Kindchenschema

Kindchenschema

Die Russen kommen

“Verfassungsschutz warnt vor russischen Spionen.”

Bruhahahahahahahahaha.

Babylonien, revisited, 2.0

Babylonien, revisited: Luxemburgisch, Schwyzerdütsch.

Gebet der Volkswirtschaftler

Gegrüßet seist du, Konjunktur, voll des Wachstums,
der Kapitalismus ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den freien Märkten,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, der Profit.
Heiliges Wachstum und heilige Konjunktur,
bittet für uns Gläubige
jetzt und in der Stunde unseres Konkurses.
Amen.

Sommerzeltlager in Transsilvanien

“Sehr geehrter Herr Burkhard Schröder, ich möchte Sie gern auf die folgende Presseinformationen hinweisen und bitte freundlich um Veröffentlichung: Die Sächsische Jugendstiftung und die Aktion Zivilcourage e. V. laden vom 19. Juli bis 06. August 2014 zu einem Sommerzeltlager in die rumänische Region Transsilvanien ein.”

Ich bin versucht, das zu bebildern, überlasse das aber doch lieber der Phantasie der geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser.

Pharmaceutics and Cannabis

pharmaceutics

Nicht marktkonform

Die Ukraine beklagt sich über “nicht marktkonforme” Preise für russisches Gas. Muahahahaha. (Sehr hübsch die Leserkommentare dort…)

Babylonien, revisited

Babylonien, revisited: Bambara, Chinesisch (VR China).

(Gerade gelernt, was ISO 6392 ist.)

Selbstbildnis mit Dame

burks

Kommt ein Mann in die Rettungsstelle

Junger Mann, Spießerfrisur, künstlich durchgewuschelt, schicker Mantel, Hände vor dem Bauch, schreit mit schwerzverzerrtem Gesicht: “Aua! Aua!”, wirft sich auf eine Trage, schreit noch lauter.
Diagnose Security: Vielleicht Notfall, sollte Warteschlange umgehen können. Vielleicht Blinddarmdurchbruch? Medizinisches Perosnal muss sofort her.

Ärztin läuft herbei, fragt: “Wo tut es Ihnen denn weh?”
Mann, Hände immer noch vor dem Bauch: “Das tut doch nichts zur Sache!”

Diagnose Arzt (Triage): “Hat nix.” Diagnose Unfallchirurg: “Hat nix.” Diagnose Internist: “Hat nix.” Diagnose Psychiater: “Hat was.”

Babylonien

In dem Krankenhaus, in dem ich manchmal als Security arbeite, sind mir in den letzten drei Wochen Menschen begegnet, die als Muttersprache angaben: Shipibo (Peru), Urdu (Amtssprache in Pakistan), Manding aka Mandinka, Fula (Westafrika) und Tiv. Und natürlich Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Englisch, Spanish, Kroatisch, Rumänisch, Bulgarisch, Serbisch, Italienisch, Flämisch, Albanisch, Bosnisch, Französisch, Griechisch, Polnisch, Russisch. Eigentlich sollte mal ein Isländer vorbeikommen, aber vielleicht reden die nicht so viel und fallen deshalb gar nicht auf.

Eine Zusammenfassung der Sprachfamilien macht das babylonische Chaos in Afrika übersichtlicher: Dort werden mehr als 1000 Sprachen gesprochen.

Wir werden nicht vergessen – hoffentlich

krankenhaus am urban


Sexuelle Belästigung oder: Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

sexuelle belästigung

Landesarbeitsgericht Niedersachsen (6. Kammer, Urteil vom 06.12.2013, 6 Sa 391/13 § 3 AGG, § 7 AGG, § 626 BGB):

Eine sexuelle Belästigung im Sinne von § 3 Abs. 4 AGG liegt vor, wenn ein unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten, wozu unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen von pornografischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entmündigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Im Unterschied zu § 3 Abs. 3 AGG können danach auch einmalige sexuell bestimmte Verhaltensweisen den Tatbestand einer sexuellen Belästigung erfüllen. Das jeweilige Verhalten muss bewirken oder bezwecken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird. Ausschlaggebend ist entweder das Ergebnis oder die Absicht. Dabei genügt für das Bewirken der bloße Eintritt der Belästigung. Gegenteilige Absichten oder Vorstellungen der für dieses Ergebnis aufgrund ihres Verhaltens verantwortlichen Person spielen keine Rolle. Auch vorsätzliches Verhalten ist nicht erforderlich. Ebenso wenig ist maßgeblich, ob die Betroffenen ihre ablehnende Einstellung zu den fraglichen Verhaltensweisen aktiv verdeutlicht haben. Entscheidend ist allein, ob die Unerwünschtheit der Verhaltensweise objektiv erkennbar war.

Ausschlaggebend ist die Absicht? Vermutlich ist es schwer, hier die Seele des Täters zu erforschen. Und es spielt auch keine Rolle, wenn der Täter eigentlich das Gegenteil (was ist das Gegenteil von “belästigen”?) beabsichtigte? Vorsatz muss nicht zutreffen? Also gibt es auch eine versehentliche sexuelle Belästigung?

Wikipedia: “Sexuelle Belästigung ist eine Form von Belästigung, die insbesondere auf das Geschlecht der betroffenen Person abzielt. (…) In der Europäischen Union ist, ausgehend von einem Vorschlag der Europäischen Kommission, sexuelle Belästigung folgendermaßen definiert: wenn ein geschlechtsbezogenes Verhalten, das sich in verbaler, nichtverbaler oder physischer Form äußert, die Verletzung der Würde einer Person oder die Schaffung eines durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Herabsetzungen, Demütigungen, Beleidigungen oder Verstörungen geprägten Umfelds bezweckt oder bewirkt.”

Interessant ist hierzu die Richtlinie 2006/54/EG (Gleichbehandlungsrichtlinie) (Volltext), von der laut Wikipedia noch gar nicht klar ist, ob sie überhaupt in Deutschland schon umgesetzt wurde.

Bei Wikipedia steht auch: Sexuelle Belästigung war vom 1. September 1994 bis zum 18. August 2006 laut dem Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (Beschäftigtenschutzgesetz – BeschSchG) “jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt”.

Der Unterschied ist also, dass jetzt der Vorsatz nicht mehr erforderlich ist?

Dunkle Materie entdeckt oder: Allah ist wie Jahwe

Wenn ich mich morgens durch die Nachrichten wühle, die zu lesen ich für wert erachte, finde ich meistens zahllose Gründe, mich zu ärgern: Ich werde nicht wirklich informiert, obwohl das Gegenteil behauptet wird, es handelt sich nicht um Journalismus, sondern um Propaganda, um Lautsprecher des Kapitals oder um getarnte Pressemeitteilungen, die darauf verzichten, auch unabhängige Quellen zu befragen, Deutsch des Grauens ist an der Tagesordnung.

Was mich interessiert, sind meistens Reportagen, mit denen ich mich ausführlich beschäftigen möchte, wozu mir aber die Zeit fehlt, oder verstörende Geschichten (Javascript erforderlich), die mich aber ratlos zurücklassen.

Fefe prägte heute den wunderbaren Begriff von der “Echokammer der Gleichgesinnten”, was auf große Teile der deutschen Medien ebenso zutrifft wie auf das Sekten-Milieu der Veganer, Esoteriker oder Binnen-I-Talibanesinnen.

Wenn ich mich wirklich erholen will, gehe ich zu den Wissenschaftlern. Die wissen wenigstens, wovon sie reden, und deren Aprilscherze (Javascript erforderlich) sind intellektuell anspruchsvoll und auch komisch.

Fazit: Ich brauche keine Zeitung mehr. Die konkret sollte ich endlich mal abonnieren, weil ich sie eh immer kaufe. Aber ohne Gremliza (geb. 1940) wäre die konkret vermutlich schnell tot und unlesbar. Ein ebenbürtiger Nachfolger ist nicht in Sicht. “Ich bestehe auf dem Recht, ja der Pflicht des Aufklärers, Allah so wenig zu achten und nach Kräften zu verspotten, wie irgendwelche anderen Götter, von Jesus C. bis L. Ron Hubbard. Die Religionsfreiheit, die ich meine, ist die Freiheit von Religion. Damit das klar ist.” Wer sagt so etwas sonst noch?

Die Jungle World könnte ich online lesen, vergesse es aber immer, und außerdem nervt mich bei derJungle World, dass sie sich dem E-Mai-Verschlüsseln konsequent verweigern und stattdessen auf Facebook herumtrollen. Was soll an dieser Attitude “links” sein? Nicht mit mir.

Ich weiß gar nicht, ob ich mein eigenes Blog lesen würde, wenn ich nicht ich wäre. Gute Frage, die nur die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser beantworten können.

Undokumentierte Baukust, entkernt

FAZ (30.03.!): “Unter Berufung auf nicht weiter gekennzeichnete ranghohe Quellen hieß es zudem, der Flughafen werde voraussichtlich nicht vor 2017 eröffnet werden können. (…) Es werde sogar erwogen, den Flughafen komplett neu zu bauen. (…) Die ‘Bild‘-Zeitung berichtete, bislang gebe es keine Baudokumentation. Daher sei den Verantwortlichen weiterhin nicht bekannt, was, wo und wie gebaut wurde.”

Actioncam

Manchmal ist der Polizei-Ticker in Berlin Anlass zur Schadenfreude: “Der zivile Videowagen der Polizei Berlin war einem Autofahrer gestern Abend offensichtlich zu langsam, so dass er das Polizeifahrzeug mit weit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Berliner Stadtring rechts überholte…” Den Rest kann man sich denken. Muahahaha.

Wachstum(TM)

Süddeutsche: “Weltbank hebt Wachstumsprognose an”

Dazu gibt es aus Kapitalismus-affiner Sicht einen Artikel auf dem Wirtschaftsblog der FAZ: “Alle sind gegen Wachstum”. Zum wissenschaftlichen Hintergrund vgl. “Wertkritik” bei Wikipedia.

Twitter ist nicht für Notrufe geeignet

Pressemeldung der Berliner Polizei: Sie zwitschert jetzt. “Beide Kanäle werden nicht ständig überwacht und sind keinesfalls für Notrufe geeignet.”

Trans*_DiskursInnen

cat

Die gendertransqueerpolitische SprachführerInnen-DiskussionIn, die Fefe zitiert, sei hier bebildert.

Kreativer Umgang mit kalkülorientierten Routineberechnungen

“Durch eine Entlastung von kalkülorientierten Routineberechnungen und eine schnelle Visualisierung von Graphen wird ein kreativer Umgang mit mathematischen Fragestellungen ermöglicht”. So etwas formuliert laut “Der Westen” die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann in Nordrhein-Westfalen. Hintergrund: Eltern von Gymnasiasten sollten gezwungen werden, einen teuren Taschenrechner für ihre Kinder zu kaufen, obwohl es günstigere Alternativen gibt.

Immer, wenn ich das Wort “kreativ” lese, stellen sich bei mir ohnehin die Rückenhaare hoch. Ich denke an Volkshochschul-Töpferkurse und an genderpolitisch korrekte EsoterikerInnen. “Schöpferisch” heißt das im Deutschen, und zwar mit und ohne Eigenhöhe. Gebrauch: pseudo-elitärer aufstiegsorientierter-Mittelschichts-Slang “bildungssprachlich”. “Dieses Wort stand 1973 erstmals im Rechtschreibduden.”

“GEW-Landeschefin Dorothea Schäfer hält die Geräte, die auf einen Erlass vom Juni 2012 zurückgehen, nach dem langen Vorlauf für überholt. Erschwerend komme hinzu, dass der Rechner später im Mathematik-Studium nicht mehr genutzt werden dürfe.”

Na super. Schilda ist überall.

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