Konsumtempel des Ostens

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Arsch auf Eimer

Spiegel Online: “Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, ist in die freie [Gibt es eigentlich auch eine unfreie Wirtschaft? B.S.] Wirtschaft gewechselt. Seit Anfang Februar berät er die Deutsche Bank freiberuflich bei der Analyse globaler Risiken.”

Was war noch Mal der Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten?

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Bei Fefe lese ich: “Die Chinesen haben anscheinend Hinrichtungs-Quotas, um ihre Nachfrage nach Organen für Transplantationen zu befriedigen.” (“Beijing’s ‘New Frontier’ is ground zero for the organ harvesting of political prisoners.”)

Da schauen wir natürlich die Quelle genauer an. Es handelt sich um The Weekly Standard, “ein politisches Wochenmagazin in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es gilt als bedeutendes Sprachrohr des Neokonservatismus in den USA. (…) Die leitenden Redakteure sind William Kristol, Gründer des Magazins und Vorsitzender des Project for the New American Century, sowie Fred Barnes. (…) Das Magazin wurde 1995 gegründet und gehört seitdem zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation.”

Das PNAC war inner- und außerhalb der USA umstritten. Kritiker argwöhnten, die Denkfabrik verfolge zum Nachteil anderer Staaten rein US-amerikanische Interessen und strebe eine Vorherrschaft der USA in der Weltpolitik an (Pax Americana) – und betreibe dafür umfangreiche Lobby-Arbeit unter Politikern. (…) Die meisten der Ideen und Mitglieder des PNAC standen mit der politischen Schule des Neokonservativismus in Verbindung. Einer der wichtigsten Protagonisten der Denkfabrik war lange Zeit sein Mitbegründer Richard Perle.(…). Das PNAC bildete einen Teil eines weitreichenden neokonservativen Netzwerks von Denkfabriken, Medien, Bildungseinrichtungen, Stiftungen und Werbe- bzw. PR-Agenturen.

Also noch mal zum Mitschreiben: Die Quelle für die von Fefe übersetzte These, “dass sie manchmal bei Hinrichtungen kein Gift spritzen, sondern ein gerinnungshemmendes Mittel, und die politischen Gefangenen dann bei lebendigem Leib um ihre Organe erleichtern”, ist also “The Weekly Standard”, dessen leitender Redakteur Fred Barnes für die PNAC arbeitet. Soso.

Wer das als seriöse Quelle nimmt, muss auch die hiesige Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) als unabhängige Institution für alle Fragen, den Kapitalismus betreffend, akzeptieren.

Yet the Xinjiang procedure spread. By the end of 1999, the Uighur crackdown would be eclipsed by Chinese security’s largest-scale action since Mao: the elimination of Falun Gong. By my estimate up to three million Falun Gong practitioners would pass through the Chinese corrections system. (…)

By Holocaust standards these are piddling numbers, so let’s be clear: China is not the land of the final solution. But it is the land of the expedient solution. Some will point to recent statements from the Chinese medical establishment admitting the obvious—China’s medical environment is not fully ethical—and see progress. Foreign investors suspect that eventually the Chinese might someday -or perhaps have already – abandon organ harvesting in favor of the much more lucrative pharmaceutical and clinical testing industries.

Kein Holocaust, immerhin. Aber “the Chinese might someday -or perhaps have already” – wir wissen nichts, aber es könnte sein. Unabhängige Quellen für die im Artikel genannten Thesen gibt es nicht. Deshalb können sie falsch oder wahr sein.

Unter dem Artikel steht: “Ethan Gutmann, an adjunct fellow at the Foundation for Defense of Democracies, wishes to thank Jaya Gibson (vgl. Facebook-Screenshot oben) for research assistance (…).”

Casting

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Theologe kündigt auf Facebook eine Revolution an und wird festgenommen

Thomas Müntzer

Nachdem ein Theologe auf Facebook eine “Revolution” angekündigt hatte, wurde er von der Polizei festgenommen. Seine Motive sind noch unklar, genau wie die Frage, ob er die Kosten des Polizeieinsatzes selbst tragen muss.

Welche strafrechtlichen Konsequenzen dieser Fall für den Mann hat, ist noch nicht klar. Von einer Ermahnung bis hin zu einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren reicht der Strafrahmen. “Bei Letzterem müssten jedoch schädliche Neigungen vorliegen”, sagte Georg Ernst, Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Jeder Fall werde individuell betrachtet. “Solche Drohungen kommen öfter, aber zum Glück nicht regelmäßig vor”, sagte ein der Polizeisprecher.

Burks.de veröffentlicht exklusiv den Text, den der Theologe auf Facebook gepostet hatte:
Die reinen Furcht Gottes zuvor, lieben Brueder. Wie lange schlaft ihr, wie lang seid ihr Gott seins Willens nit geständig, darum, daß er euch nach eurem Ansehen verlassen hat? Ach, wieviel hab ich euch das gesagt, wie es muß sein. Gott kann sich anderst nit offenbaren, ihr mußt gelassen stehen. Tuet ihr’s nicht, so ist das Opfer, euer herzbetruebtes Herzeleid umsonst. Ihr müßt darnach von neuem auf wieder in Leiden kommen. Das sag ich euch, wollt ihr nit um Gottes Willen leiden, so müßt ihr des Teufels Marterer sein.

Darum huet euch, seid nit also verzagt, nachlässig, schmeichelt nit langer den verkehrten Fantasten, den gottlosen Bösewichtern, fanget an und streitet den Streit des Herren! Es ist hoch Zeit, haltet eure Brüder alle darzu, daß sie gottlichs Gezeugnis nicht verspotten, sunst müssen sie alle verderben.

Das ganze deutsche, französisch und welsch Land ist bewegt. Der Meister will Spiel machen, die Böswichter müssen dran. Zu Fulda sind in der Osterwoche vier Stiftkirchen verwuestet. Die Bauern im Kleegau und Hegau, Schwarzwald sind auf, dreimal tausend stark, und wird der Hauf je länger je größer. Allein ist das mein Sorg, daß die narrischen Menschen sich verwilligen in einen falschen Vertrag, darum, daß sie den Schaden nach nit erkennen.

Wann euer nur drei ist, die, in Gott gelassen, allein seinen Namen und Ehre suchen, werdet ihr hunderttausend nit fürchten. Nun dran, dran, dran! Es ist Zeit! Die Böswichter sind frei verzagt wie die Hund. Regt die Brüder an, daß sie zur Fried kommen und ihr Bewegung Gezeugnis holen. Es ist über die Maß hoch hoch vonnöten. Dran, dran, dran! Last euch nicht erbarmen, ab euch der Esau gute Wort furslägt. Sehet nit an den Jammer der Gottlosen ! Sie werden euch also freundlich bitten, greinen, flehen wie die Kinder. Lasset euch nit erbarmen, wie Gott durch Mosen befohlen hat, und uns hat er auch offenbart dasselb. Reget an in Dörfern und Städten und sonderlich die Berggesellen mit ander guter Gesellschaft, welche gut darzu wird sein. Wir müssen nit länger schlafen.

Sieh, da ich die Wort schreib, kame mir Botschaft von Salza, wie das Volk den Amtmann Herzog Georgen vom Schloß belange will um des Willen, daß er drei hab heimlich wollen umbringen. Die Bauern vom Eisfelde sind ihr Junkern feind worden, kurz, sie wollen ihr kein Gnade haben. Es ist des Wesens viel euch zum Ebenbilde. Ihr müßt dran, dran, es ist Zeit. Balthasar und Barthel Krump, Valtein und Bischof, gehet vorne an den Tanz!

Lasset diesen Brief den Berggesellen werden. Mein Drucker wird kommen in kurzen Tagen, ich habe die Botschaft kriegen. Ich kann es itzund nit anders machen, sonst wollt ich den Bruedern Unterricht gnug geben, daß ihnen das Herz viel größer sollt werden denn alle Schlösser und Rüstung der gottlosen Böswichter auf Erden.

Dran, dran, dieweil das Feuer heiß ist. Lasset euer Schwert nit kalt werden, lasset nit verlähmen! Schmiedet pinke-panke auf den Anbossen Nimrods, werfet ihnen den Turm zu Boden!

Es ist nit möglich, weil sie leben, daß ihr der menschlichen Furcht solltet leer werden. Man kann euch von Gotte nit sagen, dieweil sie über euch regieren. Dran, dran, weil ihr Tag habt. Gott gehet euch vor, folget, folget! Drum last euch nit abschrecken. Gott ist mit euch, wie geschrieben. Dies sagt Gott: »Ihr sollt euch nit fürchten. Ihr sollt diese große Menge nit scheuen, es ist nit euer, sondern des Herrn Streit. Ihr seid nit, die da streiten, stellet euch vor männlich. Ihr werdet sehen die Hilfe des Herren über euch.« Da Josaphat diese Worte hörte, da fiel er nieder. Also tuet auch und durch Gott, der euch stärke ohne Furcht der Menschen im rechten Glauben. Amen.

Thomas Müntzer, ein Knecht Gottes wider die Gottlosen

Wendehals

Wendehals

Berlin, nicht für Touristen

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Eine Frage an unsere Berlin-Experten: Wo ist das?

Immer diese Hausbesetzer

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In welcher Berliner Strasse wurde dieses Haus besetzt?

Lego Astronaut aus Kanada

Ich habe mich bei den Kommentaren auf Youtube schlapp gelacht: “Is this Canada’s space program?” Oder: “…and you could give this hero at least a helmet.”- “Why would he need a space suit? He’s made of Lego.”

Latent antisemitisch

Antisemitische Einstellungen sind in der deutschen Gesellschaft immer noch verankert: Zu diesem Ergebnis kommt ein Expertenkreis im Auftrag des Bundestages. Etwa 20 Prozent der Deutschen sind demnach “latent antisemitisch”. Die übrigen 80 Prozent will man beim nächsten Mal befragen – wahrscheinlich wird sich aber ohnehin bestätigen, daß solche Studienergebnisse in der Regel von Juden manipuliert sind, nicht wahr? (Quelle)

Jugendschutz ist keine zivilisatorische Errungenschaft

Spiegel Online formuliert das gesunde Volksempfinden: “Der Jugendschutz ist eine zivilisatorische Errungenschaft…”

Nein. Ist er nicht. “Jugend” oder Kindheit” als “schützenswerte” Zeitspanne sind eine Erfindung der Neuzeit und eine soziale Konstruktion: “Entwicklung wird als Metapher der Bevormundung zurückgewiesen, da durch sie Kindheit zu einem Übergangstadium zum Erwachsensein reduziert werde.”

Liest du mal ein kluges Buch und guckst du hier bei Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit:
Laut Ariès leitete die “Entdeckung” der Kindheit im 16.-18. Jahrhundert eine Entwicklung zum Negativen ein. Im Mittelalter hatte die Gesellschaft keine Vorstellung von Kindheit und somit auch nicht von Erziehung. Kinder waren bis ungefähr zum siebten Lebensjahr von ihren Eltern abhängig, danach wurden sie als eigenständige Mitglieder der Erwachsenengesellschaft anerkannt. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern war vergleichbar der zwischen einem Lehrherrn und seinem Lehrling. Es gab kaum emotionale Bindungen. In der Gesellschaft herrschte eine kollektive Lebensform, die keine Privatsphäre kannte. Die Funktion der Familie war weitgehend auf die Produktion von Nachkommen und auf den Fortbestand des Namens und Besitzes beschränkt.

Seit der “Entdeckung” der Kindheit hat sich die Vorstellung vom Wesen und der Entwicklung des Kindes grundlegend verändert. Die Funktion der Familie lag nun stärker auf der Vermittlung von Normen und Werten sowie der Förderung von Individualität und Identität. Ariès ist der Ansicht, mit Beginn der Neuzeit sei es zu einer Isolation der Kinder von der Erwachsenengesellschaft und zu einer Trennung der Lebenssphären von Erwachsenen und Kindern gekommen. Schule, die auf Disziplin und Gehorsam großen Wert lege, schränke die Freiheit des Kindes ein.

Islamisten und Christizisten

Google News | deutsche Medien-Schlagzeilen von heute: Islamisten-Terror in Nigeria – Mehr als 190 Tote. Islamisten stellen Mehrheit im Parlament. Islamisten gewinnen Wahlen in Ägypten klar. Libysche Islamisten erobern Regierungssitz. Islamisten drohen nach Lesung aus “Satanischen Versen” mit Klage. Armee vereitelt Putsch der Islamisten. Generalstreik und Islamistischer Terror: Nigeria kommt nicht zur Ruhe.

So weit zur Fähigkeit deutscher Medien, “differenziert” berichten zu können. (inspiriert von Feynsinn)

Ach ja: Christizistischer Meinungsterror in Hamburg: Verehrer höherer Wesen und Kreuzzügler wieder mal gewohnt intolerant.

Unanständiges Verhalten ist nicht strafbar

OLG Koblenz, Beschl. v. 29.11.2012 – 1 Ss 213/11: “Unangemessenes, unanständiges oder verantwortungsloses Verhalten ist nicht per se strafbar, sondern nur dann, wenn es unter einen zur Tatzeit geltenden Straftatbestand zu subsumieren ist.”

Heymanns Strafrecht Online Blog schreibt: “Religionslehrer, 14-jährige Schülerin, Sex im Putzraum der Schule. Das ist der Stoff, aus dem man Meldungen macht.”

Das lesen wir in der Hetzpresse aka BILD-Zeitung: “Es ist ein unglaubliches Urteil, das Eltern in Deutschland schockiert: Hauptschullehrer Frank C. (32) hatte Sex mit einer erst 14 Jahre alten Schülerin – und muss keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Freispruch!”

Laut Rhein-Zeitung handelte es sich angeblich um einen “Missbrauchs-Prozess”. Nein, Rhein-Zeitung, es ist nicht Aufgabe der Presse, jemanden vorzuverurteilen oder das gesunde Volksempfinden zu verkörpern. Ich an Stelle des Lehrers würde euch verklagen.

Yvonne Globert, Sprecherin des Bildungsministeriums, gegenüber unserer Zeitung: ‘Die OLG-Entscheidung wird der schulischen Realität nicht hinreichend gerecht.’”

Da hat ein Richter trotzdem einen kühlen Kopf bewahrt. Respekt.

Berliner S-Bahn nur noch Comedy

Tagesspiegel: “Für Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) ist es nun schon ein Erfolg, dass man vereinbart habe, auf allen Bahnhöfen Megaphone vorzuhalten. Allerdings sind die meisten Stationen unbesetzt. Wer in die Megaphone sprechen soll, sagte Müller nicht.”

[Ceterum Censeo bzw. der Schockwellenreiter]: “Und im Übrigen bin ich der Meinung, daß der für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Senator Michael Müller zurücktreten sollte. Er kann (oder will) sowieso nichts ändern, also brauchen wir ihn auch nicht.”

Einfach mal die Kresse halten

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Berlin 1969 – die Unterprima des PGU auf Studienfahrt

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Ein alter Schulfreund hat mir einen digitalisierten Film zukommen lassen, den ich gestern begeistert angesehen habe. Er wurde 1969 in Berlin gedreht (30.11.-6.12.1969, ca. eine Stunde, in Farbe und mit Ton) und zeigt Episoden einer Studienfahrt meiner damaligen Klasse des Pestalozzi-Gymnasiums Unna nach Berlin. Ich habe versucht, die Bilder mit Google Maps with Street View heutigen Orten zuzuordnen, soweit es möglich war. Orte, die damals genau so aussahen wie heute – wie etwa die Gedenkkirche Maria Regina Martyrium in Plötzensee, die wir damals auch besichtigten -, habe ich weggelassen.

Wir waren im St.-Michaels-Heim im Grunewald unweit des Halensees untergebracht. Die meisten Bilder wurden während einer Stadtrundfahrt gemacht: Das Märkische Viertel, die Mauer an der Bernauer Straße, der Alliierte Kontrollrat (die sowjetische Fahne ist noch verschwommen zu sehen), Kreuzberg rund um den Chamissoplatz, das die Stadtführerin als “das alte Berlin der Jahrhundertwende” titulierte (und das abgerissen worden wäre, hätte die Hausbesetzerbewegung das nicht verhindert), der Potsdamer Platz (mit Volkspolizisten und Uhr), Brandenburger Tor, Reichstag, das Kriegsverbrechergefängnis Spandau (1987 abgerissen), der Berliner Funkturm und einige nächtliche Leuchtreklamen.

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Auf dem Bild über dem Brandenburger Tor bin ich übrigens zu sehen (rechts). Bei einigen Bildern bin ich mir nicht sicher; Bild Nr. 10 hätte ich der Kreuzberger Arndststrasse zugeordnet, die Balkone sehen aber anders aus. Spannend fand ich Bild Nummer 19, auf dem man den Turm des Schöneberger Rathauses erkennt. Es ist mir leider nicht gelungen herauszufinden, von wo das aufgenommen worden ist.

An die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Burkhard Schröder
12055 Berlin
11.01.2012

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Postfach 140165
D 53056 Bonn

vorab per E-Mail info@bpjm.bund.de

Betr. Entscheidung Nr. 10142 (V) vom 24.10.2011 – sklavenzentrale.com

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich arbeite an einem Artikel über BDSM im Internet und hätte gern Antworten auf folgende Fragen:

1. Sie schreiben in Ihrer oben genannten Entscheidung:
“Das Internetangebot http://www.sklavenzentrale.com ist nach Auffassung der KJM gemäß § 18 Abs. 1 JuSchG zu indizieren, da es geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden. Das Angebot ist mindestens als jugendgefährdend einzustufen.”

Welche wissenschaftlichen Arbeiten belegen Ihrer Meinung nach die These, dass die Information über bestimmte sexuelle Praktiken wie BDSM die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährdet? Was genau ist unter “Entwicklung”, “Gefährdung” und “gemeinschaftsfähig” zu verstehen?

2. Sie schreiben in ihrer oben genannten Entscheidung, es seien “keine expliziten oder detaillierten Darstellungen von primären Geschlechtsteilen bzw. sexuellen Handlungen vorhanden” sowie “hat das 3er Gremium festgestellt, dass es den Inhalt des Internetangebots nicht als pornographisch einstuft.”

Worin genau besteht die “Gefährdung” eines nicht-pornografischen Inhalts? Es wäre hilfreich wenn Sie Ihre Ausführungen mit Zitaten aus seriösen wissenschaftlichen Werken zum Thema belegen könnten.

3. Warum sind Ihrer Meinung nach die Sexualpraktiken, um die es auf der Website sklavenzentrale.com geht, “außergewöhnlich” – und welche empirischen Befunde stützen Ihre These?

4. Sie schreiben: “Allein die Darstellung von ritualisierter Gewalt, in diesem Fall von außergewöhnlichen und bizarren Sexualpraktiken aus dem Bereich des BDSM auf der Verbalebene, können Jugendliche unter 18 Jahren verunsichern und sind für Minderjährige als sexualethisch desorientierend einzustufen.”

Welche wissenschaftlichen und empirischen Befunde stützen Ihre These?

5. Sie schreiben: “Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien auch dann jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind”.

Was genau ist nach Ihrer Meinung nach “unsittlich” und was unterscheidet das “Unsittliche” der 50-er Jahre des 20. Jahrhundert vom “Unsittlichen” des 21. Jahrhunderts?

6. Sie schreiben:
“Durch die Präsentation der Frauen als hilflose und gefesselte Opfer wirkt das Angebot außerdem frauenfeindlich und degradierend. Frauen werden zum auswechselbaren Objekt der männlichen Lust- und Machtbefriedigung gemacht.”

Die Romane des US-amerikanischen Schriftstellers John Norman (“Die Chroniken von Gor”) sind Ihrer Meinung nach nicht mehr jugendgefährdend, obwohl auf diese der obige Sachverhalt zutrifft. Warum?

(Beleg: “Kajira von Gor, John Norman, Taschenbuch Nr. 4246, Reihe Fantasy, Wilhelm Heyne Verlag, München indiziert durch Entscheidung Nr. 3585 vom 20. Februar 1986, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr.41 vom 28. Februar 1986. Das Buch wird aus der Liste der jugendgefährdenden ­Medien gestrichen. [Entscheidung Nr. A 13/11 vom 17. Januar 2011 (Pr. 1155/10).”

Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder

Hundepräsident Wulff vs. Kai Quiekmann

Focus Online: “Eilmeldung aus Entenhausen: Der Enten-Kurier hat eine sensationelle Vorabmeldung. Hundepräsident Wuff soll versucht haben Zeitungsberichte zu verhindern. Er wollte Artikel über die Finanzierung seiner Privathütte mit einem persönlichen Anruf bei Führungspersonen der ‘Micky Maus’ verhindern. Ziel seiner bellenden Anrufe war der Chefredakteur des Enten-Kuriers Kai Quiekmann. Der Enten-Kurier hatte aufgedeckt, dass Wuff seine Hütte mit Hilfe eines Pudelpaares finanziert hat. Dazu hat er auch noch Urlaub in luxuriösen Tierpensionen befreundeter Terrier gemacht.”

Protestant Prudacy

naked avatars

Aus den “Allgemeinen Geschäftsbedingungen” von Facebook: “Wir erlauben keine Nacktheit und Pornografie auf unserer Seite. Jegliche Inhalte, die unangemessen sexuell sind, werden entfernt.”

Was zum Teufel ist “unangemessen sexuell”? Und wem schadet der Anblick nackter Körper? Schauen wir mal bei Wikipedia:

Prüderie bezeichnet eine sehr empfindliche Einstellung und Engherzigkeit gegenüber Sitte und Moral. Pierers Universallexikon von 1861 beschreibt Prüderie als “auf eine übertriebene und affectirte Weise sittsam; scheinspröde, zimperlich;”.
Im weiteren Sinne bezeichnet Prüderie eine Geisteshaltung, die das Ziel hat, sexuelle Äußerungen jeglicher Art in der Öffentlichkeit und teilweise auch im Privatbereich weitestgehend auszuschließen. Dies betrifft vor allem die Darstellung oder auch nur Andeutung von Erotik in Ton- und Bildform, Mode, Massenmedien, Literatur, historischen Zeugnissen, Konversation. (…)
Gründe für Prüderie liegen häufig in der Sexualethik, oft mit religiösem Hintergrund, … (…)
Doch ist Prüderie nicht nur ein Merkmal christlicher, islamischer und teilweise jüdischer Traditionen. Auch in anderen Großkulturen ist die enge Reglementierung des Sexuellen bis hin zu dessen Kriminalisierung verbreitet: Die Gesellschaftsnormen der Chinesen, Inder der Arabischen Welt sowie bestimmter Teile der USA sind auf Grund der dortigen Gesetzgebung und ungeschriebener gesellschaftlicher Normen aus mitteleuropäischer Sicht prüde.”

Flickr boykottiere ich, seitdem sie dort meine harmlosen Avatar-Bilder als “jugendgefährdend” kategorisieren wollten.

Die unglaublich irrationale Prüderie in den USA geht mir total auf den Geist; aber das werden wir hier auch noch kriegen – die Jugendschutzwarte sind auf dem Vormarsch. Gesellschaftliche Reaktion tarnt sich immer als moralische Schein-Diskussion. Da lob ich mir doch Second Life (vgl. oben, Gor)

Ist die GEMA eine kriminelle Vereinigung?

Musiker Online beschreibt detailliert die Machenschaften und Mauscheleien der GEMA: “Die ‘Solidarprinzipien’ einer Solidargemeinschaft – Das geheime Finanzierungsumverteilungssystem der GEMA” (via Fefe).

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