Silence is the best way

Ich kann nur empfehlen, ab und zu einen Blick in das Foto-Blog von GMB Akash (Bangladesh, hier in der Blogroll) zu werfen. Die Bilder sind einfach atemberaubend.

Sein Rat gilt immer und überall, insbesondere für Touristen aller Art: “Respect the situation. Know about the norms of the place. Learn a few local words to communicate. (…). If you do not understand something sensitive, silence is the best way. Be polite when you are shooting women, young girls or teenagers. Never offer money after taking photographs. This is a very bad practice which creates long-lasting problems later. If you want to give something, give a gift.”

Berlin bei Nacht

unfall

Haie greifen das Internet an

Die Überschrift bei Heise ist schon mal wochenend-tauglich und ließ mich schmunzeln, aber wie oft sind die Kommentare noch besser als der Artikel. (Bei diesem Kommentar habe ich Tränen gelacht.)

A cool smirk und ein neues deutsches Wort

trage

Eine Ärztin und ich stehen vor dem Eingang der Rettungsstelle und plaudern kurz über die Weltläufte. Es ist gegen drei Uhr, am frühen Morgen.

Ein Feuerwehrauto kommt. Zwei Feuerwehrmänner laden einen Patienten aus und packen ihn auf eine Trage. Der junge Mann sieht mitnommen, irgendwie lädiert aus, hält eine Kotztüte in der Hand und tut genau das, wofür Kotztüten da sind, permanent und laut würgend.

Die Ärztin mit Blick auf den liegenden Mann mit der Kotztüte, in einem Tonfall, der auch für kleine Kinder passen würde: “Was hat er denn?”

Ein Feuerwehrmann (im Englischen würde man jetzt schreiben: “with a cool smirk on his face”): “Nichts Medizinisches. Nur ein Getränkeunfall.”

“Getränkeunfall” habe ich gleich in meinen Wortschatz aufgenommen.

People Power is Real!

ABC (Australien): “People power has been used to free a man who became trapped between the platform and a train at a Perth station this morning.”

Team work makes the dream work!

Ich habe keine Lust, mir die Zwangswerbung auf deutschen Medien anzusehen, wenn ich dort ein eingebettetes Youtube-Video angeboten bekomme. Die geben mir noch nicht einmal den Original-Link. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.

Die deutsche Art, Probleme zu lösen

bernburger

Man könnte raten, wie viele Menschen beteiligt sein werden, um das Problem zu lösen.

Es braucht zunächst eine Person, die drei Stangen in den Boden steckt und das Flatterband befestigt. Jetzt muss ein Antrag geschrieben werden, eine Straßenbaufirma zu beauftragen. Der Antrag muss genehmigt werden; vermutlich muss auch noch jemand, der für das Geld zuständig ist, gegenzeichnen.

Eine weitere Person kommt dann von irgendwoher, um das Mosaikpflaster aus Bernburger Kalkstein (Bernburger Rogenkalk) zu reparieren. Das kenne ich noch aus der Zeit, als ich in den 70-er Jahren im Straßenbau gearbetet habe, um mein Studium zu finanzieren. (Wenn sich seit 1976 nichts geändert hat: Die Verbundsteine am oberen Ende der Pankstraße habe ich damals dort hinge”pflastert” – im Akkord!).

Es zuckte mir in den Fingern, weil ich noch einen Pflasterhammer besitze, das mal eben schnell zu machen. Einen Kubikdezimeter Sand hätte ich schon noch aufgetrieben. Da hätte sich einige Leute gewundert….

Jonathan – the oldest living land creature

BBC: “Meet Jonathan, St Helena’s 182-year-old giant tortoise”.

Inspirierende Personen

Sparbüchse

Ich habe mal hier zusammengestellt, welche Personen ich bei Fratzenbuch mit “gefällt mir” markiert habe. Die Namen habe ich entfernt, damit die geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser etwas zu raten haben (was bei den meisten der Abgebildeten ja nicht wirklich schwierig ist).

Sorry, could not resist. Ich würde zu gern wissen, in welche Kategorie die NSA-Abteilung bei Facebook mich jetzt einordnet.

Not in der Notaufnahme

Lesenswerter Artikel auf Zeit online (inklusive der Kommentare): “Immer wieder werden in deutschen Krankenhäusern schwere Leiden nicht oder zu spät erkannt. Eine Gruppe von Ärzten schlägt Reformen vor – doch die werden abgeblockt”.

Ceterum censeo: Das Gesundheitssystem muss zu großen Teilen verstaatlicht werden. Auf Kosten der Kranken darf kein Profit gemacht werden. In Kuba funktioniert das besser als hier: “Die Gesundheit der Bevölkerung lässt sich die kubanische Regierung nach wie vor etwas kosten – rund 13 Prozent des kubanischen Staatshaushaltes fließen in diesen Sektor.”

Ein Leserkommentar auf Zeit online: “Das Prinzip eines Facharztes Notfallmedizin ist in allen angloamerikanischen und nahezu allen kontinentaleuropäischen Ländern (ausser den deutschsprachigen und wenigen Exoten) etabliert und funktioniert prima.”

Dazu passt auch ein älterer Artikel: “Behandlungsfehler kosten in Deutschland fünfmal so viele Menschen das Leben wie Verkehrsunfälle, nämlich 19.000. Jedes Jahr.”

Berlin 2040

BER

Bild oben: Berlin im Jahre 2040. im Hintergrund ist die Baustelle des Berliner Flughafens BER zu erkennen. Bild unten: Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (rechts) diskutiert mit Helmut Mehdorn, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.

Sehr geehrte Hinterwäldler aka Österreicher!

Österreich

Erst hatten wir diesen Kerl aus Braunau von Euch, dann den, der zu viel Gas gab. Dazwischen belästigtet Ihr die Welt mit einen Nazi-Kavalleristen, dessen Stimme leider auf dem Weg zu den Außerirdischen ist. Dann das Skandalurteil ohne Beweise gegen einen Demonstranten. Dann werden Juden vom Platz geprügelt. Dann erklärt ihr Internet-Zensur für rechtmäßig, frei nach Gutdünken der Content-Mafia.

Wisst Ihr was, Ihr kackbraunen Hinterwäldler aka Österreicher? Ich werde Euer Land nicht mehr betreten. Ihr solltet von den ungarischen Faschisten eingemeindet werden; da wüchse zusammen, was schon einmal zusammen war und immer noch zusammen passt.

Cewl, ich fremdschäme mich! [Update]

Mit dem SPIEGEL sprach Kleber auch über seine neue Leidenschaft fürs Twittern, wo er mit Ausdrücken wie “Crazy!” oder “Yeaaahh!” hantiert. “(…) Glauben Sie mir: So cool, wie ich twittere, bin ich.”

Vielleicht sollte man Kleber noch mitteilen, dass man “cool” heute “kewl” schreibt und dass ich mich für ihn fremdschäme.

Der 20. Juli, die Anleger und die Vorteile einer guten öffentlichen Präsentation

spitzeder

“Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam.” (Claus Schenk Graf von Stauffenberg)

Nein, das wird kein Beitrag über die Operation Walküre am 20. Juli 1944. Ich kann mich mit dem damaligen “Widerstand” à la Stauffenberg auch nicht identifizieren. Wenn überhaupt, dann nur mit Georg Elser.

Der angeblich weiße Elefant Abul Abbas, der am 20. Juli 802 auftauchte, war mir bisher unbekannt, auch der Zusammenhang mit Karl May. Kennen die Ossis bzw. die Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem Beitrittsgebiet eigentlich Hadschi Halef Omar? Gehört das bzw. der zum Bildungskanon? Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass wenigstens Sitting Bull bekannt sein sollte, der am 20. Juli 1881 gegenüber der US-Armee kapitulierte.

Am 20. Juli 1905 begann in Deutsch-Ostafrika der Maji-Maji-Aufstand. Es würde mich schon interessieren, in welchen Schul-Geschichtsbüchern (gibt es das überhaupt noch?) der erwähnt wird – und wie. Aus der Zeit des deutschen Kolonialismus und der brutalen Unterdrückung des afrikanischen Widerstands (Auspeitschungen, Freiheitsentzug, Zwangsarbeit, Raub, Konfiszierung des Viehs, Vergewaltigung, Taktik der verbrannten Erde) stammt der affirmative Begriff “Schutztruppe“, der – aus vergleichbaren Gründen – von deutschen Medien heutzutage benutzt wird, wenn die Handelswege am Hindukusch und auch anderswo geschützt werden müssen. Es hat sich nicht viel verändert.

Man könnte auch etwas über das aktuelle Thema Polnisch-Sowjetischer Krieg schreiben, oder über den 20. Juli 1974, an dem die Türkei den Nordteil Zyperns einfach besetzte (ich kann mir schon vorstellen, was in den türkischen Schulbüchern steht). Und natürlich sollte man den Satz kennen: “The Eagle has landed.”

Am interessantesten fand ich aber den 20. Juli 1873: “Adele Spitzeder wird zu drei Jahren Zuchthaus wegen betrügerischen Bankrotts mit ihrer Dachauer Volksbank verurteilt. Durch hohe Zinsversprechen hat sie in einem Schneeballsystem mehr als 30.000 Einleger geschädigt. (…) Spitzeder wusste um die Vorteile einer guten öffentlichen Präsentation; sie bestach mehrere Redakteure mit bis zu fünfstelligen Guldenbeträgen für ein positives Presseecho.”

Spitzeders System, die Leute um ihr Geld zu brigen, demonstriert auf’s pädagogisch Wertvollste den quasi-religiösen Glauben der breiten Masse und der medialen Lautsprecher des Kapitals, Geld “arbeite” und man könne es irgendwo “anlegen“, dann werde es schon mehr. Adele Spitzeder war in Wahrheit eine Geistliche des populären Kults, der sich um den Waren- und Geldfetisch dreht und der im Wirtschaftsteil fast aller deutschen Medien täglich fröhliche Urständ feiert.

Der “Federfuchser” (“ein Wanderer zwischen zwei Welten”) schreibt: Jeder Einleger erhielt sofort seine zwanzig Prozent als Zins für die ersten zwei Monate ausgehändigt, und die dritte Rate zu zehn Prozent wurde zum Kapital gebucht und weiter verzinst. Die Bücher konnten nicht genau geführt werden; denn an manchen Tagen gingen allein 100 000 Gulden in bar ein. Bargeld sammelte sich an, mit dem nichts anzufangen war. Es wurde teils ‘verlebt’, teils von den Zinsen aufgezehrt. Sonst ging freilich alles nach Wunsch. Man machte ein Loch auf, um das andere zu schließen. Die Spitzeder gab mit vollen Händen aus und verschenkte oder stiftete auch viel. ‘Aus dem Volk für das Volk!’ war über der Spitzederschen Volksküche am Platzl zu lesen. Hier wurde jeder um so billiges Geld verpflegt, dass Adele noch große Summen zuschießen musste. In der Schönfeldstraße erwarb sie ein eigenes Haus und bewohnte mit ihrer ‘bedenklichen’ Freundin die sechs Zimmer im ersten Stock, die mit Kruzifixen, Heiligenbildern, ewigen Lampen und Hausaltären mehr als andächtig herausgeputzt waren. Sie hängte sich, für alle sichtbar, ein goldenes Kreuz um den Hals und ging fleißig in die Kirche, was von der Geistlichkeit durchaus gewürdigt wurde.

Der Dame sollte man ein Denkmal setzen, ihr die Ehrendoktorwürde in Volkswirtschaftlehre überreichen und die Ehrenmitgliedschaften der FDP und AfD.

Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate!

TV-Novosti: “A mysterious giant crater has been discovered in a remote part of Siberia, dubbed by locals ‘the end of the world’, and is now puzzling scientists.”

Ich denke da an Dante (der übrigens ganz großartig ist und zum humanistische Bildungskanon gehört).

Die Armenambulanz

“Jeder Mensch hat eine adäquate medizinische Versorgung verdient.” Eine sehenswerte Reportage über “Armut macht krank und Krankheit macht arm – dessen ist sich Gerhard Trabert sicher. Der Arzt kümmert sich um Obdachlose und Menschen, die von keiner Versicherung mehr aufgenommen werden”.

15. Juli 2014: ”Ein Spalier von Tegel bis zum Brandenburger Tor”

massenhysterie

Berlin, 15. Juli. Die Weltmeister haben deutschen Boden betreten. Um 10.40 Uhr haben die deutschen Spieler den Flughafen verlassen und bewegen sich in Richtung Zentrum. Eine vom Herzen kommende Begeisterung, die die letzten großen Tage, besonders die Stunden seit Sonntag abend, kennzeichnet, umtobte sie.

Es war ein herrlicher Sommertag, die Sonne ergoß ihren strahlenden Glanz auf die schöne urdeutsche Stadt. Seit den frühesten Morgenstunden stand die Berliner Bevölkerung an den Hauptstraßen. Vor dem Hotel warteten Tausende. Unablässig schallten Sprechchöre. Die Berliner wollten den Spielern noch einmal danken für das, was von hier aus wunderbare Wirklichkeit geworden war: “Ein Volk – ein Land – ein Fußball”.

Der Sonderberichterstatter des DSB, der an der Fahrt der Spieler teilnahm, schreibt in seinem Bericht unter anderem: “Dienstag vormittag haben die Spieler in Berlin ihre Triumphfahrt angetreten. War schon die Fahrt von Tegel zum Brandenburger Tor ein unvergeßliches Erlebnis gewesen, so ist der Jubel des deutschen Volkes nach der Verkündung der Weltmeisterschaft noch gewaltiger. Die Heilrufe, die Stürme der Begeisterung um die Spieler sind schon die wahre Volksabstimmung, und wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, wie sehr das ganze deutsche Volk den Tag der Weltmeisterschaft herbeigesehnt hat, dann hat ihn allein diese Fahrt der Spieler durch die Stadt gebracht.”

Die Welle des Jubels, die den Spielern entgegenschlug, war das Symbol der Einheit. Trotz der Massen, trotz aller Freude herrschte restlose Disziplin. Den Abteilungen des Ordnungsdienstes und der Berliner Polizei, die diesem Tage gleichfalls zum Gelingen verhalfen, wurde die schwere Arbeit dadurch leicht gemacht.

Geheime gefährliche Listen

Die geheime (!) Liste der BPjM von angeblich “jugendgefährdenden Medien”, die geleakt wurde, findet man auf Twitter unter #bpjmleak.

Schwerbelastungskörper

Der Kiezneurotiker schreibt über Hitlers Schwerbelastungskörper in Berlin-Tempelhof (“Das sinnloseste Gebäude der Welt: Der Schwerbelastungskörper”).

Ich hatte auf burks.de am 02.10.2005 schon berichtet (“Hitlers Schwerbelastungskörper”). Man kann gut den Unterschied zwischen “unrenoviert” und “renoviert” erkennen.

Deutsche Ansichten

rixdorfrixdorf

Chinas Geisterstädte oder: Fears grow of a serious slump in the market

In China stehen laut Al Jazeera (Video) rund 50 Millionen Wohnungen leer. “Recovery is not in sight”.

Vgl. auch Beijing Rundschau: “Abgeordnete sollen sich um überhitzten Immobilienmarkt kümmern”.
Die staatlichen Banken haben staatlichen Immobilienentwicklern Geld für den Bau von Eigentumswohnungen zur Verfügung gestellt. Nutzungsrechte an Grund und Boden sind zu einem sehr hohen Preis erworben worden, der sich angesichts steigender Quadratmeterpreise bei Wohnungen bislang jedoch amortisieren ließ. Sollte sich aber die Regierung nun zu einer Regulierung der Preise für Wohnraum entschließen, könnte der Kreditmarkt in eine Schieflage geraten, weil die Immobilienentwickler mit der Tilgung ihrer Kredite womöglich in Verzug geraten.

Muahahahaha. Der überhitzte freie Markt in Schieflage wird es schon richten.

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