unsichtbar.

Quod erat demonstrandum.

Zu Befehl, Kompanie aufgestellt zum Verschlüsseln!

pgp

Die Taz über den „Spiegel“: Weinzierl bestätigt, dass seine Redaktion etwa einst beim Bewältigen der Wikileaks-Unterlagen ’noch nicht gut vorbereitet‘ gewesen und auch bei der Verschlüsselung von E-Mails ’nicht ausreichend aufgestellt‘ war.“

Was soll denn das Geschwurbel bedeuten? Verschlüsseln kann man seit 1991 und auch im Sitzen. Die sollten vielmehr fragen, warum sich die übergroße Mehrheit aller deutschen Journalisten dem immer noch verweigert. Vielleicht sollte man Anthropologen fragen oder Sozialpsychologen.

Umatrix

Empfehlenswerte Browser-Erweiterungen: Umatrix für Firefox oder für Chrome bzw. SRWare Iron.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

clickbaiting

Screenshot: Symbolbild für den Zustand der Branche. Für diesen Clickbaiting-Müll auf einer Medien-Website soll ich noch Geld bezahlen? Geht sterben!

Die Keylogger-Affäre bei der taz landet jetzt vor Gericht.

Rein zufällig stieß ich auf den Recherche-Artikel der taz (Juni), den ich damals überlesen hatte. Jetzt habe ich mich noch einmal die Details vertieft. Die Recherche ist sehr interessant, verschweigt nichts und zeigt viel über den Alltag in Redaktionen.

Er ist einer der wenigen Autoren, die Leserkommentare auf taz.de regelmäßig beantworten. Wo er auch auftritt, signalisiert seine selbstbewusste, manchen auch zu arrogante Haltung: Ich habe alle Argumente gewogen, und ich habe die besseren auf meiner Seite.

Das entspricht auch genau meiner Attitude. Just saying. Gefällt mir. Wer recht hat, gilt automatisch bei Kleingeistern als arrogant. Meine Schwester wollte mir ein T-Shirt schenken mit der Aufschrift: „Ich bin kein Klugscheißer – ich weiß es wirklich besser.“

Ich muss zugeben, dass mir das Motiv des namentlich genannten Täters relativ schleierhaft bleibt. Immer die erste Frage: wovon lebt er? Er hat geerbt und offenbar ausgesorgt. Am sein Ansehen musste er sich auch keine Sorgen machen – er war ein herausragender und guter Journalist.

2014 tritt er bei der Vorstandswahl der taz-Genossenschaft mit dem Versprechen an, Haushaltsentscheidungen des Vorstands künftig allen KollegInnen transparent zu machen und sie darüber abstimmen zu lassen. Er erhält nur 16 Stimmen.

Ach ja? Wer Transparenz verspricht, wird nicht gewählt? Das kenne ich aus dem DJV. Die Gruppendynamik bei der Vereinsmeierei ist wohl überall vergleichbar.

Die damalige taz-Chefredaktion entscheidet schließlich, den Text zu drucken. Ein Aspekt wird dabei gegen Sebastian Heisers Willen ausgeklammert. Es geht um Erlebnisse, die er zu Beginn seiner Karriere in der Beilagenredaktion der Süddeutschen Zeitung gehabt habe. Er will nun auch darüber berichten, dass damals Beiträge auf Wunsch der Anzeigenabteilung verändert worden seien. Diese Geschichte hat er zuvor schon anderen Redaktionen angeboten. Doch niemand will sie veröffentlichen.

Das hat mich immer am meisten geärgert in der Branche: Letztlich entscheiden Juristen darüber, was publiziert wird oder nicht. Und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Sex? Für den Geschmack mancher Praktikantinnen sucht er zu viel Nähe, aber auch nicht in einem Maße, das als grenzüberschreitend empfunden wird. Voyeurismus also eher nicht.

Geheimdienste? Der Kollege wird nie wieder in der taz gesehen. In seinem Schreibtisch hinterlässt er Rechercheunterlagen, einen Beutel Traubenzucker und eine Verfassungsschutz-Broschüre mit dem Titel: „Spionage. Sind auch Sie gefährdet?“ Schöne Ironie, aber zu dünn.

Meine Arbeitshypothese: Macht korrumpiert. Macht kann auch bedeuten, dass man zu etwas in der Lage ist, was die anderen nicht können: Mit Keyloggern umzugehen. Die Moral von der Geschicht‘: Wer Macht hat, missbraucht sie, auch wenn er oder sie einer von den Guten ist und auch dann, wenn es nicht um einen unmittelbaren Vorteil geht. Daraus sollte man lernen.

Unter Kleinbürger*/_&$nnen

mecki

Manchmal freue ich mich, dass ich die Karriere an der Uni ausgeschlagen habe. Sonst wäre ich vermutlich Professor für Altgermanistik und müsste mich mit kleinbürgerlichen Sektierern und Gendersprech herumschlagen.

Die neueren Theorien des Rassismus, wie Critical Whiteness, aber haben den Rassismusbegriff nicht erweitert, sondern inflationiert, ihn so entleert, dass er nach je individueller Definition auf alles Mögliche – und somit nichts – anwendbar ist, und damit seiner spezifischen Bedeutung beraubt. (…) Die Suche nach der vermeintlich subversiven Identität (nichtweiß, nichtmännlich, nichtheterosexuell) ist eine Erscheinung des politischen Rückzugs, aber auch eine Idealisierung der Unterdrückten.

Well said, dude. Und wie sagte es Marx im „Kommunistische Manifest“? „In Deutschland bildet das (…) Kleinbürgertum die eigentliche Grundlage der bestehenden Zustände.“ Und die Uni ist voll davon. Ich kriege dabei Makroaggressionen.

Unglaublich, wie ihr diesen Artikel kommentiert habt!

cookies

Vielleicht sollte ich mal eine Petition starten, dass man die Website des Bundestags auch ohne Cookies ansteuern kann? (Danke, T.!) Und unglaublich, wie ihr diesen Artikel kommentiert habt!

Dark Invisible Tor Net und allerlei Ähnliches

Das Bundesinnenministerium erklärt das … ähm… invisible Dark Deep Tor Net. Oder so. Und die Cybercrime und die Cyberfähigkeiten der Behörden.

Building a Better Miscellaneous News Feed for You

Brille

Der Optiker meines Vertrauens hat mir gratis ein Detail meiner Brille repariert, wofür ich ihn hiermit ausdrücklich lobend erwähne. Andere Optiker in Laufnähe meiner Wohnung weigerten sich. Also weiß ich, wo ich eine neue kaufen würde, wenn es nötig wäre.

And now for something completely different.

Die Russen führen die Vorratsdatenspeicherung ein. (Gespräch mit Joerg Heidrich vom Computermagazin „c’t“)

Tilman Tarach: „Verantwortlich für den Mord an den drei israelischen Jugendlichen sind nicht nur die Mordbrenner der palästinensischen Hamas, sondern auch die westlichen Regierungen, auch die deutsche. Denn sie zahlen Hunderte von Millionen Euro jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), obwohl sie wissen (oder wissen sollten), dass ein Teil dieser Gelder gemäß dem palästinensischen Gefangenengesetz als Belohnung für Judenmord verwendet wird.“

Don Alphonso: „Aber ich kenne da ein paar Leute, so wie Berliner Autorinnen, die ihren Lebensunterhalt vor allem durch öffentliche Förderungen und mässig besuchte Lesungen staatlich finanzierter Institutionen bestreiten, weil ihre Bücher sich allein zu schlecht verkaufen – so wie diese Autorinnen auch Leute in London, Paris und Budapest kennen.“ (Hey, Don, ich mag sowas, und bitte die Namen gleich dazu!)

Einer der Attentäter von Istanbul stand auf der russischen Fahndungsliste, wurde aber 2012 von Österreich nicht ausgeliefert.

In Berlin gibt es jetzt eine Blockwart-App. Die wird sicher sehr beliebt werden.

Warum die Präsidentenwahl in Österreich wiederholt werden muss, analysiert die Fachpresse.

Ich schrieb im März: „Man kann auch sagen: Erdogan (auch nur eine Charaktermaske) hat sich in die Scheiße geritten. Das internationale Kapital ist bei Öl und Gas tendenziell gegen ihn.“. Ich hatte recht. Welt online: „Die Touristen bleiben aus, der IS wird aktiver. Der türkische Präsident gerät in die Defensive – und kann sich internationale Isolation nicht mehr leisten.“

Das Wichtigste zuletzt: Facebook kündigt an: „To help make sure you don’t miss the friends and family posts you are likely to care about, we put those posts toward the top of your News Feed.“ (Ein deutscher Kommentar: „Schlecht für Publisher: Neuer Facebook-Algorithmus stellt Posts von Freunden in den Fokus“.

Telepolis zu demselben Thema: „Für den News Feed werden neue Selektionsprinzipien [sic] eingeführt, der Nutzer soll nur sehen, was er angeblich wirklich will – und dabei auf Facebook bleiben“. Steht übrigens – ausführlich erläutert – schon bei Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. (Rezension in Arbeit)

Poor white trash motherfucker

STIR: „I Know Why Poor Whites Chant Trump, Trump, Trump“. Sehr schöner und interessanter Artikel, der Fragen stellt, die bisher in deutschen Medien nicht aufgetaucht sind. So könnte man sich auch Sachsen und dem Phänomen Pegida nähern, obwohl die Situation hier rein gar nicht mit der USA vergleichbar ist.

There is an unavoidable question about places like Benton County, a question many liberals have tried to answer for years now: Why do poor whites vote along the same party lines as their wealthy neighbors across the road? Isn’t that against their best interests?

#FBI #Apple

Edward Snowden: „Journalists: Crucial details in the @FBI v. #Apple case are being obscured by officials. Skepticism here is fair.“

When you get angry at the state

Nafeez Ahmed via „Insurge Intelligence“: „US military contractors are mining social media to influence your ‘cognitive behavior’ when you get angry at the state“.

Tausende und Millionen

Don Alphonso hier und hier über den CCC-Kongress:
Stets kommt der Jubel von tausenden begeisterten Zuhörern. Das ist es, was die Leute auf dem Kongress hören wollen, das sind tatsächlich vernünftige Forderungen von den Stars der Szene. Tausende sind hier, aber Millionen schalten am Abend bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ein. Im ZDF läuft dann ein Krimi, in dem es unter anderem darum geht, dass Nazis für ihre Massenmordpläne die gleiche Verschlüsselungssoftware wie die islamischen Extremisten benutzen sollen, und sich über das Internet und Blogs radikalisieren.

Wo krieg ich den Ausweis her?

A Secret Catalogue of Government Gear for Spying on Your Cellphone

The Intercept: „A Secret Catalogue of Government Gear for Spying on Your Cellphone“.

Android Remote Access

decrypt device

Heise: „Google kann offensichtlich die Bildschirmsperren der meisten Android-Geräte auf Behördenanordnung zurücksetzen. Das geht aus dem Bericht eines New Yorker Bezirksstaatsanwalts hervor. Der einzige Schutz dagegen ist die Vollverschlüsselung.“

Sagte ich doch schon.

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