Helmut Markwort und Franck Ribérys Affären
Warum ein in Artikel über Franck Ribérys (by the way: wer ist das?) Affären nicht im “Focus” erscheinen konnte, steht hier.
Es bleibt etwas hängen (2. update)
Jetzt habe ich endlich eine ganz eigene Verschwörungstheorie. Kinderpornografie und Bombenbauanleitungen im Internet – so was kenn ich ja schon (auch als Vorwurf meiner dünnbrettbohrigen Feinde, um mich fertigzumachen). Hier ist laut Zeit Online eine neue Version: “Wikileaks-Gründer unter Vergewaltigungsverdacht”.
Verdacht. Darum geht es. Kachelmann stand “unter Verdacht”, und schon wollte man ihn aus der Firma drängen und aus seiner Wohnung. In den Medien heisst es dann: “Wirbel um”, “umstritten”, wurde verdächtigt”.
Ich bin auch “umstritten” und stand “unter Verdacht”. Als ich meine Akten durchlas, in denen es um den Vorwurf ging, ich hätte eine “Bombenbauanleitung” ins Internet gestellt, tauchten dort zahlreiche Anzeigen von Neonazis und ähnlichen Gesellen gegen mich auf – wegen “Beleidigung” usw.. Die waren zwar alle eingestellt worden, weil nichts dran war, aber so etwas verschwindet in Deutschland nicht und macht bei einem Richter, der sich den Quatsch dann nur flüchtig durchliest, einen “guten” Eindruck. Und auf so etwas spekulieren natürlich Staatsanwälte.
Es bleibt etwas hängen. Wie bei dem “riesigen Kinderporno-Skandal” oder bei anderen Luftnummern. Nicht nur die Medien, sondern natürlich auch die Rezipienten haben ein Gedächnis wie das einer Drosophila. Man muss heute Gegner nicht bekämpfen. Man muss ihnen nur etwas vorwerfen, das emotional besetzt ist. Ungefähr in dieser Reihenfolge: Kinderpornografie, Vergewaltigung, Bombenbauanleitung, Pornografie.
Wenn mir mal wenigstens jemand Blasphemie vorwerfen würde – das machte wenigstens Spaß. Oder virtuellen Drogenhandel – in Second Life etwa. A propos: Wenn ich meinen Artikel über Gor fertig habe, kommt das bestimmt auch noch – eine Anklage wegen Vergewaltigung eines Avatars. Einem deutschen Jugendschutzwart traue ich so gut wie alles zu.
Es bleibt schon etwas hängen, auch wenn die, die sich gegen einen “Verdacht” wehren müssen, unschuldig wie ein Osterlamm sind.
Ich freu mich schon auf die Kommentare im Heise-Forum zum Thema.
Update “Schwedens Justiz hat den Vergewaltigungs-Verdacht gegen Julian Assange zurückgenommen. Die Behörde hob am Samstagnachmittag den Haftbefehl gegen den 39-jährigen Australier wieder auf, der am Vorabend ausgestellt worden war. Behördensprecherin Eva Finné erklärte: ‘Es gibt für mich keinen Grund zu dem Verdacht mehr, dass er eine Vergewaltigung begangen hat.’” (Heise)
Wikileaks? Stand der Chef von Wikileaks nicht mal unter dem Verdacht, zwei Frauen vergewaltigt zu haben? Quod erat demonstrandum.
2. update: Stockholm News: “The 30-year-old woman said that she, for her part claims to be a victim of molestation, but not a rape.” Wer hat eigentlich den Vorwurf der “Vergewaltigung” in die Welt gebracht? Spiegel Offline? oder golem.de? Die beiden betroffenen Frauen jedenfalls nicht.
Truecrypt und der kurze Weg zum Superkriminellen
Jetzt schlägt es doch dem Fass den Boden in’s Gesicht. Via lawblog: ” Was waren die Gründe für den Staatsanwalt, von erhöhter krimineller Energie und konspirativem Vorgehen zu sprechen? Nun, es war festgestellt worden, dass mein Mandant auf seinem Rechner TOR nutzen kann. Außerdem hatte er Truecrypt installiert.”
Wer seine Haustär verschließt, ist kriminell, weil er es den hausdurchsuchenden Beamten schwer macht. Ich habe sogar ein Stangenschloss vor der Tür – ich bin superkriminell. Ich nutze auch Tor und Truecrpyt. Und ich verschlüssele wichtige E-Mails.
Ein hübscher Kommentar dort: “Nicht auszudenken, welches Strafmaß die Staatsanwaltschaft fordern würde, wenn er dann auch noch Linux / BSD / Hurd anstatt Windows/OSX verwendet hätte. Wahrscheinlich wäre laut der Anklage selbst ein Mac genug, um als subversiv zu gelten.”
Nur gut, dass dieses Urteil diesem DAU-Gericht in den höheren Instanzen um die Ohren gehauen werden wird.
Unter Sektenexperten
Ich werde immer hellhörig, wenn sich alle Medien im Gleichklang befinden (um das hässliche Wort “Gleichschaltung” zu vermeiden). Hamburg schließt seine Arbeitsgruppe Scientology. Das ist doch eine gute Nachricht: Der Staat hat sich aus Aberglauben, Verehrung höherer (”Gott”) und niederer Wesen (”L. Ron Hubbard“) herauszuhalten. Jeder Bürger hat das Recht, an Blödsinn zu glauben und anderere damit maßvoll zu belästigen (”Mission”).
Was lesen wir aber in deutschen Medien zum Fall der “Sektenjägerin” Ursula Caberta (Ex-SPD, Ex-WASG)? Sie müsse “aufgeben”, die “abservierte Sektenjägerin” (taz), ein “Riesenskandal” (Deutschlandradio),”Empörung bei der SPD und bei den Grünen” (Süddeutsche). Die üblichen medialen Beissreflexe der Gutmeinenden eben. Das Neue Deutschland: “Die LINKE-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke sieht nach der Entscheidung ‘freie Fahrt für Scientology’”. Ich frage mich,wer hier eigentlich irre ist…
Mir sind Leute, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, etwas mit Furor zu bekämpfen, immer ein Gräuel. Das erinnert mich an Saulus, der zum Paulus geworden und die Elche, deren größten Kritiker früher oder später selber welche waren – oder sind. Die taz schreibt ganz richtig: “Der Ton, in dem Caberta dieses Wissen vortrug, wurde jedoch immer schriller, ihre Auskünfte gingen mehr und mehr in Scientology-Beschimpfungen über.” Man kann “mutig und ausdauernd” (Hamburger Abendblatt) auch “verbohrt und fanatisch” nennen. Wo eigentlich ist da noch der Unterschied zwischen “Jäger” und “Gejagtem”?
Man muss sich nur Cabertas Amt genauer ansehen: “Die Oberste Landesjugendbehörde, genauer die ‘Oberste Landesjugendbehörde für den Jugendschutz bezüglich neuer und ideologischer Gemeinschaften und Psychogruppen’, trägt durch Beobachtung und Analyse dieser Gruppierungen zur Aufklärung der Öffentlichkeit über deren Aktivitäten bei.” Das ist so deutsch, deutscher geht es nicht. Eine unterste Landeserwachsenenbehörde für den Schutz der Rentner vor religiösem Wahn gibt es also nicht.
Caberte hat sich immer für ein Verbot der Psycho-Sekte Scientology ausgesprochen. Damit steht sie in einer Reihe mit ähnlichen Figuren wie Beckstein und anderen deutschen Innenministern: “Einschränkend sagte Körting jedoch, dass es bei dem Beschluss nicht primär um ein Verbot der Organisation gehe. Wichtig seien vor allem Prävention und Aufklärung.”
Zensur kostümiert sich also auch hier als “Jugendschutz” und “Aufklärung”. Aufklärung bedeutet in Deutschland: Verbot – der Staat bestimmt, was sittlich gefährdet. (By the way: gibt es eigentlich noch die Sittenpolizei? Da würde ich gern mal ein Volontariat machen.) Und das “Propagandaministerium” heisst natürlich “Ministerium für Wahrheit” und “Krieg” heißt “Friedenserzwingung”. Kennen wir alles schon.
Von E-Mail-Standorten, mythischen Hackern und Kampfjets
Spiegel offline (von DAUs auch Spiegel “Online” genannt) und Computer und die Berichterstattung dazu – das passt irgendwie nicht zusammen, Als Quelle der Heiterheit ist es jedoch immer gut. Heute, liebe Kinder, nehmen wir den Standort einer E-Mail durch (ja genau, ihr habt richtig gehört und auch im Internet-Unterricht aufgepasst – brav!) und die chinesische Lockheed Martin F-35 (ja, ein Kampfjet und fast genau so schnell wie eine E-Mail!).
“Spott über Polizei wird Bankräuber zum Verhängnis”, heisst es heute bei SpOff. “Nun schrieb der 19-Jährige in Hamburg eine Mail an Zeitungen und Polizei und machte sich über die Fahnder lustig – wohl ohne zu wissen, dass der Standort jedes Computers ermittelt werden kann. Vier Stunden später nahmen ihn Beamte auf der Reeperbahn in einem Internetcafé fest…”
Wissen wir eigentlich, was gemeint ist? Nicht wirklich. Also lesen wir gemeinsam: “E-Mail-Header lesen und verstehen, dort das Kapitel “III. E-Mail-Headerzeilen im einzelnen”, genauer: das Unterkapitel “b) “Received:”-Headerzeilen im einzelnen”.
Received: from mx3.gmx.example (qmailr@mx3.gmx.example [195.63.104.129]) Hier steht jetzt, von welchem Mailserver die E-Mail empfangen wurde. Das Format dieser Zeile ist leider nicht ganz einheitlich. Immer gilt: die Nummer in (eckigen) Klammern ist die unverwechselbare IP-Nummer des einliefernden Rechners – hier “195.63.104.129″. Außerdem ist angegeben, wie dieser sich vorgestellt hat (die Angabe aus dem HELO) – hier “qmailr@mx3.gmx.example”. Das hat unser Mailserver brav überprüft und festgestellt, daß die IP-Nummer tatsächlich zu “mx3.gmx.example” gehört. (…) Wenn HELO und Realität übereinstimmen, wird der HELO-Parameter manchmal gar nicht angegeben. Dann findet sich nur die IP-Nummer und der (als richtig festgestellte) Name des einliefernden Servers. Andererseits geben manche MTA nur den (möglicherweise gefälschten) HELO-Parameter und die (echte) IP-Nummer an, ohne den zugehörigen Namen nachzuschauen. Dann ist der angegebene Name gerade *nicht* wahr. Auch ist es möglich, daß die Reihenfolge der Angaben genau umgekehrt ist (zuerst HELO, dann tatsächliche Angabe). Schließlich – und am schlimmsten :-( – gibt es ältere MTAs, die noch an das Gute im Menschen glauben und außer dem (beliebig fälschbaren) HELO überhaupt nichts festhalten.
Alles klar? Puls und Atmung noch normal? Noch mal zum Mitschreiben: Die IP-Adresse ist nicht der Standort eines Computers, obwohl diejenigen, die an das Märchen der “Online-Durchsuchung” glauben, das anders sehen (möchten). Was könnte also passiert sein? Hat der doofe Bankräuber seine Webmail-Adresse (DAU-kompatibel: gmx, yahoo, google mail usw.) benutzt, um eine E-Mail an lka.7011@hamburg.de zu schreiben? (”Ihre Nachricht wird nur während der normalen Bürostunden gelesen.” Bankraub bitte nur während der normalen Bürostunden?) Nein, hat er nicht, dann müsste man die Pointe anders formulieren. Im Header der E-Mail wird also die IP-Adresse eines SMTP-Server gestanden haben, den man dem Internet-Café zuordnen konnte.
Was aber, wenn er ein Laptop und ein offenes WLAN benutzt hätte? Pustekuchen, mal abgesehen von denen, die wissen, wie man eine anonyme E-Mail schreibt. Der Standort eines jeden Computers kann keinesfalls so ermittelt werden. Der Satz ist schlicht grober Blödsinn.
Und jetzt zu etwas ganz Anderem.
Schön ist heute auch die Bildunterschrift einer Spiegel-Offline-Fotostrecke über die “F-35 “Lightning II”: “2009 stahlen Hacker große Mengen an geheimen Daten über das Flugzeug. In den USA wurde China verdächtigt.” Immer wenn das Wort “Hacker” in deutschen Medien auftaucht, muss man zwei Mal hinschauen und fragen: Ist das wirklich wahr? Oder wieder nur ein Hoax, ein modernes Märchen oder bewusste Volksverarschung?

Jetzt wird’s lustig – wo haben die das wieder abgeschrieben, ohne zu recherchieren? Wikipedia: “Im April 2009 kam es gemäß einem Bericht des Wall Street Journal zu einem Hackerangriff auf Daten des F-35 Projekts. Dabei wurden größere Mengen Daten aus Rechnern des US-Verteidigungsministeriums gestohlen. Laut Pentagon wurden dabei jedoch keine weitreichend sensiblen Daten kopiert.”
Die Suche nach dem ursprünglichen Tagesschau-Link führt zu Websites, die Verschwörungstheorien verbreiten, die pöhsen Chinesen stünden hinter allem und jedem Byte, das auf eine krumme Bahn gerät – also ungefähr das Niveau der antichinesischen Agitprop, die hierzulande ungefiltert in den Medien breit getreten wird.
In einem ForumGermanicum wird man fündig – dort steht noch die Tagesschau-Meldung von damals:
Unbekannte Computer-Hacker haben einem US-Zeitungsbericht zufolge das teuerste Waffenprojekt in der Geschichte des Pentagon geknackt. Die Täter hätten große Datenmengen aus den Rechnern des US-Verteidigungsministeriums kopiert, darunter auch Detailpläne des neuen Kampfflugzeugs F-35 Lightning II, berichtete das ‘Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungskreise. (…) Im Fall des Kampfjets steht der Zeitung zufolge noch nicht fest, wie groß der sicherheitstechnische und finanzielle Schaden ist. Eingedrungen seien die Cyberspione über Schwachstellen in den Netzwerken von zwei oder drei an dem Projekt beteiligten Unternehmen. Zwar hätten die Internetspione mehrere Terabyte an Daten über Design und Elektronik des Kampfflugzeugs abgegriffen. Das geheimste Material sei allerdings sicher geblieben. Es ist demnach auf Computern gespeichert, die nicht mit dem Internet verbunden sind. (…) Pentagon-Sprecher Bryan Whitman kommentierte den Bericht mit dem Hinweis, dass nach seinem Wissen keine sensiblen Daten geknackt worden seien.”
Unter Berufung auf Regierungskreise. Offenbar. Internetspione. Ein seriöses Medium hätte die Quelle verlinkt. “Computer Spies Breach Fighter-Jet Project”, titelte das Wall Street Journal (also nicht “einem US-Zeitungsbericht zufolge” – die Tageschau verschweigt sogar die Quelle und schämt sich noch nicht mal dafür.).
Die Datendiebe sind also in ein schlecht gesichertes Firmennetzwerk eingedrungen, das mit dem des Pentagon verbunden war. “Former U.S. officials say the attacks appear to have originated in China. However it can be extremely difficult to determine the true origin because it is easy to mask identities online. A Pentagon report issued last month said that the Chinese military has made ’steady progress’ in developing online-warfare techniques. China hopes its computer skills can help it compensate for an underdeveloped military, the report said.”
Es geht also nur darum, die eigene Schlamperei, das Netzwerk betreffend, als chinesischen “Hacker”-Angriff auszugeben. Nichts Genaues weiß man ohnehin nicht, weil die Journalisten von “ehemaligen” Angestellten des US-Verteidiungsministeriums gebrieft wurden. Da die Chinesen immer besser und immer böser würden, brauchten die Militärs jetzt mehr Geld – das soll dem Leser suggeriert werden.
Ich glaube wieder mal kein Wort von dem, was in der Zeitung steht, noch nicht mal den Bildunterschriften bei Spiegel offline.
Wer macht mit? – Panoramafreiheit – “Resthäuser” Fotografieren
Wer macht mit?: “Dies ist eine erste Sammlung von “Aktivisten. Wenn google streetview startet, werden wir die ‘fehlenden’ Häuser unter Inanspruchnahme unseres Rechts (§ 59 UrhG, sowie das Urteil des BGH vom 9. März 1989, Az.: I ZR 54/87) auf freie Fotografie unter Creative Commons veröffentlichen und geotaggen.”
Winston Churchill über Blogger
“Nur Strohköpfe schreiben nicht für Geld”, hat Winston Chruchill laut Spiegel offline gesagt. Diese Zitate lese ich mit großem Vergnügen. Churchill wollte Bayern den Österreichern zuschlagen!? Welcher Idiot hat ihn eigentlich daran gehindert?
Wo ist das?
Blackbarry-Sperre in Deutschland
Deutschland und der Blackbarry-Hersteller RAM sollen sich im Prinzip einig sein, wie die Blockade bestimmter Handydienste vermieden werden kann. Aus Berliner Regierungskreisen heißt es, das Unternehmen werde einen Server im Land installieren und damit eine staatliche Datenüberwachung ermöglichen.
Hamburg – Die gemeinsame Kommunikation ist noch verbesserungswürdig. Aus Kreisen der Bundesinternetzagentur, der staatlichen Aufsichtsbehörde für Zensur und Telekommunikation Deutschlands, verlautete am Samstag, der italienische Smartphone-Hersteller Research and Motion (RAM) stehe kurz vor einer Einigung mit den deutschen Sicherheitsbehörden.
Deutschland hatte im Hinblick auf die Sicherheitsstandards von Blackbarry Bedenken angemeldet. Dabei geht es vor allem um Internetfunktionen wie Messenger und E-Mail. Weil die Daten verschlüsselt übertragen und über Server im Ausland versendet werden, ist die Kommunikation mit den Geräten der staatlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Deutschland fürchtet nach eigener Aussage, dass die Dienste von Extremisten, Internet-Bombenbauern und Pädophilen genutzt werden könnten, um ungestört zu kommunizieren.
Laut einem Bericht des TV-Senders WNDR vom Samstag sollen die Behörden künftig bedingt Einblicke in die versandten Daten erhalten und sich dabei an den Datenschutzrichtlinien Googles orientieren. RAM beabsichtigte, einen Server in Deutschland zu installieren, sagte ein Vertreter des Bundestagsausschusses für Kommunikation und Informationstechnologie, Christian Schwarz-Schilling. Dies ermögliche dem BND, dem BKA, dem Verfassungsschutz und den befreundeten Geheimdiensten der Europäischen Union und in den USA, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeite, den Datenverkehr zu überwachen, etwa bei der Terrorfahndung.
Offiziell ist die Vereinbarung noch nicht, auch von Seiten der Firma RAM äußerte sich zunächst niemand zum Stand der Verhandlungen.
Wer einen Blackbarry nutzt, dessen Mails und Telefonate werden auf dem Gerät verschlüsselt und dann über die in Italien stehenden Server von RAM weitergeleitet. Daher gelten sie als relativ abhörsicher, was jedoch verschiedenen Ländern nicht passt. Könnten doch, so die Argumentation, sich Kriminelle, Kinderschänder und Terroristen der Geräte bedienen, um sich einer Verfolgung zu entziehen. Neben Deutschland haben daher wohl auch China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libanon, Algerien, Saudi-Arabien, Lybien, Nordkorea und Russland angedroht, Blackbarrys zu sperren, sollte RAM sich nicht ausspähen lassen.
Die Gespenster des Krieges
“The Ghosts of World War II’s Past -Taking old World War II photos, Russian photographer Sergey Larenkov carefully photoshops them over more recent shots to make the past come alive. Not only do we get to experience places like Berlin, Prague, and Vienna in ways we could have never imagined, more importantly, we are able to appreciate our shared history in a whole new and unbelievably meaningful way.” (via Fefe)
Sehr interessante Fotomontagen – Kunst vom Feinsten.
Männer und Frauen sind gleichberechtigt
Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung des Sorgerechts für unverheiratete Väter für verfassungswidrig erklärt. Aber nicht ganz freiwillig: Es setzte damit ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Dezember 2009 um.
“Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, spielen verletzter Stolz, gekränkte Eitelkeiten und enttäuschte Gefühle eine große Rolle. Es wird juristisches Geschütz aufgefahren, um es dem anderen heim zu zahlen, um Wiedergutmachung zu erlangen. Nicht selten werden Kinder dann zur Verhandlungsmasse eines Machtkampfes der Eltern”, schreibt Spiegel Offline. (Wäre ja noch schöner, Spiegel Offline, wenn die LeserInnen das Urteil im Original lesen könnten! Deswegen dürft ihr Pappnasen das keinesfalls verlinken!) Ja, damit kenne ich mich auch aus. Zum Glück waren nie Kinder im Spiel.
Da bin ich aber mal gespannt, was Emma dazu sagt. “Ich finde das Urteil, auch gerade aus feministischer Sicht, begruessenswert. Gleiche Rechte und gleiche Pflichten halte ich fuer eine zentrale feministische Forderung”, heisst es dort im Forum. Aha. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch auch gesagt: “Zum anderen ist nach durchgeführten Befragungen von Institutionen und Experten davon auszugehen, dass in nicht unbeträchtlicher Zahl Mütter allein deshalb die Zustimmung zur gemeinsamen Sorge verweigern, weil sie ihr angestammtes Sorgerecht nicht mit dem Vater ihres Kindes teilen wollen.” Und warum ist das so? Darüber würde ich gern etwas in der Emma lesen. Werde ich aber nie. Eine Vereinszeitung eben, wie Gremliza richtig sagte.
Man muss das aktuelle Urteil genau lesen: “Bereits im Jahr 2003 wies das Bundesverfassungsgericht darauf hin, dass § 1626a Abs. 1 Nr. 1 BGB sich dann als unvereinbar mit dem Elternrecht des Vaters aus Art. 6 Abs. 2 GG erweisen würde, wenn sich herausstellen sollte, dass es – entgegen der Annahme des Gesetzgebers – in größerer Anzahl aus Gründen, die nicht vom Kindeswohl getragen sind, nicht zur gemeinsamen Sorgetragung von Eltern nichtehelicher Kinder kommt (BVerfGE 107, 150 ff.). Dem Gesetzgeber wurde ein entsprechender Prüfungsauftrag erteilt.”
Vor siehen Jahren haben die der “Politik” die Hausausgabe gestellt nachzuprüfen, ob das damals aktuelle Recht der Realität entspräche. Und was ist geschehen? Natürlich nichts.
Love Parade 2011
So kriminell ist ihr Stadtteil
Exekutiert Drogenhändler!
“Bei einem Gefecht mit Soldaten ist “Nacho” Coronel erschossen worden. Er war einer der Anführer des mächtigen Sinaloa-Kartells. Ein wichtiger Erfolg für die Regierung” lesen wir bei Spiegel Offline. Focus Offline nennt die Liquidation eine “Erfolgsmeldung”. N-TV formuliert: “gelang der Schlag gegen die organisierte Kriminalität”.
Wenn man jemanden erschießt, der mit illegalen Substanzen handelt, ist das also eine Erfolg versprechende Methode, den “Krieg gegen Drogen” zu gewinnen und muss in deutschen Medien gefeiert werden? Lesen wir doch mal hier nach: “Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Repression harter Drogen durch Polizei und Gerichte kaum einen Effekt auf die Drogenproduktion hat. Ebenfalls konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass eine Bekämpfung des Drogenangebots irgendeine positive Auswirkung auf die Beschaffungskriminalität hätte. Der Report berichtet, dass eine Angebotsreduktion, wenn sie denn signifikant wäre, letztlich nur die Preise steigen ließe mit der Folge, dass die Drogenkriminalität noch zunimmt, da die Süchtigen mehr für ihre Drogen zahlen müssen und den Drogenbaronen höhere Profite winken.”
Man erhält den Eindruck, dass die deutsche Mainstream-Journaille ein Gedächnis hat wie eine Drosophila. Es müsste sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass der “War on Drugs”, wie ihn die Vertreter der Prohibition 2.0 propagieren, nicht zu gewinnen ist. Wer auch nur ein Milligramm Verstand im Gehirn hat, dürfte die Exekution eines “Drogenbarons” (wieso eigentlich “Baron”, Focus?) nicht als “Erfolg” verbuchen – oder müsste die – zumindest einstweilige – Erschießung der Drogenhändler auch hierzulande fordern. Es ist auch kein “Schlag” gegen die organisierte Kriminalität gelungen, weil der “Baron” in nullkommanix durch seinen Nachfolger ersetzt werden wird.
Wie ich schon irgendwo und irgendwann sagte: Mainstream-Medien heisst, das gesunde Volksempfinden als Journalismus auszugeben und dumpf und unkritisch alles nachzuplappern, was andere auch schreiben.
Kachelmann zum noch nicht Letzten
Eine schöne (Verschwörungs-)Theorie zum Thema Kachelmann findet sich auf dem Ritaevaneeser’s Blog: “Ist nicht ein Richter, der gegenüber der Presse folgende Aussage macht: ‘Ich kenne weder den Vater, noch das Opfer. Es gibt keine Nähe zwischen uns.’ – also nicht vom mutmasslichen (vermutlichen, eventuellen, möglicherweisen, angeblichen) Opfer spricht – nicht ohnedies befangen…”
Früher ging alles ruhiger zu
Nun gut. Ich reg mich nicht darüber auf, dass die Bundeskanzlerin den Unterschied zwischen Internet und World Wide Web nicht kennt. Damit ist sie nicht allein, sondern weiß soviel vom Netz aller Netze wie 99 Prozent der deutschen Bevölkerung. Jetzt aber im Originalton laut Heise: “Vor allem junge Menschen informierten sich ‘ausschließlich über das Internet’ (…) Merkels Erinnerung an früher: ‘Es ging alles ruhiger zu. Die Menschen unterhielten sich morgens am Arbeitsplatz über die gleichen Themen.’”
Man fragt sich natürlich, wer das, worüber und womit sich diese jungen Leute (wie ich) informieren, dort hineingestellt hat? Die Blogger? Oder prüfen und recherchieren die jungen Leute womöglich selbst nach, was sie in den Mainstream-Medien für Märchen und Falschinformationen vorgesetzt bekommen?
Und nun zu uns, Ossis! Dass es im Beitrittsgebiet früher “ruhiger” zuging, das glaub ich gern! Es gab nicht nur manchmal kein Klopapier und keine Bananen, sonder auch die Teilchen sausten in ihren gar nicht vorhandenen Teilchenbeschleunigern ziemlich lautlos herum, so dass Physiker wie Frau Merkel sich ganz entspannt zurücklehnen konnten. Natürlich unterhielt man sich auch über weniger Themen: Es gab ja nur zwei Fernsehprogramme!
Wirklich zu dumm, dass es dieses Internet gibt. Ist ja kein Zufall, dass es nicht die Deutschen erfunden haben, sondern die US-Amerikaner. Das ist auch gut so. Wenn die Deutschen das Internet erfunden hätten, gäbe eine keine paketorientierte Datenübertragung sondern einen behördlich kontrollierten Zentralrechner, der Frontalunterricht machte – wie die Glotze eben. Man kann nicht zurücksenden. Und das ist wirklich sehr schade.
Der Kommentar in Zeit Online zum Thema hat mir gefallen.
Wie BP “professionell” Fotos fälscht
Wie BP “professionell” Fotos fälscht, zeigt John Aravosis auf seinem Blog. Wie doof muss man eigentlich sein, um bei BP in der Presseabteilung anheuern zu können? Aber natürlich hat wieder ein Blogger den Betrug entdeckt, die Mainstream-Medien haben wie gewohnt gepennt. Bruhahaha.
Die Gewaltorgie zum Sonntag – Heranwachsende bitte wegsehen!
Bahn hoffte auf neue Eiszeit
“Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden.” (Georg Brunnhuber, Sonderbeauftragter Bahnchef Rüdiger Grubes, zuständig für Beratung und politische Kommunikation, laut stern.de)
Screenshot: Climatic Research Unit
Hurra! Pornografieverbot im Internet! [Update]
Hurra! Darauf haben wir alle gewartet! Man sieht jubelnde und Winkelemente schwingende Jugendschutzwarte auf Deutschlands Straßen, die Kirchen lassen alle Glocken läuten und im Kölner Dom wird eine spontane Dankesmesse gelesen.
Die Junge Union Berlin fordert: “Stoppt die Generation Porno! Wir fordern ein Pornografieverbot im Internet! (…) Anstatt mit aller Macht nach technischen Lösungen für die Eindämmung der Pornografie zu suchen, wird über die Meinungsfreiheit und Zensurfragen philosophiert.“ Zu dumm aber auch, dass es diese Meinungsfreiheit gibt und man auch nicht so einfach Zensur fordern darf. Das kommt (noch) nicht so gut.
By the way: Ist Alice Schwarzer eigentlich schon in die CDU eingetreten?
[Update I] Interview mit Conrad Clemens von der Jungen Union (via netzpolitik.org): “In dem Interview wird auch deutlich, dass Clemens Conrad auf den Zug aufspringen wollte, der heute durch den unkritischen Welt-Artikel über eine ‘Studie’ des BKA entstanden ist. (Diese scheint wiederum keine wirkliche Studie zu sein, sondern eine Präsentation, die BKA-Präsident Ziercke vergangene Woche vor den Regierungsfraktionen gehalten hat. Wenn das stimmt, sollte sich die Welt-Redaktion fragen, warum man hier im Qualitätsjournalismus aus einer Präsentation eine Studie machte.)”
[Update II] Dazu golem.de: “Von einer Studie könne keine Rede sein, heißt es von Seiten des Bundesjustizministeriums. Die Zahlen stammen vielmehr aus den Monatsstatistiken des BKA, die nur den Zeitraum von Januar bis Mai 2010 abdeckten. Repräsentativ seien diese Zahlen nicht.”
Bei welt.de kann man nur noch von “Schweinejournalismus” sprechen.
[Update III] ODEM.blog: “Das BKA und das Löschen”


















