Zweite Chance vertan

Ausnahmsweise ein Link auf Cicero: „Samir Kuntar war an einem der blutigsten Hisbollah-Anschläge auf Israel beteiligt – und soll in Damaskus weitere geplant haben. Später kam er bei einem Gefangenenaustausch unter Vermittlung des BND frei. Am Wochenende wurde Kuntar bei einem Luftschlag getötet. Seine Geschichte liest sich wie ein Agententhriller (…).

Israelische Beobachter verweisen mit Fleiß auf das Offensichtliche: ein solch präziser Luftschlag kann nicht ohne Informationen aus der unmittelbaren Umgebung von Kuntar geführt worden sein. Und sie führen sogar die Russen ins Feld, die jetzt mit ihrem Luftabwehrsystem weite Teile des syrischen Luftraums kontrollieren. Die israelischen Flugzeuge kamen unbehelligt zurück, nachdem sie am Samstagabend um 22.15 Uhr dem Leben von Samir Kuntar ein Ende gesetzt hatten.“

DiEM25: eine reformistische Totgeburt

Vermutlich sollte ich etwas über Varoufakis und dessen neue „Bewegung“ schreiben. Ich halte das für eine reformistische Totgeburt und heiße Luft. In ein paar Jahren wird sie vergessen sein.

Miscellaneous oder: The hateful Burks

idioten

Natürlich kann man sich jeden Tag Katzenvideos oder Eulenfotos ansehen. Oder auch einen Vertrag, den Hillary Clinton abschließt, wenn sie eine Rede hält (via Intercept). Oder wüssten Sie gern mehr über die Wurminfektionen der Wikinger? Oder was von Europa übrigbliebe, wenn alles Eis schmölze? (Alternative). Hört mir überhaupt jemand zu?

Und was ist, wenn wir das alles gesehen habe? Ändert das was? Brauche ich gefühlt 9876 Postings auf Fratzenbuch, die sich irgendwie gegen eine gerade aktuelle modernisierte Nazi- und Volkswirtschaftler-Partei aussprechen? Seit wann ändern Medien Meinungen? Und muss ich genau so viele Fotos deren Führerin ansehen? Nein, ich gucke weg.

Übrigens werde ich mir in den nächsten Tagen selbstredend The Hateful Eight ansehen.

Durchs wilde Arabistan

arabisch

Ich hatte das schon mal in den achtziger Jahren mit einem Privatlehrer ein halbes Jahr lang versucht, habe aber alles vergessen. Das wichtigste arabische Wort السيارة kenne ich aber noch. Kommt in jedem Gespräch vor – in Berlin jedenfalls. Üben kann ich auch – die gefühlte Hälfte des Publikums im Krankenhaus spricht Arabisch.

By the way, liebe wohlwollende Leserin und lieber geneigter Leser: Schon mal etwas von Pir Kamek gehört? Ich wurde vor ein paar Tagen daran erinnert. Eine junge Frau mit blonden Locken kam als Patientin ins Krankenhaus. Sie sprach nur Kurdisch und ein wenig Arabisch, und sagte mir, als wir mit Händen und Füßen versuchten, uns verständlich zu machen: ‚Jesidi‚, und zeigte auf sich.

Dank Karl May und eingedenk der Tatsache, dass ich durchaus über die Weltläufte informiert bin, wusste ich, was sie meinte, obwohl sie das nicht zu erwarten schien, denn sie machte zusätzlich eine Handbewegung, als würden ihr die Augen verbunden, dann kreuzte sie die Hände, wohl um zu zeigen, dass sie gefesselt worden war. Es gruselte mich, und ich will gar nicht mehr darüber wissen.

Vorgestern war sie noch mal da, mit einer Kopfplatzwunde. Sie „wohnt“ mit ihrem Mann auf dem Tempelhofer Feld. Es ist zwar nicht meine Aufgabe, aber ich bin gern ausreichend informiert, um Risiken und Nebenwirkungen einschätzen zu können. Während die Frau in der Rettungsstelle behandelt wurde, versuchte ich mit dem Mann zu reden. Er verstand ausschließĺich Kurdisch, und Google Translator bietet das nicht an. Er hätte ja auch der Täter sein können, deswegen war ich vorsichtig.

Irgendwann mischte sich eine Deutschtürkin ein, die mir sagte, ihr Freund spräche Kurdisch. Sie holte ihn ans Handy, erzählte ihm auf Türkisch, was ich ihr auf Deutsch gesagt hatte, dann bekam der Jeside das Telefon und hörte sich alles auf Kurdisch an. Die verschiedenen kurdischen Dialekte unterscheiden sich zwar sehr voneinander – wie Deutsch und Niederländisch -, aber in diesem Fall kriegten wir das irgendwie hin. Es stellte sich heraus, dass die Frau oft in Ohnmacht fiel – also Verdacht auf Epilepsie oder etwas Neurologisches.

Ich teilte das dem behandelnden Chirurgen mit. Der startete das gesamte medizinische Check-Programm. Beim Schichtwechsel trat zufällig einer unser Arabisch sprechenden Ärzte seinen Dienst an. Der konnte sich mit der Frau dann auch unterhalten.

An meinem Arbeitsplatz geht es halt ein wenig Kosmopolitischer zu als anderswo. Burks gefällt das.

Pogromstimmung

Leipzigs Polizeichef spricht von einer Pogromstimmung in Sachsen. Vielleicht sollten wir doch die Mauer wieder aufbauen….

When you get angry at the state

Nafeez Ahmed via „Insurge Intelligence“: „US military contractors are mining social media to influence your ‘cognitive behavior’ when you get angry at the state“.

Ein paar Zeilen zur wirklichen Situation

Raphaele Lindemann (Facebook!): „…nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur wirklichen Situation vor Ort zu schreiben und diese in Absprache mit der Camp-Leitung hier zu veröffentlichen.
In der aufgeheizten Stimmung zwischen allen politischen Lagern können ein paar Fakten aus erster Hand nicht schaden. Ich habe mir vorgenommen, diesen Bericht möglichst neutral zu verfassen. Das ist mir allerdings aufgrund der erschütternden Realität nicht gelungen und am Ende ist doch die Polemik und meine eigene Meinung mit mir durchgegangen… aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen… Ich bin zur Zeit als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. (…)“.

Sollte man lesen.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Freitag: „Wenn die deutschen Behörden einen Flüchtling nicht loswerden, lassen sie eben dessen Staatsangehörigkeit ändern. Afrikanische Botschaften werden für ihre Mithilfe bezahlt“. – „Das Lüneburger Gericht kritisierte, dass eine Delegation die Kopfform von Flüchtlingen inspiziert hatte, um ihre Herkunft zu ermitteln.“

Ich fass es nicht.

Ikonografie der Rebellion oder: Testen Sie Ihr Wissen!

rebellion

Bitte testen Sie Ihr historisches Wissen und entscheiden Sie jeweils, ob es sich um die Guten oder die Bösen handelt!

Das Foto zeigt:
[ ] Schwäbische Krawalltouristen am 1. Mai 2008 in Berlin-Kreuzberg
[ ] Von Putin bezahlte mazedonische Demonstranten, die versuchen, das Regierungsgebäude in Skopje zu stürmen.
[ ] Von westlichen NGOs bezahlte ukrainische Faschisten, die versuchen, die Zentrale einer ukrainischen Gewerkschaft in Brand zu stecken.
[ ] Gemäßigte Rebellen in einem Vorort von Damaskus, die ein Gebäude der regierenden Baath-Partei demolieren.
[ ] Sympathisanten der kurdischen PKK in Diyarbakir, die versuchen, ein Gebäude der Regierungspartei AKP stürmen.
[ ] Einwanderer aus Nordafrika, die versuchen, auf eine Fähre in Calais zu kommen.
[ ] Rumänische Roma in Bukarest, die versuchen, einen Lebensmittelladen zu plündern.
[ ] Französische Jugendliche „mit Migrationshintergrund“ in Paris, die einen Laden für jüdische Produkte in Brand setzen.
[ ] Anarchistische Demonstrantion in Thessaloniki, die ein Büro von Fraport zerstören.

Anonymer Reichtum

Die Taz ruft zum Klassenkampf klärt über Fakten auf:
Die Reichen werden reicher, die Mittelschicht verliert. Die Zahlen, die gerade für mediale Aufregung sorgen, sind zwar nicht taufrisch. Aber man kann es nicht oft genug sagen: In Deutschland besitzen die obersten 10 Prozent mehr als die Hälfte des Volksvermögens. Gleichzeitig hat die ärmere Hälfte nichts. Viele Deutsche glauben zwar, dass sich Leistung lohnen würde. Doch Deutschland ist eine brutale Klassengesellschaft.
Es ist sogar noch schlimmer, als es die offiziellen Zahlen zeigen. In Wahrheit dürften die obersten 10 Prozent über mindestens 62 Prozent des Volksvermögens verfügen – und das reichste Hundertstel dürfte bereits ein Drittel aller Besitztümer kontrollieren. Genaues weiß man nicht: Reichtum ist anonym in Deutschland.

Dürfte? Ach ja? Haben wir denn nicht so genannte „Wirtschaftsjournalisten“ wie den rechtspopulistischen und Kapitalismus-affinen Herrn Tichy? Haben wir keine Wirtschaftsteile in deutschen Medien, die so etwas aufklären könnten? Was machen die den ganzen Tag? Den Kapitalismus schönreden? Quod erat demonstrandum.

Ach ja, da war noch Uwe Krüger mit seiner unangenehmen Medienforschung: „Ganz auf Linie mit den Eliten“ sind sie, die „führenden“ Journalisten. Und die anderen hoppeln brav hinterher.

Nein, eine „Lügenpresse“ ist nicht nötig. Es reicht die Schere im Kopf, bestimmte Fragen einfach nicht zu stellen. Fragen Sie den Esoteriker Volkswirtschaftler Ihres Vertrauens von der so genannten „AfD“.

Her mit dem Gesetz!

Sollten linke Parteien nicht ein Gesetz erlassen, das Kommunen und Stadtverwaltungen verbietet, Strom, Wärme, Wasser, Grund und Boden an Privatunternehmen zu verkaufen?

Ein ins Völkische taumelnder Antikapitalismus

Ivo Bozic in der Jungle World über die Partei „Die Linke“: „… immer wieder der Flirt mit dem Nationalismus und ein ins Völkische taumelnder Antikapitalismus.“
Umfragen belegen, was in den ND-Leserbiefen zutage tritt. Dem Politbarometer der „Forschungsgruppe Wahlen“ zufolge wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Wähler der „Linken“ eine Verschärfung der Asylgesetze. Und in einer Forsa-Umfrage für den Stern vom Dezember gaben 26 Prozent der Anhänger der „Linken an, sie würden an Protestmärschen gegen eine Islamisierung Deutschlands teilnehmen, wenn sie in der Nähe ihres Wohnorts stattfänden. Das ist unter den Parteipräferenzen die zweithöchste Zustimmung zu Pegida nach der AfD.

Tweet of the day 82

austria

Was macht eigentlich das chinesische Proletariat?

Jacobin über den Klassenkampf in China: „The Chinese state has dramatically escalated repression against workers organizations.“

Mal sehen, wann dort die nächste Revolution kommt. Zeit dafür wäre es.

Qualitätsjournalismus, revisited

Zeit online: „Gleichzeitig thematisiert RT die Nahostpolitik des Westens aus seiner Sicht und fragt: ‚Liegt der Ursprung der Flüchtlingskrise nicht in dem Vorhaben des Westens, mit Bomben und Raketen Demokratie in den Irak, Libyen, Syrien und Afghanistan bringen zu wollen?‘ Damit untermauert der russische Staatssender auf Arabisch das, was viele Menschen im Nahen Osten bereits denken.“

Das denke ich auch bereits, ganz ohne russische Sender.

Politisch ganz korrekt

Ein Artikel der FAZ, dem ich vollends beipflichte. So wird es hier auch kommen. Mit dem Zwang zum Gendersprech fängt es an.
An britischen Universitäten läuft die „neue politische Korrektheit“ aus dem Ruder. Sie verbindet Feministinnen mit politisierten Muslimen und macht nicht einmal vor Dichtern halt. Professoren sehen das Grundrecht auf freie Rede bedroht.

Sexmob

Grandiose Kolumne des Bundesrichters Thomas Fischer „Unser Sexmob – Deutschland bekämpft wieder jemanden: Männer, die Frauen belästigen. Die kann der Deutsche nicht ausstehen. Da kennt er keine Parteien mehr.“
Eine aufgeklärte Gesellschaft kann nicht hinnehmen, dass Jahr um Jahr wider jede Evidenz behauptet wird, man wisse leider immer noch nicht, ob der internationale Leistungssport aus kriminell organisierten Kartellen bestehe, man habe leider noch nicht herausfinden können, welche ausländischen Mitarbeiter der Deutschen Bank dem deutschen Rentner in spe ein Drittel seiner Altersvorsorge unter dem Sofakissen weggezogen haben, und es sei völlig ungeklärt, ob der ausländische Pharmakonzern Pfizer das ihm hierzulande gewährte Gastrecht dazu missbraucht habe, 100.000 deutsche Ärzte zu bestechen, 250 Krankenkassen zu betrügen und fünf Millionen deutsche Frauen an ihrer Gesundheit zu beschädigen.

Sehr hübsch auf die Passage über die Pollacken.

Die Akte Bernd Lammel Teil 4

akte lammel

Die Behörde des Bundesbeauftragten (BStU) für die Stasi-Unterlagen hat im Fall Bernd Lammel neue Dokumente gefunden, unter anderem das Notizbuch des MfS-Majors Geffke, der versucht hatte, Lammel als „Inoffizieller Mitarbeiter“ zu werben. Die neuen Funde bestätigen das, was ich bisher zum Fall veröffentlicht habe. Interessant ist auch ein Dokument, das mit Schreibmaschine geschrieben wurde und das bisher nur handschriftlich vorlag und in dem Lammel eindeutig als „IM-Vorlauf“ bezeichnet wird, also als jemand, der geworben werden soll und als Quelle diente, aber davon gar nichts wusste (vgl. Screenshot unten)

akte lammel

Zur Erinnerung: Bernd Lammel hat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass er niemals wissentlich für das Ministerium der Staatssicherheit der DDR gearbeitet hat, auch auf das strafrechtlich Risiko hin, dass neuen Funde auftauchen würden.

akte lammel

Die Motive für die Verdachtsberichterstattung des RBB sind weiterhin schwer zu ermitteln, da sich alle Beteiligen – die „Klartext“-Redaktion, die Autorin Gabi Probst und andere – in eisernes Schweigen hüllen. Ich darf aber an die alte Journalisten-Weisheit erinnern: Einer redet immer. Oderint, dum metuant.

Katka Kipping und die erbärmlichen deutschen Universitäten

Katja Kipping auf Facebook:
Die Bundesregierung hat gestern eine weitere Verschärfung des Rechts auf Asyl angekündigt. Ich bin sehr froh, dass sowohl der geschäftsführende Parteivorstand als auch die Fraktion der LINKEN im Bundestag in Beschlüssen deutlich gemacht haben, dass das Asylrecht ein Menschenrecht ist, dass keine Obergrenzen kennt. Die sexuellen Übergriffe und Eigentumsdelikte in Köln müssen konsequent verfolgt werden. Das Asylrecht ist und bleibt ein Menschenrecht, kein Gast- oder Gnadenrecht. Dieses Menschenrecht darf nicht als Sanktionsrecht missbraucht werden. Eine weitere Verschärfung des Asylrechts wird es mit der LINKEN nicht geben.

Ich frage mich, warum die immer so gestelzt einherkommen. So redet doch niemand? Es lehrt sie niemand, gutes Deutsch zu schreiben und zu reden und den Lautsprechermodus auszuschalten. Bevor die mitlesenden Linken wieder jammern, hier ein Zitat von Wilhelm Liebknecht, das meine Absichts auf’s Trefflichste bestätigt:
Marx legte außerordentlichen Wert auf reinen, korrekten Ausdruck. (…) Mit Bezug auf Reinheit und Korrektheit der Sprache war er von peinlichster Gewissenhaftigkeit. Ich erinnerte mich noch, daß der mich einmal in meiner ersten Londoner Zeit mit einer Standrede bedachte, weil ich in einem Schriftstück gesagt hatte: „die stattgehabte Versammlung“. Ich wollte mich mit mit dem Sprachgebrauch entschuldigen, aber da brach Marx los: „Die erbärmlichen deutschen Gymnasien, aufr denen man kein Deutsch lernt, die erbärmlichen deutschen Universitäten“ – und so weiter. (…) Marx war ein strenger Purist – er suchte oft mühsam nach dem richtigen Ausdruck. (…) Er war Purist bis zur Pedanterie. (aus: Hans-Magnus Enzensberger (Hg.) Gespräche mit Marx und Engels, 1. Band))

Die obigen Sätze Kippings könnte man, wenn man sich Mühe gäbe, so verbessern, dass man sie mit Vergnügen läse – und nicht mit Mühe.
Die Bundesregierung hat gestern angekündigt, das Asylrecht zu verschärfen. Ja, ich weiß, die „ungs“ sind bei der „Linken“ eingebaut, sie können nicht anders als Nominalstil. Und belehrungsresistent sind die alle. Reaktion auf Kritik ist immer sofort der Beleidigte-Leberwurst-Modus.

Ich bin sehr froh – das wollen wir gar nicht wissen. Ich hin glücklich, bloggen zu dürfen, dass ich froh bin, den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern mitteilen zu können, dass Gefühle in der Politik irrelevant sind und somit auch die Unsitte, das Publikum damit zu belästigen.

Dass sowohl der geschäftsführende Parteivorstand als auch die Fraktion der LINKEN im Bundestag – warum müssen die gleichfalls völlig irrelevanten sperrigen Titel, die sowieso niemand kapiert, immer erwähnt werden? Erster Generalsekretär der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Vorsitzender der sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Vorsitzender des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats der DDR. Ist es das, was immer noch mitschwingt? Und was ist ein „geschäftsführender Parteivorstand“ in Gegensatz zu einem Vorstand, der die Geschäfte nicht führt, was dieser und jener verhüten möge? Übrigens gibt es im Deutschen auch keine Wörter, die aus Majuskeln zusammengesetzt sind. Es heist also „Linke“ und nicht „LINKE“.

Sie haben also etwas deutlich gemacht? Was ist denn das für ein Geschwurbel? Sie verdeutlichten, dass Asyl ein Menschenrecht sei (!)? Nein, das taten sie nicht? Sie sagten es nur?

Die Partei und die „Linke“ im Bundestag (ist doch klar und deutlich, oder?) betonten (oder haben beschlossen, was aber unsinnig ist, da das schon vorher ihre Position war): Asyl ist ein Menschenrecht, das keine Obergrenzen kennt. Oder, in besserem Deutsch: Asyl sei ein Menschenrecht, das keine Obergrenzen kenne.

Die „Linke“ wehrt sich dagegen, das Asylrecht noch weiter zu verschärfen. (Wieder ein „ung“ weniger.)

Die Bundesregierung hat gestern angekündigt, das Asylrecht zu verschärfen. Die Partei und die „Linke“ im Bundestag betonten gestern noch einmal: Asyl ist ein Menschenrecht, das keine Obergrenzen kennt. Das Asylrecht ist und bleibt ein Menschenrecht, kein Gast- oder Gnadenrecht. Dieses Menschenrecht darf nicht als Sanktionsrecht missbraucht werden. Die „Linke“ wehrt sich dagegen, das Asylrecht noch weiter zu verschärfen.

Postscriptum: Das Volk versteht nicht, was „darf nicht als Sanktionsrecht missbraucht werden“ heißen soll. Ich bin jetzt nur zu faul, darüber nachzudenken.

Regeln oder keine Regeln, das ist hier die Frage

Zeit online interviewt den syrischen Einwanderer Basel Esa, der in der Silvesternacht in Köln war.

ZEIT ONLINE:Wer hat die Frauen bedrängt und angefasst?

Esa:Das waren dumme, ungebildete Männer. Sie denken, wenn eine deutsche Frau enge Kleidung trägt, ist sie billig und hat keine Ehre. Ich habe vor allem Algerier und Afghanen gesehen, die auf die Frauen los sind, das war die Mehrheit. Manche haben versucht, im Vorbeigehen ihnen an den Hintern zu greifen, einmal habe ich gesehen, wie eine Gruppe von etwa 15 Männern zwei schreiende Frauen in ihre Mitte gezogen hat.

ZEIT ONLINE: Wieso ist die Situation derart eskaliert?

Esa:Viele Flüchtlinge aus Ländern wie Algerien wissen, dass sie kaum eine Chance haben, hier zu arbeiten, hier zu studieren. Sie werden eh zurückgeschickt. Deswegen denken sie, für sie gelten keine Regeln, sie können tun, was immer sie wollen. Das erzählen sie auch so offen.

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