Berliner Zustände

Kreuzberg

Foto: Irgendwo in Berlin-Kreuzberg, morgens um 04.05 Uhr

Leseempfehlung: Harald Martenstein auf Zeit online über Berlin und Trump sowie über die Bulldogge Lenin und die Bezirksverordnete Martina Matischok-Yesilcimen [sic]. Lesenswert!

Islamischer Staat auf christlich

Telesur (Mexiko): „Jehovah’s Witnesses Destroy Ancient Indigenous Temple in Mexico“.

National befreite Zone Prenzlauer-Berg

Markus Lindemann schreibt auf Zeit online über „Neukölln“. Ich wohne ja auch in diesem Stadtteil, genauer: In Rixdorf, aber ich erkenne den Kiez nicht unbedingt wieder. Der Verwaltungsbezirk Neukölln umfasst so unterschiedliche „Dörfer“ und Mikrokosmen wie z. B. den Reuterkiez, das Rollberg-Viertel, Böhmisch-Rixdorf, Deutsch-Rixdorf (da wohne ich), Britz und Rudow, „Kreuzkölln“ – man muss schon genauer sagen, was man meint.

Ein Satz hat mir aber sehr gefallen: „In Vierteln wie Prenzlauer Berg sei eigentlich, wie ein Wohnungseigentümer mir während meiner Recherchen sagte, der rechtsradikale Traum der ’national befreiten Zone‘ wahr geworden. Rumänen, Türken, Araber müssten draußen bleiben.“

Fucking Moron

Wer lernen will, wie man auf Englisch gut beleidigt, sollte sich diese Tweets über Trump in Schottland ansehen.

Die Schlacht am Nolli

{Berlin:street} (neu in der Blogroll) berichtet über die „Schlacht am Nolli“ am 11. Juni 1982. (Ich kann mich noch daran erinnern.) Das waren noch Zeiten. Man sollte sich die heutigen Medien in Berlin vorstellen, wie die darüber geschrieben hätten.

Unfriending Censorship

nudity

Wir müssen etwas für die staatsbürgerliche Aufklärung tun:

„The content was the Wikipedia photo pf human anatomy showing a man and a woman in full frontal nudity. It is against Facebook’s guidelines about nudity.“ (Onlinecensorship.org is pleased to share our first report „Unfriending Censorship: Insights from four months of crowdsourced data on social media censorship.“) (via Pornoanwalt)

35 Ellis Island Immigration Photos That Capture American Diversity

All that is Interesting: „As a clerk at Ellis Island from 1892-1925, Augustus Sherman was in a unique position to document countless immigrants as they attempted to gain entrance into the United States. The untrained photographer had an undeniable natural talent: Even with bulky cameras and the time-consuming exposure process they required, Sherman was able to take more than 200 photos — of subjects typically detained for interrogation — that reveal as much about the subjects’ fears as they do the diverse reality of our national heritage“.

Wow. Just saying.

Miscellaneous, revisited

Bible

Warum liegt in Hotels eigentlich christliche Propaganda aus? (München 2003) Und warum nicht die Torah oder der Koran?

Ich habe wenig Zeit. Heute habe ich auf Welt online gelesen: „Die Hybris der Journalisten“. Einigen Thesen stimme ich zu, der Artikel geht aber nicht weit genug und ist auch nicht konsequent. Journalisten vertreten meistens den Standpunkt der Klasse, aus der sie stammen (darf in Deutschland so nicht gesagt werden- wegen freiwilliger ideologischer Selbstkontrolle). Journalisten sind also ab Werk ein opportunistischer Haufen – mit Ausnahmen. Das kann man bei Uwe Krüger: Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten nachlesen.

Noch besser und außergewöhnlich interessant ist Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. Das Buch werde ich demnächst ausführlich vorstellen. Leute, die vorhatten, Journalisten zu werden, kann das Buch aber zuverlässig davon abhalten. Absoluter Lesebefehl für alle, die „was mit Medien“ machen.

Auf meiner To-Do-Liste steht auch: Markus Schauer: Der Gallische Krieg: Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk zu besprechen. Schon gelesen, auf Empfehlung eines Freundes, aber ein komplizierter Fall.

Auf Film und Games: Ein Wechselspiel könnt ihr euch schon freuen. Grandios, teuer, aber das Geld wert.

Übrigens hat mich der letzte Absatz des Artikel bei Spiegel online zu einem besseren Menschen gemacht (Kommentar geklaut von Udo Vetter). Ich probiere das mal aus oder raune den Damen im Vorbeigehen etwas von Krav Maga und schutzbedürftigen Frauen zu. Har har.

Shit you know you dont know

shit

Hatemag schreibt über: „Warum das linke Abarbeiten am Partypatriotismus Blödsinn ist“.

Ja, full ack. Dazu sagt mein Hausphilosoph Georg Christoph Lichtenberg: „Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.“

Attn (u.a.) berichtet: „The Story of the Orlando Shooter Just Took an Unexpected Turn. Omar Mateen, the man behind the mass shooting at the gay nightclub Pulse that left 49 other people dead and 53 injured early Sunday morning, was reportedly a frequent visitor of the club, according to a report from Montreal news talk radio station CJAD 800“.

Das kommt davon, wenn man vor lauter Erregung gar nicht mehr recherchiert, sondern aus dem Bauch heraus vorgefertigte Textbausteine absondert.

Sex, Lügen und kein Video

Die Vorwürfe gegen Jacob Appelbaum fallen gerade in sich zusammen bzw. sind ein Rufmord. Schreiben die FAZ und die Frauen, mit denen er verkehrte (via Fefe).

Schland

Hey unverkrampfte Party-Patrioten habt ihr euch schon die Schland-Fahne ins Gesicht geschmiert? Ich zeige wie ihr euch noch schnell vorbereitet. (Vorsicht! Facebook! Via ZECKO – Antifaschistisches Lifestyle-Magazin)

Pflegeleicht

Correctiv.org: „Die Analyse zeigt, dass mehr als 60 Prozent der deutschen Pflegeheime bei den jährlichen Prüfungen in den entscheidenden Bereichen negativ auffallen. Dazu zählen zum Beispiel der Umgang mit Wunden, die Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit sowie die Medikamentengabe.“

Grauenvoll. Warum regt sich keiner darüber auf?

Untortbar

Brot

Foto: Dresden 12006 @Burks.

Ivo Bocic schreibt ganz wunderbar über die Linke und Torten: Nehmen wir an, Sie gehen zu einem Punkkonzert. Sie betreten den Saal und sehen: Der ist bestuhlt. Sie gehen an die Bar, dort gibt es: Spätburgunder. Nun kommt endlich die Band, Sie warten auf »Kacke, Kacke, Bullenstaat«, doch der gepflegte Herr am Mikrophon singt ein Adorno-Zitat. Nun gut, Sie als Jungle-World-Leser könnten damit womöglich sogar etwas anfangen, aber geben Sie es zu, Sie gehören zu einer kleinen Minderheit, im Grunde ist es so: Die Musik mag noch so Punk sein, das ist trotzdem kein Punkkonzert. Die Linkspartei hat ein ähnliches Problem, sie möchte gerne Protestpartei sein, aber Protest sieht heute einfach anders aus: Hass muss in den Augen blitzen, die Mistgabel geschultert sein.

Sage ich doch. Wenn man ikonografisch das Bürgertum imitiert und die Frauen an der Spitze tantig und so spießig aussehen, dann kann das nichts werden mit der Systemfrage. Die Wagenknecht sieht mit Torte im Gesicht viel interessanter aus als ohne. Und erst diese hölzerne Bürokraten-Sprache im permanenten Lautsprecher- und Sprechblasenduktus! Es ist nicht zum Aushalten. Aber die können nicht anders, und lernfähig sind sie auch nicht.

And now for something completely different:
Eberhard Seidel schreibt auf Facebook: „Niemand muss die Resolution des Bundestages zum Genozid an den Armeniern gut finden. Allerdings haben Kampagnen wie „Nein zur Völkermordlüge“ wenig mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern sind unerträglich. Einige türkische Verbände in Deutschland haben sich in den letzen Wochen (nicht ganz unerwartet) den Rest an Glaubwürdigkeit verspielt.“

And now for something completely different:
Der Dolch von Tutanchamun (1332 bis 1323 v. Chr.) wurde aus einem Meteroriten hergestellt. (Ich verlinke gern einmal die Universität von Pisa.)

What’s up, dude?

Brot

Bei meinem neuen Bäcker stehen die Leute noch um zwei Uhr nachmittags Schlange. Gefällt mir. Und man kann beim Teig rollen und Backen zusehen.

Die Störerhaftung wird natürlich wieder nicht abgeschafft. Die sind einfach zu blöd. Also warten wir weiter auf den EuGH.

Portugal hat seit 15 Jahren eine fortschrittliche Drogenpolitik mit dementsprechenden Ergebnissen. Interessiert die hiesigen Politiker nicht. Es ist wie mit der Störerhaftung. Ceterum censeo: Sie sind einfach zu dämlich.

Welt online: „Der Islam gehört nicht zu Europa. Die Freiheit, Kern der europäischen Aufklärung, ist ihm fremd – er hat die Moderne seit der Renaissance verpasst.“ Schon klar. Und das Christentum hat mit der Shoa gar nichts zu tun? Darüber habe ich vor vierzehn Jahren etwas geschrieben.

Wie die Philosophie „weißgewaschen“ wurde

Strasse

Berliner Strassen ohne Autos sehen viel schöner aus und laden zum Philosophieren ein.

Da das hiesige Stammpublikum umfassend gebildet ist und über ein außergewöhnliches historisches, ökonomisches, sozilogisches und philsophisches Wsisen verfügt (wie man an den Kommentaren unschwer erkennen kann), empfehle ich von science.orf.at zur Lektüre:
Vor 200 Jahren wurde am Wiener Kongress der Sklavenhandel abgeschafft. Das lag weniger an der Philosophie der Aufklärung und mehr an politisch-ökonomischem Kalkül. Denn die „großen, weißen Aufklärer“ kümmerten sich wenig um die Versklavung Schwarzer Menschen. Das hat Folgen bis heute: Der Kanon der Philosophie wurde „weißgewaschen“.

Toussaint Louverture allerdings muss man sowieso kennen.

By the way, Österreicher: Im Deutschen schreibe man Adjektive klein. „Schwarz“ ist auch kein Markenname (wenn man einfach alle Regeln aus dem Englisch übernähme). Also muss es heißen: „Versklavung schwarzer Menschen“. Addendum: Im Deutschen hieße es korrekt: „Nicht alle berliner Straßen führen geradeaus, noch nicht einmal die Berliner Straße.

By Night

berlin

Wer nicht da wohnt, kann kaum erraten, welche Kirche hier im Bild ist…

Kanyakumari Express

Ed Hanley: „The Longest Train in India – A multimedia journey on the Kanyakumari Express“

Panorama

inside

Wo ist das? (Und lasst die Finger von den Exif-Informationen!)

The President Erdogan Offensive Poetry Competition

Vermutlich sind die Briten not amused, dass Erdogan sich über den deutschen Humor ärgert, und setzen deshalb noch einen drauf – inklusive Preisgeld. Muahahahaha.

Barely unknown Screenshots

sendeschluss

Nein, nicht hier. Kennt das von den Nachgeborenen noch jemand?

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