Mobilisierung entscheidet Wahlen

Laut der letzten Umfrage liegt Trump sogar vor Clinton.

Jan Fleischhauer schreibt auf Spiegel online ganz richtig (Moore hat er gelesen); „Donald Trump ist näher dran, das Weiße Haus zu erobern, als viele Experten ahnen. Das liegt auch daran, dass sie sich von ihrer eigenen Abneigung leiten lassen. (…) Es spricht für Clinton, dass sie in den meisten (wenn auch nicht in allen) nationalen Umfragen führt – es ist nur leider für den Ausgang der Wahl im November nahezu unerheblich.“

Update: „In this election, the pro-Israel camp has only one choice – Donald Trump.“ (Jerusalem Post)

5 Reasons Why Trump Will Win

Michael Moore: „5 reasons why Trump will win“.

Eine brilliante, ernst gemeinte und auch amüsante Analyse. Vermutlich hat er recht.

Die Mainstream-Medien geben sich alle Mühe, immer nur schlecht über Trump zu schreiben und nur Fotos zu verwenden, auf denen er möglichst dämlich aussieht. Aber das interessiert dessen Wähler nicht: „Unfortunately, you are living in a bubble that comes with an adjoining echo chamber where you and your friends are convinced the American people are not going to elect an idiot for president.“

Interessant finde ich den „Jesse-Ventura-Effekt“: „And because of that, and the anger that so many have toward a broken political system, millions are going to vote for Trump not because they agree with him, not because they like his bigotry or ego, but just because they can. Just because it will upset the apple cart and make mommy and daddy mad. And in the same way like when you’re standing on the edge of Niagara Falls and your mind wonders for a moment what would that feel like to go over that thing, a lot of people are going to love being in the position of puppetmaster and plunking down for Trump just to see what that might look like.“

Ich fühle mich ertappt. Plunking down for to see what that might look like. Har har.

Das Darknet und die Killerspiele, reloaded

darknet

Screenshot: Angebot im Darknet. Motto: Alles im Internet ist total wahr und glaubwürdig!

Das Internet ist schuld am Amoklauf von München. Der Täter besorgte sich die Waffe aus dem Darknet. Motiviert hat er sich durch „Killerspiele„.

Hat schon jemand – wegen des Amoklaufs von München – gefordert: „Das Internet muss mehr überwacht werden!“ und „Wir brauchen die Voratsdatenspeicherung!“? Oder sollte man doch Antidepressiva und Alkohol verbieten?

Politik der USA in Syrien – endlich verständlich

Mehr über die „gemäßigten“ bzw. „moderaten Rebellen“ in Syrien hat Spiegel online.

Cheater and a Liar

„I’m a politician, which means I’m a cheater and a liar, and when I’m not kissing babies I’m stealing their lollipops.“ (Jeffrey Pelt)

Aktueller Anlass: Petra Hinz, SPD.

Vielleicht sollte ich auch in die Politik gehen und behaupten, ich hätte Volkswirtschaft und Jura studiert. Überprüft ja eh keiner.

Das ganze Gerede um Demokratie ist doch die reinste Heuchelei

Peter Scholl-Latour 2007 in einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger:

„Die Araber sind Rassisten. (…) Für die Araber ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern von zweitrangiger Bedeutung. (…) Die Saudi sind offiziell zwar proamerikanisch und machen ständig Konzessionen. Doch die wahabitische Lehre, eine eigentliche Sekte, ist das Intoleranteste, was es überhaupt gibt. Da die Saudi sehr viel Geld haben, können sie diese extreme Form des Islam verbreiten, die mit dem Koran gar nicht vereinbar ist. (…) Dieses Land ist einer der beiden grössten Gefahrenherde überhaupt. (…) Das ganze Gerede um Demokratie [in Pakistan] ist doch die reinste Heuchelei. (…) Der Iran ist ein relativ liberales Land im Vergleich zu andern islamischen Staaten. (…) Früher war die Welt viel sicherer. Sie war auch irgendwie zivilisierter, so komisch das auch klingt. (…)

Passen Sie auf mit der Türkei. Ich habe das Land 1951 mit dem Bus kennen gelernt. Damals gab es keine Moschee, die offen war, keine Koranschulen, Sie sahen in der Stadt keine Frau mit einem Kopftuch. Die Armee wachte darüber, dass der Laizismus eingehalten wurde. Es durfte kein Muezzin zum Gebet rufen.“

Jedes Wort wahr. Lesenswert. Will man aber nicht hören, auch heute nicht.

Miscellaneous

Henryk M. Broder schreibt über den Islamexperten Michael Lüders.

Correctiv.org hat die Ärzte befragt, die Geld von der Pharmaindustrie bekommen, aber nicht wollen, dass ihr Name genannt wird.

Deniz Yücel analysiert auf Welt online den Putschversuch in der Türkei. Das Beste, was ich bisher zum Thema las. Ähnlich auch David Blair im IndependentTelegraph: „You thought Erdogan was bad before? The worst of Turkey’s leader is yet to come“.

Lesebefehl für Telepolis: „Automatisch arbeitslos – Über die Folgen der Automatisierung und den Mythos der Vollbeschäftigung“. Der „Kommunismus“ kommt also durch die Hintertür – auf der Ebene der Produktivkräfte. Genau so, wie Marx es prophezeite. Nur müsste man die Produktionsverhältnisse noch ändern.

Die Beste aller Staatsformen im Kapitalismus

Telepolis: „Greg Palast über Stimmenraub bei Wahlen in den USA, den Einfluss von Parteien auf Behörden und die Demokratisierung des Wahlsystems“.

Über die blutige Zukunft

„Wer die Welt, in der solches immer häufiger und schrecklicher geschieht, nicht anders einrichten will oder nur nach dem Muster der vorangegangenen Anschläge, mit den bekannten Resultaten, mit immer mehr Terror, immer mehr Kriegen, immer mehr Toten, neunundneunzig Prozent davon nicht in Pariser Cafés oder amerikanischen Bars, sondern im Irak, in Syrien, auf dem Grund des Mittelmeers, mit immer mehr staatlicher Gewalt, mehr Polizei, mehr Militär, mehr Bomben, Waffen, Überwachung, privaten Milizen – prima Geschäftsideen allesamt – , mit der Verelendung von zwei Dritteln der südlichen Untermenschheit und eines Dritteln der nördlichen, der hat eine rosige, eine blutig rote Zukunft vor sich.“
Hermann L. Gremliza zum Terroranschlag von Orlando (und denen, die da folgen werden), konkret 7 / 2016.

Umzingelt von Religioten

Der Schockwellenreiter: „Gestern – ausgerechnet zum Jahrestag der Französischen Revolution – lud die Fraktion DIE LINKE in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel »Kopftuchverbot abschaffen! Gemeinsam für Vielfalt und Gleichberechtigung« ein. Ja, bin ich den nur noch von Religioten umzingelt? Hat die Neuköllner Linke nichts Besseres zu tun? Sie könnte zum Beispiel mal Marx lesen. Soll vor Dummheit und religiösem Wahn schützen.“

Marx und die „Linke“, das ist leider fast immer ein Oxymoron.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. (Karl Marx)

Den Staat soll die Religion nichts angehen, die Religionsgemeinschaften dürfen mit der Staatsmacht nicht verbunden sein. Jedem muss es vollkommen freistehen, sich zu jeder beliebigen Religion zu bekennen oder gar keine Religion anzuerkennen, d.h. Atheist zu sein, was ja auch jeder Sozialist in der Regel ist. Alle rechtlichen Unterschiede zwischen den Staatsbürgern je nach ihrem religiösen Bekenntnis sind absolut unzulässig. Selbst die Erwähnung der Konfession der Staatsbürger in amtlichen Dokumenten muss unbedingt ausgemerzt werden. Es darf keine Zuwendungen an eine Staatskirche, keine Zuwendungen von Staatsmitteln an kirchliche und religiöse Gemeinschaften geben, die völlig freie, von der Staatsmacht unabhängige Vereinigungen gleichgesinnter Bürger werden müssen. (W.I. Lenin, Sozialismus und Religion, 1905)

Legal, illegal, Wahl

Lorenz Maroldt, der Chefredakteur des „Tagesspiegel“, zerlegt den Berliner Innensenator Frank Henkel, natürlich CDU. Ich habe kommentiert: „Danke für diesen Kommentar. Wenn es nicht Berlin wäre, erwartete man, dass er zurückträte. Es ist aber Berlin. Lummer lässt grüßen.“

Left-wing people are middle-class people

Wortharguingfor.com:
Nowadays left-wing people are middle-class people. Working class people are a big disappointment to left-wing people.
Left wing people now think that working class people are:
a) Simple and easily led
b) Un-enlightened and susceptible to short-term pleasures
c) Terribly sad and struggling, unable to cope on their own
d) All of the above

Wie wahr. Middle-class people like to speak Gendersprech too.

Union-Busting

Correctiv.ruhr: „Mobbing leicht gemacht – Der harte Kampf von Betriebsräten gegen streitlustige Firmen.“

Union-Busting an konkreten Beispielen. Klassenkampf. Muss man wissen.

Unseren täglichen Medienkonsum gib uns heute

Guanajuato

Guanajuato, Mexiko (1979) – und gar kein Zusammenhang mit dem unten Geschriebenen

Uruguay gewinnt gegen Philipp Morris. Ich habe mir, wenn es so bleibt, vorgenommen, bei meiner nächsten Riese nach Südamerika auch am Rio de la Plata vorbeizuschauen – und im Gran Chaco. Vielleicht von da aus nach Bolivien? Umgekehrt ging es – in Tarabuco standen morgens LKWs, die Mitfahrer nach Paraguay suchten.

Harald Martenstein schreibt über „rhetorische Ausweichmanöver“.

In der Taz schreiben „kritische Muslime“. Das ist für mich Bullshit. Wer höhere Wesen verehrt, ist nicht „kritisch“, sondern nicht satifaktionsfähig. Man kann mit Relgiösen nicht rational diskutieren – wie sollte das funktionieren?

Das neue Sexualstrafrecht sei Unsinn und verfassungswidrig, sagt eine Strafrechtlerin. Sehe ich auch so. Fehlende Normenklarheit. Sollte man wegklagen.

Telepolis über „Staatsverbrecher“. Auch lesenswert.

Sport (Vorsicht, Faceboook) ist immer gut. Leider bin ich nicht so gut wie die Dame.

Cyberdings [Update]

cybertruppen

Die drei neuen deutschen Internet-Eingreiftruppen bei der Einsatzbesprechung

Zeit online: „Die Bundesregierung hatte 2011 ihre erste Cybersicherheitsstrategie vorgestellt. Damals wurde das Cyberabwehrzentrum in Bonn gegründet. Doch drei Jahre später urteilte der Bundesrechnungshof, das Abwehrzentrum sei nahezu nutzlos, weil es von keiner der beteiligten Behörden ernst genommen werde.“

Man könnte sich totlachen, wenn man nicht wüsste, dass die das ernst meinen.

[Update] In Russland ist es ähnlich.

Peter-Urbanismus oder: Unter linksautonomen Brandstiftern

Die Berliner Polizei hat einen Brandstifter gefasst.

The Remaking of the Global Working Class

working class

Roar Magazine: „In recent decades, the dominant approach in the social sciences has been to assume that workers‘ struggles a relic of the past – leaving many scholars flat-footed to make sense of the fresh outbreak of labor unrest and class-based mobilization since 2008. Today, in fact, we are probably just at the beginning of a new worldwide upsurge of working-class struggles.“

Wenn eine Fahne zur Gefahr (gemacht) wird

Israel

Lizas Welt: „Wer in Deutschland die Fahne des jüdischen Staates zeigt, setzt damit seine seelische, bisweilen sogar seine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel. Außerdem riskiert er Ärger mit der Polizei und manchmal sogar mit den Gerichten.“

So weit ist es schon gekommen. Es ist zum Kotzen.

(Zuerst veröffentlicht auf Fisch und Fleisch)

Kein Brexit, nirgends

„In Wirklichkeit will die Kanzlerin die Briten so sanft wie möglich behandeln. Nach außen stellt sich die Bundesregierung auf einen Brexit ein. Intern aber hofft man auf einen Sinneswandel Londons.“ (Quelle: Spiegel online)

Es ist zwar nicht die Aufgabe von Journalisten, eine Seelenschau der herrschenden Klasse zu versuchen und freudianisch herumzuspekulieren, was diese „wirklich“ oder unwirklich wollen, aber die obige Meldung ist garantiert lanciert, soll also verbreitet werden. Ich sag’s ja.

Ich glaube erst an einen Brexit, wenn ich ihn sehe. Dem Kapital nützt er nicht, und nur das zählt und setzt sich durch. Der Rest ist Feuilleton und heiße Luft.

Wer ist hier eine Gefahr?

Israel

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