Mit dem Rückgrat einer Qualle

rückgrat

Don Alphonso: “Mit dem Rückgrat einer Qualle: Wie das Westfalen-Blatt eine Autorin dem Mob opfert”.

Fefe: “Soweit sind wir in diesem Lande. Einzelne Personen können heutzutage missliebige Andersdenkende in Zeitungen einfach wegshitstormen.” Harald Schumann sagte ganz richtig dazu: “Journalisten sind genauso wie alle anderen Menschen. Es handelt sich um den ganz gewöhnlichen Alltagsopportunismus, den es überall gibt. Gegen den Strom schwimmen, kostet nun mal viel mehr Kraft.”

Man muss nur lesen, was das Westfalenblatt dazu sagt: “Sehr selbstkritisch müssen wir einräumen, dass in der Kolumne so formuliert wird, dass der Text Kritik geradezu herausfordert. Das ist unzweifelhaft eine gravierende journalistische Fehlleistung,”

Das geht ja nun gar nicht, dass ein Text Kritik herausfordert. Wo kämen wir denn da hin!

Was ihr wollt oder: Was wollt ihr?

halensee

Was wollt ihr? Löwen, die zum ersten Mal Gras fühlen? Elefanten, die sich nach 20 Jahren wiedersehen? Eine 102-Jährige, die sich zum ersten Mal tanzen sieht? Panem et circenses? Schon klar.

Oder doch lieber den Verfassungsschutz, der dem Rechtsextremisten und V-Mann Thomas Richter fast 300 000 Euro für seine Spitzeldienste zahlte?

Oder etwas, das zu erwarten war: “Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze – OECD warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Einkommens- und Vermögenskonzentrationen”?

Allen, die noch denken können und nicht nur fühlen wollen und die auch willens sind, längere Texte zu lesen, weil sie noch nicht verblödet sind, empfehle ich Roar Magazine: “Why does Greece not simply get it over with and default?” Sehr klug, interessant und lesenswert.

Nicht vergessen: Medien ändern keine Meinungen, sondern verstärken die, die schon vorhanden sind.

Das Regime der Ukraine rehabilitiert Judenmörder

Haaretz (Israel): ” Ukraine to honor groups that killed Jews in World War II – New law outlaws the display of Nazi and Communist symbols but another law requires that nationalist groups involved in the killings of Jews and Poles be honored.”

Das wird natürlich in unseren Medien nicht auftauchen. In isrealischen Zeitungen wird man über die Ukraine besser informiert.

Die Mächtigen, die Medien und die Regime Change Scenarios

sterbfritz

Harald Schumann in Telepolis: “Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare”.

Dazu passt von Carta.info: “Die EU-Kommission gefährdet Journalistenrechte mit einer neuen Richtlinie zu Geschäftsgeheimnissen. Der Entwurf der Richtlinie kommt von einer internationalen Anwaltskanzlei.”

Aktuelles Beispiel ist Mazedonien. Man braucht sich nur ansehen, was die deutschen Mainstream-Medien daraus machen.

Ukraine being overrun by fascists

Jerusalem Post: “Putin says Ukraine being overrun by fascists – and he may be right”.
The draft law – which is now on President Petro Poroshenko’s desk awaiting his signature – recognizes a series of Ukrainian political and military organizations as “fighters for Ukrainian independence in the 20th century” and bans the criticism of these groups and their members. (The bill doesn’t state the penalty for doing so.) Two of the groups honored – the Organization of Ukrainian Nationalists (OUN) and the Ukrainian Insurgent Army (UPA) – helped the Nazis carry out the Holocaust while also killing close to 100,000 Polish civilians during World War Two.

Jetzt ist auch die Jerusalem Post unter die “Putin-Versteher” gegangen, wird also in Zukunft von deutschen Medien nicht mehr zustimmend zitiert werden?

Die Zukunft der Zeitungen

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Fotografiert vor ca. zehn Jahren.

Das Ende des investigativen Journalismus

“Wer Daten, die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (Neues Gesetz gegen “Datenhehlerei”, via Hal Faber)

Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Journalismus?

journalismus

Pussy oder: Hübsch und lustig am Arsch

fahrräder

Die Anstalt ist wieder gnadenlos und viel zu gut für das durchschnittliche Publikum. Herausragend: Carolin Kebekus über Frauen und irgendwas mit Feminismus. Auch sie überfordert die Rezipientinnen intellektuell. “Hübsch und lustig am Arsch” sei ihre Marktlücke. Und feministischer als zehn “Emma”-Ausgaben ist sie auch. (Bilder: Markus Henkel)

Dazu las ich Wikipedia: “Zum Vorwurf der Zensur, den Kebekus in TV total erhoben hat, und dem Vorwurf der Selbstzensur, der laut Tagesspiegel von Mitarbeitern der Sendung erhoben wurde, erklärte der WDR, er könne dies “so nicht akzeptieren”. Der Sender stehe für Liberalität und Toleranz, was bedeute, dass religiöse Überzeugungen der Bevölkerung zu achten seien.” Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als WDR, informiert: Zensur heisst jetzt “religiöse Überzeugungen der Bevölkerung achten”.

Max Uthoff sagt etwas zu Ronja von Rönne und dem von ihr niedergerotzten Schwachsinn. Eine Frau und Redakteurin der “Welt”, für die Emanzipation scheiße ist, findet natürlich auch bei Salonfaschisten Beifall.

Damit haben wir wieder irgendetwas mit Medien. Was war noch wichtig? Ich muss nur mich selbst beobachten. “Im Hühnerstall Motorrad gefahren: Oma wegen Tierquälerei festgenommen.” Relevant, also beliebt.

Wie bekloppt sind eigentlich christliche US-Politker? Ich bin froh, dass ich kein Linker in den USA bin.

China in bite-sized portions! Hat mir bisher gefehlt. Auch wegen Sexismus und was Frauen in China wollen. Ja, und ein Erdbeben-Video schau ich mir auch gern an, nur so zum leichten Gruseln und um mich zu unterhalten. Wozu sonst. Machen doch alle.

Der Guardian: “Seven Soviet sci-fi films everyone should see”. Tarkowski! Ich sage nur: Tarkowsky! Solaris, 1972! Mindestens so wichtig in der Schule wie Gotthold Ephraim Lessing, aber aus anderen Gründen. (Googelt doch selbst zur Strafe, wenn ihr Lessing nicht kennt!) Leider können die Russen heute keinen Weltraum mehr. Sowjets sind eben mehr als Russen.

Nochmal der Guardian über Rassismus-Vorwürfe als Waffe. “In London’s East End, where so many battles against real fascism were fought in the 20th century, “anti-racism” has become little more than a swindle.” So etwas werden wir in zehn Jahren auch in deutschen Großstädten erleben.

Schrecklich, schon zwei Minuten etwas Politisches gelesen? Hält man gar nicht aus. Schnell etwas Relevantes auf Fratzenbuch konsumieren. 23600 Personen gefällt das, 160700 mal geteilt. Ähnlich viel wie bei Werbung für Bier mit Tieren.

Übrigens sucht das ZDF SachbearbeiterInnen aka ” Corporate Social Media Manager”, die “Social Media”-Kanäle bespielen. “Bewerbungen per E-Mail können leider nicht berücksichtigt werden.” Richtig so: Man sollte Gehaltswünsche eben nicht per Postkarte schicken.

Schon komisch. Heute hat mich keine Nachricht in deutschen Medien wirklich interessiert, wohl aber in US-amerikanischen Zeitungen und in israelischen Magazinen. Oder die “Demokratie” in Stabilitätsankern“. Ich bin Kosmopolit, falls das jemand noch nicht wusste, also offenbar irgendwie undeutsch und imemr weniger geeignet als Rezipient einheimischer Medien.

Peng! bei Vattenfall

Tagesspiegel: “Das Kreuzberger Peng!-Kollektiv kaperte am Freitagmorgen für ein paar Stunden die Kommunikationsabteilung des schwedischen Energiekonzerns. Zeitgleich mit der Pressekonferenz in der Vattenfall-Lobby verschickten die Aktivisten im Namen von Vattenfall-Managern Pressemitteilungen und Twitter-Nachrichten, Hashtag #Vattenfall. Sie hatten dafür Twitter-Accounts von Vorständen erstellt. Sogar eine passende Webseite hatten die Aktivisten vorbereitet: vattenfall-responsibility.de – selbst ein aufwendig [sic] produziertes Video war dort eingebettet.”

Einfach nur genial. “Die Märkische Allgemeine Zeitung, der RBB und ein CDU-Bundestagsabgeordneter verbreiteten die falsche Nachricht vom angeblichen Kurswechsel des Konzerns weiter.” Auch Fefe ist drauf reingefallen.

Muahahaha.

You will be shocked at how ignorant [bitte selbst ausfüllen] are

Belgien

Da wir gerade beim Bullshit-Bingo sind: Generalstreiks scheinen die Menschen glücklich zu machen. “Generalstreik in Belgien. Der machtvollste Ausstand in der Geschichte des Landes beschert der Wirtschaft einen Verlust von 878 Millionen Euro”, schreibt die Junge Welt. Auch in Griechenland ist am 1. Mai Generalstreik, schon Ende März Generalstreik in Argentinien.

Da die Deutschen vergessen haben, wie das geht: “Busse, Züge und Flugzeuge standen still. Auch Banken und viele Geschäfte machten dicht. (…) Auch im Süden des Landes machten Arbeiter und Arbeitslose die wichtigsten Straßen unpassierbar.”

In Wahrheit will ich aber etwas über die ideological news bubbles schreiben, wie das Salon.com formuliert, also die mediale Blase, in der wir leben und die die “Netzgemeinde” für die Realität hält.

This month, the Pew Research Journalism Project reported how Americans get their news at home. If you think it’s from the Internet, you’ll be surprised that the 38 percent of us who access news at home on a desktop or laptop spend an average of only 90 seconds a day getting news online. America’s dominant news source is television, and the disparity between heavy viewers of TV news and everyone else is as startling as the gap between the plutocrats and the people.

Ich sehe keinen Grund anzunehmen, warum das hierzulande anders sein sollte:
Pew sliced the TV news audience into thirds: heavy, medium and light. In my Jeffersonian fantasy, that distribution would look like a bell curve; in fact, it looks like a cliff.

Wenige rezipieren viel, die übergroße Mehrheit informiert sich überhaupt nicht oder nur über die unkritischen seichten Mainstream-Kanäle oder Facebook. Auf Facebook stellt sich eben jeder selbst zusammen, von wo und von wem er informiert werden will. Manche Leute verbreiten eben nur Tierbilder, die allerbanalsten “Lebensweisheiten” oder andere irrelevante soziale Geräusche. Andere (wie ich) reproduzieren die internationale Presse, weil die besser ist als die hiesige, und pusten deren Inhalte in den deutschen Sprachraum.

Was dabei herauskommt? Nichts neues. Das Positive – Menschen können alles überallhin verbreiten – wird durch das Negative – sie rezipieren wie gewohnt und verbreiten nur das, was sie eh schon denken -, konterkariert.

Beispiel: Wer hat das gesagt? Und wird das in irgendeiner deutschen Zeitung erwähnt werden, gar einer lokalen?
“Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten.”

Nein, man weiß es schon vorher: Alle Mainstream-Medien werden das geflissentlich ignorieren. Es darf nicht sein, dass die herrschenden Klassen und die internationalen Konzerne, die die Bürgerkriege in Libyen, Syrien, dem Irak, in der Ukraine und schon lange vielerorts in Afrika bewusst herbeigeführt haben, uns belogen und betrogen und dass die Medien ihre Korrektivfunktion fast komplett aufgegeben haben (vgl. “Hilfs”programme für Griechenland). Der libysche Diktator Muaamar al-Gaddafi hat etwas ganz richtig vorhergesagt? Kann gar nicht ein.

Die gute Nachricht (und nein, ich bin kein Kulturpessimist): Es war noch nie anders. Warum hat die Linke in Deutschland in der Weimarer Republik ihre eigenen Medien – sogar eigene Medien-Konzerne? Aus genau diesem Grund.

Wer glaubt, Journalismus könne neutral und “objektiv”sein, irrt. Das war noch nie so, und wird nie so sein. Journalismus ist immer und ausnahmslos interessegeleitet, auch in den glücklichsten Ländern der Welt.

Investigative Satire oder: Lachen bis zum bitteren Ende

Neue Zürcher Zeitung: “Kabarettsendungen wie «Die Anstalt» oder die «Heute-Show» ernten in jüngerer Zeit zunehmend Lob dafür, dass sie ernste Themen verhandeln. Sie profitieren davon, dass Fernsehnachrichten immer seichter werden. Während die investigative Satire in Amerika abflaut, erlebt sie derzeit in Deutschland einen Aufschwung.”

Wir haben gelernt, dass 89 Prozent der Griechenland-Hilfe im privaten Sektor, bei Banken, Fonds und Versicherungen landeten. (…) Erfährt man das aus den Nachrichtensendungen des Fernsehens? Eher nicht. Oder vor allem: eher nicht so.

Jeder Journalist, der das Wort “Hilfe” beim Thema Griechenland in den Mund nimmt, sollte ausgepeitscht werden, Aber dann hätte man so viel zu tun, dass man Auspeitscher vom Stabilitätsanker Saudi-Arabien ausleihen müsste.

Politik 2.0

Der ehemalige Pirat Christopher Lauer wird jetzt “Lobbyist” für den Axel-Springer-Verlag im Berliner Abgeordnetenhaus.
“Tatsächlich ist Lauer bereits seit Jahresbeginn für den Konzern tätig, was aber erst später bekannt wurde. (…) …war laut “Horizont” bei Projekten und projektübergreifenden Fragestellungen eingebunden”. Dafür wurde er mit Summen zwischen 3000 und 7000 Euro bezahlt.”

Aha. Das finanzielle Sein bestimmt wie gewohnt das Bewusstsein. Übrigens: internationale technologische Trends beobachten und auswerten sowie Impulse für neue Entwicklungen geben” mache ich hier auch. Ich drücke es nur weniger verschwurbelt aus.

Lachen ist gesund, aber mehr nicht

mauertote

Natürlich lache ich auch, wenn ich gute politische Satire sehe, wie teilweise in der letzten Heute Show. Aber was kommt dann? Lachen ist gesund, mündet aber nicht in eine revolutionäre Attitude ohne etwas vergleichbar Positives. Satire ist ein Ventil, wie die Charaktermaske des Clowns, das den täglichen Wahnsinn erträglicher macht. In Wahrheit müsste man das Lachen verbieten, dann würden die Leute wütend, was eine adäquatere Attitude im und für den Kapitalismus wäre.

Medien bestärken das, was die Leute eh schon meinen. Daher habe ich die unerträglich kitschige Geschichte auf Zeit online: “Vom Rechtsradikalen zum Flüchtlingshelfer” kommentiert mit:
Nach “macht Mut” kommen zuverlässig keine journalistischen Inhalte mehr, sondern Moraltheologie. Man soll sich auch nicht mit der guten Sache gemein machen. Alter Lehrsatz, selten befolgt.

Die sind jetzt natürlich angepisst. Wenn man in Deutschland die Kerzen einer Lichterkette auspustet, wird man gleich öffentlich ausgepeitscht und mit Gemeinschaftsentzug bestraft. (Ganz nebenbei: Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als “Jehovas Zeugen”, gibt bekannt: “Soziale Ächtung” heißt jetzt “ein Ausdruck von Liebe”.)

Der Lehrsatz über Medien gilt für jedwede Diskussion über Einwanderer, die teilweise auch Flüchtlinge sind. (Quod erat demonstrandum: So würde es kein Medium in Deutschland formulieren, obwohl es wahr und sachlich richtig ist. Der Diskurs ist eben moraltheologisch und je nach politscher Couleur einbetoniert und vorhersagbar.) Von mir kommt nichts über das aktuelle – und ebenso abzusehende – Drama, was sich zwischen Afrika und Europa abspielt.

Betrachtet man die Diskussion der sogenannten “Ausländerfrage” in längerer Perspektive, so fällt auf, daß sie seit den 70er Jahren alle vier, fünf Jahre in immer neuen Verwandlungen aufs neue enbrennt und jedesmal so tut, als seien plötzlich ganz neue Probleme aufgetaucht. Tatsächlich aber wird die Debatte um den Zuzug von Ausländern in Deutschland seit etwas 120 Jahren unter den im wesentlichen gleichen Fragestellungen und mit den gleichen Frotnlinien geführt. (Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland: Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, 2001)

Wer sich moralisch empört, was jetzt überall geschieht, handelt unpolitisch. Der Guardian (für mich die beste Zeitung der Welt) schreibt aktuell: “Britain’s criminally stupid attitudes to race and immigration are beyond parody (…) I sometimes wonder if satire has reached a nadir in Britain because British society has itself become a parody of itself.”

Schon klar, auch in Großbritannien wie auch anderswo herrscht hohe politische Pappnasendichte. Aber wer das beklagt, wendet sich an die, die das schon wissen. Pappnasen rezipieren wiederum Medien, die sie bestätigen.

Ein Grund, mit dem Journalismus kürzer zu treten und mich stattdessen in die Belletristik zu begeben, war eben, dass man mit guten Informationen kaum etwas bewegen kann. Im Kostüm der Unterhaltung, so hoffe ich, kann ein Autor vielleicht die Gesetze der Medienrezeption aushebeln und Botschaften unterjubeln, die die Leser, wären diese “korrekt” verpackt, gar nicht erst konsumieren würden. Das erinnert mich auch schmerzlich daran, dass ich irgendwie die Zeit finden muss, um an meinem zweiten Roman weiterzuschreiben.

Granma oder: Verwandte Seiten

Granma

Die Granma lese ich manchmal, wenn ich mich über Lateinamerika informieren will. Natürlich ist die kubanische Parteizeitung nicht bei Facebook. Interessant aber, was Facebook mir ganz “wertneutral” als “verwandte Seiten” anbietet!

Kauft nicht bei Springer?

antisemitismus von links

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Beim Thema Antisemitismus kann man in Deutschland immer lechts und rinks velwechsern:
“Der Zionismus herrscht in Prag.” (Neues Deutschland, 1968) – “Die Juden herrschen in Prag.” (Völkischen Beobachter”)

Ceterum censeo: Man sollte auch bei Schweinemedien nicht dazu aufrufen, diese zu boykottieren. Das nützt gar nichts, weil sich niemand davon beeindrucken lässt, der die “Bild” kauft. Boykottaufrufe sind wie Lichterketten: Sie dienen ausschließlich dem moraltheologischen Binnendiskurs der eigenen Zielgruppe.

Religiöse und andere Dienste

“Seit einiger Zeit untersuchen Soziologen das Phänomen der Entstehung und Entwicklung von Religionen. Der Amerikaner Rodney Stark zum Beispiel betrachtet Religionen nicht – wie manche Atheisten (und wie die meisten religiösen Menschen, wenn sie über konkurrierende Religionen urteilen) – als eine Art Wahn, sondern als Organisationen, die für ihre Mitglieder gewisse Dienstleistungen psychologischer und sozialer Art erbringen und die bestimmte Selbsterhaltungsmechanismen entwickeln, damit sie im evolutionären Kampf bestehen können. Stark hat festgestellt, dass die meisten Religionen bei aller Differenz der Lehre einander in den wichtigsten Zügen gleichen.”

(Aus Alan Posener: Die empörte Republik. Rowohlt E-Book Only: Ein Plädoyer gegen den täglichen Alarmismus)

Lese ich gerade. Ich teile Poseners Thesen nicht wirklich. Das, was er kritisiert, kritisiere ich aber auch, jedoch von links. Ich war schon immer der Meinung, dass Journalisten einen Klassenstandpunkt vertreten, ob sie wollen oder nicht, und dass die gefühlten Leithammel führenden Journalisten das verbreiten, was der herrschenden Klasse nützt. Das sagt übrigens auch die Wissenschaft.

Noch mal Griechenland

Die AK schreibt ganz richtig: “Beim Thema Griechenland lohnt es sich, auf deutschsprachige Medien weitgehend zu verzichten. Zumindest wenn man nicht verblöden möchte”, und verweist auf einen Artikel in The New Yorker: “What Austerity Looks Like Inside Greece”.
For Syriza to stick to its campaign promises, it would have to contravene the rules of its bailout, which could catalyze a series of reactions that would ultimately force Greece out of the euro. Despite growing dissent in the party’s hard-left wing and its activist base, most Syriza leaders, as well as most of the public, oppose an exit because of the economic troubles it would provoke, at least in the short term.

Nach Herzenslust scheiße finden

“Noch ein Privileg genießt man als Journalist: Man kann, wie es Stefan Ripplinger einmal formulierte, nach Herzenslust scheiße finden und besser wissen.” (Denizs Yücel in seiner letzten Kolumne für die taz.)

Rufmord-Kampagne der Mainstream-Medien

Telepolis: “Es ist allgemein bekannt, dass es Monate oder Jahre dauert, bis nach einem Flugunfall gesicherte Erkenntnisse über die Absturzursache vorliegen. Dennoch wurde Robins voreilige und allen juristischen Prinzipien zuwiderlaufende Schuldzuweisung umgehend von den Mainstream-Medien aufgegriffen, um eine der größten Rufmord-Kampagnen in der Geschichte der Informationsindustrie zu entfachen.”

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