Granma oder: Verwandte Seiten

Granma

Die Granma lese ich manchmal, wenn ich mich über Lateinamerika informieren will. Natürlich ist die kubanische Parteizeitung nicht bei Facebook. Interessant aber, was Facebook mir ganz “wertneutral” als “verwandte Seiten” anbietet!

Kauft nicht bei Springer?

antisemitismus von links

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Beim Thema Antisemitismus kann man in Deutschland immer lechts und rinks velwechsern:
“Der Zionismus herrscht in Prag.” (Neues Deutschland, 1968) – “Die Juden herrschen in Prag.” (Völkischen Beobachter”)

Ceterum censeo: Man sollte auch bei Schweinemedien nicht dazu aufrufen, diese zu boykottieren. Das nützt gar nichts, weil sich niemand davon beeindrucken lässt, der die “Bild” kauft. Boykottaufrufe sind wie Lichterketten: Sie dienen ausschließlich dem moraltheologischen Binnendiskurs der eigenen Zielgruppe.

Religiöse und andere Dienste

“Seit einiger Zeit untersuchen Soziologen das Phänomen der Entstehung und Entwicklung von Religionen. Der Amerikaner Rodney Stark zum Beispiel betrachtet Religionen nicht – wie manche Atheisten (und wie die meisten religiösen Menschen, wenn sie über konkurrierende Religionen urteilen) – als eine Art Wahn, sondern als Organisationen, die für ihre Mitglieder gewisse Dienstleistungen psychologischer und sozialer Art erbringen und die bestimmte Selbsterhaltungsmechanismen entwickeln, damit sie im evolutionären Kampf bestehen können. Stark hat festgestellt, dass die meisten Religionen bei aller Differenz der Lehre einander in den wichtigsten Zügen gleichen.”

(Aus Alan Posener: Die empörte Republik. Rowohlt E-Book Only: Ein Plädoyer gegen den täglichen Alarmismus)

Lese ich gerade. Ich teile Poseners Thesen nicht wirklich. Das, was er kritisiert, kritisiere ich aber auch, jedoch von links. Ich war schon immer der Meinung, dass Journalisten einen Klassenstandpunkt vertreten, ob sie wollen oder nicht, und dass die gefühlten Leithammel führenden Journalisten das verbreiten, was der herrschenden Klasse nützt. Das sagt übrigens auch die Wissenschaft.

Noch mal Griechenland

Die AK schreibt ganz richtig: “Beim Thema Griechenland lohnt es sich, auf deutschsprachige Medien weitgehend zu verzichten. Zumindest wenn man nicht verblöden möchte”, und verweist auf einen Artikel in The New Yorker: “What Austerity Looks Like Inside Greece”.
For Syriza to stick to its campaign promises, it would have to contravene the rules of its bailout, which could catalyze a series of reactions that would ultimately force Greece out of the euro. Despite growing dissent in the party’s hard-left wing and its activist base, most Syriza leaders, as well as most of the public, oppose an exit because of the economic troubles it would provoke, at least in the short term.

Nach Herzenslust scheiße finden

“Noch ein Privileg genießt man als Journalist: Man kann, wie es Stefan Ripplinger einmal formulierte, nach Herzenslust scheiße finden und besser wissen.” (Denizs Yücel in seiner letzten Kolumne für die taz.)

Rufmord-Kampagne der Mainstream-Medien

Telepolis: “Es ist allgemein bekannt, dass es Monate oder Jahre dauert, bis nach einem Flugunfall gesicherte Erkenntnisse über die Absturzursache vorliegen. Dennoch wurde Robins voreilige und allen juristischen Prinzipien zuwiderlaufende Schuldzuweisung umgehend von den Mainstream-Medien aufgegriffen, um eine der größten Rufmord-Kampagnen in der Geschichte der Informationsindustrie zu entfachen.”

Was wäre, wenn?

“Oder war möglicherweise alles ganz anders?” (Spiegel online)

Ja, das wäre dann dumm gelaufen für die Medien. Die dazu passende Verschwörungstheorie liefert zuverlässig Matthias Broeckers.

Schöpferischwirtschaft oder der tägliche Wahnsinn

Was haben wir denn da so heute?

chip

Und nun zu etwas ganz anderem. “…reist Angela Merkel an die Unglücksstelle der abgestürzten Germanwings-Maschine. Verfolgen Sie den Besuch in Seyne-les-Alpes im Livestream.” Warum sollte ich das verfolgen? Was habe ich davon? Dient Merkel der Wahrheitsfindung? Was ist eigentlich eine “Unglücksstelle” – im Gegensatz zu einer “Glücksstelle”?

Und nun zu etwas ganz anderem. Ein Lobbyist der Musikindustrie wird Beauftragter für Digitale Ökonomie. Wieso denke ich jetzt an die abgedroschene Metapher, in der ein Bock und ein Gärtner vorkommen? Die “Kreativwirtschaft”, die dabei irgendwie mitspielt, interessiert mich. Synonyme: erfinderisch, künstlerisch, originell, phantasiebegabt, produktiv, schöpferisch. Ist Synonym von: einfallsreich, gedankenreich, geistreich, genial, gestalterisch, ideenreich, künstlerisch, musikalisch, original, originell, phantasiebegabt, phantasiereich, phantasievoll, produktiv, schöpferisch, spritzig, sprühend, witzig.” Schöpferischwirtschaft? Und die anderen Wirtschaften schaffen nicht, sondern liegen auf der faulen Haut?

Denk ich an Wolf Schneider in der Nacht: “Was kann für Journalisten wichtiger sein, als die Experten unerbittlich auf klares Deutsch zurechtzustutzen? Daß manche Blähung sich dabei in Nichts auflöste, manche scheinbar wichtige Erklärung aufhörte, eine Nachricht zu sein, wäre ein möglicher Grenzfall, den wir herzlich begrüßen sollten. (…) Journalisten sind eingeschüchtert vom Imponiergehabe der Erperten, sie wagen es nicht mehr, aus “Öffentlichen Münzfernsprechern” Telefonzellen oder aus “justiziellen Verfahrensabläufen” Prozesse zu machen; sie haben kapituliert.”

“Eine Verzahnung und Vermittlung der bestehenden Initiativen und Strategien der Kultur- und Kreativwirtschaft einerseits mit der Digitalen Agenda und der innovativen Digitalisierung der Wirtschaft…” Blablablabla. Ung. Ung. Ung. Ung. Hat diesen Satz ein Pressesprecher der “Linken” verbrochen? Hört sich fast so an. So gedankenreich, geistreich, genial, gestalterisch, ideenreich, künstlerisch formulieren offenbar die SPD und die Schöpferischwirtschaft.

Jetzt muss ich erst einmal etwas kaputtmachen. (Nicht so auf die Details schauen!)

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Und nun zu etwas ganz anderem. Die New York Times denkt laut darüber nach, was passierte, wenn Facebook die Websites von Medien hostete, zum Ausgleich für den erzeugten Traffic aber dann die Nutzer auspionieren darf. Das Thema macht mich müde. Seit mehr als einem Jahr versuche in den DJV Berlin davon zu überzeugen, dass es einer Gewerkschaft nicht gut ansteht, bei Facebook offiziell präsent zu sein [Vorsicht! Facebook-Link!], anstatt vielleicht nur eine “Fanseite” zu gestalten, die dann die Besucher zur eigenen Website umleitet. Sie kapieren es nicht. Sie wollen es nicht kapieren. Man fängt bei jeder Diskussion wieder bei Null an. Ich habe es so satt.

Und nun zu etwas ganz anderem. “Wir fordern von der Politik den Missbrauch der Leiharbeit abzustellen!” WTF? Aber sklavenhandel Leiharbeit an sich ist super? “Missbrauch abstellen?” Versteh ich nicht. Kann man auch Missbrauch anstellen?

Und nun zu etwas ganz anderem. Telepolis rechnet mit Matthias Bröckers’ und Paul Schreyers Buch “Wir sind die Guten” ab. “Ihr seid nicht besser” Lesenswert! Man atmet auf, weil Thomas Dudek Fakten präsentiert, die viele – mich eingeschlossen – vermutlich noch nicht kennen. Das macht es dem Leser auch nicht einfacher, einen Hauch von Wahrheit herauszufinden.

Und nun zu etwas ganz anderem. “Die Anstalt entfällt – das Böse bleibt!” schreibt der Schockwellenreiter und beruft sich auf die Nachdenkseiten: “Der Respekt vor den Toten verbietet für das ZDF die Satire der ‘Anstalt’. Der Zynismus, dass die Börsenkurse von Lufthansa und Airbus durch den Flugzeugabsturz ‘unter Druck’ gerieten, wird aber als wichtige Nachricht gehandelt.”

Fratzenbuch

Und nun zu etwas ganz anderem. Der kackbraune Pöbel und die dazu passende pesudo-intellektuelle Krawalleria aus Eimern Juristen und Ärschen Volkswirtschaftlern trifft sich offenbar gern und oft auch bei Bettina Röhl (Vorsicht! Facebook-Link!) und Roland Tichy (“Wirtschaftsjournalist”), wenn man dort die Kommentare liest. Mir wird ganz schlecht, wenn ich das ansehe.

Ich muss jetzt etwas in Trümmer legen zum Ausgleich.

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Und nun zu etwas ganz anderem. Der Standard (via >b’s weblog): “Seit Jahresbeginn hält eine rätselhafte Serie von Todesfällen die Ukraine in Atem. Es handelt sich durchwegs um Politiker der früher regierenden Partei der Regionen des geflüchteten Ex-Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Am Wochenende verunglückte nun sein Sohn Wiktor junior unter bisher ungeklärten Umständen tödlich.” Das ist sicher nur ein Zufall…

Danke auch für den Hinweis auf >b’s weblog (immer gelesen): Das BILD-Blog (selten gelesen) fasst zusammen, was sich die Boulevard-Medien über Griechenland zusammengehetzt haben.

Mir reicht es für heute…

Seid gefälligst zufriedener!

FAZ.net: “Wie Twitter und Facebook die Wirklichkeit verzerren”.
“Alle Kriterien, die Facebook anwendet, sind letztlich Werkzeuge, um den Feed zu manipulieren, in den meisten Fällen mit der Intention, unsere Zufriedenheit zu erhöhen.” (Philip Napoli, Professor für Journalismus und Medienstudien an der Rutgers University in New Brunswick)

Burks.de hat auch genau das Ziel: Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser zufriedener zu machen. SCNR (Nein, nicht “die Zufriedenheit erhöhen”.)

Das Ministerium für Wahrheit informiert

Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als “EU-Regierungen“, informiert: “Propaganda” heißt jetzt “strategische Kommunikation zur Unterstützung der Medienfreiheit”.

Behaglich dumm

“In seinem Sessel behaglich dumm, sitzt schweigend das deutsche Publikum.” (Karl Marx)

Qualitätsmedien, oder: Stinkefinger, reloaded [Update]

Zeit.de: “In einem aufwändigen Video zeigt Böhmermann, wie seine Kollegen mithilfe von Videobearbeitungsprogrammen den Mittelfinger von Varoufakis in das Video geschnitten haben. Die Aufnahmen sollen von einer Komplizin stammen, die auf der Konferenz war und die Bilder zur Verfügung stellte. Die Szene mit dem Finger will Böhmermanns Team in einem Studio mit einem Double nachgedreht haben.”

[Update] Ob Satire oder nicht: vgl. DOCMA Magazin zu den Details

Löhne runter

Nein, Lohndumping heisst bei mir nicht “Sparkurs”. Das ist Neusprech.

Wie es in der Medienbranche zur Zeit hergeht, kann man im Tagesspiegel lesen: Die Mediengruppe Berliner Verlag feuert den Chefredakteur Buschheuer.
Buschheuer hätte die neuerliche Kürzung seines Honoraretats in sechsstelliger Größenordnung nicht hinnehmen wollen, er sah seine journalistische Handlungsfähigkeit auf dem umkämpften Berliner Zeitungsmarkt durch den Sparkurs der Eigentümer bedroht.

Ulfkotte im Wald

Jan Fleischhauer schreibt im aktuellen Spiegel (Javascript required) über Udo Ulfkotte: “Im Wald” (ab S. 98). Der Artikel allein ist 4,60 Euro wert. Lesenswert.

Unter Qualitätsmedienmachern [Update]

>b’s weblog: “Als wirklich aussergewöhnliches Agitprop-Machwerk präsentiert sich die Sendung “Tagesthemen” vom Samstag. Eine solche Leistung von geschickter Lüge, Manipulation und Hetze will angemessen gewürdigt werden. Entsprechend gibt’s hier eine Analyse. [weiterlesen)

Tagesschau.de: “23 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.”

[Update] Norbert Häring: “ARD und ZDF machen unbeirrt weiter mit Fehlinformationen über Athen. “Die Erklärung der Finanzminister wurde absichtlich auf Wunsch der Partner vage gehalten, sagte Varoufakis nach diesen Quellen.” So steht es im Original. Was macht zum Beispiel Focus daraus? “Varoufakis provoziert: Haben Reformliste absichtlich vage formuliert”. Focus lügt also bewusst.

“Es ist wirklich eine Schande. Mit Information hat das nichts mehr zu tun, nur noch mit Agitation und schamloser Volksverdummung.”

Glaube an Technik

“Wenn Journalisten, die eigentlich viel vom Schützen verstehen müssen und seit 20 Jahren mit Verschlüsselung arbeiten, Sicherheitsexperten und Hacker brauchen, liegt mehr im Argen bei der ‘4. Macht’ als gedacht. Hacker oder eben Sicherheitsexperten – was nur ein anderes Wort ist – können da gar nicht helfen. Ihr Glauben an eine technische Lösung ist nur ein Glaube, wie so viele Religionen. (Hal Faber)

Ich habe ja auch schon mehrere Seminare bei der taz zum Thema gegeben. Das Interesse war eher mäßig. Die taz hat eine sehr gute Technik-Abteilung. Was nützt es aber, wenn denen niemand zuhört. Das wird sich auch nicht ändern. Wer das denkt, verkennt die Realität in den Redaktionen.

Macht ohne Kontrolle

Ein hervorragender Artikel im Tagesspiegel über das unheilvolle Wirken der “Troika” in Griechenland: “Sie erpressten Minister, spielten sich zum Gesetzgeber auf und machten gemeinsame Sache mit den reichen Eliten. Die als Kontrolleure eingesetzten Technokraten aus IWF, EZB und EU-Kommission hatten in den Krisenstaaten eine Macht jenseits aller demokratischen Kontrolle. (…) Allein die Mittelschicht, die Staatsangestellten, die Rentner, Kranken und Arbeitslosen mussten die Last der Anpassung tragen. Die wirtschaftlichen Eliten hingegen blieben überall verschont. Schlimmer noch: Die Troika zwang die Regierungen, wertvolle Staatsunternehmen zu Schleuderpreisen zu verkaufen, und verhalf so den Privilegierten, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern (…).

Der Artikel fußt auf der gleichnamigen Arte-Reportage.

Man muss sich nur mal die Medienberichte früher ansehen über die “Hilfspakete”. Es wird die üblichen Verdächtigen nicht daran hindern, immer nur nach “Privatisierung” zu schreien. So sind sie eben, die Gläubigen des “freien” Marktes.

Beschwerde an den Presserat

Presserat

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es geht um den Artikel auf Spiegel online vom 25.02.2015: “Warren Buffett zu Übernahmen in Deutschland: ‘Egal wie groß – wir zahlen bar'”.

Ich sehe in dem Artikel einen Verstoß gegen den Pressekodex Richtlinie 7.1 sowie Richtlinie 7.2. Der Artikel entspricht nicht den Mindeststandards der journalistischen Recherche, sondern ist ausschließlich Public Relations, also schlicht Werbung für die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway und deren Eigentümer, die als solche aber nicht gekennzeichnet ist. Es kommt nur eine Person zu Wort, es wird noch nicht einmal eine unabhängige Quelle genannt.

Der Beschwerdeführer unterrichtet u.a. Wirtschaftsjournalismus an einer privaten Universität in Berlin.

Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder

Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Unsere Totalitarismus-Doktrin-TheoretikerInnen haben wieder zugeschlagen. Das sind die mit dem Ismus, lechts und rinks, und mit der Rot-Braun-Blindheit. “Wissenschaftler der FU Berlin” berichten:
In der Umfrage hielten mehr als 60 Prozent der Befragten die Demokratie nicht für eine echte Demokratie, da die Wirtschaft und nicht die Wähler das Sagen hätten. Nahezu 50 Prozent konstatierten eine zunehmende Überwachung linker Systemkritiker durch Staat und Polizei, etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) befürchteten der Studie zufolge, dass Deutschland durch eine zunehmende Überwachung von Bürgern auf dem Weg in eine neue Diktatur sei.

Das ist aber gleich eine doppelt schlechte Nachricht. Nur 60 Prozent blicken durch? Nur so wenig? Und wenn 60 Prozent die Wahrheit kennen, warum wählen die dann nicht so?

Die linksextreme Wirtschaftswoche schrieb; “Wirtschaftsverbände haben heute größeren Einfluss auf die Politik als noch vor drei Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Ifo Institutes unter Deutschlands Managern.”

Auch die linksextreme “Süddeutsche” berichtete über das so genannte “Freihandelsabkommen” TTIP: “Von Google bis Agrobusiness: Neue Zahlen zeigen, dass die EU-Unterhändler für den Freihandel fast ausschließlich Wirtschaftslobbyisten trafen.”

Interessant ist natürlich, wer sich hinter dem totalitarismusdokrintheoretischen Autorenkollektiv “Forschungsverbund SED-Staat” verbirgt. Sehr hübsch und zutreffend beschreibt die “nekrophilen Antikommunisten” mit Blockwart- und Denunzianten-Mentalität der Historiker Wolfgang Wippermann in der Jungle World:
Antikommunismus nach dem Ende des Kommunismus ist wie politische Peep-Show – man kommt irgendwie nicht ran an das Objekt der Begierde. Daher sind die Forschungsverbundler auch gezwungen, Hand an sich selber zu legen. Die allergrößten Elche waren nämlich selber welche: Viele Bündler blicken auf eine linke Vergangenheit zurück, die sie mit einem pathologisch wirkenden Eifer bewältigen möchten. (…) Schließlich die Grünen um Klaus Schöder, die alle aus einem hochschulpolitischen Ableger der Alternativen stammen, der sich Undogmatische Sozialisten nannte. Das Undogmatische an diesen Undogs war, daß sie schon einmal auf Hochschulebene die schwarz-grüne Koalition übten und Herrn Heckelmann zum Präsidenten wählten.

Dafür wurden sie reich mit Referentenposten und einem ganzen Institut belohnt, (…) Jürgen Kocka ist zuzustimmen, wenn er die Führer des Forschungsverbundes folgendermaßen charaktisierte: Sie seien “Meister der politischen Demagogie”, “Autoren von Halbwahrheiten und Verzerrungen und Wissenschaftler ohne Glaubwürdigkeit und Seriosität – um es zurückhaltend zu formulieren”.

Man sollte den Damen und Herren des totalitarismusdokrintheoretischen Autorenkollektivs vielleicht eine Professur in “Volkswirtschafts”lehre anbieten. Das würde passen.

Deswegen stmmt der rechte Focus in den Chor ein: “Auch linksradikale und linksextreme Grundhaltungen sind weit verbreitet – vor allem im Osten.”

Wenn das nur so wäre.

Wahrheitserzwingende Maßnahmen

propaganda

Markus Kompa berichtet in Telepolis über die Sprachregelungen “Handreichungen der Bundesregierung zur Beurteilung des Ukrainekonflikts”. (Das Ministerium für Wahrheit informiert: Propaganda heißt jetzt “Handreichnung”.) Thomas Wiegold und die Junge Welt publizieren diese “Handreichungen” in voller Länge.

Das ist ja so: Deutsche Journalisten recherchieren gewöhnlich nicht, sondern fragen nur Politiker und Lobbyisten Experten, was die denken (vgl. die jeweiligen Nachrichtensendungen). Da darf das Bundespropagandaministerium Auswärtige Amt natürlich nicht nachstehen.

Beispiel: Die Welt schrieb am 21.11.2014: “Rechtsradikaler wird Polizeichef in Kiew”.

Das Ministerium für Wahrheit Auswärtige Amt gibt folgende Propaganda vor: “An den Maidan-Protesten beteiligten sich radikale Gruppen, einige davon mit rechtsextremer Gesinnung. Diese machten zahlenmäßig jedoch nur einen kleinen Anteil an den Protestierenden (bis zu zwei Millionen gleichzeitig landesweit) aus. An der nach dem Machtwechsel gebildeten Übergangsregierung waren diese Gruppierungen nicht beteiligt.”

Das Ministerium für Wahrheit informiert: “Nazis” heißen jetzt “radikale Gruppen”. “Radikale Gruppen” waren übrigens auch an der Reichspogromnacht beteiligt. So sind sie eben, unsere Totalitarismus-Theoretiker.

Und: “Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, das die Sicherheit und Freiheit seiner Mitglieder garantieren soll.”

Schon klar. Vor allem in Libyen.

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