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Berlin

Berlin, ein unbekannter Ort

Berlin

Miscellaneous oder: The hateful Burks

idioten

Natürlich kann man sich jeden Tag Katzenvideos oder Eulenfotos ansehen. Oder auch einen Vertrag, den Hillary Clinton abschließt, wenn sie eine Rede hält (via Intercept). Oder wüssten Sie gern mehr über die Wurminfektionen der Wikinger? Oder was von Europa übrigbliebe, wenn alles Eis schmölze? (Alternative). Hört mir überhaupt jemand zu?

Und was ist, wenn wir das alles gesehen habe? Ändert das was? Brauche ich gefühlt 9876 Postings auf Fratzenbuch, die sich irgendwie gegen eine gerade aktuelle modernisierte Nazi- und Volkswirtschaftler-Partei aussprechen? Seit wann ändern Medien Meinungen? Und muss ich genau so viele Fotos deren Führerin ansehen? Nein, ich gucke weg.

Übrigens werde ich mir in den nächsten Tagen selbstredend The Hateful Eight ansehen.

The way of life outside Moscow

Russia beyond the Headlines: „Best of Russia 2015: The way of life outside Moscow“. Grandios!

Mannomann!

krav maga

Adam Soboczynski („mit sieben Jahren aus Polen ausgewandert, schlimmer Migrationshintergrund“) auf Zeit online über Feminismus, Splatterfilme, deutsche Männer und warum am Schluss immer die Russen vorkommen.

Ich habe den Artikel beim Frühstück angefangen zu lesen und dachte zuerst: Bei dem Thema kann es nur langweilig werden. Dann habe ich mich kringelig gelacht.

Ich muss zugeben, dass ich mir genau die Fragen zur Kölner Silversternacht auch heimlich gestellt hatte: „Weshalb hat es eigentlich keine Rangelei unter Männern gegeben? Warum haben die Partner der angegriffenen Frauen diese nicht mit all ihrer Kraft zu schützen versucht?“ Vermutlich hätte ich „russisch“ bzw. israelisch reagiert und wäre deshalb den Heldentod gestorben. „Wer nur einen flüchtigen Blick in die Kulturgeschichte wirft, liest dauernd von Männern, die Frauen retten.“ Muahahahaha.

Im Übrigen steht alles zum Thema „Männerrolle“ schon im äußerst lesenswerten Buch von Barbara Ehrenreich: Die Herzen der Männer (1989).

Eine ganz normale Nacht in Berlin

Tagesspiegel: „Drei betrunkene Schwarzfahrer haben sich Freitagnachmittag im U-Bahnhof Schlesisches Tor eine handfeste Auseinandersetzung mit zwei BVG-Leuten geliefert. Ein Kontrolleur wurde auf die Gleise gestoßen.“

Ich habe mit dem Opfer gestern nacht im Krankenhaus lange geredet. Der Mann stand ziemlich unter Schock. Die hatten ihm vorher noch die Kapuze von hinten über den Kopf gezogen.

Ganz oben in Halensee

bus

Nein, ich bin den Bus nicht gefahren, ich saß nur drin.

Lost in Spandau oder: Ihr wisst, was ich heute getan habe

SpandauGatowDönerTeeTori-Udoneinkiaufswagen

Nein, ich habe nur einmal etwas gegessen, im wunderbaren Udagawa in der Kantstraße. Das Udagawa gibt es schon seit den achtziger Jahren, und schon damals habe ich, als ich noch Nachtschichten mit der Taxe fuhr, oft die köstliche Tori-Udon mit den fetten Nudeln gegessen.

Vorher und nachher habe ich etwa anders getan. Das können die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser selbst herausfinden.

Von den Toten spartanisch erzählt

Winter

Jakub Schikaneder: Winter, 1883

De mortuis nil nisi bene – von den Toten darf man auch Schlechtes erzählen, aber auf gute Weise. So empfahl es Chilon von Sparta.

Nur wenige werden Herrn Ch. kennen. Ich habe ihn einmal auf dem U-Bahnhof Mehringdamm auf einer Bank gesehen, zusammengesunken, mit einer Flasche Billigfusel in der Hand. Dort hat er gelebt. Wenn er mich erkannt hätte, hätte er wohl laut geschimpft und die Faust drohend erhoben.

Herr Ch. war der unangenehmste Obdachlose, mit dem ich zu tun hatte. Bei den Ärzten, Pflegern und Schwestern des Krankenhauses, in dem ich arbeite, war er berüchtigt. Die meisten stöhnten auf und winkten ab, wenn die Feuerwehr ihn wieder einmal – fast täglich – auf einer Trage in die Rettungsstelle schoben, als angeblich hilflose Person. Herr Ch. gehörte zur Elite der Obdachlosen: Er wusste, wo er sich nur auf den Bürgersteig fallen lassen musste, damit die Passanten die Feuerwehr riefen. Meistens war das vor den Imbissbuden oberhalb des U-Bahnhofs, wo zahllose Touristen herumstehen. Das funktioniert immer: Eine Rettungsstelle darf niemanden abweisen, auch wenn die Person nur besoffen ist – es könnte ja auch etwas anders vorliegen.

Wenn Herr Ch., derangiert – wie immer nach Alkohol und Schmutz stinkend – auf der Trage den Eingang passierte, flankiert von zwei Feuerwehrleuten, brüllte er: „Ich will eine Decke!“ Wenn ich da stand – als „Bodyguard“ für das medizinische Personal, fügte er hinzu: „Scheiße! Arschloch! Fotze!“

Immer dasselbe Ritual: Sobald Herr Ch. im Warmen lag und auf eine Behandlung wartete, schimpfte er lauf, nannte die Krankenschwestern „Schlampen“, alle anderen, auch die Patienten, „Arschlöcher“, kurz gesagt: Er war unausstehlich, eine wahre Landplage. Jeder war froh, wenn Herr Ch. endlich seinen Rausch ausschlief und das Maul hielt. Wenn ich Dienst hatte, ging ich zu ihm, und er wusste, was dann kam: Ich sagte ihm: „Wenn Sie weiter das Personal beleidigen, werfe ich Sie hinaus.“ Früher glaubte er mir nicht, sondern beschimpfte mich wüst, bis ich ihn mehrfach gewaltsam, per Armhebel à la Krav-Maga, hinausschaffte. Damit war es nicht getan: Herr Ch. pöbelte draußen weiter, begab sich laut krakeelend, zur Haupthalle, same procedure, bis man ihn dort entfernte, kam wieder zurück usw.. Das konnte Stunden so gehen. Es gefiel ihm nicht, wie ich ihn behandelte, denn es tut weh, wenn man sich wehrt. Deswegen benahm sich Herr Ch. nach den ersten Malen – im Rahmen seiner Möglichkeiten – relativ zivilisiert, wenn ich in der Rettungsstelle Dienst hatte.

Man muss die Methoden des Überlebens, die Obachlose benutzen, als solche akzeptieren und die Sache sportlich sehen. Wenn die einen kennengelernt haben, stellen sie sich auch darauf ein. Ich duze auch niemanden. Jeder hat das Recht, höflich behandelt zu werden, auch der schlimmste Idiot.

In zwei Jahren habe ich Herrn Ch. einmal nüchtern erlebt. Das war vor ungefähr einem Monat. Herr Ch. hatte sich in der Rettungsstelle ausgeschlafen, wühlte sich von der dreckigen Trage, sammelte seine Plastiktüten ein. Ich sprach ihn an: „Sie kennen mich ja. Wenn Sie besoffen sind, dann sind Sie unerträglich und ich kriege dann schlechte Laune.“ Er lachte nur, ein freundliches, höfliches Lachen, und nickte. Die Schwestern erzählten, dass Herr Ch. ein gebildeter Mensch sei und sich nett unterhalten könne, wenn er nüchtern sei. Das war er nur fast nie.

Herr Ch. ist vor einer Woche in Kreuzberg auf der Straße erfroren.

Nearly 200,000 images you can use for free

femmes

The Verge: „The New York Public Library just uploaded nearly 200,000 images you can use for free“.

Submarine to Somalia

fake signs

Via Jeff Jarvis: „Someone has made fake London Underground signs, and whoever did it is a ruddy genius.

Polizeilich bekannt

Zu den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln möchte ich weder hören noch lesen, was irgendwelche Poliker sagen oder meinen. Das ist kein Journalismus. Wo aber Bosbach recht hat, hat er recht: „Der Bahnhof und das Bahnhofsgelände lägen in der Verantwortung der Bundespolizei, sagte Bosbach der in Düsseldorf erscheinenden ‚Rheinischen Post‘ vom Mittwoch. Im Bahnhofsumfeld sei hingegen die Landespolizei zuständig.“

Faktencheck des Kölner Stadtanzeigers:
Die Täter sind junge Männer, die der Polizei bereits seit Monaten bekannt sind. Bisher sind sie in der Innenstadt und in den Amüsiervierteln wie der Zülpicher Straße durch Taschen- und Trickdiebstähle sowie Raubüberfällen aufgefallen.
Nach Angaben von Polizeibeamten, Zeugen und Opfern sind die meisten der Täter junge Männer zwischen 15 und 35 Jahren aus Nordafrika oder dem arabischen Raum.
Sie waren betrunken und äußerst aggressiv. (…)
Wie die Polizei betont, handelt es sich bei den Tätern nicht um Flüchtlinge.

Ich frage mich, wie man schon jetzt wissen kann, dass die Täter der Polizei bekannt waren? Dann kennte man ja die Namen.

Telepolis fasst das Thema recht sachlich zusammen. Der WDR: „Sexuelle Übergriffe sollten von Diebstählen ablenken“. Auch Männer sind Opfer geworden.
Seit Jahren registriert die Polizei in Ausgehvierteln der Stadt Taschendiebstähle, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen: Die Opfer werden umringt, umarmt, abgetastet und dabei bestohlen. Die Täter beschränken sich längst nicht mehr auf die Kneipenviertel, sondern sind nachts im gesamten Kölner Stadtgebiet unterwegs und suchen sich vor allem angetrunkene Opfer.

Was bedeutet eigentlich exakt „ausgehungert“ in sexueller Hinsicht?

Die wahren USA

Vice.com: „Fotos von den wahren USA“. Whoa.

Partying

Pictures: Manchester parties hard into 2016. View Gallery. Allesamt grandios.

By the way: Manchester Evening News: „Police in the city centre have labelled the image ‚a normal night for cops, captured brilliantly‘.

Kommt mir bekannt vor von meinem Arbeitsplatz.

Perfectly Innocent Signs

caution
(Source)

Vermehren wie Karnickel

By the way: Ich empfehle den Jahresrückblick beim Pornoanwalt, u.a.: „Laut Papst Franziskus vermehren sich Katholiken „wie Karnickel“. Gegen diesen Vergleich protestiert der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter.“

Your dental plan sucks

Lange nicht mehr Tränen gelacht, aber jetzt beim Lesen des Guardian: „Muslims hilariously troll the hell out of ISIS after their call for new jihadists ends up on Twitter“.

@iyad_elbaghdadi Hello: I am Yusef and I would like to enlist ur assistance in moving $ out of Nigeria. Plz contact me with ur banking info

Muahahahaha.

Terror-Bingo

Terror-Bingo – so was spielt man heute gern.

Damaskus aka Armageddon

Reto Zimpel RIP

Der Fotograf Reto Zimpel ist gestorben. Er wusste, was Journalismus ist und wie man ihn betreiben sollte.

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