Land of Ice

Demilked: “37 Photographic Proofs That Iceland Is A Miracle Of Nature”. Unglaubliche Fotos…

Miscellanouser Spaziergang

rixdorfrixdorfrixdorfrixdorfrixdorfrixdorf

Nach vier 12-Stunden-Nachtschichten in meinem anstrengenden Dritt|zweit|erstWie-auch-immer-Job fühlte ich mich beim Frühstück ein wenig platt. Aber es ist gut, die Realität immer wieder kennenzulernen, das einfache und auch weniger einfache Volk, das sich für viele Themen, die die abgehobene “Netzgemeinde” permanent abhandelt, nicht wirklich interessiert, weil man andere und oft existenzielle Sorgen hat. Its the economy, stupid, as usual. Nothing else. Der Rest ist nur Feuilleton.

Freie Zeit ist ein Privileg, das man erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man sie oft nicht hat.

Ich arbeite rund 180 Stunden monatlich als Security und mindestens noch mal genausoviel in meinem anderen Beruf, auch und vor allem an den Wochenenden. Ein Monat hat rund 720 Stunden, 240 Stunden Schlaf plus 360 Stunden Arbeit, da bleiben durchschnittlich vier Stunden am Tag für Einkaufen, Essen, Nichtstun, meine Hobbies pflegen wie Bloggen, Kampfsport, Joggen (zur Zeit leider sporadisch), Second Life, lesen (was andere schreiben), Kultur, Freunde, Online-Schach, Weiterbildung (das fucking manual von Calibre zum Beispiel). Zum Glück bin ich Single, ich wüßte gar nicht, wie ich das managen sollte (obwohl ich aus Prinzip ohnehin keine “Beziehungsgespräche” führe).

Auch ein Spaziergang bei denkbar bescheidenem (Regen, Wind, Kälte) Wetter über den Richardplatz kann angenehm sein. Man sieht hie und da Details, die zum Denken anregen.

Warum zum Teufel sollte ich übrigens in eine Buchhandlung gehen, die im Schaufenster “Gendermedizin” und “Vegan to go” anbietet? Da krieg ich ja spontan die Krätze. Dann doch lieber Amazon, obwohl ich natürlich weiß, dass dort ein heftiger Klassenkampf tobt, bei dem meine Sympathien eindeutig sind. (Sehr geehrte Gewerkschafts-FunktionärInn*%&§$en: Wer das Kapital auffordert, “fair” zu sein, kann auch gleich “faire” Löhne und Preise fordern oder “faire” Folter oder sonst irgendeinen hanebüchenen Quatsch. Marx hätte euch ordentlich und zu Recht durchgeprügelt.)

Jetzt muss ich noch eine Steuererklärung machen, Wäsche waschen, mehrere Rechnungen schreiben, eine komplizierte Oberfläche für ein Objekt in Second Life herstellen, das ich jemandem einem Avatar versprochen hatte, das Abendessen kochen (verflixt, ich bin gefühlt gerade erst aufgestanden und es ist schon wieder dunkel), nachschauen, warum auf einem meiner Rechner ein PGP-Key nicht gefunden wird, mich mit dem Android-Dateisystem so vertraut machen, dass ich EDS praktikabel benutzen und endlich ein Tutorial für E-Mail-Verschlüsselung auf Android-Smartphones und Tablets schreiben kann. Ich höre jetzt besser auf zu bloggen, sonst komme ich zu nichts mehr…

Bayern sollen auch zuhause Deutsch sprechen

Wer in Deutschland lebt, soll sich auch auf deutsch unterhalten – egal, wo er oder sie herkommt. Deshalb erwartet man von jedem Bayern, “dass er die deutsche Sprache lernt”. Für Bayern, die ohne genügende Sprachkenntnisse einreisen oder hier bleiben dürfen, bieten wir in Preußen Sprachförderung in allen Lebenslagen an.

Unter Phallometrikern

Pornoanwalt (RA Marko Dörre): “EuGH verbietet phallometrische Tests. Wer wegen seiner Homosexualität verfolgt wird, kann Asyl in der EU beantragen. Umstritten war bislang, wie weit Behörden bei der Überprüfung der sexuellen Orientierung gehen dürfen. Unter anderem waren phallometrische Tests vorgenommen worden.”

In einem aktuellen Bericht kritisiert die EU-Grundrechteagentur so genannte “phallometrische Tests” an Asylbewerbern in Tschechien. Bei diesen Tests werden Männern, denen eine Verfolgung wegen Homosexualität in ihrer Heimat droht, heterosexuelle Pornofilme gezeigt und ihnen dabei der Blutfluss zum Penis gemessen.

OMG. In welchem Absurdistan leben wir eigentlich?

You are leaving the american Sector

Berliner Mauer

Die Berliner Mauer Ende der 70-er Jahre. Ich kann mich nicht genau erinnern, wo das war. Ich vermute in Lichtenrade, nördlich des Mahlower Grenzgrabens.

Nudelmesse!

Tagesspiegel: “In Templin streiten sich verschiedene Kirchen mit der Satire-Religion des Spaghettimonsters. Die lädt offensiv zur ‘Nudelmesse”.”

In Templin wird das Fliegende Spaghettimonster, das auf dem Schild die weit verbreitete Darstellungsweise des eucharistischen Fischs mit Nudeln und Fleischklöpsen nachahmt, jeweils am Freitag um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in einem umgebauten Haus auf Rüdiger Weidas Grundstück angebetet.

Bruhahahahaha.

Auf dem Weg in die Altersarmut

Newsroom.de: “Gabriele Riedle ist langjährige Geo-Redakteurin. Wie andere Journalisten bei Gruner und Jahr wird auch sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Newsroom.de dokumentiert den bewegenden Brief von Gabriele Riedle an Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende des Hamburger Großverlags Gruner und Jahr, im vollen Wortlaut.” (Die taz hat auch was dazu.)

Und wie es überhaupt ist, in meinem Alter plötzlich vor dem Nichts zu stehen? Ohne Vermögen, ohne auch nur die allergeringsten Strukturen, Sicherheiten und Perspektiven, vollkommen auf sich alleine gestellt.

Don Alphonso schreibt ganz richtig: “Wer im Journalismus reich werden will, muss darin entweder reich heiraten, reich erben oder auf einen Managerposten kommen. Alle anderen sollten sich eben überlegen, ob sie sich diese Arbeit, verbunden mit den Privilegien, die man dort hat, wirklich leisten können.”

Sorgerecht und Dauerpartnerschaft

Das Bundesverfassungsgericht hat ein sehr interessantes Urteil zum Sorgerecht der Eltern gefällt und wann die Kinder den Eltern weggenommen werden dürfen, und gleichzeitig einige Sachverständige abgewatscht:

Im Sachverständigengutachten wird die verfassungsrechtlich gebotene Frage nach einer nachhaltigen Gefährdung des Kindeswohls weder explizit noch in der Sache gestellt. Stattdessen prüft es die Erziehungsfähigkeit der Eltern in einer Weise, die nicht geeignet ist, das rechtliche Merkmal der Kindeswohlgefahr in tatsächlicher Hinsicht aufzuklären. Als Kriterien zieht es unter anderem heran, ob die Eltern dem Kind vermittelten und vorlebten, dass es “sinnvoll und erstrebenswert ist, zunächst Leistung und Arbeit in einer Zeiteinheit zu verbringen, sich dabei mit anderen messen zu können und durch die Erbringung einer persönlichen Bestleistung ein Verhältnis zu sich selbst und damit ein Selbstwertgefühl aufbauen zu können”, ob die Eltern der “geistigen Entwicklung ihres Kindes größtmögliche Unterstützung und Hilfe zukommen lassen, damit die Kinder hier nach ihrem geistigen Vermögen auf eine persönliche Bestleistung hin gefördert werden und diese erbringen können” und ob die Eltern den Kindern ein “adäquates Verhältnis zu Dauerpartnerschaft und Liebe vorleben”.

Mit diesen Fragestellungen wird die Erziehungsfähigkeit des Beschwerdeführers an einem Leitbild gemessen, das die von Art. 6 Abs. 2 und Abs. 3 GG geschützte primäre Erziehungszuständigkeit der Eltern verfehlt. Eltern müssen ihre Erziehungsfähigkeit nicht positiv “unter Beweis stellen”; vielmehr setzt eine Trennung von Eltern und Kind umgekehrt voraus, dass ein das Kind gravierend schädigendes Erziehungsversagen mit hinreichender Gewissheit feststeht.

Und immer an die Flagge denken!

wieder mal putin

Der Wassermann

Zeit online (ZEITmagazin) über einen Mann, der die Spree sauber bekommen will, so dass man wieder darin schwimmen kann. Lesenswert! (Via Thomas – Vorsicht: Facebook-Link!)

Er kämpft gegen Trägheit, Ignoranz und Mutlosigkeit, er kämpft mit technischem Sachverstand, Kreativität und mit einer geradezu manischen Leidenschaft. Sein Kampf führt ihn in die Niederungen der Berliner Politik, ins Dickicht der Behörden und in ferne Länder. Ralf Steeg ist ein Idealist im Kampf mit der Realität. (…) Was er erlebt hat, hat ihn sehr verletzt, aber auch noch widerspenstiger gemacht. “Ich bin oft undiplomatisch”, sagt er. “Aber ich will auch nicht beim diplomatischen Dienst der UN arbeiten. Es gibt Streite, die sollten zu Ende gefochten werden, bis einer verliert oder gewinnt.”

Offenbar ein sehr sympathischer Mensch mit einem ebenso sympathischen Lebensmotto, das mir irgendwie bekannt vorkommt.

Störungen

Störungen

SPD will was

Neues Deutschland: SPD-Linke will wieder treibende Kraft werden. Weitere Meldungen: Deutsche Fleischereien möchten in Zukunft mehr vegane Produkte anbieten. – Verein deutscher Schneckenfreunde will Hochgeschwindigkeitsrennen ausrichten. – DDR will größten Microchip der Welt herstellen. (1988) – CDU will künftig mehr für Sozialismus werben.

Gebäude an Verbundsteinen

Das Gebäude liegt mit seiner Seitenfront an einer Strasse, die nach einer Subkultur einem Berliner Fluss benannt ist. Wer hat es erbaut (natürlich die Maurer) entworfen? Der Stadtteil ist übrigens sehr interessant, da würde ich eventuell auch wohnen wollen.

Beachtet, liebe wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, die Verbundsteine auf dem Bürgersteig davor (sie sind leider nicht zu sehen). Die habe ich höchstselbst in den 70-er Jahren im Akkord gepflastert, als ich mein Studium in den Semesterferien im Straßenbau verdient habe. So etwas vergisst man nicht.

Die Russen waren die ersten

Think More Betterer und Bellingcat haben das Foto untersucht, das russische Medien als Beweis dafür anführen, dass Malaysia-Airlines-Flug 17 durch einen Kampfjet abgeschossen worden sei. Fazit: ein Fake.

Die Welt von vorgestern: “Russische Blogger enttarnen MH17-Bild als Fälschung”.

Das Posting des russischen Blogs ist vom 14.11., alle anderen haben wohl dort abgeschrieben.

Unter Schutzgelderpressern

Pornoanwalt: “Im dritten Entwurf zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages findet sich eine interessante Regelung: Gemäß § 24 III JMStV sollen Internetanbieter, die sich an der “Finanzierung von Jugendschutzprogrammen” beteiligen, von der Verfolgung durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) verschont werden. Entsprechend könnten Rechtsverstöße, bei denen Bußgelder bis 500.000 Euro drohen, straflos bleiben, wenn die Internetanbieter sich regelmäßig abkassieren lassen.”

Mir sind “Jugendschützer” total suspekt – in jeder Hinsicht, wenn sie nicht ohnehin nur die Zensur als “Jugendschutz” kostümieren. “Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.”

Wichtiges Kriterium für gute Polizeiarbeit

Spiegel: “Die Beamten der Polizei-Inspektion Ostbahnhof sollen willkürlich eine Vielzahl von Strafanzeigen geschrieben haben, um schneller befördert zu werden. (…) Den Anstoß zu den Taten lieferte laut einem Beschuldigten eine Zielvorgabe der zuständigen Bundespolizeidirektion Berlin. Darin wurde die Zahl der Fahndungstreffer zum wichtigen Kriterium für gute Polizeiarbeit erklärt.”

Hochbahn

ubahn

…und nur Berliner wissen, wo das ist.

Selfie

selfie

Skyline von [bitte selbst ausfüllen]

skyline

Die Hölle in Berlin

Lesenswerte Reportage von Julia Prosinger im Tagesspiegel über die Situation der Einwanderer (nein, ich schreibe nicht Flüchtlinge, weil das die Situation nicht korrekt und neutral beschreibt) in Kreuzberg. Ein Leser kommentiert ganz richtig: “…geeignet sich eine eigene Meinung zu bilden! Meine Schlussfolgerung lautet: Das ist ein Blick in die Hölle, Monrovia in Berlin.”

Die Kollegin Prosinger schreibt genau so, wie man es machen sollte.

Man könnte auch zum Vergleich die Situation im Libanon anschauen: 4.516.100 Einwohner, 1 Million Flüchtlinge.

Older entries