Prayer Cleanup Service

The Western Wall in Jerusalem. A holy place in Judaism were people write down their prayers on prayer notes and place them in the crevices.
In the meanwhile this guy is like: „Excuse me, prayer cleanup service coming through.“
Religion summed up by a man with a brush.
(via The Dutch Atheist/Facebook)

Vergänglich

grabstein

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Johann Wolfgang von Goethe, Faust 2, Chorus Mysticus

Kulturelle Aneignung und anderes Geschwurbel

kulturelle Aneignung

Ist das kulturelle Aneignung?

Mit einer anderen Akzentuierung wird kulturelle Aneignung (engl. cultural appropriation) in der US-amerikanischen Critical-Whiteness-Bewegung genutzt. Der Begriff dient hier u.a. zur Reflexion von Macht- und Diskriminierungsverhältnissen, auf deren Grundlage traditionelle Gegenstände der materiellen Kultur verschiedener Ethnien als Substrat für Kommerzialisierungsprozesse instrumentalisiert werden. Diese Form kultureller Aneignung wird kritisiert, da die betroffenenen Kulturen verloren oder verfälscht werden können.

Schwurbel, schwurbel, schwurbel. Jedermann (!) sieht gleich, welch reaktionäres Konzept von „Kultur“ sich dahinter verbirgt. Typisch neue Kleinbourgeoisie. Und jeder Ethnologe würde, wenn er schon tot wäre, im Grabe rotieren.

Trotz alledem

trotz alledem

Ehemaliges Staatsratsgebäude der DDR. Dass da jetzt eine „Managerhochschule“ sitzt, ist eine Ironie des Schicksals. Dazu Karl Marx: „Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce.“

Air Mail, nachverpackt

air mail

Interessant. Jetzt öffnet die Post schon harmlose Neujahrsgrüße an mich aus Kanada? Oder kontrollieren die US-Amerikaner die Post ihres Nachbarlandes und schließen die Briefe nicht ordentlich?

Wostotschny oder Baikonur, Hauptsache die Krim!

Einmal mit Profis arbeiten: Laut NZZ hat Russland ein neues Kosmodrom eröffnet, aber die Raumfahrtbehörde Roskosmos hat bei einem Raketenstart im November irrtümlich die Koordinaten des alten Weltraumbahnhofs Baikonur verwendet.

Irvingianer, Xenoglossisten und die Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus

apostolisch

Ihr müsst jetzt sehr stark sein. Nein, ich will Euch nicht das obige Buch Bilder zur Geschichte der Katholisch-apostolischen Gemeinden empfehlen und auch nicht – von demselben Autor – Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der „Fall Geyer“ (beide in meiner Bibliothek).

Ich habe in den neunziger Jahren im Auftrag einer Stiftung mit dem Autor Vortragsreisen in Sachsen und Thüringen unternommen; es ging immer über „Religion“ und „Sekten“. Albrecht ist heute Oberbürgermeister von Jena, und bin nichts dergleichen. Unsere Diskussionen waren immer sehr anregend und interessant. Aber schon damals wusste ich, dass wir im Umkreis von ein paar hundert Kilometern, wenn nicht mehr, niemanden finden würden, der sich dafür interessierte, worüber wir stundenlang debattieren konnten. Und warum habe ich für das obige sehr seltene Buch fast 200 Euro bezahlt? Natürlich weil es mit meiner Biografie zu tun hat, der man, wenn sie so exotisch ist wie meine, niemals entrinnen kann.

Man könnte behaupten, dass Edvard Irving an allem schuld ist und seine Anhänger, die man Irvingianer nannte. Irving initiierte die Katholisch-apostolische Gemeinden, die sich von der Anglikanischen Kirche abspalteten. Es ging um Eschatologie („das Ende ist nahe“), Zungenreden (Variante: Xenoglossie) und später, als die Endzeitstimmung auf Deutschland übergriff, vor allem in der Person Heinrich Geyers, um die Frage, ob die Volksfront von Judäa oder die Judäische Volksfront die wahren Propheten seien. Wer es hardcoremäßig mag, beschäftige sich in Zeiten der Muße mit dem Apostelamt Juda, auch bekannt als „Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus“. Man stelle sich eine Abspaltung von einer Abspaltung der Judäischen Volksfront vor.

apostolisch

Wie allgemein bekannt, bin ich als Kind in die Neuapostolische Kirche hineingeboren worden (und erst mit gut zwanzig ausgetreten) – also nicht die Irvingianer, sondern eher die Geyerianer. Als eine deren Spezialitäten gilt, dass sie die Toten nicht in Ruhe lassen. Ich habe das erst begriffen, nach dem ich Elias Canettis grandioses Buch Masse und Macht gelesen habe und darin das Kapitel „Die unsichtbare Masse“ – ich kam aus dem Kopfnicken gar nicht mehr heraus.

Wenn man in so einer extrem rigiden Gruppe aufwächst, ist das nur deshalb nicht lustig, weil man die Außenwelt gar nicht kennt. Man lernt das bequeme und angenehme Gefühl auszuhalten und damit umzugehen, dass alle anderen die Wahrheit nicht kennen und nur man selbst weiß, wo es langgeht, ähnlich wie ein Geisterfahrer. Man empfindet für die da draußen nur Mitleid. Dem Stammpublikum meines Blogs wird diese Attitude, die man nicht einfach ablegen kann, schon öfter begegnet sein. Charisma, eine Version dieser Haltung, setzt unter anderem voraus, dass man andere überzeugen kann. Das ist eine „Gabe“, die eben nicht jeder hat. Bei Sektenführern ist ein Feature.

Interessant ist, dass diese winzigen Gruppen erstaunlich zäh sind. Manche haben eine geringe vierstellige Mitgliederzahl und existieren schon ein Jahrhundert. Als ich gestern die obige Skizze ansah, fiel mir auf, dass ich in meinem allerersten Buch Unter Männern – Brüder, Kumpel, Kameraden (1988) eine Reportage über die „Apostolische Gemeinde Wiesbaden“ geschrieben hatte, die damals gerade im Begriff war, sich von der „Neuapostolischen Kirche“ abzuspalten. Ich beobachtete das Geschehen wie ein Entomologe in vivo. (Vgl. Unter Aposteln, 1-3)

Wer hat bis hierhin durchgehalten? Chapeau!

Gut zu wissen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenssituationen und Lernstrategien in verschiedenen Lebensphasen

Alles Evolution (Blog): „Geförderte Projekte in den Gender Studies“.

Besonders gefällt mir „Verbundvorhaben ‚Konzeption, Umsetzung und Evaluation eines modellhaften multimedialen Wissenspools in der IT-Expertinnenbildung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenssituationen und Lernstrategien'“. Oder auch: „Gender- und Diversitydimensionen bei der Förderung von gesunder Ernährung in verschiedenen Lebensphasen, Teilprojekt im Forschungscluster enable – healthy choices in all stages of life“.

Brothers and Sisters!

tam

Ich bin von einer gestrigen Weihnachtsfeier immer noch verkatert. Daher heute etwas Unpolitisches… nein, das schaffe ich nicht. Also ein Rätsel: Ich sitze in einer Hafenbar, die einem Diktator gehörte, der kurz vor meinem Eintreffen auf der Insel zum Teufel gejagt worden war. Hier die Original-Meldung:

„Brothers and Sisters, this is Maurice Bishop speaking. At 4.15 am this morning, the People’s Revolutionary Army seized control of the army barracks at True Blue. The barracks were burned to the ground. After half-an-hour struggle, the forces of Gairy’s army were completely defeated, and surrendered. Every single soldier surrendered, and not a single member of the revolutionary forces was injured.“

Und wo sitze ich, und wie heisst die Bar heute?

Homosexuelle Porno-Darsteller

Fefe dokumentiert, wie Mobbing in der Schwulen- und Lesben-Szene geht, bis Leute in den Selbstmord getrieben werden. (Ja, ich weiß, es gibt da irgendeine Abkürzung für dieses Milieu, die heute von Leuten benutzt wird; die ist aber so kompliziert, dass sie mir entfallen ist.)

Lesesaal

Lesesaal

Findet den Arm!

Ein Mann hatte mit einer Flex gearbeitet und sich den Arm unterhalb des Ellenbogens sauber abgetrennt. In Panik rannte er auf die Straße und wollte mit einer Taxe in ein Krankenhaus fahren. Der Taxifahrer rief aber die Feuerwehr. Die kam mit dem schon halb bewusstlosen Mann im Galopp in die Notaufnahme. Dort versorgte man ihn, dann wurde er in eine Spezialklinik gebracht.

Die Polizei hatte die undankbare Aufgabe, den Unterarm samt Hand in der Wohnung zu finden. Ich hörte mit, dass sechs Beamte vor Ort und erfolgreich waren.

Vermutlich operieren sie immer noch. Das kann sieben Stunden dauern, wie ähnliche Beispiele zeigen.

Adlershofer Busen und die Weltläufte

kugellabore

Bei den Betontitten beiden Kugeln handelt es sich um denkmalgeschützte Isothermische Kugellabore in Adlershof. Wenn man da als nichtsahnender Passant und an einem verregneten Novembertag vorbeiläuft und den wissenschaftlichen Hintersinn nicht kennt, dann vermutet man, der Architekt habe das falsche Zeug geraucht.

And now for something completely different. Das Stammpublikum möchte bestimmt wissen, was ich zu einem Thema meine (Katja Kipping würde schreiben: „welche MeinUNG ich habe“), zu dem schon alle etwas gesagt haben, nur eben ich noch nicht.

Bei Telepolis las ich, dass die Verfassung offenbar auch eine Diktatur Kanzerschaft in Permanenz erlaubt, obwohl das Volk das nicht so gewählt hat. Sehr spannend. Wäre ich Merkel, ich würde es drauf ankommen lassen. Neuwahlen würden nichts ändern. Die SPD legt sich schon mal flach (und steht hoffentlich nie wieder auf).

And now for something completely different. Der Kommunismus siegt, jedenfalls der chinesische Staatskapitalismus, und ich weiß noch nicht, ob ich das gut finden soll.

And now for something completely different. Auf Audiatur online fand ich einen sehr interessanten Artikel über rassistische und nicht-rassistische israelische Fußballfans und deren Vereine. Fußball interessiert mich überhaupt nicht, aber man lernt dort mehr über Israel als in manchen politische Analysen. Lesenswert!

Life is bitter

life is bitter

Eine Getränkemarke schärft das Klassenbewusstsein beim neuen Kleinbürgertum. Löblich!

Blubber oder: Multitoxikomanie, mal anders

Ein alkoholkranker Mann torkelt in der Notaufnahme zur Toilette. Die schlechte Nachricht: Er greift nach der erstbesten Flasche, die da ist, und trinkt sie fast aus. Die gute Nachricht: Es ist nicht das Desinfektionsmittel, sondern die flüssige Seife. Deshalb kotzt er großflächig herum. #Notaufnahme #rettungsstelle #kannmansichgarnichtausdenken

Rappenlochschlucht mit Burks

rappenlochschlucht

Die Rappenlochschlucht bei Dornbirn in Vorarlberg. Ich stehe da in der Mitte herum (1967).

Gare de Palaiseau

Gare de Palaiseau

Klassenreise 1970 nach Palaiseau, der Partnerstadt Unnas. Das Foto wurde am Gare de Palaiseau gemacht. Der vierte von links bin ich. (Hallo, Harald und Dirk!)

Auf hoher See

Helgoland

Auf der Rückseite des Fotos steht: „M.S, „Roland v. Bremen, Auf hoher See, 31. Mai 1978 Bremerhaven/Columbuskaje – Helgoland“. Auf dem Foto bin ich zu sehen… Ich bin damals nicht von Bremerhaven aus nach Helgoland gelangt, sondern von Büsum aus. Dort legt das Schiff an.

Mein Auto und ich

zermatt

Mein Auto und ich – Zermatt 1975

Im Frühtau zur U-Bahn wir ziehn, vallera

U-Bahn

Wo ziehn wir im Frühtau?

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