Koordinierende externe Verschlimmbesserungs-Agenturen

Die FAZ spricht ein paar Wahrheiten über die Pappnase, die sich Bürgermeister nennt Berlins Wowereit und das Desaster um die diversen Bauvorhaben aus:
“Im Sommer rief eine Berliner Zeitung bei diversen Behörden an, um sich zu erkundigen, ob es einem diabolischen Plan entspreche, wenn nicht nur eine zentrale Ost-West-Verbindung durch Baustellen blockiert sei, sondern die Ausweichroute gleich mit. Sie bekamen die Auskunft, dass das noch niemandem aufgefallen sei. Es werde jetzt aber eine externe Agentur damit beauftragt, diese Planungen besser zu koordinieren.”

Immer, wenn “externe Agenturen” beauftragt werden, wird es verschlimmbessert. Das gilt auch für alle IT-Vorhaben.

By the way: Die FAZ verschweigt uns die Quellen; das sind wir gewohnt, weil deutsche Mainstream-Medien zwar jammern, dass ihnen die Leser davonlaufen, aber nichts dagegen tun, ausser der Idee, man müsse für den Mist auch noch Geld verlagen.

Die Berliner Morgenpost berichtet von einem “Streit zwischen den Berliner Wasserbetrieben und der Verkehrslenkung Berlin (VLB)“. Verantwortlich für das Chaos ist Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller (SPD). Über diesen völlig unfähigen SPD-Apparatschik Herrn hat der Schockwellenreiter das Nötige schon öfter gesagt.

Kunst am Verkehrsschild

artart

Berlin-Halensee

halenseehalenseehalensee

Der Halensee, der Rathenauplatz mit Wolf Vostells Betoncadillacs und der Stadtring – viel mehr muss man über diesen Stadtteil Berlins nicht wissen.

Karneval der Thailänderinnen in Rixdorf

Thailänderinnen

Wissentlich in den Sand gesetzt

FAZ: “Trotz früher Warnungen hat das Verteidigungsministerium mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben, um eine Aufklärungsdrohne zu beschaffen. Nun kann sie nicht zugelassen werden – nicht mal für die Arbeit in militärischen Sperrgebieten.”

Vermutlich habe die darauf vertraut, dass das niedere Wesen der freie Markt(TM) das irgendwie richten werde.

Elegant gespannt

park

Bilderrätsel für Berlin-KellnerKennerInnen: Wo ist das und welche Brücke spannt sich im Hintergrund mehr oder weniger elegant über den Fluss?

Funktional

funktional

Kein Essen, sondern Substanzen, die Geschmack simulieren und möglichst billig satt machen, egal wie. Tische, die auf ihre Funktion reduziert wurden, etwas abzustellen, möglichst kostengünstig und garantiert ohne eine ästhetische Aussage. Keine Spur von Handwerkerstolz, etwas Nützliches hergestllt zu haben. Ein paar Steine, die vielleicht als Blumenkübel oder Aschenbecher geplant wurden. Ist auch egal. Oder beides. Ein Gebäude, das sich auf Boden, Wände, Dach und die Farbe der corporate identity beschränkt, keine Architektur mehr, keine Schönheit, keine Botschaft. Menschliche Arbeit und Kunstfertigkeit verschrumpelt und verdampft, um den Profit zu maximieren. Es geht nur darum, um nichts anderes mehr.

S-Bahn

S-Bahn

Es gibt ja hier Superspezialexperten, die erkennen jede Berliner S-Bahn-Station sofort. Welche ist also diese?

Gut Klostermühle, revisited

gut klostermühle

Gesehen hier.

Gut Klostermühle zensiert das Internet

gut klostermühlegut klostermühlegut klostermühle

Bin grad auf einer Journalisten-Klausur im Gut Klostermühle. Brandenburger Landschafts-Idylle. Kaiserwetter. Freundliche Leute.

Aber: Wie zu erwarten war, filtern die das Internet und keiner weiß wirklich, warum und wie. Ich musste mit Jondonym surfen, um die Zensur zu umgehen.

Das ist der Kitzler oder: Das Tagebuch der Anne Frank ist pornografisch

Das Tagebuch der Anne Frank soll pornografisch sein, wenn es nach einigen Leuten geht. Es geht u.a. um diese Passagen:

Bevor ich elf oder zwölf Jahre alt war, wusste ich nicht mal, dass es auch noch die inneren Schamlippen gab, die waren überhaupt nicht zu sehen. Und das Schönste war, dass ich dachte, der Urin käme aus dem Kitzler… Von vorn siehst du, wenn du stehst, nur Haare. Zwischen den Beinen ist eine Art Kissen, weiche Dinger, auch mit Haaren, die beim Stehen aneinanderliegen. Man kann das, was drinnen ist, dann nicht sehen. Wenn du dich setzt, spalten sie sich auseinander, und innen sieht es sehr rot und fleischig aus. Am oberen Teil, zwischen den äußeren Schamlippen, ist eine Hautfalte, die bei näherer Betrachtung eigentlich eine Art Bläschen ist. Das ist der Kitzler.

Vgl. pornoanwalt.de, gawker.com, washingtonpost.com

Armlose Banditen

spielautomat

Linkes Betschwestertum

Ein köstlicher Artikel Jan Fleischhauers über einen taz-Kongress: “Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie wenig ausreicht, um Menschen, die der Linken angehören, in Aufregung zu versetzen. (…) Die meisten Menschen suchen in ihrem Meinungsumfeld nach Bestätigung für ihre Weltsicht, das gilt lagerübergreifend. Aber nirgendwo ist die ideologische Selbstisolierung so weit fortgeschritten wie in den Vierteln, in denen man sich auf die eigene Weltläufigkeit sonst so viel einbildet. (…) Ein gewisser Hang zur Bigotterie ist dabei fast unausweichlich”.

Und der von Deniz Yücel über dasselbe Event ist auch sehr lesenswert. Der lässt es wieder krachen….

Kein Sex für Anna

vermehrung verboten

Gibt es die Content-Mafia jetzt auch bei Pflanzen? Vermehrung verboten? Was will uns das höhere Wesen, das diese Pflanze wachsen ließ die Evolution, in deren Namen jemand hier zu sprechen befugt sein will, damit sagen? Darf die Pflanze keinen Sex haben? Oder bin ich verpflichtet, Moskitonetze gegen Bienen über Anna zu stülpen oder gar eine Selbstschussanlage gegen geflügelte Pollentransporter zu installieren? Oder ist Anna so dekadent, dass sie ohne Gentechnik ohne Hilfe des Homo sapiens der evolutionären Pflicht zur Erhaltung der Art nicht mehr nachkommen kann?

Hat jemand schon ein Patent auf Anna Chlorophyll? Der Kapitalismus und sein goldenes Kalb seine heilige Kuh, das Privateigentum an allem, überraschen mich doch immer wieder.

Seelenverkäufer

Seelenverkäufer

Anna Emilie Kukuk

Zum Stumpfen Eck

Meine Urgroßmutter (die Großmutter meines Vaters) Anna Emilie Kukuk, Bäuerin, geb. 22.5.1864 in Elsendorf (Groß Dombrowo, heute Dambrowa Wielka, ehem. Westpreußen), gest. 1943. Das Foto stammt aus dem Jahr 1877, sie war damals 13 Jahre alt.

Überprüfung des Tsarnaev-Verkehrs

Computer-Voodoo at its best: “Laut FBI ergaben die (…) Überprüfung von Reisedokumenten, Internetverkehr… (…) Die Mutter Subeidat Zarnajewa sagte ‘Russia Today’ laut CNN, das FBI habe Tamerlan bereits seit drei bis fünf Jahren überwacht. “Sie wussten, was er tat, welche Internetseiten er besuchte…”

Da würde ich dich zugern wissen, wie man den “Internetverkehr” einer verdächtigen Person überwacht oder gar herausfindet, welche “Internetseiten” man besucht hat. Würde Spiegel online ernsthaft recherchieren, würden sie nachfragen, anstatt den Quatsch einfach wiederzugeben.

Dass sie die Quelle Russia Today nicht verlinken, regt mich schon gar nicht mehr auf. Im Original (andere Version) hat die Mutter des Terroristen das auch gar nicht gesagt; entweder hat Spiegel online das einfach woanders abgeschrieben oder sie haben das dazufantasiert:

Zubeidat Tsarnaeva, the suspects’ mother also told RT that her son was being manipulated by the FBI. “How could this happen?… They were controlling every step of him, and they are telling today that this is a terrorist attack,” she told RT.

Erhaben hässliche Langeweile

alexanderplatz

Berlin, Alexanderplatz

Panoramen der Macht

PerspektivenPerspektivenPerspektiven

Zersetzung nach Plan

Zersetzung

Aus aktuellem Anlass dokumentiere ich hier einen Artikel, den ich am 12.12.1990 im Berliner Stadtmagazin ‘zitty’ über Jens-Uwe Vogt geschrieben habe. Vogt galt schon zu DDR-Zeiten als Rädelsführer der Hooligans des BFC Dynamo. Die Stadtmagazin “Prinz” hatte damals einen Artikel veröffentlicht, der suggerierte, Jens-Uwe Vogt sei Agent der Stasi gewesen. In Wahrheit hatte das Ministerium für Staatssicherheit selbst eine Kampagne initiiert, um Vogt in den Augen der Hooligans verdächtig zu machen, ein Spitzel zu sein. Das Ziel der Stasi war laut deren Akten, die Hooligan-Szene Ost-Berlins zu “zersetzen”, indem der informelle Anführer gezielt diskreditiert wurde. Vogt ist kein sympathischer Zeitgenosse, und seine Aktionen auch nicht “gesellschaftsfähig”, aber ein Spitzel war er nicht.

So arbeiten Geheimdienste heute auch noch. Ich selbst – so suggerierten mehrfach Mitglieder des Chaos Computer Clubs -, sei verbandelt mit dem Verfassungsschutz oder wem auch immer (die Tatsache, dass ich seit einem Jahrzehnt fordere, den Verfassungsschutz abzuschaffen, ist vermutlich nur eine besonders geschickte Tarnung). Ein Vorstandmitglied der German Privacy Foundation soll (wieder einmal) IM eines Dienstes sein. Quellen und Belege sind nicht nötig; ein Verdacht, den irgendjemand faktenfrei in den Raum wirft, reicht aus, um die Person in einem bestimmten Milieu zu diskreditieren – eine Methode, die perfekt funktioniert.

Auszüge (der komplette Artikel oben als pdf):

Auch dieser Tage [1990] steht Vogt im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Eine bunte Berliner Stadtillustrierte ['Prinz'] will erfahren haben, daß der “Führer der Hools” Agent für die Staatssicherheit gewesen sei. So beruft sich das Magazin auf die Aussagen eines ehemaligen Stast-Mitarbeiters, wonach Vogt “Lektionen in DDR-Rechtsprechung, Psychologie und Taktik” erhalten habe. “Blödsinn”, erklärte Vogt gegenüber Zitty, “Ich kann mir nicht erklären, wieso so etwas geschrieben wird. (…) will Vogt seine Vergangenheit vertuschen? Hat er, wie das Magazin behauptet, seine Führungsoffiziere ausgespielt, oder wurde er von der Stasi über den Tisch gezogen, instrumentalisiert, um die Hooligan-Szene zu sersetzen? (…)

Die Hauptabteilung XX konterte [die Aktionen der Ost-Berliner Hooliganzs] mit einen Plan für die “Einleitung differenzierter Vorbeugungs- und Zersetzungsmaßnahmen” der Hooligan-Szene. Dieser Plan war so differenziert und raffiniert, daß selbst heute noch die Folgen für einige Hools zu spüren sind.

Prominenter Mitarbeiter der OPK (“operativ-politishen Kontrolle”) war der “BFC-Kommandore [Spitzname der Ost-Berliner Hooligans für einen bestimmten Hauptmann des Staatssicherheitsdienstes]. Seine spitzel, im Stasi-Jargon IM (“informelle Mitarbeiter”) genannt: Drei Herren mit den Decknamen “Bär”, “Dirk Heinze” und “Jens Pollack”. Zielobjekt: Jens-Use Vogt. Deckname der Operation: “Vogel”.

Erste Maßnahme: Information. Die Informanten belegten, daß Vogt Mitte der 80er Jahre zwar nicht von allen Hooligans als Anführer akzeptiert wurde. Er hatte aber “organisatorisch und stimmungsmäßig” in der Fan-Gruppe “die Fäden in der Hand”. Er galt als “Anführer der Skinheads”.

“Vogt trat auch aktiv als Texter von Verspottungsliedern der Sicherheitsorgane in Erscheinung”, heißt es in einem Stasi-Protokoll vom 26. November 1987. Wenn er in einer Gaststätte anwesend war, “kam es vor, daß am Tisch leise Lieder mit rassistischem oder faschistischem Charakter gesungen wurden.”

Zweiter Schritt: Der Hooligan-Chef und ausgewählte Anhänger wurden unter Vorwänden von Ermittlungsbehörden vorgeladen und verhört. “Irgendwo mußte man immer Kompromisse eingehen”, erinnert sich Vogt heute über sein Aussageverhalten bei der Polizei. (…)

Seine vermeintliche Schlauheit nütze ihm nichts. Die Stasi war noch gewitzter. Seine Aussagen würden “über inffizielle und offizielle Wege anderen Mitgliedern der Gruppierung zur Kenntnis gegeben, so daß in der Gruppe eine starke Verunsicherung gegeneinander hervorgerufen wurde.” Vogt behauptet heute, daß seine Aussagen teilweise verdreht lanciert wurde. Seinen Spitznamen hatte er weg: “Stasi-Vogt”. “Die Skins haben sich alle von mir distanziert”, sagt er.

Dritter Schritt: Bei einer Party von Hooligans und Skinheads im Dezember 1986 werden Fascho-Lieder gesungen und “Sieg Heil” gebrüllt. Die Polizei verhaftet ein Dutzend der Teilnehmer. Vogt und zwei weitere mitglieder der “Annalen” [ vermutlich sind die "Vandalen" gemeint - eine Ost-Berliner Rocker- und Nazi-Bande] entkommen. Die Polizei lädt Vogt zum Verhör vor. Kommentar des Abschlußberichts der “operativ-politischen Kontrolle”. “Um den Zersetzungsprozeß zu forcieren, wurde der Vogt im März 1987 gezielt als Zeuge zum Gerichtsverfahren gegen die Teilnehmer des Vorkommnis 24. November geladen.” Im Beisein anderer Gruppenmitglieder weisen die Stast-Mitarbeiter auf seine “entscheidenden” Aussagen und sein “ängstliches Verhalten” hin. Jede weitere “Zuführung oder Befragung” wird durch “offensives Auftreten verschiedener IM bekannt gemacht”.

Ergebnis der Maßnahmen: Es verbreitet sich unter den Hools und Skin “die Auffassung, daß der Vogt machen könne, was er wolle, ohne daß ihm etwas geschehen würde. Daraufhin distanzierten sich weitere entscheidende Personen von ihm.

Vierter Schritt: Zügige Ausreise. (…) Die Stasi hatte schon 1987 vorgemerkt, die Übersiedelung [Vogts] solle schnell realisiert werden, “um so seine zuk+nftige Wirksamkeit in Westberlin zu untergraben, denn bei den rowdyhaften Jugendlichen bestand … die Auffassung, daß man nur für gewissen Gegenleistungen schnell ausreisen darf.” (…)

“Als weitere Maßnhame, um die Glaubwürdigkeit des Vogt herabzusetzen, wurde die zügige Realisierung seines Antrags auf Übersiedelung nach WB (WEst-Berlin, d. Red.) genutzt.” (…)

Nachtrag, der mit dem obigen Artikel inhaltlich nichts zu tun hat, aber mit dem Anlass, ihn noch einmal zu veröffentlichen: Wenn mich jemand nach meiner privaten Verschwörungstheorie fragt, antworte ich, dass irgendjemand Karsten N. “gebrieft” hat, weil der am ehesten “paranoid” genug ist, um auf so etwas hereinzufallen. N. behauptete vor einigen Jahren (das wird ab und zu wieder hervorgekramt) vor seinem Austritt aus der GPF über ein anderes Vorstandsmitglied (nicht, nicht über mich): “der meiner Meinung nach im Verdacht steht, als informeller Mitarbeiter unter dem Decknamen “Sysiphos” für die “Dienste” zu arbeiten.”

Vielleicht sollte Karsten, der sich beharrlich weigert, irgendwelche Fakten zu nennen, doch lieber seine eigenen “Quellen” überprüfen. Gegen meine Theorie spricht aber, dass die German Privacy Foundation mit ihren knapp 90 Mitgliedern einfach nicht wichtig genug ist, um Ziel einer Geheimdienst-Operation zu sein, um die GPF zu “zersetzen” oder zu diskreditieren.

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