Der Mond über Rixdorf

mond

Richardplatz, Rixdorf (aka Neukölln). Ich wohne in Sichtweite.

Miscellaneous

Henryk M. Broder schreibt über den Islamexperten Michael Lüders.

Correctiv.org hat die Ärzte befragt, die Geld von der Pharmaindustrie bekommen, aber nicht wollen, dass ihr Name genannt wird.

Deniz Yücel analysiert auf Welt online den Putschversuch in der Türkei. Das Beste, was ich bisher zum Thema las. Ähnlich auch David Blair im IndependentTelegraph: „You thought Erdogan was bad before? The worst of Turkey’s leader is yet to come“.

Lesebefehl für Telepolis: „Automatisch arbeitslos – Über die Folgen der Automatisierung und den Mythos der Vollbeschäftigung“. Der „Kommunismus“ kommt also durch die Hintertür – auf der Ebene der Produktivkräfte. Genau so, wie Marx es prophezeite. Nur müsste man die Produktionsverhältnisse noch ändern.

Unter Pharma-Groupies

Correctiv und Spiegel online haben eine Datenbank erstellt über Ärzte, die Geld von Pharmakonzernen angenommen haben (Suche per Postleitzahl).

Im Kleingedruckten liest man: „Die Informationen auf dieser Seite stammen von den 54 Mitgliedsfirmen der ‚Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V.‘, die diese Angaben auf ihren jeweiligen Webseiten veröffentlicht haben.“ Und: „Die Daten haben Rechercheure von „Correctiv“ und SPIEGEL ONLINE aus mehreren Dutzend Listen zusammengetragen, die von den Pharmaunternehmen einzeln veröffentlicht wurden – darunter viele nicht computerlesbare PDF-Dateien mit unvollständigen Angaben.“

Hm. Mein Urologe ist auch dabei…

Rattenfänger oder: Bitte mehr Hasskommentare! [Update]

hasskommentare

Immer, wenn alle Medien sich freiwillig gleichschalten einer Meinung sind, ist in Deutschland Vorsicht angebracht. Solche Fälle kann man leicht erkennen; sie werden oft dekoriert mit den sinnfreien Sprechblasen „Flagge zeigen“, „Gesicht zeigen“ sowie „durchgreifen“ (oft mit den Komparativen von „hart“ oder „entschlossen„).

Die Tagesschau heute: „Symbolik, die man braucht – Hasskommentare im Netz werden häufiger und härter. Jetzt griffen Bund und Länder durch – mit einer bundesweiten Razzia.“ Spiegel online spricht von volkserzieherischen Maßnahmen wie wieland bei den Übungen Turnvater Jahns.

Wozu haben wir eigentlich die deutschen Märchen? Wenn alle das Gleiche sagen, lesen wir entweder den „Rattenfänger von Hameln“ oder „Des Kaisers neue Kleider„. Wie wir aber schon wissen, lernt niemand aus der Vergangenheit und auch nicht aus Parabeln oder moraltheologischen Allerweltsweisheiten.

Alle sind gegen „Hasskommentare“ im Internet? Komisch, dass es früher diesen Begriff gar nicht gab. „Hass“ ist ein Gefühl. In Deutschland geht es immer darum, Themen zunächst zu entpolitisieren und dann in Emotionen zu verwandeln, für die dann Pfarrer und Erzieher und das Privatfernsehen zuständig sind. So war es schon immer – auch beim so genannten „Rechtsextremismus“.

Es gibt keinen „Hass“ an sich. Es gibt juristisch relevante Formen, die Leute zu verhetzen – eine deutsche Besonderheit -; näheres regelt das gesunde Volksempfinden der Gerichte.

Man muss es klar und deutlich sagen: Alle Deutsche sind für Zensur, wenn es um eklige oder idiotische Meinungen geht. (Ich übrigens nicht, ich bin aber nicht der Mainstream.) Ich bin dann mal sofort weg, wenn das diskutiert wird. Der gefühlte common sense ist nichts für mich.

Warum soll ein US-amerikanisches Unternehmen Dinge zum Beispiel löschen, die dort gar nicht strafbar sind? Am deutschen Gefühlswesen soll die Welt genesen? Ihr spinnt doch! Warum könnt ihr den Scheiß nicht einfach aushalten, was ihr müsstet, wenn ihr in den USA lebtet? Die Leute, die was von „Gaskammern wieder öffnen“ faseln oder ähnlichen Schwachsinn, sind doch irre. Das nehme ich nicht ernst, und ich rufe schon gar nicht die Staatsmacht. Wer gegen „Hasskommentare“ ist und selbst entscheiden möchte, was „Hass“ ist, muss automatisch auch Erdogan gegen Böhmermann recht geben.

Ich mag Hasskommentare, zum Beispiel: Ich hasse Antisemiten, korrupte Palästinenser-Führer und ihrer Groupies, besonders hierzulande, Rassisten, Gendersprech, Dummköpfe, Esoteriker und Verehrer höherer Wesen, die mir Vorschriften machen wollen, Veganer und viele(s) andere mehr. Darf ich das nicht? Soll ich weniger Gefühl zeigen? Mich (eventuell mit Komparativ) beherrschen?

Ach, da sind wir dann wieder bei der protestantischen Ethik und dem Prozess der Zivilisation. Usw..

[Update] Wer aus dem gefühlten common sense ausschert, wird bestraft.

Unseren täglichen Medienkonsum gib uns heute

Guanajuato

Guanajuato, Mexiko (1979) – und gar kein Zusammenhang mit dem unten Geschriebenen

Uruguay gewinnt gegen Philipp Morris. Ich habe mir, wenn es so bleibt, vorgenommen, bei meiner nächsten Riese nach Südamerika auch am Rio de la Plata vorbeizuschauen – und im Gran Chaco. Vielleicht von da aus nach Bolivien? Umgekehrt ging es – in Tarabuco standen morgens LKWs, die Mitfahrer nach Paraguay suchten.

Harald Martenstein schreibt über „rhetorische Ausweichmanöver“.

In der Taz schreiben „kritische Muslime“. Das ist für mich Bullshit. Wer höhere Wesen verehrt, ist nicht „kritisch“, sondern nicht satifaktionsfähig. Man kann mit Relgiösen nicht rational diskutieren – wie sollte das funktionieren?

Das neue Sexualstrafrecht sei Unsinn und verfassungswidrig, sagt eine Strafrechtlerin. Sehe ich auch so. Fehlende Normenklarheit. Sollte man wegklagen.

Telepolis über „Staatsverbrecher“. Auch lesenswert.

Sport (Vorsicht, Faceboook) ist immer gut. Leider bin ich nicht so gut wie die Dame.

Portraits of Native American Teenage Girls

Portraits of Native American Teenage Girls.

Wow. Man muss im Gegensatz dazu nur mal einen x-beliebigen Western ansehen, wie dort indianische Frauen dargestellt werden. Was mir noch auffällt: Die schauen alle normal aus, mit Würde, niemand hampelt herum, streckt die Zunge heraus oder zieht eine dämliche Grimasse, wie heute bei Selfies üblich.

Ich will Möpse sehen!

Möpse

Finden Menschen mit Menstruationshintergrund diese Werbung sexistisch? Ich nicht. In Kreuzberg wäre so etwas verboten, in Wilmersdorf (dort gesehen) sind Möpse noch erlaubt.

Building a Better Miscellaneous News Feed for You

Brille

Der Optiker meines Vertrauens hat mir gratis ein Detail meiner Brille repariert, wofür ich ihn hiermit ausdrücklich lobend erwähne. Andere Optiker in Laufnähe meiner Wohnung weigerten sich. Also weiß ich, wo ich eine neue kaufen würde, wenn es nötig wäre.

And now for something completely different.

Die Russen führen die Vorratsdatenspeicherung ein. (Gespräch mit Joerg Heidrich vom Computermagazin „c’t“)

Tilman Tarach: „Verantwortlich für den Mord an den drei israelischen Jugendlichen sind nicht nur die Mordbrenner der palästinensischen Hamas, sondern auch die westlichen Regierungen, auch die deutsche. Denn sie zahlen Hunderte von Millionen Euro jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), obwohl sie wissen (oder wissen sollten), dass ein Teil dieser Gelder gemäß dem palästinensischen Gefangenengesetz als Belohnung für Judenmord verwendet wird.“

Don Alphonso: „Aber ich kenne da ein paar Leute, so wie Berliner Autorinnen, die ihren Lebensunterhalt vor allem durch öffentliche Förderungen und mässig besuchte Lesungen staatlich finanzierter Institutionen bestreiten, weil ihre Bücher sich allein zu schlecht verkaufen – so wie diese Autorinnen auch Leute in London, Paris und Budapest kennen.“ (Hey, Don, ich mag sowas, und bitte die Namen gleich dazu!)

Einer der Attentäter von Istanbul stand auf der russischen Fahndungsliste, wurde aber 2012 von Österreich nicht ausgeliefert.

In Berlin gibt es jetzt eine Blockwart-App. Die wird sicher sehr beliebt werden.

Warum die Präsidentenwahl in Österreich wiederholt werden muss, analysiert die Fachpresse.

Ich schrieb im März: „Man kann auch sagen: Erdogan (auch nur eine Charaktermaske) hat sich in die Scheiße geritten. Das internationale Kapital ist bei Öl und Gas tendenziell gegen ihn.“. Ich hatte recht. Welt online: „Die Touristen bleiben aus, der IS wird aktiver. Der türkische Präsident gerät in die Defensive – und kann sich internationale Isolation nicht mehr leisten.“

Das Wichtigste zuletzt: Facebook kündigt an: „To help make sure you don’t miss the friends and family posts you are likely to care about, we put those posts toward the top of your News Feed.“ (Ein deutscher Kommentar: „Schlecht für Publisher: Neuer Facebook-Algorithmus stellt Posts von Freunden in den Fokus“.

Telepolis zu demselben Thema: „Für den News Feed werden neue Selektionsprinzipien [sic] eingeführt, der Nutzer soll nur sehen, was er angeblich wirklich will – und dabei auf Facebook bleiben“. Steht übrigens – ausführlich erläutert – schon bei Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. (Rezension in Arbeit)

Kreuzkölln

ankerklauseankerklause

Die „Ankerklause“ an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln, unten das Paul-Lincke-Ufer.

Berliner Zustände

Kreuzberg

Foto: Irgendwo in Berlin-Kreuzberg, morgens um 04.05 Uhr

Leseempfehlung: Harald Martenstein auf Zeit online über Berlin und Trump sowie über die Bulldogge Lenin und die Bezirksverordnete Martina Matischok-Yesilcimen [sic]. Lesenswert!

Islamischer Staat auf christlich

Telesur (Mexiko): „Jehovah’s Witnesses Destroy Ancient Indigenous Temple in Mexico“.

National befreite Zone Prenzlauer-Berg

Markus Lindemann schreibt auf Zeit online über „Neukölln“. Ich wohne ja auch in diesem Stadtteil, genauer: In Rixdorf, aber ich erkenne den Kiez nicht unbedingt wieder. Der Verwaltungsbezirk Neukölln umfasst so unterschiedliche „Dörfer“ und Mikrokosmen wie z. B. den Reuterkiez, das Rollberg-Viertel, Böhmisch-Rixdorf, Deutsch-Rixdorf (da wohne ich), Britz und Rudow, „Kreuzkölln“ – man muss schon genauer sagen, was man meint.

Ein Satz hat mir aber sehr gefallen: „In Vierteln wie Prenzlauer Berg sei eigentlich, wie ein Wohnungseigentümer mir während meiner Recherchen sagte, der rechtsradikale Traum der ’national befreiten Zone‘ wahr geworden. Rumänen, Türken, Araber müssten draußen bleiben.“

Fucking Moron

Wer lernen will, wie man auf Englisch gut beleidigt, sollte sich diese Tweets über Trump in Schottland ansehen.

Die Schlacht am Nolli

{Berlin:street} (neu in der Blogroll) berichtet über die „Schlacht am Nolli“ am 11. Juni 1982. (Ich kann mich noch daran erinnern.) Das waren noch Zeiten. Man sollte sich die heutigen Medien in Berlin vorstellen, wie die darüber geschrieben hätten.

Unfriending Censorship

nudity

Wir müssen etwas für die staatsbürgerliche Aufklärung tun:

„The content was the Wikipedia photo pf human anatomy showing a man and a woman in full frontal nudity. It is against Facebook’s guidelines about nudity.“ (Onlinecensorship.org is pleased to share our first report „Unfriending Censorship: Insights from four months of crowdsourced data on social media censorship.“) (via Pornoanwalt)

35 Ellis Island Immigration Photos That Capture American Diversity

All that is Interesting: „As a clerk at Ellis Island from 1892-1925, Augustus Sherman was in a unique position to document countless immigrants as they attempted to gain entrance into the United States. The untrained photographer had an undeniable natural talent: Even with bulky cameras and the time-consuming exposure process they required, Sherman was able to take more than 200 photos — of subjects typically detained for interrogation — that reveal as much about the subjects’ fears as they do the diverse reality of our national heritage“.

Wow. Just saying.

Miscellaneous, revisited

Bible

Warum liegt in Hotels eigentlich christliche Propaganda aus? (München 2003) Und warum nicht die Torah oder der Koran?

Ich habe wenig Zeit. Heute habe ich auf Welt online gelesen: „Die Hybris der Journalisten“. Einigen Thesen stimme ich zu, der Artikel geht aber nicht weit genug und ist auch nicht konsequent. Journalisten vertreten meistens den Standpunkt der Klasse, aus der sie stammen (darf in Deutschland so nicht gesagt werden- wegen freiwilliger ideologischer Selbstkontrolle). Journalisten sind also ab Werk ein opportunistischer Haufen – mit Ausnahmen. Das kann man bei Uwe Krüger: Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten nachlesen.

Noch besser und außergewöhnlich interessant ist Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. Das Buch werde ich demnächst ausführlich vorstellen. Leute, die vorhatten, Journalisten zu werden, kann das Buch aber zuverlässig davon abhalten. Absoluter Lesebefehl für alle, die „was mit Medien“ machen.

Auf meiner To-Do-Liste steht auch: Markus Schauer: Der Gallische Krieg: Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk zu besprechen. Schon gelesen, auf Empfehlung eines Freundes, aber ein komplizierter Fall.

Auf Film und Games: Ein Wechselspiel könnt ihr euch schon freuen. Grandios, teuer, aber das Geld wert.

Übrigens hat mich der letzte Absatz des Artikel bei Spiegel online zu einem besseren Menschen gemacht (Kommentar geklaut von Udo Vetter). Ich probiere das mal aus oder raune den Damen im Vorbeigehen etwas von Krav Maga und schutzbedürftigen Frauen zu. Har har.

Shit you know you dont know

shit

Hatemag schreibt über: „Warum das linke Abarbeiten am Partypatriotismus Blödsinn ist“.

Ja, full ack. Dazu sagt mein Hausphilosoph Georg Christoph Lichtenberg: „Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.“

Attn (u.a.) berichtet: „The Story of the Orlando Shooter Just Took an Unexpected Turn. Omar Mateen, the man behind the mass shooting at the gay nightclub Pulse that left 49 other people dead and 53 injured early Sunday morning, was reportedly a frequent visitor of the club, according to a report from Montreal news talk radio station CJAD 800“.

Das kommt davon, wenn man vor lauter Erregung gar nicht mehr recherchiert, sondern aus dem Bauch heraus vorgefertigte Textbausteine absondert.

Sex, Lügen und kein Video

Die Vorwürfe gegen Jacob Appelbaum fallen gerade in sich zusammen bzw. sind ein Rufmord. Schreiben die FAZ und die Frauen, mit denen er verkehrte (via Fefe).

Schland

Hey unverkrampfte Party-Patrioten habt ihr euch schon die Schland-Fahne ins Gesicht geschmiert? Ich zeige wie ihr euch noch schnell vorbereitet. (Vorsicht! Facebook! Via ZECKO – Antifaschistisches Lifestyle-Magazin)

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