Ein Kessel Buntes

panama

Foto: Panama 1982

Man kann dem so genannten „Sozialismus“ der DDR vieles vorwerfen, aber wer zweifelt, dass das heutige Beitrittsgebiet genauso oder noch viel mehr typisch deutsch gewesen sei, alle Versuche, die breite Masse des Volks von Befehlsempfängern, Untertanen, Hobby-Blockwarten und grauslichen Spießern zu aufrecht gehenden und mündigen Citoyen zu machen, demgemäßg zwangsläufig scheitern mussten, dem muss man nur die Zeichenkette „Ein Kessel Buntes“ zum feuilletonistischen Fraße vorwerden und abwarten, ob dieser Zweifler dann das Würgen begönne, was gemeinhin ein eindeutiger Hinweis darauf ist, die Sinne noch einigermaßen beisammen zu haben. Das erklärt auch den Titel dieses Postings. Mir fiel keiner ein, und „miscellaneous“ wollte ich nicht schon wieder schreiben.

Ungefähr ein Mal im Jahr ändert ein journalistischer Artikel meine Meinung zu diesem und jenen – oder meinen Blickwinkel auf ein Thema. Heute geschehen mit Deniz Yücels Kommentar in der „Welt“: „Es geht nicht um Kurden, sondern um den Islam“. Lesenswert.

Der tschechische Präsident Milosh Zeman sagt ganz richtig: Die Flüchtlingswellen nach Europa seien das Ergebnis der westlicher Militärinterventionen im Irak, Libyen und Syrien, die dazu beigetragen hätten, dass sich Terrororganisation im Nahen Osten ausbreiten haben ausbreiten können (Grammatik und Satzbau auf burks.de sind korrekter als bei RT Deutsch; es ist aber – zugegeben! – im Deutschen nicht ganz einfach, den Konjunktiv der indirekten Rede zu unterscheiden vom Konjunktiv irrealis, geschweige denn, dessen Formen zu kennen und korrekt zu verwenden).

By the way: Meine Verschwörungstheorien zum Fall netzpolitik.org bestätigen sich schon wieder. Alle wussten vorher Bescheid, also auch der Justizminister. „Das Justizministerium will von dem Verfahren eindringlich abgeraten haben.“ Pofalla-Syndrom, ich sag’s ja.

Unsere bekannteste Expertin für die Brechung des Zinsknechtschaft das raffende Kapital, welches sie angreift, weil sie das eigentliche Kapital nicht attackieren möchte, verkasematuckelt die deutsche Sprache: „Die Bundesregierung führt ihre Aktivitäten zur Beschaffung von Kampfdrohnen trotz deutlich ablehnender Meinung in der Bevölkerung fort.“

Aktivitäten fortführen“ – das stärkste Verb, seit Schiller die „Glocke“ schrieb. (Ja, verdammt noch mal, die „Glocke“ gdehört immer noch zum Bildungskanon, allein wegen der dortigen Tuwörter und wie man sie verwenden sollte.)

Es wäre so einfach: Äten und Ungs und Keits verbieten. Was bliebe übrig? Die Bundesregierung beschafft weiterhin Kampfdrohnen, (wer tat was und tut es immer noch?) obwohl die Bevölkerung das mehrheitlich ablehnt. Da wäre ein verständlicher deutscher Satz ohne Geschwurbel. Damit kriegte man aber eine Pressemeldung nicht voll.

Das Neue Deutschland schreibt über den aktuellen Stand des Klassenkampfs in Griechenland. Man sollte dort zur Zeit nicht mit der Bahn fahren, sondern stattdessen immer ein Ersatzfahrrad mitführen – oder ein Ersatz-Schiff, falls die Griechen mal dort streikten, wo es wirklich weh täte.

Und nun zum Feuilleton: National Geographic zeigt wieder mal „most popular“ Reisefotos. Da kann ich aber mithalten (vgl. oben). Alternative dortselbst: Katzenfotos oder Gürteltiere, die zurückschießen.

„Kassieren und blamieren“ – Der Freitag berichtet, dass das Bundesarchiv „historisches Filmmaterial laufend und in großem Stil“ vernichte.

Ich muss heute arbeiten. Der Guardian kommentiert das.

Splash around

This is going in my „Bad Day“ playlist for when I need a quick cheer up!

Remote kill of a Jeep

Wired: „Hackers Remotely Kill a Jeep on the Highway—With Me in It“.

Bruahahaha.

It’s probably not

Englischer Humor at its best vom Independent:
North Korea has created a wonder drug which not only cures Aids, but also eradicates Ebola and cancer, if the latest proclamation from the country’s news agency is to be believed*.
(*Hint: It’s probably not)

Einstein rettet Schrödingers Katze

cat
Credits: Andreas Heinakroon

Scinexxy (Wissenschaftsmagazin online): „Ob die Verschränkung von Atomen oder die Unschärferelation – im Makrokosmos funktionieren diese faszinierenden Phänomene der Quantenwelt nicht. Denn bei größeren Objekten werden die Quanteneffekte unterdrückt. Wodurch, könnte Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie erklären. Denn wie Forscher im Fachmagazin ‚Nature Physics‚ berichten, beeinflusst die Dehnung der Zeit durch die Gravitation auch die Teilchen in diesen Objekten – und verhindern so Quantenphänomene.“

Interessant!

35 Insane Optical Illusions That Will Make You Question Your Sanity

optical illusions

What we do

Hefty: „27 images that prove that we are in danger. #7 left my mouth open.“

Gegen die Homo-Ehe und alles Mögliche

symbolfoto

Haha! Reingefallen! Hatte ich etwa behauptet, ich sei gegen die so genannte „Homo-Ehe“? Nein, ich halte die Ehe für eine ökonomische Zweckgemeinschaft und sonst nichts. Warum sollte man eben diese mit einer speziellen sexuellen Praxis zwangsweise liieren? Man könnte das auch argumentativ untermauern: „Die Ehe ist in allen [..] bekannten Kulturen und Religionen der Versuch, die Sexualität der Frauen zu legitimieren und in geordnete, vor allem monogame Bahnen zu lenken. Die Ehe ist ein Kontrollinstrument über die Ausübung des Liebeslebens der Frauen. Andernfalls könnte man die Kinder keinem Mann zuordnen.“

Nur, falls die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern schon jetzt tl;dr murmeln, weil alle Texte, die länger sind als 120 Zeichen, ihnen Mühe und Arbeit bescheren, was ihnen – zu Recht – missfällt (nur das Letzere natürlich!): Unser Thema heute ist alles Mögliche, was heißt: Wie wir alle Medien konsumieren, samt pädagogisch wertvoller Beispiele und Symbolfotos, auch für alles Mögliche (da die Rezipienten ohnehin – leider! – denken, was sie wollen, auch bei Fotos).

Die Washington Post schreibt dazu das Nötige: „If you use Facebook to get your news, please — for the love of democracy — read this first“. Lesen! Jedes Wort wahr. So verhaltet ihr euch an auf burks.de, wetten? Positiv formuliert: Menschen glauben den Medien dann, wenn jemand aus ihrer peer group ihnen das empfiehlt. Dummerweise ignorieren sie Argumente und Fakten, die ihre schon existierende Meinung erschütten könnten. Das sagt bekanntlich auch die Wahrnehmungspsychologie. Vielleicht ist das im Sinne der Evolution sinnvoll, um die Art zu erhalten. Vielleicht hat man keine Lust mehr auf Sex, wenn man ständig etwas erfährt, das die eigene Weltsicht erschüttert. Deshalb ist Facebook so erfolgreich: „Freunde“ empfehlen „Freunden“ per Mausklick etwas. Wer nur Katzenfotos will oder dämliche Sprüche, braucht sich nicht zu ärgern, dass das Gesuchte in der Tageszeitung mal nicht vorkommt.

And now for something completely different. Der Guardian liefert Fakten zu der These, dass die neo-imperialistische Politk des „Westens“ den so genannen „Islamischen Staat“ überhaupt erst möglich gemacht hat. Wird das irgendetwas ändern? Nein, diese Botschaft wird beim Volk gar nicht erst ankommen. Und auch nicht bei den meisten Journalisten. Es kann nicht wahr sein, was nicht sein darf. Ceterum censeo: Journalisten vertreten einen Klassenstandpunkt, ob sie wollen oder nicht, oder, um es mit Ernest Hemingway zu sagen: „Lassen Sie sich nicht bereden, über das Proletariat zu schreiben, wenn Sie nicht selber aus dem Proletariat herkommen.“ (Ein Brief aus Kuba, 1934)

symbolfoto

And now for something completely different. Haben die Russen nun Satellitenfotos gefälscht oder nicht? (O je, Neues Deutschland: „Fälschungsanschuldigung“ – geht’s nicht noch holperiger?) Stefan Niggemeier: „Man hätte nicht einmal in die Metadaten der Fotos schauen müssen, um zu wissen, dass sie mit einem Programm wie Photoshop manipuliert wurden. Es wurden nämlich, wie man sieht, nachträglich Beschriftungen hinzugefügt.“ Hihi. Macht aber nichts. Spiegel online bekennt, beim Verbreiten falscher Fakten aka Lügen vorsichtig zu sein: „Schätzen wir eine Nachricht als so brisant ein, dass wir sie Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nicht vorenthalten wollen, obwohl wir sie noch nicht eindeutig verifizieren konnten, dann wählen wir eine vorsichtige Formulierung.“ Es könnte sein – vorsichtig formuliert -, dass Spiegel online und andere Medien gar nicht richtig wissen, was Journalismus ist und zu welchem Ende wir ihn betreiben sollten.

Eingedenkt der Tatsache, dass das Publikum nach soviel Kritik sich jetzt nach Katzenfotos Belanglosem sehnt: And now for something completely different. BBC berichtet, dass die Damen und Herren an japanischen Hotelrezeptionen vermutlich bald Roboter sein werden. Ich weiß gar nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Im Journalismus gibt es das ja schon. Die gute Nachricht: Roboter können auch stundenlang sitzen, ohne dass ihnen das schadet.

And now for something completely different, aka Klassenkampf. Wie der konkret und im Weltmaßstab aussieht, sieht man Ecuador: Die Anführer aufrührerischer Bauern werden umgebracht. Man darf nicht vergessen, dass das hierzulande früher auch so war, und dass es auch für Kommunisten galt. Kommt bestimmt wieder, aber vermutlich nicht so direkt.

Mehr brauche ich heute nicht zu wissen, auch wenn jemand etwas anderes behauptet (dieser jemand würde mich nicht erreichen – haha!). Morgen früh schau ich mich wieder um.

Ihre Wahrheit siegte auch. Aber bloß vor Gericht.

Zeit online: „Was geschah auf der Matratze? – Wenn US-Unis gegen sexuelle Gewalt vorgehen, haben Angeklagte weder einen Verteidiger, noch gilt für sie die Unschuldsvermutung. Zu Besuch bei Paul Nungeßer in New York, der trotz eines Freispruchs verurteilt wurde.“

Guter Journalismus von Rudi Novotny. „Es geht nicht mehr um die Wahrheit, sondern um die bessere Geschichte“.

17 Maps That Will Change How You See the World

Time: „17 Maps That Will Change How You See the World“. U.a.: „The map that pinpoints the hairiest populations“ und „The Penis Size Worldwide (country)“.

Scenes From Underground

The Atlantic: „Caves and tunnels have always been part of human life. We’ve grown more adept at shaping these underground shelters and passages over the millennia, and today we dig for hundreds of reasons. We excavate to find both literal and cultural treasures, digging mines and unearthing archaeological discoveries. We use caverns for stable storage, for entertainment, and for an effective shelter from natural and man-made disasters.“

Unglaubliche Fotos… Sehenswert!

Which Soviet Revolutionary Are You?

1905
Source: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Playbuzz.com: „Which Soviet Revolutionary Are You?“
Of course, we’ve all heard about the famous revolutionary figures, people that gave their lives (or the lives of others) for the higher purpose and a brighter tomorrow. Maybe you’ve even wondered what would you do in a turbulent revolutionary situation, say on the eve of October revolution and the fall of provisional government. Perhaps you have wondered how would you fare in a bloody civil war or how would you manage the inner party struggles? Well wonder no more! Take this short quiz and solve the burn!

Gewalt gegen Politiker

Lahnda und andere

South China Morning Post: „A world of languages – and how many speak them. We represent each language within black borders and then provide the numbers of native speakers (in millions) by country.“

Schon mal etwas von Lahnda gehört (kein deutscher Wikipedia-Eintrag)? Lahnda sprechen mehr Menschen als Deutsch.

Ugly Belgian Houses

Ugly Belgian Houses – „Because most Belgian houses suck. Even mine. Seriously. My English sucks too. But i kinda like that. Fuckers“.

Muahahaha.

Essen im Dunkeln

Der Kiezneurotiker macht sich Gedanken über Dunkelrestaurants und hat auch fotografiert.

Samurai und Kurtisanen

The Guardian: „Rare and rather beautiful hand-coloured images of samurais and courtesans in 19th century Japan.“

Froh zu sein bedarf es wenig

Shanghaiist: „Photographer spends 11 years documenting families around China with all their belongings“. Die Fotos muss man gesehen haben.

Miscellaneous distracting

Tancred's Landing
Meine Gor-Sim Tancred’s Landing in Second Life bei virtuellem Regenwetter

Neu in der Blogroll: Jacobin (USA). Jacobin is a leading voice of the American left, offering socialist perspectives on politics, economics, and culture. The print magazine is released quarterly and reaches over 10,000 subscribers, in addition to a web audience of 600,000 a month.

Neu auch: Roar, das in englischer Sprache in den Niederlanden erscheint. ROAR Magazine, or Reflections on a Revolution, is an online journal of the radical imagination providing grassroots perspectives from the front-lines of the global struggle for real democracy.

Wieso haben die alle so ein schickes Layout? Ich habe keine Zeit, mir selbst Typo3 beizubringen, aber ich hätte auch gern so etwas.

Was habe ich in den letzten Stunden gelesen? Zum Beispiel wieder den Guardian: „May Day: workers of the world unite and take over – their factories. (…) A 19th-century slogan is getting a 21st-century makeover. The workers of the world really are uniting. At least, some of them are.“

Sag ich doch. Geht doch. Das Himmelreich Der Kommunismus ist nahe herbeigekommen. Ich ahne so etwas wie die Ciompi, nur eine Epoche weiter. (O je, ich habe den Geburtstag Karl Marxens vergessen!) Dazu passt makroskop Streik.

Natürlich die aktuelle Kolumne Harald Martensteins: Über Ernährungsweisen und Paarungsverhalten (und Grünkernbratlinge und was die mit dem Koitus zu tun haben).

Dann noch etwas über eine Katze. Katzen und Hunde gehen immer. Auch chinesische Hover-Cars.

Die chinesische Regierung geht jetzt vorbildich gegen den Islam vor, berichtet die Washington Post.

Wie die Erde resettet, kann man in einem hübschen Video sehen. (Vorsicht, Facebook!)

Jetzt muss ich leider arbeiten…

10 Easy Steps To Become A German!

Germanize yourself! 10 Easy Steps To Become A German…

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