Weder Reife noch können

“Berliner Hundehalter haben im Allgemeinen weder die Reife noch das Können, Hunde zu halten. Der durchschnittliche Berliner Hundehalter hat keine Ahnung, was er da eigentlich mit seinem Tier tut und er hat auch kein Interesse, daran irgendetwas zu ändern.” (Kiezneurotiker)

Das musste mal gesagt werden, vor allem die zweite Hälfte des Satzes.

Timeo Danaos et dona ferentes, Heinz!

Johannes Schneider dankt im Tagesspiegel dem (bald zurücktretenden) Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Seine Laudatio kann ich unterschreiben. Motto: Timeo Danaos et dona ferentes!

Durchs wilde Hadramaut

Wer etwas über die aktuelle Situation im Jemen wissen will, lese nicht deutsche Medien, sondern Al Jazeera:
An Al Jazeera correspondent in Aden said that the Southern Movement, a group which outrightly rejected rule by the Houthis, deployed its fighters to protect the port city from possible attack.

The group, which demands a return to the full independence of the southern region enjoyed from 1967 to 1990, had earlier raised the former flag of South Yemen over Aden’s airport and a security headquarters building.

Die gebildete ältere linksradikale Generation wird sich an die “sozialistische” Verfassung des Süd-Jemens der 70-er Jahre erinnern.

Lighting up your language!

taschenlampetaschenlampe

Ich habe mir eine aufladbare Canwelum LED Taschenlampe zugelegt. Als Schmankerl obendrauf gab es eine Anleitung, die mich herzlich lachen ließ. Die angebliche “Strict Quality Control” findet offenbar bei der Sprache nicht statt.

Ich bin beleidigt

charlie hebdo

Was ich noch sagen wollte: Meine atheistischen Gefühle werden immer dann provoziert und sehr beleidigt, wenn Verehrer höhere Wesen beleidigt sind, wenn man sich über ihre lächerlichen frommen Märchen lustig macht.

BTW: Je suis Burks

je suis

Homo homini Deus est oder: Allah, Jahwe, Gott gibt es nicht

MohammedDer Narr sagt in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott. (Psalm 14,1)

Der Weise sagt es der Welt.

“Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel steht, sondern der Mensch schuf (…) Gott nach seinem Bilde.” (Ludwig Feuerbach: Vorlesungen über das Wesen der Religion, Leipzig 1851, XX. Vorlesung)

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Compendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d’honneur (Ehrgefühl), ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.
(Karl Marx: Einleitung zu Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie; in: Deutsch-Französische Jahrbücher 1844, S. 71f, zitiert nach MEW, Bd. 1, S. 378-379)

Das musste jetzt gesagt werden. Übrigens: Religion raus aus den Schulen.

MH370 was ‘shot down by US military’, claims former French airline boss

Eine interessante Theorie verbreitet RT: “A former French airline CEO Marc Dugain claims that the US may have shot down Malaysian Airlines flight MH370 and then covered it up, adding to a rash of conflicting theories about the missing plane.”

Bevor die Bandera-Versteher jetzt aufheulen, RT sei doch Putins Propaganda-Sender: Die Story stammt von Paris Match.

Weihnachten neudeutsch

via >b’s weblog

Land of Ice

Demilked: “37 Photographic Proofs That Iceland Is A Miracle Of Nature”. Unglaubliche Fotos…

Miscellanouser Spaziergang

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Nach vier 12-Stunden-Nachtschichten in meinem anstrengenden Dritt|zweit|erstWie-auch-immer-Job fühlte ich mich beim Frühstück ein wenig platt. Aber es ist gut, die Realität immer wieder kennenzulernen, das einfache und auch weniger einfache Volk, das sich für viele Themen, die die abgehobene “Netzgemeinde” permanent abhandelt, nicht wirklich interessiert, weil man andere und oft existenzielle Sorgen hat. Its the economy, stupid, as usual. Nothing else. Der Rest ist nur Feuilleton.

Freie Zeit ist ein Privileg, das man erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man sie oft nicht hat.

Ich arbeite rund 180 Stunden monatlich als Security und mindestens noch mal genausoviel in meinem anderen Beruf, auch und vor allem an den Wochenenden. Ein Monat hat rund 720 Stunden, 240 Stunden Schlaf plus 360 Stunden Arbeit, da bleiben durchschnittlich vier Stunden am Tag für Einkaufen, Essen, Nichtstun, meine Hobbies pflegen wie Bloggen, Kampfsport, Joggen (zur Zeit leider sporadisch), Second Life, lesen (was andere schreiben), Kultur, Freunde, Online-Schach, Weiterbildung (das fucking manual von Calibre zum Beispiel). Zum Glück bin ich Single, ich wüßte gar nicht, wie ich das managen sollte (obwohl ich aus Prinzip ohnehin keine “Beziehungsgespräche” führe).

Auch ein Spaziergang bei denkbar bescheidenem (Regen, Wind, Kälte) Wetter über den Richardplatz kann angenehm sein. Man sieht hie und da Details, die zum Denken anregen.

Warum zum Teufel sollte ich übrigens in eine Buchhandlung gehen, die im Schaufenster “Gendermedizin” und “Vegan to go” anbietet? Da krieg ich ja spontan die Krätze. Dann doch lieber Amazon, obwohl ich natürlich weiß, dass dort ein heftiger Klassenkampf tobt, bei dem meine Sympathien eindeutig sind. (Sehr geehrte Gewerkschafts-FunktionärInn*%&§$en: Wer das Kapital auffordert, “fair” zu sein, kann auch gleich “faire” Löhne und Preise fordern oder “faire” Folter oder sonst irgendeinen hanebüchenen Quatsch. Marx hätte euch ordentlich und zu Recht durchgeprügelt.)

Jetzt muss ich noch eine Steuererklärung machen, Wäsche waschen, mehrere Rechnungen schreiben, eine komplizierte Oberfläche für ein Objekt in Second Life herstellen, das ich jemandem einem Avatar versprochen hatte, das Abendessen kochen (verflixt, ich bin gefühlt gerade erst aufgestanden und es ist schon wieder dunkel), nachschauen, warum auf einem meiner Rechner ein PGP-Key nicht gefunden wird, mich mit dem Android-Dateisystem so vertraut machen, dass ich EDS praktikabel benutzen und endlich ein Tutorial für E-Mail-Verschlüsselung auf Android-Smartphones und Tablets schreiben kann. Ich höre jetzt besser auf zu bloggen, sonst komme ich zu nichts mehr…

Bayern sollen auch zuhause Deutsch sprechen

Wer in Deutschland lebt, soll sich auch auf deutsch unterhalten – egal, wo er oder sie herkommt. Deshalb erwartet man von jedem Bayern, “dass er die deutsche Sprache lernt”. Für Bayern, die ohne genügende Sprachkenntnisse einreisen oder hier bleiben dürfen, bieten wir in Preußen Sprachförderung in allen Lebenslagen an.

Unter Phallometrikern

Pornoanwalt (RA Marko Dörre): “EuGH verbietet phallometrische Tests. Wer wegen seiner Homosexualität verfolgt wird, kann Asyl in der EU beantragen. Umstritten war bislang, wie weit Behörden bei der Überprüfung der sexuellen Orientierung gehen dürfen. Unter anderem waren phallometrische Tests vorgenommen worden.”

In einem aktuellen Bericht kritisiert die EU-Grundrechteagentur so genannte “phallometrische Tests” an Asylbewerbern in Tschechien. Bei diesen Tests werden Männern, denen eine Verfolgung wegen Homosexualität in ihrer Heimat droht, heterosexuelle Pornofilme gezeigt und ihnen dabei der Blutfluss zum Penis gemessen.

OMG. In welchem Absurdistan leben wir eigentlich?

You are leaving the american Sector

Berliner Mauer

Die Berliner Mauer Ende der 70-er Jahre. Ich kann mich nicht genau erinnern, wo das war. Ich vermute in Lichtenrade, nördlich des Mahlower Grenzgrabens.

Nudelmesse!

Tagesspiegel: “In Templin streiten sich verschiedene Kirchen mit der Satire-Religion des Spaghettimonsters. Die lädt offensiv zur ‘Nudelmesse”.”

In Templin wird das Fliegende Spaghettimonster, das auf dem Schild die weit verbreitete Darstellungsweise des eucharistischen Fischs mit Nudeln und Fleischklöpsen nachahmt, jeweils am Freitag um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in einem umgebauten Haus auf Rüdiger Weidas Grundstück angebetet.

Bruhahahahaha.

Auf dem Weg in die Altersarmut

Newsroom.de: “Gabriele Riedle ist langjährige Geo-Redakteurin. Wie andere Journalisten bei Gruner und Jahr wird auch sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Newsroom.de dokumentiert den bewegenden Brief von Gabriele Riedle an Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende des Hamburger Großverlags Gruner und Jahr, im vollen Wortlaut.” (Die taz hat auch was dazu.)

Und wie es überhaupt ist, in meinem Alter plötzlich vor dem Nichts zu stehen? Ohne Vermögen, ohne auch nur die allergeringsten Strukturen, Sicherheiten und Perspektiven, vollkommen auf sich alleine gestellt.

Don Alphonso schreibt ganz richtig: “Wer im Journalismus reich werden will, muss darin entweder reich heiraten, reich erben oder auf einen Managerposten kommen. Alle anderen sollten sich eben überlegen, ob sie sich diese Arbeit, verbunden mit den Privilegien, die man dort hat, wirklich leisten können.”

Sorgerecht und Dauerpartnerschaft

Das Bundesverfassungsgericht hat ein sehr interessantes Urteil zum Sorgerecht der Eltern gefällt und wann die Kinder den Eltern weggenommen werden dürfen, und gleichzeitig einige Sachverständige abgewatscht:

Im Sachverständigengutachten wird die verfassungsrechtlich gebotene Frage nach einer nachhaltigen Gefährdung des Kindeswohls weder explizit noch in der Sache gestellt. Stattdessen prüft es die Erziehungsfähigkeit der Eltern in einer Weise, die nicht geeignet ist, das rechtliche Merkmal der Kindeswohlgefahr in tatsächlicher Hinsicht aufzuklären. Als Kriterien zieht es unter anderem heran, ob die Eltern dem Kind vermittelten und vorlebten, dass es “sinnvoll und erstrebenswert ist, zunächst Leistung und Arbeit in einer Zeiteinheit zu verbringen, sich dabei mit anderen messen zu können und durch die Erbringung einer persönlichen Bestleistung ein Verhältnis zu sich selbst und damit ein Selbstwertgefühl aufbauen zu können”, ob die Eltern der “geistigen Entwicklung ihres Kindes größtmögliche Unterstützung und Hilfe zukommen lassen, damit die Kinder hier nach ihrem geistigen Vermögen auf eine persönliche Bestleistung hin gefördert werden und diese erbringen können” und ob die Eltern den Kindern ein “adäquates Verhältnis zu Dauerpartnerschaft und Liebe vorleben”.

Mit diesen Fragestellungen wird die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdeführers an einem Leitbild gemessen, das die von Art. 6 Abs. 2 und Abs. 3 GG geschützte primäre Erziehungszuständigkeit der Eltern verfehlt. Eltern müssen ihre Erziehungsfähigkeit nicht positiv “unter Beweis stellen”; vielmehr setzt eine Trennung von Eltern und Kind umgekehrt voraus, dass ein das Kind gravierend schädigendes Erziehungsversagen mit hinreichender Gewissheit feststeht.

Und immer an die Flagge denken!

wieder mal putin

Der Wassermann

Zeit online (ZEITmagazin) über einen Mann, der die Spree sauber bekommen will, so dass man wieder darin schwimmen kann. Lesenswert! (Via Thomas – Vorsicht: Facebook-Link!)

Er kämpft gegen Trägheit, Ignoranz und Mutlosigkeit, er kämpft mit technischem Sachverstand, Kreativität und mit einer geradezu manischen Leidenschaft. Sein Kampf führt ihn in die Niederungen der Berliner Politik, ins Dickicht der Behörden und in ferne Länder. Ralf Steeg ist ein Idealist im Kampf mit der Realität. (…) Was er erlebt hat, hat ihn sehr verletzt, aber auch noch widerspenstiger gemacht. “Ich bin oft undiplomatisch”, sagt er. “Aber ich will auch nicht beim diplomatischen Dienst der UN arbeiten. Es gibt Streite, die sollten zu Ende gefochten werden, bis einer verliert oder gewinnt.”

Offenbar ein sehr sympathischer Mensch mit einem ebenso sympathischen Lebensmotto, das mir irgendwie bekannt vorkommt.

Störungen

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